Dienstag, August 13, 2019

Totentanz am Strand von Klaus-Peter Wolf

Auf der Flucht

Der gefährlichste Mann der Republik heißt Dr. Bernhard Sommerfeldt. Er ist aus Ostfriesland geflohen.
Aber Ostfriesland hat auch sie: Ann Kathrin Klaasen, die beste Zielfahnderin in ganz Deutschland. Sie heftet sich an seine Fersen.
Lesen Sie jetzt nach „Totenstille im Watt“ den zweiten Band der neuen Serie von Nummer 1-Bestsellerautor Klaus-Peter Wolf.
„Das ganze Leben ist ein Spiel. Man muss nicht in ein Casino gehen, um daran teilzunehmen. Ich spiele volles Risiko, mit höchstem Einsatz. Aber was kann ich gewinnen? Die Freiheit? Meine Beate? Bekomme ich dann mein altes Leben zurück?
Alles würde ich dafür tun! Ja, ich habe Heimweh nach Ostfriesland. Ich möchte mein Leben als Dr. Bernhard Sommerfeldt zurück, zusammen mit meiner Beate. Am liebsten würde ich meine Praxis wieder eröffnen. Menschen behandeln. Den neuen Lover von Beate entsorgen. Am Meer spazieren gehen, der Nordsee lauschen und mich dem Wind aussetzen.
Aber dort, wo ich mich am wohlsten fühle, dort, wo ich jetzt am liebsten wäre, ist auch die Gefahr am größten, verhaftet und von Ann Kathrin Klaasen einkassiert zu werden.
Und doch: Ich bin ein Mann mit Prinzipien. Es stehen noch einige auf meiner Liste…“ (Original-Klappentext)





Nach wie vor fasziniert es mich, wie mich der Autor Klaus-Peter Wolf und seine Figur Dr. Bernhard Sommerfeldt fesseln können. Der Schreibstil gefällt mir ausnehmend gut, die vielen Wendungen sind völlig unvorhersehbar, der Spannungsbogen wird die gesamte Dauer des Bches über fest gezurrt. Das Tempo ist brisant. Die Geschichte selbst ist beispielhaft und souverän erzählt. Die Sprache des Autoren ist frisch und modern. Die Figuren begeistern mich mehr und mehr. Ganz nebenbei liefert mir Klaus-Peter Wolf immer neue Leseempfehlungen aus den verschiedensten Genren, denn Dr. Sommerfeldt liebt das Lesen. Auch kulinarische Tipps kommen nicht zu kurz und so manches Restaurant wird genannt.

Auch der zweite Band der Serie erhält von mir die Bewertung fünf von fünf möglichen Sternen und selbstverständlich spreche ich eine Leseempfehlung aus, die Serie bietet absoluten Suchtfaktor! Dieses Mal habe ich bewusst langsam gelesen, um das Ende hinauszuzögern und somit den Lesegenuss zu verlängern, klingt verrückt, war aber genau so! Mein einziger Trost ist, dass Band Nummer 3 "Todesspiel im Hafen" bereits auf mich wartet.

Über den Autoren:
Klaus-Peter Wolf, 1954 in Gelsenkirchen geboren, lebt als freier Schriftsteller in der ostfriesischen Stadt Norden, im selben Viertel wie seine Kommissarin Ann Kathrin Klaasen. Wie sie ist er nach langen Jahren im Ruhrgebiet, im Westerwald und in Köln an die Küste gezogen und Wahl-Ostfriese geworden. Seine Bücher und Filme wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Bislang sind seine Bücher in 24 Sprachen übersetzt und über zehn Millionen Mal verkauft worden. Mehr als 60 seiner Drehbücher wurden verfilmt, darunter viele für »Tatort« und »Polizeiruf 110«. Der Autor ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.
Die Romane seiner Serie mit Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen stehen regelmäßig mehrere Wochen auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste, derzeit werden einige Bücher der Serie prominent fürs ZDF verfilmt und begeistern Millionen von Zuschauern. (Quelle: S. Fischer-Verlage)

Donnerstag, August 08, 2019

... in fünf Minuten - Kirsten Klein





Geburtsort
Mein Geburtsort ist Pforzheim.
Morgenmensch oder Langschläfer
Früher habe ich gern lange geschlafen, aber mittlerweile stehe ich lieber früh auf, gehe mit meinem Hund spazieren und nutze den Tag.
Lieblings-TV-Serie/ oder -Film
Lieblings-TV-Serie: The Partridge Family; einer meiner Lieblingsfilme: Jane Austens "Sense and Sensibility;
Dein Idol
David Cassidy.
Seit wann schreibst Du?
Ich schreibe seit meiner Teenager-Zeit.
Lieblingsessen/-getränk
Lieblingsessen: Linsen mit Spätzle; Lieblingsgetränk: Kaffee;
Wer oder was inspiriert Dich?
Edgar Allan Poe hat mich ganz besonders inspiriert, außerdem Jane Austen, J. R. R. Tolkien, Michael Ende und – allen voran – Mutter Natur!
Gibt es etwas, das Du gerne erlernen möchtest?
Schwimmen würde ich gerne irgendwann noch lernen.
Lieblingsplatz
mein Schreibtisch, ansonsten die Couch mit meinem Hündchen und einem Buch;
Welche ist Deine bevorzugte Musikrichtung?
David Cassidy, Simon and Garfunkel, Enya...
Ist Dein Schreibtisch aufgeräumt oder herrscht dort Chaos?
Mein Schreibtisch muss immer aufgeräumt und übersichtlich sein, damit das Chaos in meinem Inneren nicht überhand nimmt.
Hast Du Haustiere?
Hund;
Hast Du ein Laster?
Ich bin manchmal etwas traumverloren;
Lieblingsstadt oder Lieblingsland
England;
Neben dem Schreiben, welcher andere wäre Dein Traumberuf?
Bildhauerin;
Mit wem würdest Du gerne einmal zu Abend essen (lebend oder verstorben / reale oder fiktive Person)?
Abendessen mit David Cassidy, vielleicht irgendwann auf "Wolke Sieben";
Was ist Dein Sternzeichen?
Skorpion;
Hast Du ein Lieblingswort?
kann mich leider nicht für ein bestimmtes Lieblingswort entscheiden;
Lieblingsfarbe?
Blau;
Welches Buch liest Du gerade?
Ich lese gerade "Gone Girl" von Gillian Flynn;
Welche drei Dinge würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen?
meinen besten Freund, meinen Hund und meinen e-book-reader mit ganz vielen Büchern.

Mittwoch, August 07, 2019

Tödliche Triage von Wolfgang Haupt

Erstklassiger Nervenkitzel

Die LKA-Beamtin Andrea Birnhofer und der Verkehrspolizist Nowak wissen nicht mehr, wo zuerst ansetzen: Da tauchen Erpressungsvideos hemmungsloser sexueller Exzesse in einem Transporter auf. Dort sperren völlig enthemmte Gewerkschafter Pflegekräfte eines Salzburger Krankenhauses einfach weg. Und dann toben sich noch serbische Folterknechte in der Stadt an der Salzach ungehemmt aus.
Zu allem Überdruss wird Birnhofer zwischendurch entführt und ihr Freund Felix liegt im Krankenhaus. Doch Birnhofer und Nowak nehmen die heftigen Mordfälle mit Galgenhumor, in einem finalen Shootout übernimmt sie die Regie. (Original-Klappentext)


Eine hervorragende Story, in der einfach alles zusammen passt. Die Charaktere haben Tiefgang und sind perfekt besetzt, und das selbst in den kleinsten Nebenrollen. Wie gewohnt verwendet der Autor eine brillante Sprache, seine Ausdrucksweise reißt mich als Leserin stets mit. Das Tempo ist brisant, Langeweile kommt niemals auf. Hier ist vortreffliche Unterhaltung Garantie!

