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Dienstag, September 06, 2022

Die Stewardessen. Eine neue Freiheit von Svea Lenz

 

Der Traum vom Fliegen

Hamburg im Jahre 1954. Nachdem der Krieg vorüber ist, erwarten die Männer ihre gewohnten Positionen zurück, so wie es vor der Kriegszeit war. Die Wünsche und Träume der Frauen haben keine Priorität. Doch die junge fast 21jährige Margot Frei erwartet sich mehr von ihrem jungen Lebens, sie will andere Länder sehen, sich behaupten, einen Beruf haben, der sie erfüllt. Und nicht als Sekretärin in einer Werft versauern und schon gar nicht von angetrunkenen Männern im Alsterpavillon als Freiwild betrachtet werden. Als sie im Frauenmagazin "Constanze" eine Stellen-Anzeige der Lufthansa entdeckt, die Fluggesellschaft befindet sich gerade im Aufbau, ist ihr Plan ausgeheckt. Sie bewirbt sich und wird eingestellt! Margots persönlicher Traum kann beginnen.

 

 

 

Der Autorin ist es sogleich glückt mich einzufangen und mit zu nehmen in eine beschwingte Zeit, die abwechslungsreicher nicht sein könnte. Der Schreibstil ist modern und anregend spritzig, damit beeindruckt mich die Autorin Svea Lenz unmittelbar. Die Sprache im Roman ist frisch und zeitgemäß, vor allem aber sind die Dialoge lebendig und glaubwürdig. Die Geschichte um die Hauptperson Margot ist genial gesponnen. Margot ist mir sofort sympathisch und ich möchte, dass sie ihre Ziele erreichen kann, dass sie dabei durchaus auch mal unkonventionelle Wege einschlägt, macht die Story nur noch anregender und spannender für mich als Leserin. Gefühle werden natürlich auch prima in Szene gesetzt und die junge Frau Margot geht damit hervorragend und bestimmt um.

 

So klar vergebe ich hier die mehr als wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und spreche dem Roman meine uneingeschränkte Leseempfehlung aus. Locker und leicht erzählt von der Autorin finde ich mich schnell im Hamburg der 50er Jahre ein. Der jungen Protagonistin Margot Frei folge ich nur zu gern und erlebe mit ihr eine aufregende Zeit, voller Turbulenzen und Geheimnissen, die es zu wahren gilt. Ein hervorragendes Buch über das Frauenbild der damaligen Zeit, über Selbstverwirklichung und die Durchsetzungskraft einer fabelhaften jungen Person. 

Am 09.11.2022 wird der zweite Teil „Die Stewardessen. Bis zum Horizont“ erscheinen und darauf freue ich mich bereits jetzt riesig!

 

Über die Autorin:

Svea Lenz ist ein Pseudonym der erfolgreichen Autorin Nicole C. Vosseler, die ihre Leser*innen gerne in fremde Welten und vergangene Zeiten entführt. Sie hat Literaturwissenschaften und Psychologie studiert und lebt am Bodensee. Wenn sie nicht gerade an einem ihrer Romane arbeitet, reist sie am liebsten mit der Kamera um die Welt.

Weitere Infos unter: www.svea-lenz.de

 (Quelle: penguinrandomhouse)

 

Original-Klappentext:

Margot Frei will hoch hinaus – als Stewardess bei der neu gegründeten Lufthansa.

Hamburg 1954. Margot Frei träumt davon, die Welt zu entdecken und die kleinbürgerliche Enge im Nachkriegsdeutschland hinter sich zu lassen. Da liest sie eine Anzeige der neu gegründeten Lufthansa: Stewardessen gesucht! Margot ist fest entschlossen, diese Gelegenheit zu nutzen. Gemeinsam mit Hunderten anderer junger Frauen nimmt sie am Auswahlverfahren teil – und ergattert einen der heiß begehrten Plätze im allerersten Lehrgang für Flugbegleiterinnen. Schon bald erhebt sich Margot zusammen mit neuen Freundinnen und erbitterten Konkurrentinnen in die Lüfte. Immer an ihrer Seite: der junge Pilot Claus Sturm …

 

 

 

 

Herzlichen Dank an das Bloggerportal vom PenguinRandomhouse für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars!

 

 

 

Samstag, März 19, 2022

Lancelot von Giles Kristian

 

Eine weltbekannte Saga neu erzählt!

Ein brutaler Überfall in der Nacht, dann die Vertreibung mit anschließender Flucht - Lancelots junges Leben hat sich von einer Sekunde auf die nächste schrecklich verändert. Der Königssohn, der die Natur so sehr liebt und sie gut lesen kann, muss ein neues Leben beginnen. Für die kleine Gruppe, bestehend aus der Königsfamilie sowie engem Gefolge, ist es ein erbitterter Überlebenkampf. Morgaine, die Schwester seiner Mutter Elaine, übernimmt die Verantwortung für das Kind und befreit ihn, nimmt ihn bei sich auf. Noch einmal ändert sich alles für Lancelot. Die Herrin, wie sie jeder nennt, versprüht eine Art Zauber über die Menschen, die ihr wiederum mit Ehrfurcht begegnen. Die Zeit seiner Ausbildung verbringt Lancelot nun auf der Insel, die wir Avalon nennen. Die Mädchen und Jungen werden getrennt voneinander unterrichtet. Lancelot erhält die besten Lehrjahre und entwickelt sich zum erstklassigen Krieger.

 

Poetisch angehaucht und zugleich eindringlich ist die Sprache des Autoren. Mit seinem Schreibstil überrascht mich Giles Kristian sogleich positiv und kann mich für sich gewinnen. Die Lancelot-Sage, die ich bisher aus Sicht des Buches "Die Nebel von Avalon" von Marion Zimmer Bradley kenne und liebe, wird hier neuartig erzählt. Im Original ist dazu bereits ein zweiter Band mit dem Namen "Camelot" erschienen. Der herangewachsene Lancelot wird neben Gawain der berühmteste der Ritter der Tafelrunde von König Artus sein, doch vorerst ist er ein Teenager. Es ist schön und aufschlussreich, die Geschichte aus Sicht des Jungen zu erfahren.

So klar vergebe ich wohlverdiente fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle den Roman um die Lancelot-Sage uneingeschränkt weiter. Leser und Leserinnen von historischen wie phantastischen Romanen kommen hier voll auf ihre Kosten und können sich vom charmigen Lancelot verzaubern lassen. Mit seinen 832 Seiten kann man mit dem Buch viele, schöne und intensive Lesestunden verbringen.

Über den Autoren:

Seine norwegische Herkunft und die Werke von Bernard Cornwell inspirierten Giles Kristian dazu, historische Romane zu schreiben. Um seine ersten Bücher finanzieren zu können, arbeitete er unter anderem als Werbetexter, Sänger und Schauspieler. Doch Kristians Herz schlägt für die Welt der Wikinger, die er in Götter der Rache zum Leben erweckt. Mittlerweile ist Giles Kristian Bestseller-Autor und kann sich ganz dem Schreiben widmen. (Quelle: Penguin Randomhouse)

 

Original-Klappentext: 

Die Zukunft Britanniens liegt um Dunkeln. Die Herrschaft der Römer ist nur noch eine blasse Erinnerung. Doch das Land ist zerrüttet, und die Zeit des Großkönigs Uther Pendragon neigt sich dem Ende entgegen. Fernab von den Zentren der Macht, auf einer kleinen Insel im tosenden Meer, wächst ein Junge auf, dessen Geschicke mit denen des Landes auf schicksalhafte Weise verknüpft sind. Ein grausamer Verrat machte ihn zum Waisen. Er ist mittellos, doch große Lehrmeister teilen ihr Wissen mit ihm. Er ist geschickt, und weiß mit Tieren umzugehen. Seine unverbrüchliche Treue zu einem neuen König wird dem Land Hoffnung schenken. Seine Liebe zu einer mächtigen Frau wird es spalten. Dies ist die Geschichte von Lancelot.




Herzlichen Dank an das Bloggerportal für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars!

 

 

 

 

Die wundersame Reise der Bienen von Katja Keweritsch

Bienenstiche


An ihrem letzten Abend eines wundervollen Urlaubs in Nizza macht Christopher Anna einen Heiratsantrag. Die beiden hatten eigentlich vor, ohne Trauschein auszukommen. Das Ambiente ist herrlich, romantisch und exklusiv,  Christophers Worte allerdings klingen eher pragmatisch. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Anna die Antwort erst einmal schuldig bleibt. Morgen ist auch noch ein Tag. Die Rückreise verläuft dann allerdings alles andere als es geplant war. Anna bekommt eine Panikattacke als sie bereits in der Maschine ist. Sie beschließt,  wieder auszusteigen, an einen Rückflug ist jetzt nicht zu denken. Christopher muss jedoch dringend aus geschäftlichen Gründen zurück nach Deutschland. Wie kommt Anna nun zurück? Über eine Mitfahrzentrale findet sie den Imker Harm, mit ihm fährt sie zu ihrer nächsten Station einer langen Reise (auch auch sich selbst).


 

Die Journalistin und Autorin Katja Keweritsch legt einen unglaublichen schönen Debütroman vor. "Die wundersame Reise der Bienen" sprüht nur so vor positiven Gedankengängen und liefert einen Einblick in die Seele und ihre Reaktionen auf die gesamte Gesundheit des Menschen. Zwar vorrangig hier aus dem Leben der Hauptperson Anna, doch lassen sich Erkenntnisse auf uns alle übertragen. Was passiert, wenn wir unglücklich sind, hören wir genug in uns hinein? Anna durchläuft einen Prozess zu sich selbst- in dem malerischen Ambiente des sommerlichen Frankreichs. Die Figuren sind herrlich konstruiert und exzellent umgesetzt von der Autorin. Die Geschichte selbst ist wie ein Märchen, das doch genauso passieren kann. Ich fühle mich zu jedem Zeitpunkt des Romans brillant unterhalten. Gerne fiebere ich mich durch das Geschehen und leide und freue mich mit den Figuren mit. Eine literarische Reise, auf deren Tour mein Leserherz automatisch mit Sonne aufgefüllt wird.


Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch mehr als wohlverdiente fünf Sterne bei fünf möglichen Sternen und spreche ihm meine uneingeschränkte Leseempfehlung aus. Hier lernt der Leser und die Leserin fürs Leben und verbringt zudem eine bezaubernde Zeit im bildschönen Frankreich.

 

Über die Autorin:

Katja Keweritsch ist Ethnologin und Journalistin. Sie ist in einem friesischen Dorf aufgewachsen, von dem aus es sie schon früh in die Welt zog. Neben Köln und Hamburg studierte sie in Los Angeles und lebte zeitweise in Mumbai und auf Sansibar. Heute wohnt sie mit ihrer Familie an der Elbe. In ihrem Debütroman »Die wundersame Reise der Bienen« schreibt sie über die Liebe und darüber, wie wichtig es ist, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse nicht aus den Augen zu verlieren. (Quelle: PenguinRandomhous) 

Webpage der Autorin: Link

 

Original-Klappentext:

Anna hat ihren Urlaub an der sonnigen Côte d’Azur gerade beendet und will zurück nach Hamburg reisen. Als sich die Türen des Flugzeugs schließen, hat sie eine Panikattacke und verlässt fluchtartig die Maschine. Wie soll sie jetzt nach Hause kommen? Bus und Bahn scheiden aus, denn auch dort wäre sie eingesperrt und könnte nicht jederzeit aussteigen. Schließlich registriert sie sich bei der Mitfahrzentrale - und lernt Harm kennen. Er ist auf dem Rückweg von Südfrankreich nach Kiel. In seinem Gepäck: Bienenköniginnen. Er nimmt Anna mit und gemeinsam machen sie sich auf zu einem emotionalen Roadtrip, der völlig anders endet als erwartet.

 

 

 

 

 

 

 Herzlichen Dank an das Bloggerportal vom PenguinRandomhouse für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars!

 

 

 

 




Samstag, Februar 12, 2022

Tödlicher Inselfrühling - Ein Schären-Krimi. Cilla Storm Band 4 von Christoffer Holst

 

   Wieder auf Bullhomen

 
 

Während Adam Cilla seinen Wohnungsschlüssel überreicht, läuft es bei Zacke in dessen Beziehung eher gerade nicht so gut. Kurzerhand bietet ihm Cilla deshalb an, vorübergehend in ihrem Gartenkolonie-Häuschen in den Schären vor Stockholm, zu wohnen. Zacke, sonst eher der absolute Stadtmensch willigt ein, wenn auch skeptisch. Dabei gerät er in ein unerwartetes Abenteuer!

 




Obwohl es im Roman selbst heißt, dass Cilla vor genau 10 Monaten Adam, einen Kriminalbeamten, kennen und lieben gelernt hat, und somit ihren ersten Fall als Kriminal-Reporterin hatte, kommt es mir vor, als würde ich sie schon ewig kennen. Cilla Storm ist meine Heldin, von der Klatschreporterin hat sie sich gewandelt, zur Autorin des True-Crime-Podcasts „Blutspur“. Und auch privat hat Cilla eine rund positive Entwicklung hingelegt. Und ja, zwischen den vier Büchern sehne ich mich immer wieder zurück zu den Charakteren und bin gespannt, was Cilla und ihre Freunde, wie z.B. Zacke erleben oder in der Zwischenzeit erlebt haben. Wäre Cilla Storm eine TV-Serie, so würde ich sie wohl bingewatchen. Die Charaktere rund um die Hauptperson sind alle liebenswert und charmig, ich folge ihnen deshalb sehr gerne durch die Geschichte. Hierbei hat sich der Autor wieder einen spannenden Fall einfallen lassen. Bei dem natürlich Adam Hilfe durch Cilla erhält – keine Frage. Das Lesen geht leicht von der Hand und der Rhythmus und das Tempo sind dabei äußerst angenehm. Der Schreibstil des Autoren gefällt mir prächtig, die einzelnen Kapitel sind mit den jeweiligen Personen gekennzeichnet, denen wir Leser und Leserinnen dabei hauptsächlich folgen. Der Unterhaltungswert ist extrem hoch und auch die Spannung kommt nicht zu kurz!


Von Herzen gerne vergebe ich hier wohlverdiente fünf von fünf möglichen Sternen und spreche dem Buch meine uneingeschränkte Leseempfehlung aus. Im Buch kommt das Wort Quality Time vor und genauso fühlt sich das Lesen für mich an. Ich genieße die Lesezeit und zögere sie sogar künstlich hinaus, weil ich nicht möchte, dass das Buch endet. Wie schade, dass dies der (wohl) letzte Cilla-Storm-Band ist, ich möchte so gerne mehr! Dies ist ein Wohlfühlkrimi vom Allerfeinsten in wundervollem Ambiente.


Über den Autoren:

Christoffer Holst ist Jahrgang 1990, er arbeitet als Lektor und ist Autor mehrerer Romane. Wenn er nicht gerade schreibt, genießt er gerne ein Glas Chardonnay oder guckt romantische Komödien. Als unverbesserlicher Romantiker findet er, dass das Leben mehr wie ein Film oder ein Buch sein sollte. Er lebt in Stockholm. (Quelle: Penguin Random House)

Original-Klappentext:

Mit den ersten Strahlen der Frühlingssonne blüht auch das Verbrechen in den Schären auf

Der Frühling und die bevorstehende Walpurgisnacht wecken die Lebensgeister auf Bullholmen. Cilla und ihre Freunde freuen sich auf entspannte Wochen in ihren Ferienhäusern. Auch eine Bekannte von Cillas bestem Freund Zacke möchte die Idylle der Schären nutzen, um endlich ihr Buch über Wein zu schreiben. Doch ihre Aufmerksamkeit gilt schon bald etwas Anderem. Am gegenüberliegenden Ufer lebt ein elegantes Paar, das sie von ihrer Terrasse aus beobachten kann. Eines Abends sieht sie jedoch etwas, das ihr das Blut in den Adern gefrieren lässt, und mal wieder ist Cillas Spürsinn gefragt.

 

 

 

Herzlichen Dank an das Bloggerportal für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars!

 

 

 

 

 

Sonntag, Februar 06, 2022

Unter dem Schnee von Katrin Burseg

 

Abgeschnitten

Wir befinden uns im Jahr 1978, Luise Emilia Katharina Gräfin von Schwan, Patriarchin des Guts sowie der Baumschule Schwanenholz, ist tot. Der Zeitpunkt ist zwar denkbar ungünstig, kurz vor Weihnachten, doch gibt es für einen Abschied überhaupt den richtigen Zeitpunkt? Luise ist friedlich beim Nachmittags-Tee entschlafen. Für sie sicher schön, nach einem erfüllten Leben, doch die Hinterbliebenen, sie leiden? Die 72jährige Isa, Köchin im Herrenhaus, trauert. Und ebenso Carl, der Neffe der Verstorbenen, ist zerwühlt. Was dann über die Trauergemeinde hereinbricht, ist unvorstellbar erschütternd, für alle Beteiligten. 



Die Idee ist an sich schon genial, eine Familie wird wetterbedingt von der Außenwelt ausgegrenzt und muss sich zwangsweise den aufkommenden Problemen stellen und sich mit ihnen auseinandersetzen. Die Autorin hat dies fulminant gelöst! Ausdrucksstark und in wunderschöner, prächtig gestalteter Sprache erzählt die Autorin diese eindringliche Familiengeschichte. Die einzelnen Sätze sind teilweise mit Poesie versetzt und das Lesen bringt mir ungeheuren Spaß. Dieses Buch sprüht nur so vor Lieblingssätzen. Auch wenn die Stimmung zu Beginn wegen des Trauerfalls gedämpft ist, so bietet der Text auch immer wieder Momente des Schmunzelns. Herrlich unterschiedlich sind die mitspielenden Charaktere und sie sind hervorragend dargestellt. Die aufmüpfige Großnichte Carolin ebenso wie die nach außen starke Isa. Probleme scheut die Autorin nicht und sie setzt sich in brillanter Weise mit der Problematik der Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg auseinander. Vertrauen, Misstrauen, Hintergehung, Liebe und Freundschaft werden intensiv von Katrin Burseg bearbeitet und hingebungsvoll in ihrer Geschichte und auf ihre Figuren umgesetzt. Eine wahre emotionale Berg- und Talfahrt bedeutet die Lektüre dieses Romans - unbeschreiblich schön!

Noch ein Volltreffer im noch frühen Lesejahr 2022, dieser Roman reiht sich ein in die Liste meiner Herzensbücher! So klar vergebe ich fünf sehr wohlverdiente Sterne von fünf möglichen Sternen und spreche dem Buch meine uneingeschränkte Leseempfehlung aus. Wer Familiengeschichten liebt, die historisch angehaucht sind und sich durchaus auch gesellschaftskritischen Fragen stellen, ist hier genau richtig. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen und wurde prächtig durch das Lesen unterhalten. 

 

Über die Autorin:

Katrin Burseg, geboren 1971 in Hamburg, studierte Kunstgeschichte und Literatur in Kiel, bevor sie als Journalistin und Autorin arbeitete. Sie wuchs in einem mehr als hundert Jahre alten Bauernhaus in Schleswig-Holstein auf. Als Kind erlebte sie die Schneekatastrophe im Jahrhundertwinter 1978/1979, mit ihrer Familie war sie mehrere Tage lang eingeschneit. Diese Erinnerung inspirierte sie zu ihrem Roman »Unter dem Schnee«. (Quelle: RandomHouse)


Original-Klappentext:

Schloss Schwanenholz, Ende Dezember 1978: Fünfzig Jahre führte Luise von Schwan die Baumschule auf dem Gut an der Ostsee mit strenger Hand. Nun wird die Gräfin beerdigt. Doch als die Trauerfeier beginnt, fegt ein heftiger Schneesturm über das Land. Bevor das Familienanwesen von der Außenwelt abgeschnitten wird, trifft ein ungebetener Gast aus Frankreich ein. Wer ist die geheimnisvolle Frau, die behauptet, Luises Tochter zu sein? Und hat Luise tatsächlich während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter auf dem Gut ausgebeutet? Fünf Tage, in denen die Familie mit verborgenen Wahrheiten konfrontiert wird. Fünf Tage, die das Schweigen beenden, das sich jahrzehntelang über alles senkte wie Schnee.

