Donnerstag, Juli 14, 2016

... in fünf Minuten - Oliver Ménard

Geburtsort
Berlin-Zehlendorf, geboren unter einer Linde, die das gesamte Krankenhaus  mit ihren Blüten verklebt hat. Nach meinen Informationen wurde das Bäumchen vor ein paar Jahren von einem genervten Hausmeister gefällt. Aber ich bin immer noch da. Wobei ich nicht ausschließen kann, dass auch mich der Hausmeister eines Tages besucht …
Morgenmensch oder Langschläfer
Langschläfer. Unbedingt. Freunde haben mir so einen Lichtwecker geschenkt, der den Schläfer langsam, ganz langsam, mit Vogelgezwitscher und warmen Farben aufweckt. Furchtbar das Teil. Den AUS-Knopf habe ich aufgrund designtechnischer Makel nie rechtzeitig drücken können. Irgendwann hat es gereicht. Nach drei Monaten ist der Wecker in einem dunklen Schrank verschwunden. Man sagt über Alain Delon, dass er seine Schlafzimmerfenster mit schwarzer Farbe zugepinselt hat. Gefällt mir, der Gedanke. Unbedingt.
Lieblings-TV-Serie/ oder –Film
Serie: Penny Dreadful, weil Eva Green unfassbar gut ist und Timothy Dalton zeigt, dass ein Mensch im Alter so viel Wut entwickeln kann, dass es eine Freude ist, ihm dabei zuzuschauen. Lieblingsfilm: Viel zu viele.  Aber ich habe neulich wieder die „Weisheit der Krokodile“ gesehen und dachte: „Wow. Eigentlich ein verdammt guter Film, weil er zeitlos ist und so herrlich unheimlich.“
Dein Idol
Ja, wo sind meine Idole? Über die Jahre ist eigentlich nur noch Roman Polanski übriggeblieben. Ein Mann mit tausend Fehlern und der unbändigen Kraft immer wieder aufzustehen.
Seit wann schreibst Du?
Ich bin die meiste Zeit meines Lebens Journalist gewesen. Also schreibe ich ständig. In meinem Freundeskreis geht die Angst vor meinen kleinen schwarzen Notizbüchern um. Wenn ich eines während einer Unterhaltung zücke, zeigt sich tiefe Sorge in den Gesichtern. „Was schreibt der da gerade auf? Habe ich was Falsches gesagt? Oh Gott …“ Aber natürlich ist es dann schon viel zu spät.
Lieblingsessen/-getränk
Pasta mit geriebenen Trüffeln aus Umbrien. Hemingway Sour mit drei Eiswürfeln (und ich meine DREI!).
Wer oder was inspiriert Dich?
Meine alte Freundin Claudine. Jeder Spleen, jede Macke, die jemals erfunden wurde – man wird sie bei ihr entdecken. Das ist schon fast Kunst. Aber nur fast. (Ist auf dem Blog ganz episch nachzulesen www.olivermenard.de)
Gibt es etwas, das Du gerne erlernen möchtest?
Ich bin ein miserabler Schwimmer. Theoretisch bräuchte ich einen Schwimmlehrer, der bei mir nachbessert. Abenteuer im Kinderplantschbecken - aber eigentlich ist das schon wieder peinlich. Oder nicht?
Lieblingsplatz
Lieblingsplätze sind all die, die ich in meinen Büchern beschreibe. Die existieren tatsächlich. Im Moment ist es ein verfallenes Kinderhospital in Weißensee, das auch die Vorlage für das nächste Buch „Das Hospital“ ist. Dieses Haus ist einfach nur spooky – und es steht mitten in der Stadt.
Welche ist Deine bevorzugte Musikrichtung?
Benjamin Biolay, Emily Loizeau, Mickey 3D.
Ist Dein Schreibtisch aufgeräumt oder herrscht dort Chaos?
Chaos. Pures Chaos. Der Turmbau zu Babel ist nichts gegen meine Papierberge.
Hast Du Haustiere?
Ja, eine Spinne, die seit Jahren bevorzugt zwischen meinen Teegläsern und meinem Kühlschrank ihre Netze spannt. Ich glaube, sie ist unsterblich. Oder es sind schon die nächsten Generationen.
Hast Du ein Laster?
Viel zu viele kubanische Zigarillos und mindestens zwölf Aschenbecher, die in meiner Wohnung verteilt sind. Trotzdem finde ich meist keinen.
Lieblingsstadt oder Lieblingsland
Immer noch Lyon.
Neben dem Schreiben, welcher andere wäre Dein Traumberuf?
Psychologe. Kein Kopf wäre vor mir sicher.
Mit wem würdest Du gerne einmal zu Abend essen (lebend oder verstorben / reale oder fiktive Person)?
Charles Manson. Nun habe ich über die Jahre so viele Mörderprofile studiert, aber der Mann bleibt für mich immer ein Mysterium. Ansonsten: Ambrose Bierce - der König der Zyniker.
Was ist Dein Sternzeichen?
Jungfrau. Löwe habe ich knapp verpasst. Irgendwie ärgerlich.
Hast Du ein Lieblingswort?
Zwei: Kapitaler Unfug.
Lieblingsfarbe?
Schwarz und dunkelblau.
Welches Buch liest Du gerade?
Dark Places von Gillian Flynn.
Welche drei Dinge würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen?
Ein Schlauchboot. Einen Außenborder. Schwimmflügel. Einsame Inseln sind mir zu langweilig. Nichts wie weg hier.

Von Oliver Ménard bereits erschienen bzw bald erscheinen wird:

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