Der Autor Wolfgang Haupt liefert, wie auch in seinen Büchern zuvor, Krimikunst auf höchstem Niveau und deshalb ganz klar eine 5 Sterne Bewertung, bei 5 möglichen Sternen, von mir. Chapeau für ausgezeichnete Schreibkunst! Selbstverständlich eine klare Leseempfehlung meinerseits.

Über den Autoren:  
1979 als Nowak in Salzburg geboren.
Als Arbeiterkind war der Weg zum Autor weit, mit fortschreitendem Alter jedoch unausweichlich. Bald ergab sich eine Richtung: heiter bis heftige Krimis. (Quelle: Edition HEFTIGER)

Samstag, Juli 20, 2019

Totenstille im Watt von Klaus-Peter Wolf

Der Arzt, dem Sie vertrauen?!

Sie lieben Ostfriesland, das Watt und das Meer? Sie lieben Rupert, Ann Kathrin Klaasen und die anderen aus Klaus-Peter Wolfs Ostfriesland-Kosmos? Dann lernen Sie noch jemanden kennen: Dr. Bernhard Sommerfeldt.
Der neue Roman von Mega-Bestsellerautor Klaus-Peter Wolf.

Er ist der Arzt in Norddeich, dem die Menschen vertrauen. Ein Doktor aus Leidenschaft. Er behandelt seine Patienten umfassend. Kümmert sich rührend nicht nur um ihre Wunden, sondern nimmt sich auch ihrer alltäglichen Sorgen an. Hört ihnen zu. Entsorgt auch schon mal einen brutalen Ehemann. Verleiht Geld, das er nicht hat. Keiner weiß, dass er ein Mann mit Vergangenheit ist. Einer anderen Vergangenheit, als manche sich das vorstellen. Der jetzt mit neuer Identität ein neues Leben lebt. Wer ist dieser Dr. Sommerfeldt? (Original-Klappentext)


Wo fange ich an? Am besten wieder einmal mit einem genialen ersten Satz: "Es ist viel schwieriger, eine gute Fischsuppe zuzubereiten, als an eine neue Identität zu kommen." So wie Dr. Bernhard Sommerfeldt selbst im Roman, so bin ich sofort schockverliebt, nämlich in den Charakter Bernhard Sommerfeldt, der ja eigentlich Johannes Theissen heißt. Kann man als Leser den Mann, der sich nicht an Regeln und Gesetze hält, mögen? Ja, das hat der Autor in prächtigem Stil und hervorragender Sprache geschafft, ich mag Sommerfeldt! Das kommt nicht häufig vor, doch in diesem Fall fiebere ich mit dem ungewöhnlichen Protagonisten mit, möchte, dass er gewinnt.

Selbstverständlich vergebe ich fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle das Buch natürlich weiter. Für mich ist es das erste gelesene Buch des Autoren, doch die Krimis aus der Ostfriesenreihe aus dem ZDF kenne ich bereits. "Totenstille im Watt" ist ein Buch voller Lieblingssätze, schöner Gedankenansätze und wahrer Poesie.

Über den Autoren:
Klaus-Peter Wolf, 1954 in Gelsenkirchen geboren, lebt als freier Schriftsteller in der ostfriesischen Stadt Norden, im selben Viertel wie seine Kommissarin Ann Kathrin Klaasen. Wie sie ist er nach langen Jahren im Ruhrgebiet, im Westerwald und in Köln an die Küste gezogen und Wahl-Ostfriese geworden. Seine Bücher und Filme wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Bislang sind seine Bücher in 24 Sprachen übersetzt und über zehn Millionen Mal verkauft worden. Mehr als 60 seiner Drehbücher wurden verfilmt, darunter viele für »Tatort« und »Polizeiruf 110«. Der Autor ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.
Die Romane seiner Serie mit Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen stehen regelmäßig mehrere Wochen auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste, derzeit werden einige Bücher der Serie prominent fürs ZDF verfilmt und begeistern Millionen von Zuschauern. (Quelle: S. Fischer-Verlage)

Dienstag, Juli 16, 2019

In stillen Nächten von Till Lindemann

Gedichte 

Gedichte von Till Lindemann, dem Sänger der Band »Rammstein«
Bekannt ist Till Lindemann vor allem als Sänger (und Texter) der Band »Rammstein«. Weniger bekannt ist, dass er unabhängig davon seit über 20 Jahren Lyrik schreibt – Gedichte, von denen zwar einige zu Songs geworden sind, die aber als Gedichte ihr ganz eigenes Leben haben.
Höchst erstaunlich klingen diese oft fast beiläufig daherkommenden, dabei aber rhythmisch und musikalisch genauestens gebauten Texte, in denen ein abgründiges, reizbares, verletzliches lyrisches Ich in eine intime Zwiesprache mit dem Leser tritt. Darunter sind Gedichte, die – wie der Herausgeber Alexander Gorkow schreibt – »klingen wie in kalten Nächten aus dem Eis gekratzt«, aber auch solche voller Wehmut, Sehnsucht und Gefühlsinnigkeit. Trotz des zeitgenössischen Tons stellen sich sofort Assoziationen zur Lyrik der deutschen Romantik und des Expressionismus ein, auch zu Gottfried Benn und Bertolt Brecht. Die Motive umkreisen die Abgründe der Existenz, den Hunger des Begehrens, den Körper, den Schmerz, die Lust, die Komik und Tragik der Kommunikation, die Einsamkeit und Gewalt.
Herausgegeben und mit einem Vorwort versehen wird der Band von Alexander Gorkow, der 2012 für seine große Reportage über die US-Tournee von »Rammstein« im Magazin der Süddeutschen Zeitung den deutschen Reporterpreis erhielt. Der Band erhält neben den Gedichten als Illustrationen eine Reihe von Schwarzweiß-Zeichnungen des Künstlers Matthias Matthies. (Original-Klappentext)

Sie lassen meinen Atem zeitweise stocken, sie berühren mich, sie sprühen vor Melancholie, Leben und Tod; die Texte von Till Lindemann sind stark und pflanzen sich in mein Herz. Sie alle tragen eindeutig seine Handschrift, Till Lindemanns Stil ist sofort spürbar in allen von diesen seinen Gedichten. Die Gedichte lassen mich manchmal leise lächeln, dann wieder sind sie blutrünstig und verstörend, aber allesamt sind wunderschön, in poetischer Sprache verfasst.

So klar bewerte ich dieses Büchlein mit fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Rammstein-Fans werden es sowieso bereits kennen und lieben, doch auch wenn man die Musik nicht mag und/oder versteht, so sind diese Texte extrem aussagekräftig und schon allein deshalb besonders lesenswert. Gedichte, die sich einprägen, die ich auswendig lernen möchte, die ich immer wieder lesen kann und werde.