 

 

 

Herzlichen Dank an das Bloggerportal der RandomHouse Gruppe für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars!

 

 

 

 

 


Freitag, Januar 14, 2022

Gefrorenes Herz von Line Holm, Stine Bolther

 

Gegen die moderne Welt


Die Historikerin Maria Just arbeitet für das Polizeimuseum in Kopenhagen und bereitet gerade eine Ausstellung vor. Sie ist eine gut durchtrainierte Frau, die mit ihren 31 Jahren allerdings wahnsinnig gerne schwimmen lernen würde, dies klappt allerdings nur mäßig, viele Lehrer sind bereits an ihr gescheitert. Gerade vom Schwimmkurs kommend, bekommt sie mit, dass ein Toter in der Stadtmitte Kopenhagens aufgefunden wurde. Dadurch wird sie sich verspäten, denn sie muss einen Umweg nehmen. Mikael Dirk, Ermittlungsleiter und Frederik Dahlin, sein neuer Partner, ausgewiesener Experte im IT-Bereich übernehmen den Fall. Der Chef des dänischen Roten Kreuzes wurde ermordet und wie Jesus ans Kreuz genagelt, vor dem Gebäude der eigenen Organisation. Schnell ist es jedoch Maria, die als Erste einen Zusammenhang bemerkt, zu einem Doppel-Mordfall, der über 50 Jahre zurückliegt.



Die Autorinnen Line Holm und Stine Bolther steigen in diesem Kriminalroman direkt in die Vollen ein, ein brutaler Fall wird gleich im Prolog geschildert und dies ist nur der Anfang! In großem Tempo geht es durch das Buch, zum Luftholen bleibt nicht viel Zeit. Neben dem eigentlichen Fall schneiden die beiden Autorinnen auch die Themen Vorurteile in der Gesellschaft, Alltags-Rassismus und Bewältigung des Aberglaubens an. Diese Dinge sind pointiert gesetzt und wohl dosiert, gerade soviel geben die Charaktere preis, dass wir Leser und Leserinnen uns selbst ein Bild von ihnen machen können. Starke Frauen, die für die Emanzipation kämpfen und sich für ein modernes Bild der Frau in der Gesellschaft einsetzen stehen auf der einen Seite, auf der anderen stehen die Menschen, die das Konservative vertreten und alles Neue ablehnen. Der Schreibstil der Autorinnen, Line Holm und Stine Bolther, ist außerordentlich versiert, in einer klaren und guten Sprache, reißen die beiden mich mit. Die einzelnen Kapitel sind kurz gehalten, was die Spannung erheblich steigert und das Lesen noch interessant und intensiver werden lässt. Die Herangehensweise der Ermittler und anschließende Polizei-Arbeit ist enorm glaubwürdig und faszinierend beschrieben, hier folge ich dem Team sehr gerne durch den brisanten Fall. Der Spannungsbogen ist die gesamte Länge über hoch angesetzt und stets fest gezurrt. Die Dialoge sind anregend gestaltet und verleihen den Figuren wahre Lebendigkeit.

Volle Punktzahl von mir für diesen echten Pageturner, der auf hohem Niveau verfasst wurde – fünf von fünf möglichen Sternen und so klar spreche ich dem Buch meine absolute Leseempfehlung aus. Dies ist ein Nordic Noir vom Allerfeinsten, tiefe atmosphärische Dichte machen diesen Krimi aus. Niveauvolle Lesestunden erwarten den Leser und die Leserin!

Kurzmeinung:
Ein harter wie brutaler Krimi auf höchstem Niveau verfasst.


Über die Autorinnen:

Line Holm wurde 1975 geboren und ist eine mehrfach ausgezeichnete Investigativjournalistin. Sie arbeitet für die Berlingske, eine der größten dänischen Zeitungen. (Quelle: penguinrandomhouse)

Stine Bolther wurde 1976 geboren. Sie ist Fernsehmoderatorin und seit achtzehn Jahren als Kriminalreporterin tätig. Sie hat bereits mehrere True-Crime-Bestseller in Dänemark veröffentlicht. (Quelle: penguinrandomhouse)

 

Original-Klappentext:

Wenn die Verbrechen der Vergangenheit ihre Schatten in die Gegenwart werfen, ist Cold-Case-Expertin Maria Just gefragt

Polizeihistorikerin Maria Just bereitet gerade eine Ausstellung zum Thema »100 Jahre ungelöste Mordfälle« im Polizeimuseum von Kopenhagen vor. Da wird mitten in der Stadt der Generalsekretär des Roten Kreuzes auf bestialische Art ermordet. Der Tote hängt gekreuzigt an einem Geländer, auf seinem Körper wurde ein rätselhaftes Zeichen eingeritzt. Die Polizei ermittelt unter hohem Druck von Presse und Politik. Doch es ist Maria, die schließlich eine Verbindung zu einem ungeklärten Doppelmord entdeckt, der über fünfzig Jahre zurückliegt. Ein dunkles Kapitel dänischer Geschichte dringt ans Licht. So dunkel, dass jemand auch nach Jahrzehnten noch Vergeltung sucht. Kann Maria den Rachefeldzug stoppen, bevor es zu spät ist?

 

 

 

Herzlichen Dank an das Bloggerportal von der Penguin-Randomhouse-Verlagsgruppe für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars!

 

 









Donnerstag, November 18, 2021

Schwedischer Todesfrost (Cilla-Storm-Reihe Band 3) von Christoffer Holst

 


Die Skihütte


Cilla, die für den True Crime Podcast 'Blutspur' schreibt, hat eine Blockade, sie hat einfach keine Idee, worüber sie als nächstes berichten soll. Es ist jetzt eine Woche vor Weihnachten und sie hat den Text für die nächste Folge für zwischen den Tagen zugesagt. Muss sie in ihre Notfall-Kiste greifen? Hier hat sie einige Fälle gebunkert, doch eigentlich möchte sie lieber etwas Neues abliefern. Wie gut, dass Zacke, Cillas bester Freund, eine herrliche Idee für die Feiertage hat: Zacke, Jonathan, Rosie und sie werden in das Wintersportgebiet Idre Fjäll reisen und in einer Hütte ausspannen. Da bekommt Cilla sicherlich ihren Kopf wieder frei! Nur schade, dass ihr Adam Dienst schieben muss.


 

Zunächst einmal muss ich gestehen, dass ich ein riesengroße Fan der Cilla-Storm-Reihe bin, so ist das Starten des Buches für mich wie ein nach Hause kommen. Der Autor Christoffer Holst beginnt gleich mit einem enorm spannenden Prolog und ich bin sofort gefangen und lese wie gebannt weiter. Dieser Pageturner ist außergewöhnlich gute Unterhaltung, die ich tatsächlich nicht aus den Händen legen mag. Die Charaktere von Christoffer Holst sind zutiefst liebenswert und ich folge ihnen gerne und erfahre wie es ihnen ergeht. Der Autor hat mit seinem Twist und ausgefeiltem Plot eine herrliche Spannung aufgebaut. Die Stimmung ist phänomenal beschrieben, ich kann sie nahezu fühlen und nachempfinden. Natürlich kommen auch die Gefühle nicht zu kurz, die Liebe und Emotionen sind herrlich eingefangen. Neben einem weihnachtlichen Stockholm wird auch die Landschaft des Idre Fjäll wunderbar beschrieben und die Erzählungen machen tatsächlich Lust auf einen Urlaub in einer Skihütte mit ganz viel Schnee.

Dieser Krimi spielt zu Weihnachten und kann von daher auch perfekt im Advent, zum Fest oder auch danach konsumiert werden. Christoffer Holst schafft mit seinen Figuren eine wunderbare warme Atmosphäre, die gespickt ist durch Spannung und einem aufregendem Fall. Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es unbedingt weiter. Leser und Leserinnen, die weihnachtliche Stimmung mit einem Cozy Crime verbinden wollen, kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten.

PS: Auch wenn es sich bei diesen Schären-Krimis um eine Serie handelt, so kann jeder Band auch problemlos für sich allein gelesen werden. Wichtige Dinge werden vom Autoren erklärt. 

 

Über den Autoren:

Christoffer Holst ist Jahrgang 1990, er arbeitet als Lektor und ist Autor mehrerer Romane. Wenn er nicht gerade schreibt, genießt er gerne ein Glas Chardonnay oder guckt romantische Komödien. Als unverbesserlicher Romantiker findet er, dass das Leben mehr wie ein Film oder ein Buch sein sollte. Er lebt in Stockholm. (Quelle: penguin randomhouse)

Original-Klappentext:

 

Schöner stirbt es sich im Schnee

Der Winter hat Stockholm fest im Griff, und Cilla Storm vermisst ihr Häuschen in den Schären. Da kommt ihr die Einladung von ihrem besten Freund Zacke gerade recht. Zusammen mit Zackes Freund Jonathan und Cillas Nachbarin Rosie geht es über die Feiertage in eine gemütliche Hütte im Skigebiet Idre Fjäll. Die Winterromantik findet allerdings ein jähes Ende, als Rosie auf der Piste einen Toten entdeckt. Bevor die Weihnachtsglocken läuten und der Schnee sich über das Verbrechen legt, müssen Cilla und Rosie herausfinden, warum der junge Mann in dieser eisigen Nacht sterben musste.

 

  



Herzlichen Dank an das Bloggerportal für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars!