Über den Autor:
Der Autor, Till Lindemann, wurde 1963 in Leipzig als Sohn des DDR-Kinderbuchautors und Schriftstellers Werner Lindemann und der Kulturjournalistin Brigitte Lindemann geboren. In der Jugend Leistungssportler (Schwimmen), nach einer Internatszeit Lehre als Tischler und tätig als Zimmermann, Korbflechter und Techniker. Seit 1994 Sänger und Texter von »Rammstein«. Lebt in Berlin. Bisherige Veröffentlichung: »Messer«. Gedichte und Photos, Frankfurt, 2005.(Quelle: KiWi-Verlag)

Samstag, Juli 13, 2019

Hinterhaus von Lioba Werrelmann

Arm und reich


Journalistin Carolin stolpert wider Willen in einen Kriminalfall, der sie tief in die Vergangenheit Ost-Berlins führt. In einem Hinterhaus in Prenzlauer Berg findet sie die Leiche eines seit Langem vermissten Jungen. Eigentlich hat Carolin andere Sorgen. Ihr Freund ist weg, sie hat keine Wohnung mehr und keinen Job. Aber ehe sie sichs versieht, ist sie dem Mörder zu nahe gekommen. So wird das Hinterhaus auch für Carolin zur tödlichen Falle ... (Original-Klappentext)



Lioba Werrelmanns Hauptfigur Carolin lebt in ihrer ganz eigenen Welt, sie identifiziert sich selbst einzig und allein aus der Tatsache, die Frau an der Seite des jungen, aufstrebenden Professors, Orthopäde an der Charité, zu sein. Als der sie jedoch aus dieser Luftblase unsanft hinaus katapultiert, ist sie von nun an gezwungen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Die Veränderung, die Carolin von da an durchfährt ist sensationell aber auch zu jedem Zeitpunkt völlig glaubhaft. Die Stimmung vom feinen Haus am Prezlauer Berg und sein Hinterhaus, die Unterschiede der Bevölkerungs-schichten, die hier leben werden wunderbar eingefangen und übermittelt. Die Geschichte selbst entwickelt sich peau á peau, entblättert sich quasi und heraus kommt eine unfassbare Tragödie, mit großer Sorgfalt erzählt. Ein starker Plot, fantastische Charaktere, summa summarum ein Krimi auf höchstem Niveau geschrieben, alles passt und fügt sich hervorragend zusammen.

Sehr gerne vergebe ich hier fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle dieses Erstlingswerk der Autorin Lioba Werrelmann uneingeschränkt weiter. Dieser Krimi ist wahrhaft ein Pagetuerner, den die Leser nicht mehr aus den Händen legen wollen und können. Düstere Geheimnisse, Schattenseiten des alltäglichen Lebens wurden hier großartig nieder geschrieben.

Über die Autorin:
Lioba Werrelmann, Jahrgang 1970, stammt aus dem Rheinland, hat Politische Wissenschaften studiert, volontierte und ist seit 1989 für verschiedene Tageszeitungen, Radio- und TV-Anstalten (WDR/ARD) als Redakteurin und Kommentatorin tätig, vor allem in Köln und Berlin. 2014 erschien ihr autobiografisches Sachbuch „Stellen Sie sich nicht so an“. „Hinterhaus“ ist ihr erster Kriminalroman. (Quelle: Bastei-Lübbe-Verlag)

Mittwoch, Juli 10, 2019

Walter muss weg: Frau Huber ermittelt. Der erste Fall von Thomas Raab

Das hat Walter nicht verdient ...

Auf dem Land kommen die Leichen wenigstens an die frische Luft!
Glaubenthal: Umgeben von ausgedehnten Wäldern liegt es in einer sanften, von wildromantischen Schluchten durchzogenen Hügellandschaft. Doch der schöne Schein trügt – dieses Dorf hat es in sich. Das bekommt auch Hannelore Huber auf der Beerdigung ihres Mannes zu spüren. Groß war die Vorfreude auf ein beschauliches Leben in Harmonie: endlich Witwe. Nun aber muss sie auf ihre alten Tage auch noch Ermittlerin werden. Denn im Sarg ruht, wie sich zeigt, nicht ihr Ehegatte, sondern eine falsche Leiche. Und in Glaubenthal ist es mit der Idylle vorbei.
Eine abgelegene Postkartenidylle: sanfte Hügel, dichte Wälder, anständige Bürger, Frischluft sowieso. Hannelore Huber aber weiß es besser, schließlich lebt sie am Rande des Dorfes Glaubenthal, und so manches stinkt hier gewaltig zum Himmel. Ganz besonders die Leichen in diversen Kellern. Und eine davon steht im Mittelpunkt von Thomas Raabs neuem Roman: Hannis Ehemann. Unter äußerst mysteriösen Umständen kam er ums Leben. Aber wozu hinterfragen! Hauptsache tot. Die beiden haben zwar beinah das ganze Leben miteinander verbracht, den größten Teil allerdings aneinander vorbei. Und zwar konsequent. Folglich freut sich die alte Huber nun auf ihren wohlverdienten Ruhestand – doch sie freut sich zu früh. Vor den Augen der versammelten Trauergemeinde fällt der Sarg in die Grube, springt auf und offenbart einen falschen Leichnam. Da stellt sich natürlich nicht nur die Frage, wer diesen Toten auf dem Gewissen hat oder was in Glaubenthal sonst noch alles in den Gräbern herumliegt, sondern vor allem: Wo ist der verstorbene Ehegatte?
Thomas Raab erzählt mit großartigem schwarzen Humor, wie sich die grantige Huberin inmitten des zwielichtigen Dorfkosmos auf die Suche begibt und zu ermitteln beginnt. Unterstützung erhält sie dabei ungebeten von einer fremden rotzfrechen Göre, die zumindest einen vielversprechenden Nachnamen trägt: Glück.
Der Start der neuen Krimireihe des Bestsellerautors Thomas Raab: spielerisch, humorvoll und herrlich böse! (Original-Klappentext)

"Gefüllte Meerschweinchen in Peru." Schon der erste Satz des Buches ist einfach nur brillant! Und wir Leser werden nicht enttäuscht, es geht schwarzhumorig weiter. Genau mein Ding! Thomas Raabs Charaktere sind himmlisch echt, wunderbar durchdacht und perfekt in Szene gesetzt. Der Autor kann mich die gesamte Zeit über mitnehmen, sein Spannungsbogen ist stets fest gezurrt, ich fiebere nahezu mit, wie die Geschichte sich entwickelt und wie es weiter gehen mag. Die Gesamtstimmung des Kriminalromans kann mir Thomas Raab eindrucksvoll übermitteln: der kleine Ort Glaubenthal, seine Menschen und ihr Leben. Die Sprache, die der Autor verwendet ist gewaltig und aussagekräftig, sein Schreibstil kann mich faszinieren.

Ganz klar vergebe ich hier wieder fünf von fünf mögliche Sterne und empfehle das Buch absolut weiter. Wie schön, dass es sich bei diesem Buch um die erste Folge einer Serie handelt, da freue ich mich jetzt schon auf die Folgebände!

Über den Autoren:
Thomas Raab, geboren 1970, lebt nach abgeschlossenem Mathematik- und Sportstudium als Schriftsteller, Komponist und Musiker mit seiner Familie in Wien. Zahlreiche literarische und musikalische Nominierungen und Preise, u.a. den »Buchliebling« 2011 und den Leo-Perutz-Preis 2013. Die Kriminalromane rund um den Restaurator Willibald Adrian Metzger zählen zu den erfolgreichsten in Österreich. Zwei davon wurden bereits für die ARD verfilmt. Außerhalb der Metzger-Reihe erschien 2015 der von Feuilleton hoch gelobte Serienmörderroman »Still. Chronik eines Mörders«. 2017 wurde Thomas Raab mit dem erstmals verliehenen Österreichischen Krimipreis ausgezeichnet. (Quelle: amazon.de)

Dienstag, Juli 09, 2019

Moment mal!: Was die Zeit mit uns macht von Dorothee Hackenberg (Herausgeber), Robert Skuppin (Herausgeber), radioeins (Herausgeber)

ZEIT

Das Phänomen Zeit hat die Menschen immer schon fasziniert. Sie bestimmt unser Leben, mal hat man zu viel Zeit, mal zu wenig, häufig läuft sie uns davon und wir wissen nicht, wo sie schon wieder geblieben ist. Es gibt unvergessliche Sekunden, die eine Ewigkeit währen, und ganze Jahre, die schnell vorbei und vollständig vergessen sind. Und das alles, obwohl die Zeit – da sind sich Physiker und Philosophen einig – eigentlich gar nicht existiert, sie ist nur dazu da, um die Ereignisse unseres Lebens zu sortieren.
Diese rätselhafte Zeit wird in «Moment mal!» von prominenten Autoren beleuchtet wie u. a. Jörg Thadeusz, Horst Evers, Thea Dorn, Harald Martenstein, Wladimir Kaminer, Marion Brasch, Adriana Altaras oder Dietmar Wischmeyer. So vielfältig, abwechslungsreich und unterschiedlich wie die Zeit selbst sind die Blickwinkel, die sie wählen. Von heiter bis hintergründig, aber immer unterhaltsam schreiben sie über den Moment, der alles ändert, über die berüchtigte «Quality Time», über heilsame Langeweile und darüber, wie man Zeit totschlägt, wenn es sein muss. Was wäre, wenn ich mal richtig Zeit hätte, fragen sie, und denken darüber nach, ob man mit 50 länger als eine halbe Stunde am Tag 20 sein kann. (Original-Klappentext)

Für mich auf jeden Fall ein Buch der leisen Töne. Hier werden wir Leser zum Nachdenken und Innehalten eingeladen. Was ist Zeit? Jeder von kennt die Situation, auf etwas zu warten, vielleicht auf den Bus und die Minuten bis zu seinem Eintreffen wollen einfach nicht vergehen, die Zeit zieht sich wie Kaugummi. Oder aber, man wartet freudig auf etwas, etwa einen Konzertbesuch oder eine Urlaubsreise und schwupp, ist alles schon wieder vorbei, also, die Zeit ist uns davongelaufen. Die bekannten Autoren widmen sich in diesem Buch genau diesem Phänomen und erzählen in kleinen Episoden Geschichten, veröffentlichen Tagebucheinträge, lassen ihr Leben Revue passieren. Mich hat das Buch sehr beeindruckt, gerade weil ich ebenfalls finde, dass mir die Zeit davon läuft. Gerade auch seit meiner Krebsdiagnostik.

Herzlich gerne vergebe ich dem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es selbstverständlich weiter. Leser sollten es genießen und sich Zeit nehmen, sich einlassen auf wunderschöne Geschichten.

Die Autoren:
Dorothee Hackenberg (Herausgeber), Robert Skuppin (Herausgeber), radioeins (Herausgeber), Horst Evers, Marion Brasch, Boris Aljinovic, Adriana Altaras, Diane Arapovic, Alf Ator, Balbina, Jens Balzer, Mark Benecke, Pieke Biermann, Nilz Bokelberg, Jochen Distelmeyer, Thea Dorn, Knut Elstermann, Julius Fischer, Flake, Kirsten Fuchs, Martin Gottschild, Volker Heise, Judith Holofernes, Tobias Hülswitt, Marie Kaiser, Wladimir Kaminer, Mely Kiyak, Sebastian Lehmann, Maxim Leo, Oliver MacConnell, Harald Martenstein, André Meier, Philip Meinhold, Wolfgang Müller, Bettina Rust, Marco Seiffert, Serdar Somuncu, Ulrike Sterblich, Dirk Stermann, Lea Streisand, Antje Rávic Strubel, Fanny Tanck, Jörg Thadeusz, Gesa Ufer, Andreas Ulrich, Volker Wieprecht, Dietmar Wischmeyer, Jenni Zylk.

Samstag, Juli 06, 2019

Heute hat die Welt Geburtstag von Christian „Flake“ Lorenz

Ein Tag im Leben von Rammstein. 


»Ich trete auf das Rad des Kessels, um mich hineinzuschwingen, stelle aber wieder mal fest, dass dort kaum noch Platz für mich ist, denn da steht schon die Gasflasche für die Flammen drin. In den Boden sind Lampen eingebaut, an die ich nicht rankommen darf, weil die viehisch heiß werden. Ich habe mich bei einer Probe mal darauf abgestützt und mir dabei fürchterlich die Hände verbrannt, da blieb richtig meine Haut an dem dünnen Schutzgitter davor kleben. Es hat ganz eklig nach verbranntem Fleisch gerochen. Warum riecht es dann beim Grillen so lecker? Liegt es an dem Salz oder dem Bier? Oder an der Fleischsorte?«

Flake erzählt in seinem zweiten Buch, wie es sein könnte, mit einer Band wie Rammstein einen Tag unterwegs zu sein. (Original-Klappentext)



Während Flake in seiner ersten Biografie "Der Tastenficker: An was ich mich so erinnern kann" viele persönlich Dinge aus seinem Leben preisgibt, aus seiner Kindheit und Jugend erzählt, kurz über seinen Werdegang als Musiker, so erzählt er in diesem Buch, wie ein Tag mit der Band "Rammstein" verlaufen könnte. Gewohnt offen berichtet Flake zudem Episoden und Anekdoten aus seinem Leben und gibt zudem Einblicke in das Bandleben und das Zusammenspiel mit seinen Band-Kollegen.

Von Herzen gerne vergebe ich diesem zweiten Buch des Autoren erneut fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es uneingeschränkt weiter. Ich habe auch dieses Buch gelesen und gehört, die Audio-Version empfehle ich wieder mit einem Extra-Plus-Sternchen, denn der Autor liest selbst! Rein hören lohnt sich! Charmant geschrieben, sehr humorvoller Stil, ich lese und höre Flake wahnsinnig gerne zu und hoffe auf mehr!

Über den Autoren:
Flake wurde 1966 in Ostberlin geboren. Er war u. a. Keyboarder der Bands »Feeling B« und »Magdalene Keibel Combo«. Seit 1994 spielt er bei »Rammstein«. Sein erstes Buch »Der Tastenficker« ist 2015 erschienen. Flake lebt in Berlin.
(Quelle: amazon.de)

Der Tastenficker: An was ich mich so erinnern kann von Christian „Flake“ Lorenz

 Eine Biografie.

 »Tastenficker« wurden im Osten die Keyboarder genannt. Flake, als Keyboarder von Rammstein wohl der bekannteste aller Tastenficker, hat nun seine Autobiografie vorgelegt. Zum ersten Mal seit 20 Jahren machen Rammstein eine längere Tourpause. Was mache ich jetzt mit all der Zeit?, fragte sich Keyboarder Flake. Gitarrist Paul Landers riet ihm: »Schreib doch ein Buch.«
Und das hat Flake getan! In seiner nonchalanten, selbstironischen Autobiografie zeichnet er seinen Weg vom spillrigen Streberkind zum immer noch spillrigen Keyboarder der weltweit bekanntesten deutschen Band nach. Dabei finden sich neben zahlreichen Feeling-B- und Rammstein-Anekdoten auch ästhetische Exkurse zu Musik, Autos und Essen sowie berührende selbstkritische Passagen, in denen es um Alkoholmissbrauch und soziale Unzulänglichkeiten geht.
DER TASTENFICKER ist die sympathischste Künstlerbiografie seit Erfindung des Klaviers! (Original-Klappentext)

Diese Biografie ist so gehörig mehr als die Beschreibung des Lebens eines berühmten Musikers. Flake gibt tiefe Einblicke in sein Aufwachsen in Ostberlin, seine persönliche Vergangenheit in der ehemaligen DDR. Mit Berliner Charme berichtet Flake über nennenswerte, amüsante Schwänke aus Kindheit und Jugend und natürlich gewährt er Einblicke in seine Karrierelaufbahn - seinen Weg als Musiker und letztendlich Keyboarder der Band "Rammstein".
 
Klar vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Flake bringt mich zum Lachen und Nachdenken und ich möchte viel mehr von ihm lesen! Ich wünsche dem Autoren und diesem Buch noch viel, viel mehr Leser! Nicht nur Rammstein-Fans werden begeistert sein, auch Leser, die Berliner Lokalkolorit schnuppern wollen und die in die Vergangenheit der Stadt und das Leben hinter der Mauer eintauchen wollen, werden dieses Buch verschlingen. Für mich auf jeden Fall ein Page-Turner. Ich habe das Buch gelesen und gehört, die Audio-Version empfehle ich noch mit einem Extra-Plus-Sternchen, denn der Autor liest selbst!
 