 

 

 

 





 

Dienstag, Oktober 26, 2021

Mondblüte von Nora Roberts

 

Irische Reise


Breen ist Mitte zwanzig und ihr Leben ist alles andere als erfüllt. Ihre Mutter hat sie in eine Rolle gezwängt, die ihr nicht behagt. Sie ist ausgebildete Lehrerin und hat ständig das Gefühl, ihren Schülern nichts beibringen zu können. Außerdem gibt ihr die Mutter stets das Gefühl, nichts zu können, nicht gut genug zu sein. Als Breen erfährt, dass ihr Vater, der die Familie lange Jahre zuvor verlassen hat, Geld für sie angelegt hat und sie eine Millionärin ist, kann sie ihr Glück nicht fassen. Doch die Mutter hat ihr das Geld verschwiegen, warum? Breens Leben wird von nun an bunter und vor allem freier, getragen von ihren Freunden nimmt sie Entscheidungen nun selbst in die Hand, befreit sich von Zwängen; sie kündigt und macht sich auf nach Irland. Die Heimat ihres Vaters wollte sie schon immer kennen lernen. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Marco begibt sie sich ins Abenteuer. Was sie findet, ist eine völlig andere Welt.


Dieses Buch ist im wahrsten Sinne des Wortes ein phantastischer, Genre übergreifender Mix. Die Geschichte zieht mich sogleich in ihren Bann - ein Pageturner, das weiß ich bereits nach den allerersten Zeilen. Liebevoll und detaillierte Kleinigkeiten in den Szenen, einfach nur wunderschön gestaltet von der Autorin. Das Milieu, die Umgebung, die Situation, die Bedingungen sind brillant inszeniert und arrangiert. Hier ist eine wahre Meisterin am Werk, dieser erste Teil einer Trilogie ist fulminant gelungen. Nora Roberts kann in ihrem Buch viele Elemente vereinen. Es steckt voller Zauber, reißt die Irische Mythologie an. Der Roman verbindet Historie mit Gegenwart und gleichzeitig Fantasy, er enthält – Magie! Die Autorin hat liebenswerte Charaktere erschaffen, die voller Poesie stecken und mit denen ich gerne mitfiebere und auch mitleide. Wunderhübsche Landschaftsbeschreibungen in schönen und wundervollen Farben, so dass ich die Blüten vor mir sehe und das herrliche Land mit seinen Trollen und Feen und der unendlichen Weite. Die Schlösser und Cottages sind herrlich beschrieben, ihre Geschichte nahezu fühlbar. Aber es geht auch um den Kampf von gut gegen böse, die schwarzen Mächte lauern.


Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es so klar weiter! Dieser erste Teil der Trilogie ist quasi eine Einführung in eine andere Welt und erklärt den Einstieg in einen großen Kampf, bei dem es um alles geht. Der Schluss ist ein perfekter Cliffhanger und macht mir das Warten auf den nächsten Teil sehr, sehr schwer!

 

Über die Autorin:

Nora Roberts wurde 1950 in Silver Spring, Maryland, als einzige und jüngste Tochter von fünf Kindern geboren. Ihre Ausbildung endete mit der Highschool in Silver Spring. Bis zur Geburt ihrer beiden Söhne Jason und Dan arbeitete sie als Sekretärin, anschließend blieb sie Hausfrau und Mutter. Anfang der siebziger Jahre zog sie mit ihrem Mann und den beiden Kindern nach Maryland aufs Land. Sie begann mit dem Schreiben, als sie im Winter 1979 während eines Blizzards tagelang eingeschneit war. Nachdem Nora Roberts jedes im Haus vorhandene Buch gelesen hatte, schrieb sie selbst eins. 1981 wurde ihr erster Roman »Rote Rosen für Delia« (Originaltitel: Irish Thoroughbred) veröffentlicht, der sich rasch zu einem Bestseller entwickelte. Seitdem hat sie über 200 Romane geschrieben, von denen mehr als 500 Millionen Exemplare verkauft wurden; ihre Bücher wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Sowohl die ROMANCE WRITERS OF AMERICA als auch die ROMANTIC TIMES haben sie mit Preisen überschüttet; sie erhielt unter anderem den Rita Award, den Maggie Award und das Golden Leaf. Ihr Werk umfasst mehr als 195 New-York-Times Besteseller. 1986 wurde sie in die Romance Writers Hall of Fame aufgenommen.
Heute lebt die Bestsellerautorin mit ihrem Ehemann in Keedysville/Maryland. (Quelle: penguinrandomhouse)

 

Original-Klappentext:

Eine junge Frau auf der Suche nach ihren Wurzeln, ein geheimnisvoller Mann, der sie in ihren Träumen aufsucht und ein Geheimnis, so alt wie die Zeit – der mitreißende Auftakt der brandneuen Trilogie von Nora Roberts erstmals auf Deutsch!

Die junge Lehrerin Breen Kelly ist unzufrieden: Der Job macht ihr keinen Spaß, und selbst ihr bester Freund Marco schafft es kaum noch, sie zum Lachen zu bringen. Als sie erfährt, dass ihr Vater, der sie und ihre Mutter vor Jahren verlassen hat, eine gewaltige Summe Geld für sie angelegt hat, kündigt sie spontan, um den Sommer in dessen Heimat Irland zu verbringen. Zwischen den grünen Weiten der Insel und in einem lauschigen Cottage besinnt sie sich ihrer selbst und erlangt neuen Mut. Als eines Tages ein süßer Welpe vor ihrer Tür auftaucht, folgt sie dem Tier und landet in einer anderen Welt – einer Welt, in der nicht nur ihr wahres Schicksal, sondern auch ein sehr attraktiver Mann auf sie wartet …

Der Zauber der grünen Insel:
Band 1: Mondblüte
Band 2: Himmelsblüte (in Vorbereitung)
Band 3: Sonnenblüte (in Vorbereitung)

 

 

 

Herzlichen Dank an das Bloggerportal für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars!

 

 







Donnerstag, Oktober 21, 2021

Sonnenseite von Roland Kaiser

 


Über Zufall und Glück


Es ist eine berührende Lebensgeschichte, die Roland Kaiser hier erzählt, seine eigene, von seiner Kindheit in Berlin bis heute. Dabei ist er offen und ehrlich, gibt viel Persönliches von sich preis, lässt uns Leser und Leserinnen teilhaben an die schönen und aber auch weniger schönen Erinnerungen. Verbunden mit - fast schon nebenbei – bedeutenden Geschehnissen unserer Geschichte, an die wir uns alle erinnern - aus seiner Sicht berichtet, wie er sie erlebt hat. Das fesselt mich ungemein. Dieses Buch mag ich nicht aus den Händen legen.



Roland ist bei einer (seiner) Pflege-Mutter aufgewachsen, eine aufrichtige und liebende Frau, die dem Jungen alles gegeben hat, was sie konnte. Als er 15 Jahre alt war, verstarb sie, von nun an lebte Roland bei seiner Tante, der Schwester der Pflege-Mama. Wir erfahren, wie der junge Roland durch Berlin gezogen ist, vom Aufwachsen in Berlin-Wedding, seine Gang, die Pflichten, die er hatte. Schilderungen aus dem Kreis der Familie, seine persönlichen Gedanken und Ansichten. Es war zunächst ein einfaches und bescheidenes Leben in der Nachkriegszeit aber voller Unbeschwertheit.

Authentisch und mitreißend in herrlicher Sprache verfasst, so dass ich völlig in den Bann gezogen werde. Diese Autobiographie nimmt mich völlig gefangen. Nicht zuletzt bietet sich mir als Leserin ein exklusiver und wahrhaftiger Blick hinter die Kulissen der Schlagerwelt. Wie entsteht Musik, wer steht dahinter? All das vermittelt mir Roland Kaiser charmant, liebenswert, fließend und wunderbar erzählt.

Nach seiner kaufmännischen Ausbildung kommt es zum unverhofften Einstieg in die Welt der Show und Schlager. Roland Kaiser berichtet über seine ersten Erfolge, Veränderungen, die er auch an sich selbst wahrgenommen hat.

Er gewährt tiefe Einblicke in sein Leben und seine Gedankenwelt. Das Buch zeigt mir, dass er ein super sympathischer Mensch ist, die Autobiographie lässt sich angenehm lesen, sie enthält viele liebenswerte Formulierungen, schöne Sätze und feine Sprache. Gerade der eingebaute Berliner Dialekt in dem Kindheitskapitel bezaubert mich zutiefst.


Rolands Karriere ist durchaus geprägt von Glück und Zufall neben großer Begabung und Können natürlich und den richtigen Leuten an der Seite zur richtigen Zeit. Das Buch ist durchaus nachdenklich und mit dramatischen Einklängen versehen, doch hauptsächlich in positivem Ton verfasst, wie der Titel es schon sagt. Alles kommt vor, die Höhen und Tiefen aus Roland Kaisers Leben, der mit eigentlichen Namen Ronald Keiler heißt.


So selbstverständlich vergebe ich dieser Autobiographie fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle sie absolut weiter. Es ist schön, etwas über den Menschen hinter dem Künstler auf der Bühne zu erfahren, seine Meinung und Ansichten, seine Gedankengänge und sein persönliches Leben und wie er selbst geschichtliche Ereignisse erlebt hat, zu erfahren. Bisher kannte ich nur den Sänger, seine Musik, die ich so sehr liebe und das seit langen Jahren – sie ist quasi ein wichtiger Wegbegleiter durch mein eigenes Leben. Dieses Buch bietet großartige Unterhaltung, geschrieben von einem großartigen Künstler!

PS: Im Buch wird ebenfalls erklärt, was es mit dem Song 'In the Ghetto' auf Rolands neuestem Album 'Weihnachtszeit' auf sich hat.

Lieblingssatz:
"Die Großen sind leise. Laut und abgehoben sind die Kleinen."

 

Über den Autoren:

Roland Kaiser, am 10. Mai 1952 als Ronald Keiler geboren, wird seit fast 50 Jahren auf deutschen Bühnen gefeiert. Seine Fangemeinde umfasst mittlerweile drei Generationen. Er gilt als DER Erfolgskünstler des deutschen Schlagers.