Über den Autoren:
Flake wurde 1966 in Ostberlin geboren. Er war u. a. Keyboarder der Bands »Feeling B« und »Magdalene Keibel Combo«. Seit 1994 spielt er bei »Rammstein«. Sein erstes Buch »Der Tastenficker« ist 2015 erschienen. Flake lebt in Berlin.
(Quelle: amazon.de)



Freitag, Juni 21, 2019

Enzyklika Deus Caritas Est von Papst Benedikt XVI. (heute Papa Emeritus)

Gott ist die Liebe


In dieser Buch-Besprechung wage ich mich an eine Schrift des Oberhauptes der römisch-katholischen Kirche, dem Stellvertreter Gottes auf Erden. Ich schreibe nieder, wie ich den Text verstanden habe und ihn für mich auslege. Das Ergebnis kann nur unzulänglich sein, jedoch bin ich eine Christgläubige, Katholikin und fühle mich somit auch als Empfängerin des Rundschreibens, dass an die Bischöfe, die Priester, die Diakone, an die Gottgeweihten Personen sowohl an alle Christgläubigen adressiert ist.

In seiner ersten päpstlichen Enzyklika hat sich Papst Benedikt XVI. (heute Papa Emeritus) mit der Gottesliebe und der Nächstenliebe befasst. Das Rundschreiben ist vom 25.12.2005, veröffentlicht wurde es am 25.01.2006. Die Schrift ist in zwei Abschnitte gegliedert. Im ersten Teil geht es um die Liebe Gottes, die Gott uns Menschen bereit ist zu geben, ohne dafür eine Gegenleistung von uns zu erwarten. Zugleich erklärt seine Heiligkeit die Verbindung dieser Liebe Gottes zur Realität der menschlichen Liebe. Dabei wird die Liebe in Eros und Agape unterteilt: Eros ist der Moment des Glückes, des Haben Wollens, der egoistische Part der Liebe und Agape das Sorgen um den anderen.

Das zweite Segment behandelt die kirchliche praktische Umsetzung des Gebotes der Nächstenliebe, hier werden seine grundlegenden Elemente und seine Historie aufgeführt. Denn die Nächstenliebe ist nicht nur Aufgabe eines jeden Christen sondern auch Aufgabe der Kirche, hier seien die Diakonie und die Caritas genannt, um die Leiden und Nöte der Menschen zu lindern. Die Soziallehre der Kirche basiert auf der Vernunft und auf dem Naturrecht der Menschen. Das heißt ebenfalls, dass die Kirche an der Gewissensbildung und in der Politik helfen und teilhaben möchte.

Eine wichtige Botschaft in der Schrift ist, dass jemand, der Liebe schenken will auch selbst geliebt werden muss – ein Geben und Nehmen, wer nur immer gibt, wird dessen irgendwann müde werden, sofern er keine Liebe zurück erhält. Ein so wichtiger Grundstein für unser aller Leben! Eine Basis für den Umgang miteinander (Partner, Freunde), aber ebenso für unseren täglichen Umgang mit Gott - unser Leben mit Gott.

Die andere wichtige Botschaft ist, dass ich nicht Gott lieben kann, aber meinen Nächsten hasse oder ignoriere, damit lebe ich vielleicht korrekt in einer Art Frömmigkeit, tue vielleicht meine religiöse Pflicht, doch lebe meinen Glauben nicht aus. Ich muss bereit sein, meinen Nächsten zu lieben, nur so dörrt meine Gottesliebe nicht aus.

Ein Zitat möchte ich hier nennen und somit hervorheben: „Nur der Dienst am Nächsten öffnet mir die Augen dafür, was Gott für mich tut und wie er mich liebt.“

Ich gebe zu, ich musste mich überwinden, über die Enzyklika zu schreiben, zu klein fühlte ich mich, zu gering. Doch während des Lesens wurde mir klar, dass ich die Botschaft weiter tragen möchte und andere Leser finden möchte, die den Text ebenfalls kennen lernen und verstehen werden. Denn die Schrift sagt nicht nur, dass Gott die Liebe ist, sondern zeigt vor allem auch die Liebe von Papst Benedikt XVI. (heute Papa Emeritus) zu allen Menschen und Gott. Die Schrift hat mein Herz erobert und dort einen festen Platz erlangt. Die Botschaft werde ich von nun an intensiv leben.

Benedictus PP XVI.

Dienstag, Juni 18, 2019

Vorschau:

Als nächstes werde ich die
Enzyklika Deus Caritas Est von Papst Benedikt XVI. (heute Papa Emeritus)
auf diesem Blog besprechen.
Eine Schrift über die christliche Liebe.


Dienstag, Juni 11, 2019

Der Zauber von Somerset von Pippa Watson

Weiden-Häuschen


Die Londoner Steuerberaterin Amber Reed möchte nur eines: vergessen und sich über ihre eigene Zukunft Gedanken machen. Sie findet im Süden Englands ein Cottage, das zur Vermietung frei ist. Sie bucht es für die nächsten drei Monate. Sie muss sich lediglich um ein Pferd, das dort einsteht und den Garten kümmern, ansonsten ist die Miete äußerst erschwinglich.
Der Schriftsteller Finian Anderson möchte Abstand zwischen sich und seine Noch-Ehefrau Madeleine bringen. Die hat ihn verlassen und wohnt ausgerechnet nebenan, bei einem Muskelprotz von Mann, einem Fitness-Studio-Betreiber. Er möchte unbedingt an einem neuen Roman schreiben und erhofft sich zu der Distanz zu Madeleine, dass sie ihn vermissen wird. Auch er bucht für drei das Cottage in Somerset.
Eine Doppelbuchung liegt vor und wirbelt beider Leben gehörig durcheinander, ein aufregender Sommer liegt vor den beiden …


Samstag, Juni 08, 2019

Die Perlenvilla von Rachel Rhys

Geheimnisse und Intrigen an der Côte d’Azur 

Die junge Eve ist ihre Ehe mit Clifford Forrester nur eingegangen, um den Fängen ihrer alles bestimmenden Mutter Mary zu entkommen. Ihr Leben verläuft langweilig und äußerst zurückgezogen. Ihr Mann hält sie knapp. Sicher es ist das Jahr 1948, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg sind viele Dinge noch strikt rationiert; dennoch hatte sie sich ihren Alltag anders vorgestellt. Als das geheimnisvolle Schreiben einer Anwaltskanzlei eingeht, sieht Eve dies als willkommene Ablenkung, der Langeweile zu entrinnen. Trotz Cliffords Bedenken macht sie sich allein auf den Weg aus einem kleinen Vorort Londons an die Französische Riviera, um näheres zu ihrem mysteriösen Erbe zu erfahren. Ein Abenteuer beginnt, das nicht nur Eves Leben sondern auch sie selbst komplett verändern wird.


Freitag, Mai 17, 2019

Benedikt XVI. Der deutsche Papst von Andreas Englisch

"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn"*


Benedikt XVI. ist der achte deutsche Papst und der erste nach einer Unterbrechung von fast 500 Jahren. Der langjährige BILD-Korrespondent und Bestsellerautor Andreas Englisch kennt ihn seit langen Jahren und hat ihn auf allen Reisen rund um den Globus begleitet. Hier schildert er aus nächster Nähe den bemerkenswerten Wandel des Joseph Ratzinger vom Präfekten der römischen Glaubenskongregation zum weltoffenen und dialogorientierten Papst. Andreas Englisch gibt auf persönliche Weise darüber Auskunft, was hinter den Kulissen des Vatikans wirklich vor sich geht und wie er selbst von einem eher distanzierten Wegbegleiter des mächtigen Kurienkardinals zu einem Bewunderer des – gegenüber dem weithin ausstrahlenden Charisma des nunmehr selig gesprochenen großen Vorgängers Johannes Paul II. – eher stillen und diskreten, aber ähnlich wirkungsvoll der »Liebe in der Wahrheit« (so der Titel seiner jüngsten Enzyklika) hingegebenen deutschen Papstes wurde. (Original-Klappentext)

Wer den Autoren Andreas Englisch bereits einmal in einer Talkshow erlebt hat, weiß, dass der Mann nahezu überquillt vor Informationen und Wissen rund um den Vatikan. Zweifellos gehört er der Gruppe der Vaticanisti an, den Journalisten, die sich in ihrer Arbeit auf den Vatikan spezialisiert haben. Diese erworbenen Eindrücke möchte er mit seinem Publikum teilen, am besten alle auf einmal. Dabei verzettelt sich Andreas Englisch vielleicht ein wenig, schweift ab, berichtet viel über den Vorgänger Benedikt XVI. im Amt des Papstes – Johannes Paul II. Der Autor weiht uns Leser in die Vatikan-Politik ein, erzählt Geschichten aus seinem Leben als Journalist in Rom. Sicherlich können solche persönlichen Anekdoten des Autoren einen Text auffrischen und beleben, doch in diesem Fall kommt mir sein eigentlicher Protagonist, nämlich Benedikt XVI., fast ein wenig zu kurz. Bei 751 Seiten hätte ich viel mehr Eindrücke rund um den deutschen Papst erwartet. Deutlich wurde aber der Wandel, den Andreas Englisch selbst durchlaufen ist, von einem Skeptiker gegenüber Benedikt XVI. zu einem Anhänger. Der Autor führt dies auf eine Veränderung der Person Benedikt XVI. zurück. Meines Erachtens hat jedoch lediglich der Wechsel vom Präfekten der Glaubenskongregation zum Papst das äußere Erscheinungsbild Benedikt XVI. verändern und der Welt endlich den „wahren“ Menschen zeigen lassen, ohne die erforderliche Strenge seines vorherigen Amtes, nämlich den warmherzigen und liebenswerten Papst, den wir alle erleben.

Trotz meiner kleinen Kritik an der Schreibweisen des Autoren Andreas Englisch habe ich die Lesezeit mit dem Buch sehr genossen und möchte es absolut weiter empfehlen. Leser erfahren hier ungefähr alles, was es über den Vatikan zu wissen gibt, beschrieben von einem Insider sowie Rom-Kenner und Liebhaber der Stadt. Erschienen ist das Buch am 19. September 2011, also während der Amtszeit Seiner Heiligkeit Benedikt XVI. und heutigem Papa emeritus.

Meine Bewertung: fünf von fünf möglichen Sternen.

Über den Autoren:
Andreas Englisch lebt seit 1987 in Rom als Vatikan-Korrespondent. Er stand in engem Kontakt zu Papst Johannes Paul II. und hat Benedikt XVI. auf vielen Reisen begleitet. Er ist Autor der Bestseller »Johannes Paul II.«, »Habemus Papam« und »Die Wunder der katholischen Kirche«.
(Quelle: C. Bertelsmann Verlag / Randomhouse)

* Zitat Benedikt XVI. vom 19. April 2005

Montag, April 29, 2019

Vater Unser von Angela Lehner



Die Polizei hat sie hergebracht, in die psychiatrische Abteilung des alten Wiener Spitals. Nun erzählt sie dem Chefpsychiater Doktor Korb, warum es so kommen musste. Sie spricht vom Aufwachsen in der erzkatholischen Kärntner Dorfidylle. Vom Zusammenleben mit den Eltern und ihrem jüngeren Bruder Bernhard, den sie unbedingt retten will. Auf den Vater allerdings ist sie nicht gut zu sprechen. Töten will sie ihn am liebsten. Das behauptet sie zumindest. Denn manchmal ist die Frage nach Wahrheit oder Lüge selbst für den Leser nicht zu unterscheiden. In ihrem fulminanten Debüt lässt Angela Lehner eine Geistesgestörte auftreten, wie es sie noch nicht gegeben hat: hochkomisch, besserwisserisch und zutiefst manipulativ.

Sonntag, April 28, 2019

Café Engel - Eine neue Zeit von Marie Lamballe




Wiesbaden, 1945. Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende, und das Café Engel - einst Treffpunkt schillernder Persönlichkeiten - blieb wie durch ein Wunder verschont. Als Hilde Koch und ihre Mutter Else das Café wiedereröffnen, trüben schon bald erste Konflikte den jungen Frieden. Durch die Ankunft der schönen Luise, die sich als geflüchtete Cousine aus Ostpreußen vorstellt, fühlt Hilde sich zurückgesetzt. Zwischen den ungleichen Cousinen wächst eine Rivalität, die die Atmosphäre im Café zu vergiften droht. Bis beide Frauen begreifen, dass sie etwas gemeinsam haben: ein Geheimnis aus Kriegszeiten, das sie bis heute fürchten ...

Wer wir sein koennten von Robert Habeck

„Wie wir sprechen, entscheidet darüber, wer wir sind – auch und gerade in der Politik.“
Klug, leidenschaftlich und anschaulich geht Grünen-Chef Robert Habeck in seinem neuen Buch dem Zusammenhang von Sprache und Politik nach, erkundet den Unterschied zwischen totalitärer und offener Sprache – und skizziert damit eine Poetik des demokratischen Sprechens, die Mut macht, sich einzumischen und für unsere Demokratie einzustehen.„Asyltourismus“, „Überfremdung“, „Gesinnungsdiktatur“, „Hypermoral“, „Volksverrat“ – viel ist in den letzten Monaten über die Sprachverrohung in der Politik gesprochen worden. Nach einer langen Zeit, die eher von politischer Sprachlosigkeit geprägt war, ist nun eine Zeit des politischen Brüllens und Niedermachens angebrochen – nicht nur von Seiten der AfD. Doch was passiert da eigentlich genau? Wo verläuft die Grenze zwischen konstruktivem demokratischem Streit und einer Sprache, die das Gespräch zerstört, die ausgrenzt, entmenschlicht? Und ist das alles nur eine Frage des mangelnden Stils? Mit viel Leidenschaft erinnert Robert Habeck in „Wer wir sein könnten“ daran, dass die Frage, wie wir sprechen, entscheidend ist für die Gestaltungskraft unserer Demokratie. Dass Sprache – nicht nur in der Politik – den Unterschied macht. Und er entwirft die Skizze eines politischen Sprechens, das offen und vielfältig genug ist, um Menschen in all ihrer Verschiedenheit zusammenzubringen und in ein Gespräch darüber zu verwickeln, wer wir sein könnten, wer wir sein wollen. Dieses kluge Buch ist Teil dieses Gesprächs.

Freitag, April 19, 2019

Charlottes Traumpferd von Nele Neuhaus



Als Charlottes Pflegepferd Gento verkauft wird, ist sie am Boden zerstört. Nie wieder will sie reiten – bis sie auf der französischen Insel Noirmoutier ihr Pferdeparadies findet. So hat Charlotte sich die Ferien gewünscht: Den Strand entlanggaloppieren, mit dem Wind in den Haaren. Und dann begegnet sie ihrem Traumpferd – Won Da Pie. Nur leider ist er völlig verängstigt. Ob Charlotte sein Vertrauen gewinnen und ihn dazu bringen kann, mit ihm das wohl gefährlichste Abenteuer ihres Lebens zu bestehen?

Montag, April 08, 2019

Goldschatz von Ingrid Noll



Fünf junge Leute wollen es der Wegwerfgesellschaft zeigen: Tante Emmas altes Bauernhaus soll nicht abgerissen, sondern in eine alternative Studenten-WG verwandelt werden. Doch für die Renovierung fehlt das Geld. Da taucht in Emmas Trödel ein Säckchen mit wertvollen Goldmünzen auf. Aber der Schatz holt sie nicht etwa aus der Bredouille. Im Gegenteil, er führt sie mitten hinein und macht sie mit den unschönen Regungen des menschlichen Herzens bekannt.