Die Themen des karitativen Betätigungsfeldes von Roland Kaiser sind eng mit seiner eigenen Biographie verknüpft. So engagiert sich Roland Kaiser – selbst als Vollwaise aufgewachsen – in vielen Einrichtungen für Kinder und sozial benachteiligte Menschen. Roland Kaiser ist Vorstandsmitglied der Solidarfonds Stiftung NRW, Botschafter der Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke e. V., des Kinderhospizes Mitteldeutschland sowie von Kinderlachen e. V. Im Zuge seiner eigenen überstandenen Erkrankung erweiterte Roland Kaiser seine Unterstützung als Botschafter für karitative Initiativen bei der Stiftung AtemWeg, der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) / Stiftung Fürs Leben und der Rudolf Pichlmayr-Stiftung. Dieses breitgefächerte Engagement für soziale Zwecke und seine künstlerischen Verdienste brachten Roland Kaiser zahlreiche Auszeichnungen ein, darunter den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen, die Goldene Henne für das Lebenswerk, den Albert-Schweitzer-Preis der Kinderdörfer und Familienwerke, den ECHO für soziales Engagement, das Bundesverdienstkreuz am Bande, die Ehrenmedaille der Landeshauptstadt Dresden sowie den Annemarie-Renger-Preis. (Quelle: penguinrandomhouse)

 

Original-Klappentext:

Ein großer Entertainer – Ein großes Leben

Nur wenige deutschsprachige Künstler blicken auf eine solche Karriere zurück: Seit fast 50 Jahren steht Roland Kaiser auf der Bühne, Hits wie Santa Maria, Joana, Dich zu lieben oder Warum hast du nicht nein gesagt machten ihn bekannt, er verkaufte mehr als 90 Millionen Tonträger, wurde mit Preisen geehrt und trat so häufig in der ZDF-Hitparade auf wie niemand sonst: 67 Mal. Die Konzerte seiner jährlichen Kaisermania in Dresden sind in wenigen Minuten ausverkauft.

Angefangen hat es ganz unglamourös. 1952 in Berlin zur Welt gekommen, gab seine leibliche Mutter ihn fort. Ronald Keiler, wie er damals hieß, wuchs bei einer Pflegemutter auf, einer einfachen und warmherzigen Frau – deren gelebte Werte ihn bis heute leiten: Anstand, Ehrlichkeit, Konstanz. Er erlebte den Mauerbau, hörte 1961 Willy Brandts Rede vor dem Schöneberger Rathaus und 1963 John F. Kennedy, als er sagte Ich bin ein Berliner. Durch einen Zufall wurde er mit 21 Jahren ins legendäre Hansa-Tonstudio eingeladen, sang In the Ghetto – und bekam umgehend einen Plattenvertrag. Aus Ronald Keiler wurde Roland Kaiser. 1976 gelang ihm mit Verde ein erster Erfolg, 1980 mit Santa Maria der große Durchbruch.

In fast fünf Jahrzehnten hat Roland Kaiser miterlebt, wie Deutschland sich veränderte. Und natürlich hat auch er sich verändert. Im Jahr 2000 erkrankte er an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD – nur eine Transplantation rettete ihm das Leben. Dass dieses zweite Leben auch zu einer zweiten Karriere führte (sein Duett Warum hast du nicht nein gesagt mit Maite Kelly wurde bis heute sagenhafte 130 Millionen Mal auf YouTube geklickt und erreichte mittlerweile Platinstatus), macht ihn dankbar und demütig. Er engagiert sich in zahlreichen Stiftungen und sozialen Einrichtungen, um etwas zurückzugeben. Wie sehr Solidarität und Gerechtigkeit im Leben zählen, das hat er schon als Junge im Berliner Wedding gelernt.

In Sonnenseite blickt Roland Kaiser zurück – und erzählt dabei nicht nur aus seinem Leben, sondern immer wieder auch deutsche Zeitgeschichte. Ein Buch für seine Fans und alle, die sich für Schlager und Politik, für Musik und Nachkriegsgeschichte begeistern.

 

 

 

 

 

Herzlichen Dank an das Bloggerportal für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars.

 

 



Freitag, Oktober 25, 2019

Die letzten ihrer Art von Maja Lunde

Ur-Pferde

Im Jahre 1883 schreibt der Zoologe Michail Alexandrowitsch Kowrow in St. Petersburg seine Erfahrungen und sein erworbenes Wissen um die Urpferde Takhi nieder. Ein solches Exemplar wurde in der Mongolei entdeckt und könnte dem Zoo helfen aus der finanziellen Misere zu kommen, in die Michail mit seiner Investition in eine Flusspferddame geraten ist. Wichtig ist ihm jedoch, der Nachwelt sein Wissen preiszugeben, quasi sein Vermächtnis für die Forschung.

Die Berliner Tierärztin Karin reist mit ihrem Sohn Mathias und einer kleinen Herde von Wildpferden in die Mongolei, um diese dort auszuwildern. Karin hat nur die Pferde und deren Wohlergehen in ihrem Kopf, mehr hat da keinen Platz, aufopferungsvoll kämpft sie um das Überleben der gefährdeten Ur-Pferde. Dass ihr Sohn Mathias mit all dem unzufrieden ist und seine Mutter braucht, bekommt sie zunächst nicht mit.

Eva lebt im Jahre 2064 mit ihrer Tochter Isa, die sich im Teenageralter befindet, in Heiane, Akershus, Norwegen, zusammen versuchen sie auf ihrem Hof, einem alten Zoologischen Garten mit den wenigen ihnen verbliebenen Tieren zu überleben. Das Klima hat sich erschreckend verändert, ein Krieg hat viele Jahre gewütet, nichts ist mehr, wie es einmal war. Ihre eigenen Erzeugnisse versucht Eva im nahen Küstenort anzubieten und gegen anderen Waren einzutauschen. Ein karges Leben, abgeschieden von anderen Menschen, denn trauen kann man niemandem mehr. Fast die ganze restliche Menschheit hat sich auf die Wanderschaft begeben, um einen lebenswerten Platz zu finden.

Eindringlich erzählt die Autorin uns Lesern, wie wir Menschen und die Tiere Tiere im Einklang leben sollten, zum Schutze der Natur. Im dystopischen Teil ihres Romans wird erschreckend deutlich, wie es aussehen könnte, futuristisch zwar aber leider überhaupt nicht abwegig. Der Weg dorthin ist für unser Leben heutzutage erschreckend nahe. Die Erzählweise Maja Lundes fesselt und kann mich jeder Zeit mitnehmen. Die Charaktere sind wunderbar, tief und glaubwürdig und ergänzen sich in ihrer Vielfalt hervorragend. Der dritte Teil dieser Serie, der mit "Die Geschichte der Bienen" begann und sich mit "Die Geschichte des Wassers" fortsetzte, lies mich schockverliebt zurück, ich liebe Pferde Bücher und diese zu Herzen gehende Geschichte um das Ur-Pferd beeindruckt mich zutiefst. Der Roman ist in drei zeitliche Ebenen gegliedert und spielt 1883, 1991 und 2064, allein diese Tatsache bringt unterhaltende Abwechslung in die Geschichte, doch natürlich spielen die Kenntnisse aus den Zeiten ineinander und verweben sich geschickt.

Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es so klar weiter. Die Leser werden mit diesem Buch gleich mit mehreren Genren verwöhnt, historischer Roman, Dystopie und zeitgenössischer Roman werden hier gekonnt vereint. Zudem ist Maja Lunde eine ausgezeichnete Geschichtenerzählerin, die ihre Stories exzellent in Szene setzen kann, in diesem Buch ist alles perfekt und einzigartig stimmig, sie spielt mit den Gefühlen ihrer Leser und animiert uns zum Nachdenken.

Herzlichen Dank an das Bloggerportal der Random House Verlagsgruppe für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars.

Hier noch einmal der Klappentext zum Nachlesen:
Über Mensch und Tier und das Tier im Menschen: Vom St. Petersburg der Zarenzeit über das Deutschland des Zweiten Weltkriegs bis in ein Norwegen der nahen Zukunft erzählt Maja Lunde von drei Familien, dem Schicksal einer seltenen Pferderasse und vom Kampf gegen das Aussterben der Arten. Ein bewegender Roman über Freiheit und Verantwortung, die große Gemeinschaft der Lebewesen und die alles entscheidende Frage: Reicht ein Menschenleben, um die Welt für alle zu verändern?
Über die Autorin:
Maja Lunde wurde 1975 in Oslo geboren, wo sie auch heute noch mit ihrer Familie lebt. Sie ist eine bekannte Drehbuch- sowie Kinder- und Jugendbuchautorin. Die Geschichte der Bienen ist ihr erster Roman für Erwachsene, der zunächst national und schließlich auch international für Furore sorgte. Er stand monatelang auf der norwegischen Bestsellerliste und wurde mit dem Norwegischen Buchhändlerpreis ausgezeichnet. (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Dienstag, Oktober 08, 2019

Der Verräter von Ingar Johnsrud

Fredrik Beiers dritter Fall


Polizeihauptkommissar Fredrik Beier befindet sich auf einem Empfang des norwegischen Ministerpräsidenten, die Einladung ist als Dankeschön für seine Arbeit aus dem letzten Fall gedacht und natürlich auch gleichzeitig ein strategisches Wahlkampfmanöver des Politikers. Benedikte Stoltz, Reporterin bei TV2, spricht Fredrik an und bittet um ein Interview. Sie macht seltsame Andeutungen über seinen Vater, der allerdings bereits seit Jahren tot ist. Er wimmelt sie ab. Doch kurze Zeit später wird er zu einem Mordfall - skurriler weise in einer Autowaschanlage – gerufen, das Opfer steht in Verbindung zu Benedikte. Nun ist Fredrik alarmiert und möchte dringend mit ihr sprechen. Um was geht es eigentlich, wie hängen die Vorfälle der letzten Zeit zusammen? Hat die Journalistin in ein Wespennest gestochen?





Ich gebe zu, ich brauchte etwas, um in die Geschichte hineinzukommen, doch ich war die ganze Zeit über fasziniert und gefesselt, so dass ich einfach weiter lesen musste, das Verständnis setzte später ein, am Ende bleibe ich erst einmal sprachlos und atemlos zurück. Eine gigantische Komposition hat der Autor Ingar Johnsrud hier erschaffen. Schnell wechselnde Szenen, die blutrünstig und brutal daherkommen. Figuren aus allen Bereichen der Gesellschaft: Manager, investigativer Journalisten, Outlaws, hohe Politiker, Militärs und mittendrin Fredrik Beier, der mehr in den Fall verstrickt zu sein scheint, als er wahrhaben möchte. Mit harter, schnörkelloser, direkter Sprache erzählt der Autor die Geschichte in einzigartiger Präzision, immer im Mittelpunkt: der Verrat.