Sonntag, April 07, 2019

Kaschmirgefühl. Ein kleiner Roman über die Liebe von Bernhard Aichner

Zwei Menschen verlieben sich und wir sind live dabei - eine aufregende Liebesgeschichte von Bernhard Aichner.

Ein Telefonanruf und eine Stimme, die das ganze Leben verändert
Gottliebs Tage sind nicht gerade von Leidenschaft erfüllt. Als Krankenpfleger im Hospiz ist er täglich mit dem Tod konfrontiert, Romantik im Privatleben: Fehlanzeige. Zu lange schon ist er Single, lebte bis vor Kurzem mit seiner Mutter zusammen. Von Einsamkeit getrieben ruft Gottlieb eines Nachts bei einer Sexhotline an. Zum ersten Mal hört er Maries Stimme und mit einem Schlag verändert sich sein ganzes Leben.

Gibt es Schöneres, als zwei Menschen zuzuschauen, wie sie sich ineinander verlieben?
Marie und Gottlieb reden miteinander, anstatt Telefonsex zu haben. Von Anfang an ist da etwas, das die beiden verbindet. Es entwickelt sich ein intensives Gespräch, völlig anonym ist alles, mit großer Lust lügen die beiden sich an. Sie erzählen sich das Blaue vom Himmel und erfinden gemeinsam eine Liebesgeschichte. Eine, die von Minute zu Minute mehr zu ihrer eigenen wird.

Neues von Starautor Bernhard Aichner
Große Emotionen und die nötige Portion Spannung treffen in Bernhard Aichners "Kaschmirgefühl" aufeinander. Wir alle kennen die Sehnsucht nach einem glücklicheren Leben, und diese Sehnsucht ist es, die seine Protagonisten Gottlieb und Marie immer weitertreibt - mit Wucht in die offenen Arme des Anderen ...

Samstag, März 30, 2019

Der Insasse von Sebastian Fitzek

Ein vermisstes Kind - ein verzweifelter Vater - ein Höllentrip ins Innere der Psychiatrie


​Zwei entsetzliche Kindermorde hat er bereits gestanden und die Berliner Polizei zu den grausam entstellten Leichen geführt. Doch jetzt schweigt der psychisch kranke Häftling Guido T. auf Anraten seiner Anwältin. Die Polizei ist sicher: Er ist auch der Entführer des sechsjährigen Max, der seit drei Monaten spurlos verschwunden ist. Die Ermittler haben jedoch keine belastbaren Beweise, nur Indizien. Und ohne die Aussage des Häftlings werden Max' Eltern keine Gewissheit haben und niemals Abschied von ihrem Sohn nehmen können.

Drei Monate nach dem Verschwinden von Max macht ein Ermittler der Mordkommission dem verzweifelten Vater ein unglaubliches Angebot: Er schleust ihn in das psychiatrische Gefängniskrankenhaus ein, in dessen Hochsicherheitstrakt Guido T. eingesperrt ist. Als falscher Patient, ausgestattet mit einer fingierten Krankenakte. Damit er dem Kindermörder so nahe wie nur irgend möglich ist und ihn zu einem Geständnis zwingen kann.

Denn nichts ist schlimmer als die Ungewissheit.
Dachte er.
Bis er als Insasse die grausame Wahrheit erfährt ...

Sebastian Fitzek, Deutschlands prominentester Autor von Psychothrillern, mit seinem neuen Bestseller aus dem Inneren der Psychiatrie!

Regieren: Innenansichten der Politik von Thomas de Maizière

Wie Politik funktioniert: Ein Werkstattbericht

Jeder weiß, wie die Arbeit eines Lehrers oder eines Arztes aussieht. Was genau aber macht ein Politiker, zumal ein Minister? Thomas de Mazière, der fast 30 Jahre lang unterschiedlichste Positionen in verschiedenen Regierungen innehatte, bietet dem Leser spannende Einblicke in die Schaltzentralen der Macht in Deutschland. Mit Hilfe zahlreicher Beispiele aus seinen Amtszeiten erklärt er, wie wir und unser Land regiert werden. Gerade in Zeiten wachsender Entfremdung zwischen Teilen unserer Gesellschaft und der Politik hilft ein solches Buch, neues Verständnis füreinander zu schaffen.
Wie entsteht ein politisches Ergebnis? Was ist eigentlich „gutes“ Regieren? Wie handelt die Politik in einer Krise? De Mazière liefert einen Werkstattbericht über seine Arbeit im Speziellen, aber auch über politischen Alltag im Allgemeinen. Dabei greift er auf seine langjährige Erfahrung in verschiedensten Positionen zurück. De Mazière war unter anderem Bundesminister in drei Regierungskoalitionen sowie Minister und Staatssekretär auf Landesebene.
Politisch interessierten Lesern bietet der Politiker in diesem Buch einen Blick hinter die Kulissen des Regierens. Er will für die Politik in unserem Land zu werben. Wo es aus seiner Sicht aber Probleme oder Mängel gibt, da benennt De Mazière diese deutlich – und macht konkrete Vorschläge, wie sie behoben werden könnten.
De Mazière hat kein Patentrezept für „gutes Regieren“. Aber er bezeichnet Regeln und Maßstäbe für die Politik, die aus seiner Sicht wichtig sind. „Dazu gehören Interesse, Neugier, Offenheit und Zuneigung zu den Menschen. Wer die Menschen nicht achtet und schätzt, sollte lieber nicht Minister werden.“ (Thomas de Maizière)

Samstag, März 16, 2019

Hildegard von Bingen: Die mächtigste Nonne des Mittelalters von Maria Regina Kaiser

In dieser beeindruckenden Biografie zeichnet Maria Regina Kaiser das faszinierende Porträt einer klugen und einzigartigen Frau. Exzellent recherchiert und spannend erzählt, geht es um eine der herausragendsten Persönlichkeiten des Mittelalters – um Hildegard von Bingen.

Bereits als junges Mädchen wird Hildegard, sensibel, von Geburt an kränklich und immer wieder von Visionen heimgesucht, in die Obhut eines Benediktinerklosters gegeben. Dass die göttliche Stimme durch sie spricht, dass ihre Hände heilende Wirkung haben und sie unerschöpfliches Wissen über Medizin und Heilpflanzen besitzt, lässt das Kloster zur Pilgerstätte für Arme, Kranke und Bittende werden. Unter großen Widerständen sagt Hildegard sich schließlich von diesem Ort los, um – einer göttlichen Vision folgend – ihr eigenes Kloster nahe der Stadt Bingen zu gründen und dieses bis an ihr Lebensende zu führen. Das Kloster wird schnell eine sichere Zuflucht für Mädchen, die wie sie selbst nach Bildung und Erleuchtung hungern. Sie darf mit Einverständnis des Papstes predigen, die Bibel auslegen, schreiben und veröffentlichen. Sie schreibt Bücher über Religion, Medizin, Heilkunde, Musik und Mystik. Sie korrespondiert mit den größten Würdenträgern ihrer Zeit – darunter der Papst. Sie hilft den Armen, kümmert sich um die Kranken und wird schon zu Lebzeiten als Heilige verehrt. Gelehrte, Kirchenmänner und Herrscher schätzen sie bis ins hohe Alter als Gesprächspartnerin und suchen ihren Rat. Hildegard erteilte unerschrocken auch unangenehme Ermahnungen, selbst dem Herrscher Friedrich Barbarossa. Es ging um die großen Fragen der Zeit: den Kreuzzugsgedanken, die Katharer, das Verhältnis von Juden und Christen und die politische Rolle des Papstes.