Sehr gerne vergebe ich hier fünf von fünf möglichen Sternen für einen exzellenten Thriller um Macht und Verschleierung, und ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus. Komplex angelegt ist die Story mit einprägenden Charakteren versehen, brillant in Szene gesetzt, knallharte Unterhaltung vom Feinsten. „Der Verräter“ ist der letzte Fall in der Fredrik Beier-Reihe, zuvor sind „Der Hirte (1)“ und „Der Bote (2)“ erschienen. Für alle, die die Reihe bisher nicht kennen, es ist nicht zwingend erforderlich, für die Lektüre des dritten Bandes, die ersten beiden Teile gelesen zu haben. Ganz sicher entsteht aber der Wunsch die ganze Reihe zu kennen!

Herzlichen Dank an das Bloggerportal von der Randomhouse-Gruppe für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars. 

Über den Autoren:
Ingar Johnsrud, Jahrgang 1974, wuchs in Holmestrand auf. Er studierte Film- und Medienwissenschaften und arbeitete fünfzehn Jahre als Journalist bei einem der größten norwegischen Medienunternehmen. Sein erster Thriller, »Der Hirte«, wurde als bestes Krimidebüt für den Maurits Hansen Prisen nominiert und eroberte international die Bestsellerlisten. (Quelle: Blanvalet-Verlag)

Hier noch einmal der Klappentext zum Nachlesen: 
Zwei Mordopfer, ein schockierender Politskandal und eine überraschende Verbindung zu seinem Vater – Fredrik Beiers letzter Fall wird zu seinem persönlichsten.
Oslo, Norwegen: Ein Mitarbeiter des norwegischen Verteidigungsministeriums und seine Freundin werden ermordet in einer Autowaschanlage gefunden. Das Wort »Verräter« wurde auf den Wagen geschmiert. Wenige Tage später verschwindet eine Reporterin spurlos. Sie hatte nicht nur in der Vergangenheit des Toten gewühlt, sie suchte auch nach Informationen über Hauptkommissar Fredrik Beiers verstorbenen Vater. Als während der Ermittlungen immer mehr Verbindungen zu Fredriks Leben und seiner Vergangenheit auftauchen, muss er sich fragen, wem er noch trauen kann. Sogar seine Partnerin Kafa Iqbal scheint etwas vor ihm zu verbergen. Der Politskandal, dem er schließlich auf die Spur kommt, hat so ungeahnte Ausmaße, dass er alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt …

Sonntag, Oktober 06, 2019

Der Fund von Bernhard Aichner

Die Bananen-Lieferung

Die 53jährige Rita Dalek hat schon so manche schweren Schicksalsschläge ertragen müssen in ihrem Leben: den frühen Tod ihrer Eltern, der Unfalltod ihres Sohnes Theo im Teenageralter, die nachfolgende Alkoholsucht ihres Ehemannes Manfred. Das Leben meint es nicht gut mit ihr. Als sie eines Tages im Lager des Supermarktes, in dem sie als Kassiererin arbeitet, eine unglaubliche Entdeckung macht: Sie findet in einer Kiste unter den Bananen über 12 Kilogramm Kokain! Ein Fund, der ihr Leben verändern kann, sie könnte noch einmal ganz neu durchstarten. Soll sie den Fund melden? Sie entscheidet sich, das Kokain an sich zu nehmen und nicht zur Polizei zu gehen. Eine Entscheidung, die ihr Leben verändern wird, aber nicht so wie Rita es sich erhofft, denn am Ende wird Rita Dalek sterben. Hat die Albaner-Mafia Rita getötet oder hat sie sich mit den falschen aber einflussreichen Menschen in ihrer Heimatstadt eingelassen, was wurde ihr letztendlich zum Verhängnis?

Bernhard Aichner hat diesen atemraubenden Thriller in einer unbeschreiblichen Erzähltechnik verfasst. In zwei Ebenen werden zum einen die letzten Wochen im Leben der Rita Dalek erzählt und auf der anderen Seite lesen wir, wie der ermittelnde Kommissar die Zeugen befragt und versucht, sich ein Bild über den Mord an Rita zu machen. Die Geschichte ist total abgefahren und trotz der Tatsache, dass Rita sterben wird höchst spannend. Die Sprache ist fließend und niveauvoll, die Gedankengänge Ritas und des Polizisten authentisch und nachvollziehbar gleichzeitig aber voller Geheimnisse, die sich uns Lesern erst nach und nach erschließen. Ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass ich einen solchen Thriller vorher noch nie gelesen habe, ich bin zutiefst beeindruckt und verneige mich vor diesem wahrhaft meisterlichen Werk. Die Figuren sind wunderbar erdacht und angelegt, alle spielen in unfassbarer Perfektion miteinander. Jedes Puzzlesteinchen passt in das nächste und fügt sich nach und nach zu einem großen Bild zusammen, alles stimmt und alles ist erklärbar. Der Spannungsbogen ist allzeit fest gezurrt und lässt mich nahezu atemlos lesen, ein Thriller, der mich exzellent unterhalten kann.

Auf jeden Fall bekommt dieser Thriller seine verdienten fünf von fünf möglichen Sternen von mir und ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus! Dieses Buch hat schon jetzt einen Kult-Status für mich. Es ist in seiner Einzigartigkeit und Brillanz nicht zu überbieten. Bitte lest alle dieses Buch! Den Einband des Buches finde ich übrigens so unübertrefflich gelungen, dass ich es hier noch schnell erwähnen möchte.

Herzlichen Dank an das Bloggerportal von der Randomhouse-Gruppe für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars. 

Über den Autoren:
Bernhard Aichner (1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck. Er schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet, zuletzt mit dem Burgdorfer Krimipreis 2014, dem Crime Cologne Award 2015 und dem Friedrich Glauser Preis 2017.

Die Thriller seiner Totenfrau-Trilogie standen monatelang an der Spitze der Bestsellerlisten. Die Romane wurden in 16 Länder verkauft, u.a. auch nach USA und England. Mit BÖSLAND schloss er 2018 an seine internationalen Erfolge an. (Quelle: btb-Verlag)

Hier noch einmal der Klappentext zum Nachlesen:
Warum musste Rita sterben? Wer hat die Supermarktverkäuferin, die doch nie jemand etwas zuleide getan hat, auf dem Gewissen? Hat die 53-jährige wirklich ihr Todesurteil unterschrieben, als sie eines Tages etwas mit nach Hause genommen hat, was sie besser im Laden gelassen hätte? Offiziell ist der Fall abgeschlossen – aber da ist einer, der nicht aufgibt. Ein Polizist, der scheinbar wie besessen Fragen stellt – und Ritas Tod bis zum Ende nicht akzeptieren will…

Dienstag, Oktober 01, 2019

Wild at Heart – Winterglück im Hotel der Herzen von Anne Sanders

Die schönste Zeit des Jahres im kleinen Hotel der Herzen


Das kleine Hotel der Herzen befindet sich in Port Magdalen, einer kleinen Gezeiteninsel an der Küste Cornwalls. Gretchen Wilde lebt hier mit ihrer Tochter Nettie, die sich im Teenager-Alter befindet und ihrem Schwiegervater Theo. Sie betreiben zusammen das Hotel. Beinahe hätte ein Feuer das Wild-at-Heart-Hotel nieder gemetzelt, doch wie durch ein Wunder ist es erhalten geblieben und die Spuren des Feuers sind fast komplett beseitigt. Lediglich die Scheune muss noch neu aufgebaut werden. Nun jedoch kann der Platz, an dem die neue Scheune stehen sollt, tatsächlich noch zu etwas Nutze sein, denn es hat sich ein Filmteam im Hotel einquartiert, das hier drehen möchte. Da Gretchen aufgrund der vorherigen Bauarbeiten keine Gäste vorbuchen konnte, ist der Besuch aus Übersee ein wahrer Segen für die Wildes. Es wird chaotisch werden, unvorhersehbar, aber sicher auch wunderschön, schließlich steht Weihnachten vor der Tür.

Obwohl ich den ersten Band der Wild-at-Heart-Hotel-Reihe noch nicht kenne, komme ich total leicht und schnell in die Geschichte hinein und lerne die Gegend, die Familie Wilde samt ihrer Freunde und Nachbarn schnell kennen und lieben. Die Wildes sind eine Familie, die man sich im wirklichen Leben als Freunde wünscht, Der Schwiegervater Theo, ein wahrer Fels in der Brandung, die patente Gretchen und die quirlige Nettie, allesamt sind einfach liebenswert. In wunderschöner fließender und lockerer Sprache hat die Autorin Anne Sanders diesen Teil der Serie verfasst. Die herrliche Landschaft in Cornwall kann ich mir nun bildlich vorstellen und ich würde mich am liebsten sofort auf den Weg in das wunderbare kleine Hotel der Herzen machen. Ein phantastischer Weihnachtsroman, mein erster übrigens in diesem Jahr, der die Stimmung glänzend einläuten kann. Das Buch ist ein richtig gehender Wohlfühlroman, der sich göttlich lesen lässt, perfekt für ein Herbst- oder Winterwochenende.

Selbstverständlich vergebe ich hier fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle das Buch so klar weiter. Ich persönlich freue mich immer darauf, wenn die ersten Weihnachtsromane im Jahr erscheinen und lese sie unheimlich gerne. Ich finde es schön, dass gerade Wild at Heart – Winterglück im Hotel der Herzen die Saison für mich eröffnet hat. 

Herzlichen Dank an das Bloggerportal von der Randomhouse-Gruppe für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars.