Trotz der Tatsache, dass viele Quellen zu ihrer Persönlichkeit, ihren theologischen Werken und ihrem Wirken existieren, wird die bedeutende Theologin und Intellektuelle heute in erster Linie als Kräuterheilerin und Diätratgeberin verstanden. Hildegard war aber beides: Theologin und Naturwissenschaftlerin, voll Neugier auf die Welt, Gottes Schöpfung, bereit, ihr umfassendes Wissen helfend anzuwenden.
Maria Regina Kaiser gelingt es, das außergewöhnliche und vielschichtige Leben der ersten Universalgelehrten einzufangen und die dunkle Zeit des Mittelalters wieder lebendig werden zu lassen. Bis heute ist ihr Ruhm ungebrochen und ihre weitreichende Macht strahlt bis in die Neuzeit. Sie gilt als klügste Frau des Mittelalters und als mächtigste Visionärin ihrer Zeit. Die Romanbiografie enthält zahlreiche Illustrationen und Abbildungen, eine Zeittafel, Glossar, Personen- und Ortsverzeichnis und weiterführende Literatur.

Meine Meinung:
Das bewegende Leben der heiligen Hildegard In unterhaltsamer Roman-Form

erzählt, fesselnd und informativ. dabei wird großartiges Hintergrundwissen noch
verständlich erklärt.

Margot Käßmann: Kleine Anekdoten aus dem Leben einer großen Theologin von Susanne Oswald

Hannover braucht eine Flughafenkapelle! Das forderte Margot Käßmann, als 2005 der Kirchentag nach Hannover kam. Es gab jedoch nur einen einzigen freien Raum und der lag ausgerechnet neben einem Beate-Uhse-Shop. »Macht gar nichts«, erklärte die damalige Landesbischöfin, »den nehme ich«. Schließlich müssen die Christen mitten in der Welt sein.

Margot Käßmann war die erste Frau an der Spitze der evangelischen Kirche in Deutschland und gilt bis heute als eine ihrer wichtigsten Vertreterinnen. Als ihre Alkoholfahrt publik wurde, gestand sie ihren Fehler ohne zu zögern ein und trat mit sofortiger Wirkung von ihrem Amt der Ratsvorsitzenden zurück. So viel Ehrlichkeit, so viel Souveränität haben ihr Respekt in der Bevölkerung eingebracht.

Dieses Buch gibt in kleinen Anekdoten Einblicke in das Leben einer großen Theologin, die sich nicht davor scheut, klar Stellung zu beziehen – auch wenn es unangenehm wird.


Meine Meinung:
Eine unterhaltsame Reise durch das Leben einer beeindruckenden Frau. Die

Anekdoten sind kurzweilig und regen doch zum Nachdenken an.

Freitag, März 01, 2019

Der Gesang der Bienen von Ralf H. Dorweiler




A.D. 1152: Als Zeidler streift Seyfried durch den Schwarzwald und erntet Honig und Wachs von wilden Bienenvölkern. Als seine Frau zum Tode verurteilt wird, bricht er auf der Suche nach Beistand zum Kloster Bingen auf. Er findet es in heller Aufregung vor, denn die gelehrte Äbtissin Hildegard hat sich mit ihrer direkten Art Feinde innerhalb und außerhalb der Klostermauern geschaffen. Sie knüpft ihre Hilfe an schier unerfüllbare Bedingungen, die Seyfried bis vor den frisch gekrönten König Friedrich I. führen.

Montag, Februar 18, 2019

Muttertag von Nele Neuhaus

Sie hatten ein Geheimnis. Sie mussten sterben. An einem Sonntag.

Der neue Bestseller von Nele Neuhaus

Im Wohnhaus einer stillgelegten Fabrik wird eine Leiche gefunden. Es handelt sich um den ehemaligen Betreiber des Werks, Theodor Reifenrath, wie Kriminalhauptkommissarin Pia Sander feststellt. In einem Hundezwinger machen sie und ihr Chef Oliver von Bodenstein eine grausige Entdeckung: Neben einem fast verhungerten Hund liegen menschliche Knochen verstreut und die Spurensicherung fördert immer mehr schreckliche Details zutage. Reifenrath lebte sehr zurückgezogen, seit sich zwanzig Jahre zuvor seine Frau Rita das Leben nahm. Im Dorf will niemand glauben, dass er ein Serienmörder war.
Rechtsmediziner Henning Kirchhoff kann einige der Opfer identifizieren, die schon vor Jahren ermordet wurden. Alle waren Frauen. Alle verschwanden an einem Sonntag im Mai. Pia ist überzeugt: Der Mörder läuft noch frei herum. Er sucht sein nächstes Opfer. Und bald ist Anfang Mai.

Mittwoch, Februar 06, 2019

Trash-TV. 100 Seiten von Anja Rützel



Gewisse TV-Formate suchen Ihresgleichen. Zum Beispiel Live-Übertragungen aus dem australischen Dschungel oder aus Wohncontainern mit Z-Promi-Protagonisten scharenweise. Oder die Akquise von Topmodels und Superstars, die gar nicht erst aus der Versenkung auftauchen, in der sie bald wieder verschwinden. Hier zählt nicht das Ergebnis, sondern der Weg. Er ist das Ziel. Über Staffeln hinweg gesuchte Schwiegertöchter, getauschte Frauen, Bauernbräute und Mega-Junggesellen (neudeutsch »Bachelor«) beglücken den geneigten Zuschauer mit einer Mischung aus Überlegenheitsgefühl und Fremdschämen. Gesehen haben will all das keiner, Bescheid weiß jeder. Besonders Anja Rützel, die einen kritisch-amüsanten Blick hinter die Fassaden wirft, hinter die solcher Fernsehformate und hinter die ihrer Betrachter.

Montag, Januar 21, 2019

Der Angstmann von Frank Goldammer

Ein fesselnder Kriminalroman aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs


Dresden im November 1944: Die Bevölkerung leidet unter den immer bedrohlicher werdenden Kriegsumständen – da wird die grausam zugerichtete Leiche einer Krankenschwester gefunden. Schnell heißt es: Das war der Angstmann, der nachts durch die Stadt schleicht. Kriminalinspektor Max Heller hat bei der fieberhaften Suche nach dem Täter mit dem Kriegschaos zu kämpfen – aber auch mit seinem linientreuen Vorgesetzten. Und die Hoffnung, der Frauenmörder sei bei dem katastrophalen Bombenangriff im Februar 1945 umgekommen, zerschlägt sich.

Freitag, Januar 11, 2019

Katholisch – Wissen aus erster Hand von Georg Gänswein und Martin Lohmann (Herausgeber)

Meine persönlichste Rezension


Die fundierte und leicht verständliche Einführung in die Welt des katholischen Glaubens. 56 kurze und prägnante, von Priestern und Laien verfasste Artikel erläutern Kirche, Gemeinde, Glauben, Gottesdienst, Kirchenjahr, Bibel und Alltag. Eine kunsthistorische Farbtafel eröffnet jedes Kapitel und macht die Themenstellung in anschaulicher Weise sichtbar. Im Anhang stehen eine kleine Alltagspastoral für Laien, auf »Gelben Seiten« eine Übersicht der wichtigsten katholischen Adressen in Deutschland und umfangreiche Register. Wissen aus erster Hand - zu den Beiträgern zählen u.a. Dr. Paul Josef Kardinal Cordes (Rom), Erzbischof Dr. Robert Zollitsch (Freiburg), Erzbischof Dr. Reinhard Marx (München), Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), Prof. Dr. Martina Blasberg-Kuhnke (Osnabrück), Prof. Dr. Dorothea Sattler (Münster) und Prof. P. Dr. Karl Wallner OCist (Heiligenkreuz). Der Band erscheint in Verlagsgemeinschaft mit dem CMZ-Verlag. (Original-Klappentext)