Über die Autorin: 
Anne Sanders lebt in München und arbeitet als Autorin und Journalistin. Zu schreiben begann sie bei der Süddeutschen Zeitung. Als Schriftstellerin veröffentlichte sie unter anderem Namen bereits erfolgreich Romane für jugendliche Leser. Die Küste Cornwalls begeisterte Anne Sanders auf einer Reise so sehr, dass sie spontan beschloss, ihren Roman Sommer in St. Ives dort spielen zu lassen. Dieser eroberte die Herzen der Leserinnen und war wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Mein Herz ist eine Insel ist ihr zweiter Roman bei Blanvalet. (Quelle: Randomhouse Verlags Gruppe)

Hier noch einmal der Klappentext zum Nachlesen:
Winterwunderland in Cornwall – so schön kann die kälteste Zeit des Jahres sein!
Es ist Winter in Cornwall, und das »Wild-at-Heart«-Hotel steht Kopf! Ein Filmteam hat sich angekündigt, um auf der kleinen Gezeiteninsel eine Serie zu drehen, und plötzlich sieht sich die Familie Wilde im Mittelpunkt von Schauspielern, Crew, Fans und jeder Menge Komplikationen. Doch die kleine Finanzspritze kann die Familie nach dem turbulenten Sommer gut gebrauchen. Und Mutter Gretchen ist ohnehin so verliebt, dass der Stress ihr nichts anhaben kann. Ihre Tochter Nettie dagegen sucht noch nach einem Weg, mit den Herausforderungen der ersten Liebe umzugehen und entscheidet sich dabei ausgerechnet für das Unromantischste, das das Romantikhotel je gesehen hat, und das kurz vor Weihnachten! Doch das Glück liegt in Cornwall bekanntlich nie weit entfernt ...

Donnerstag, September 26, 2019

Das Mädchen aus der Severinstraße von Annette Wieners

Dunkle Familiengeheimnisse


Die 17jährige Maria Reimer hat nur ein Ziel: sie möchte ein berühmtes Fotomodell werden. Die Bewerbung in einem Düsseldorfer Atelier verheimlicht sie dem Vater. Nur ihr Ziel vor Augen möchte sie ihre eigenen Pläne verwirklichen. Doch Mary Mer, wie sie ab da genannt wird, weiß gar nicht, welches Unheil sie mit der Verwirklichung ihrer Träume herauf beschwört. Denn wir schreiben das Jahr 1938 und die Welt um sie herum versinkt im Chaos.
Viele, viele Jahre später versucht Sabine ihre Familiengeschichte zu verstehen und nachvollziehen zu können. Sie ist Marias Großtochter. Die beiden sind sich sehr ähnlich, mehr als sie selbst glauben. Stur und gradlinig, dem Helfen anderer stets offen, verletzlich jedoch in ihrer Seele. So geraten die beiden auch aneinander, Maria gibt nur zögerlich und widerwillig Auskunft über vergangene Zeiten. Kann Sabine die dunklen Geheimnisse aufdecken und bleibt den beiden genug Zeit zu reden?

Die Autorin Annette Wieners kann mich mit der Geschichte der Maria Reimer sofort in ihren Bann ziehen, mit einem eindringlichen, plastischen Grundton kann sie mich als Leserin fesseln und für die Story selbst und die Familie Reimer samt Freunden begeistern. Die Autorin unterhält mich von der ersten bis zur letzten Zeile einfach großartig. Marias Geschichte nimmt mich total gefangen und lässt mich geradezu atemlos lesen. Eindrucksvoll erzählt und mit wunderbaren Charakteren versehen – die Autorin hat dieses Werk meisterlich verfasst. Tief sind die Gefühle der Figuren beschrieben, so sehr, dass ich sie regelrecht nachempfinden kann. Die Sprache ist hochwertig, anspruchsvoll und der Text steckt voller Sätze, die unter die Haut gehen und unvergesslich sind. Ein Roman, der mich berührt, wieder einmal ein Buch, von dem ich wünsche, es würde niemals enden. Natürlich ist mit dem Spannungsbogen garantiert, dass es sich um einen wahren Pageturner handelt.

Ganz klar vergebe ich dem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es uneingeschränkt weiter. Die Geschichte beschäftigt mich auch noch, wenn ich das Buch schließe und wird mich lange nicht mehr los lassen. Wer an der Historie der 30er Jahre und der Gegend um Köln interessiert ist, wird diesen Roman inbrünstig lieben, so wie ich. Voller Spannung zeigt Annette Wieners starke Frauen in einer schweren, katastrophalen Zeit und wie sie versuchen zu überleben.

Herzlichen Dank an das Bloggerportal von der Randomhouse-Gruppe für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars. Wieder einmal habe ich ein Herzens-Buch gefunden!

Über die Autorin: 
Annette Wieners wurde in Paderborn geboren und schreibt bereits Geschichten, seit sie einen Stift halten kann. Nach dem Studium der Publizistik, Germanistik und Ethnologie in Münster arbeitete sie als Journalistin bei Fernseh- und Radiosendern in München und Hannover. In den 1990ern zog sie nach Köln, wo sie auch heute lebt, schreibt und im WDR zu hören ist. »Das Mädchen aus der Severinstraße« ist ihr erster Roman bei Blanvalet. (Quelle: Randomhouse-Gruppe)

Hier noch einmal der Original-Klappentext zum Nachlesen:
Ein Roman über eine große Liebe und ein lebendiges Stück deutsche Zeitgeschichte
Als Sabine Schubert nach dem Tod des Großvaters ihrer Großmutter Maria hilft, das Haus aufzuräumen, kommen unter dem großen, schweren Teppich im Wohnzimmer alte Geldscheine zum Vorschein. Im Keller finden die Frauen Gold und begreifen, dass der Großvater vor langer Zeit ein Vermögen versteckt haben muss. Nur warum? Maria beschleicht eine Ahnung und sie gerät völlig außer sich. Sabine wird klar, dass in der Familiengeschichte erschreckende Lücken aufklaffen. Hat der Großvater in der angesehenen Kölner Metallgussfirma wirklich nur Spielzeug hergestellt? Auch die Großmutter scheint aus ihrer Zeit als berühmtes Fotomodell Einiges zu verschweigen. Damals, Ende der 1930er-Jahre, hieß sie Mary Mer und lernte den jüdischen Fotografen Noah kennen, den sie bis zum heutigen Tag nicht vergessen hat ...

Ein besonderer Tipp:
Zu dem Buch gibt es exklusiv einen Podcast der Autorin. Auf der Webpage Annette Wieners oder überall, wo es Podcasts gibt, hier ein Link zu spotify.


Montag, September 16, 2019

Die Hafenschwester – Als wir zu träumen wagten von Melanie Metzenthin

Die Berufung


Es ist der 19. August im Jahre 1892, in Hamburg feiert Martha Westphal ihren vierzehnten Geburtstag. Ihre Mutter hat ihr zwanzig Pfennige zur freien Verfügung überlassen. Das ist enorm viel Geld für das Mädchen. Martha legt das Geld in Süßigkeiten an, die sie später am Tag mit ihren jüngeren Geschwistern Heinrich und Anna teilen möchte. Doch der Tag nimmt nicht den erhofften Verlauf, Marthas heile Welt beginnt zu bröckeln. Ihre beste Freundin muss einen Lebensweg einschlagen, von dem Martha nahezu schockiert ist, gerne hätte sie der Freundin diesen Weg erspart. Aber damit nicht genug, als Martha nach Hause, ins Gängeviertel kommt, ist die kleine Schwester erkrankt. Wie die Mutter annimmt, hat sich Anna wieder einmal mit einer Magen- und Darmgrippe infiziert. Sie schickt das Mädchen erneut hinaus. Aufgewühlt begibt sich Martha zum Hafen, nimmt dort Platz und beobachtet das geschäftige Treiben. Auf diese Weise findet sie bislang immer ihre Ruhe und Kraft zurück. Noch kann das Mädchen nicht ahnen, dass von nun an sein Leben auf dem Kopf steht und es erwachsen werden muss. Denn von nun an verändert sich alles ...

Beim Lesen fühle ich mich sofort ins Hamburg des Jahres 1892 hinein versetzt, kann den Trubel und die ärmlichen Verhältnisse im Arbeiterviertel Hamburgs wie in einem Kinofilm vor mir ablaufen sehen. Die einzelnen Szenen sind voller liebevoller Details gezeichnet und das Milieu ist fassbar und lebendig. Brillant erzählt und mit Figuren voller Charakter und Echtheit, das ist die neue Serie um die Hafenschwester Martha, die sich durch ein schweres Leben und harte Zeiten kämpft, aber immer, unbeirrt ihren Traum vor Augen hat und ihn für sich umsetzt. Gefühle wie Liebe, Abscheu, Rivalität, Freundschaft, Zusammenhalt all die finden Platz in diesem Roman und die Autorin kann sie fassbar umsetzen und ehrlich und glaubhaft rüber bringen. Ihre Figuren sind zumeist liebenswert, doch natürlich gibt es auch den einen oder anderen Stinkstiefel, in ihrer Gesamtheit spielen sie jedoch hervorragend zusammen. Sprache und Schreibstil der Autorin sind einzigartig und auf höchstem Niveau angesiedelt, trotzdem in einer Leichtigkeit erzählt, so dass ich nichts als Freude beim Lesen empfinde. Die Dialoge reißen mich mit, unterstützen die Dynamik der Story grandios. Viele Gedanken und Sätze sind sofort zu Lieblingen erkoren und unvergesslich.

Egal was ich von der Autorin bisher gelesen habe, ob Thriller, historischer Roman oder Sachbuch, ich fühle mich bei der Lektüre ihrer Bücher immer und stets außerordentlich gut unterhalten. Bewundernswert recherchiert ist hier alles stimmig und ausgefeilt: die Zeit, das Leben der unterschiedlichen Schichten, die Sprache, die Figuren und die Geschichte selbst. Die Autorin Melanie Metzenthin verfügt über ein immenses Wissen über die Historie der Medizin und der Stadt Hamburg und sie kann uns Lesern dies auf wunderbare Weise nahe bringen.

Deshalb vergebe ich hier natürlich fünf von fünf möglichen Sternen, ernenne dieses Buch zu einem meiner Herzensbücher und empfehle es so klar weiter. Gerade Liebhaber historischer Romane werden nicht enttäuscht. Gleichwohl ist dieses Buch auch ein Buch über die Emanzipation, die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft. Auf den nächsten Band freue ich mich persönlich bereits jetzt! Liebe Leser, bitte dieses Buch unbedingt lesen!

Herzlichen Dank an das Bloggerportal von der Randomhouse-Gruppe für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars. Es ist so beglückend, dass ich dieses Buch lesen durfte!

Über die Autorin:
Authentische Erzählungen vergangener Zeiten: Melanie Metzenthin, geboren 1969 in Hamburg, ist hauptberuflich Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Zu ihren Patienten gehörten lange Zeit sowohl traumatisierte Menschen als auch psychisch kranke Straftäter.
Ihre berufliche Erfahrung bringt sie gern in ihre Arbeit als Schriftstellerin ein. Viele ihrer Figuren profitieren so von einer Tiefe, die ihnen viel Glaubwürdigkeit verleiht.
Melanie Metzenthin veröffentlicht bei verschiedenen deutschen Verlagen hauptsächlich historische Romane, in denen die Medizin und häufig auch die Psychiatrie eine wichtige Rolle spielen. (Quelle: Lovelybooks.de)

Hier noch einmal der Original-Klappentext zum Nachlesen:
Hamburg, 1892: Die Cholera erschüttert die Stadt an der Elbe und fordert tausende Opfer. Als Marthas Mutter stirbt, muss sie das Überleben ihrer Familie sichern. Die junge Frau aus dem armen Gängeviertel ergattert eine Lehrstelle am Eppendorfer Krankenhaus und arbeitet sich bis zur OP-Schwester hoch. Während die Ärzte sich im Wettlauf gegen die Zeit befinden, ist Hamburg auch im politischen Umbruch: Die Hafenarbeiter streiken, die Frauen kämpfen ums Wahlrecht und für die Rechte von Prostituierten. Martha schließt sich der Frauenbewegung an und führt gleichzeitig ihren ganz persönlichen Kampf. Denn sie hat nicht nur die Liebe zur Medizin entdeckt, sondern – gegen die strengen Regeln am Krankenhaus – auch zu einem jungen Mann.

Montag, September 09, 2019

Herbstbunt - Wer nur alt wird, aber nicht klüger, ist schön blöd von Thomas Gottschalk

Immer jung im Kopf


Super schön und passend sticht mir gleich das Inhaltsverzeichnis ins Auge: Songtitel allesamt sind dem Classic-Rock zuzuordnen. Für einen Menschen, der Musik so sehr liebt und diese Liebe auch zeigt als RadioDJ und Moderator großer Abendshows könnten die Überschriften der Kapitel gar nicht treffender sein. Der Soundtrack zum Buch gleich mitgeliefert - herrlich!

In seinem zweiten Buch gewährt uns Thomas Gottschalk tiefe, ehrliche und sehr persönliche Einblicke in sein Privates und seine Gedankenwelt. Darüber welche Einschnitte es bei ihm gab und aktuell gibt, gesundheitliche Probleme, die es zu bewältigen gibt und dem „sich stellen“ des Prozesses des Alterns. Unter anderem schneidet er Themen wie Fitness, Ernährungsumstellung, Ahnenforschung an und dies mit humorigen Anekdoten aus seinem Leben verbunden.


Dabei kommen auch gesellschaftspolitische Themen nicht zu kurz, wie etwas der Wandel der Gesellschaft, unser Blick auf uns selbst als Gemeinschaft, auch der Rolle der Frau oder die Entstehung von Shitstorms im Internet; dabei geht es Thomas Gottschalk um das Erkennen, das Verstehen und letztendlich das Umsetzen dieser Veränderungen in und für sein eigenes Ich.

Viele seiner Gedanken kenne ich von mir selbst, einen Wandel der Gesellschaft, den auch ich sehe und erlebe, Umdenken, das auch ich für mich vollziehen musste. Einfühlsam erzählt Thomas Gottschalk Episoden aus seinem Leben und kann mich dabei prächtig unterhalten und vor allem mitnehmen, ja fesseln. Der Ton des Buches ist locker, fast schon plaudernd erzählt Thomas Gottschalk aus seinem Alltag.

Eine TV-Legende wird älter aber ist nach wie vor und wird es immer bleiben: jung im Kopf! Seine Erfahrungen und sein Wissen gibt er uns gerne weiter, dies tut Thomas Gottschalk aber niemals mit erhobenen Zeigefinger sondern stets unterhaltsam und äußerst charmant.

Aus tiefstem Herzen bewerte ich dieses Buch mit fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es natürlich weiter. Das Grundthema des Buches betrifft uns alle irgendwann früher oder später: der Kampf mit den Pläsierchen des Älterwerdens. Ein wunderbarer Geschichtenerzähler, der Thomas Gottschalk nun einmal ist, berichtet er somit über das hoffentlich Unvermeidbare, denn nur wer lebt kann älter werden. Bei Hörbuch-Fassung liest der Autor übrigens selbst und ist deshalb ein ganz besonderes Schmankerl!

Herzlichen Dank an das Bloggerportal von der Randomhouse-Gruppe für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars.

Über den Autoren:
Thomas Gottschalk wurde am 18. Mai 1950 in Bamberg geboren. Er startete seine Karriere beim Bayerischen Rundfunk. Mit der Sendung »Na sowas!« gelang ihm der Durchbruch im Abendprogramm des ZDF. 1987 übernahm er das Unterhaltungs-Flaggschiff »Wetten, dass..?« und moderierte bis 2011 151 Sendungen. Gottschalk ist seit 1976 mit Thea verheiratet. Er hat zwei Söhne und zwei Enkel und lebt in Süddeutschland und den Vereinigten Staaten. (Quelle: Heyne-Verlag)
Hier der Original-Klappentext (noch einmal zum Nachlesen):
Forever young?
Immer lief alles glatt in seinem Leben. Warum sollte sich daran etwas ändern, bloß weil Thomas Gottschalk eines Tages 60 wurde? Für die Figur gibt’s die Mayr-Kur, und Workouts gibt’s für die Fitness. Doch in der zweiten Hälfte der Sechziger wird es unerwartet rumpelig: Der Oberschenkelmuskel gibt den Geist auf; das Haus brennt ab; und nach über 40 Jahren Ehe ist das Zusammenbleiben plötzlich nicht mehr selbstverständlich…
Thomas Gottschalk erzählt vom Älterwerden – nachdenklich, mit viel Humor und großer Offenheit. Seine Botschaft? Optimistisch!
»Ich im Kampf gegen die Vergreisung. Das ist meine letzte große Herausforderung. Ich werde sie bewältigen – top, die Wette gilt!« Thomas Gottschalk (Quelle: ebenfalls Heyne-Verlag)

Montag, Mai 28, 2018

Kleinhirn an alle – Die große Ottobiografie von Otto Waalkes

Otto Waalkes, der Komiker Nummer 1


In seinem Buch „Kleinhirn an alle“ berichtet Otto Waalkes von den bisherigen Stationen seines Lebens und von seinen Zukunftsvorstellungen, aus seinem privaten Leben und dem Öffentlichen wie Shows und Filmen.






Freitag, Mai 25, 2018

Ohne ein einziges Wort von Rosie Walsh

Schmerzhafter Verlust


Jedes Jahr zum selben Zeitpunkt besucht Sarah Harrington ihre Eltern in Großbritannien. Eine schwere Zeit für sie, voller Emotionen. Doch dieses Mal scheint alles anders zu sein. Sarah lernt ihn kennen, den Mann, von dem sie irgendwie sofort weiß, dass er ihr Mr. Right ist. Sie verbringt eine ganze Woche mit Eddie David, eine intensive Zeit, voller reicher Gespräche, tiefer Gefühle und Sex. Am siebten Tag verabschiedet sich Sarah, denn Eddie möchte zusammen mit einem Freund einen schon lange zuvor geplanten Urlaub nach Spanien antreten. Er verspricht ihr, sich vom Flughafen zu melden. Aber der Anruf bleibt aus. Sämtliche von Sarah unternommenen Kontaktversuche scheitern, Eddie bleibt spurlos verschwunden. Wie soll sie sich verhalten, ihr ist klar, es muss etwas Schreckliches passiert sein, es gibt keine andere Erklärung, zu perfekt hat alles gepasst und sie weiß, auch Eddie fühlte während der gemeinsamen Zeit wie sie selbst. Ihre Freunde raten ihr jedoch, Eddie zu vergessen. Sarah befindet sich in einer emotionalen Achterbahnfahrt, jede Möglichkeit ergreift sie wie einen rettenden Strohhalm. Wird sie alles aufklären können? Was ist mit Eddie geschehen?

Dienstag, Mai 22, 2018

Sommerhaus zum Glück von Anne Sanders

Umwege zum Glück


Das malerisch gelegene Küstenstädtchen St. Yves in Cornwall, im Norden der Penzance-Halbinsel gelegen, ist eines der beliebtesten Urlaubsziele Großbritanniens und wird auch gern als ein farbenfroher Garten bezeichnet. Hier hin flüchtet Elodie Hoffmann, aus dem Machtzentrum Frankfurts kommend sucht sie eine neue Herausforderung. Natürlich ist der Grund, warum sie sich hier ein neues Leben aufbauen möchte, ein Mann – Per Gunnarson. Doch das ist eine längere Geschichte. In St. Ives angekommen findet Elodie schnell Anschluss: da ist zum einen die ältere Brandy, die alles über St. Yves weiß und jeden kennt und zum anderen Helen, die mit ihrem Mann zusammen das Café im Städtchen führt. Schnell ist Elodie mitten drin, plant die Renovierung des kleinen Bed&Breakfast das sie (leider) ungesehen gekauft hat, sie erfährt Unterstützung von allen Seiten. Nur der – auf sie arrogant wirkende – Besitzer eines Pop-up-Stores, Tom de la Chaux, behandelt sie total abweisend. Elodie weiß nicht, warum er sich ihr gegenüber so uncharmant verhält; gerne würde sie den Coffeeshop meiden, doch der Kaffee dort ist einfach himmlisch gut …