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Sonntag, Oktober 09, 2022

Drachenbanner. Ein Waringham-Roman von Rebecca Gablé

 

Freiheit zählt

 

Die blutjunge Adela of Waringham ist eine eigenständig denkende und freiheitsliebende Frau. Nichts möchte sie lieber, als ihrem dominanten und herrschsüchtigen Bruder zu entgehen. Der Rat ihres Großvaters an den Hof des Königs Henry zu gehen, um als Hofdame der Prinzessin Eleanor Plantagenet zu dienen, erscheint Adela als ein perfekter Plan, schon allein um nicht durch ihren Bruder Raymond zwangsverheiratet zu werden. Doch da gibt es auch noch Bedric Archer, der Sohn einer Bauernfamilie, die Leibeigene sind. Mit Bedric hat Adela eine tiefe und aufrichtige Freundschaft aufgebaut. Soll sie ihn einfach im Stich lassen? Doch einer Ehe mit einem Leibeigenen würde ihre Familie niemals zustimmen...

 

 

Mit diesem siebten Band der Reihe feiert die Warinham-Serie ihr 25 jähriges Jubiläum und ich bin von Anfang an dabei. Die Autorin Rebecca Gablé schafft es jedes mal aufs Neue mich in ihren Bann zu ziehen; ihre Geschichten sind fabelhaft, hervorragend historisch recherchiert und unheimlich gut in der Handlung selbst strukturiert. Der Schreibstil der Autorin fasziniert mich und ich lese ihre Bücher mit riesengroßem Vergnügen. Die Sprache ist äußerst anspruchsvoll und der Zeit angepasst und lässt sich trotzdem fließend und angenehm lesen. Die Figuren sind außerordentlich vielschichtig, sie stecken voller Leben und sind authentisch. Die Dialoge sind ansprechend und mitreißend. Die Hauptfigur konnte ich gleich in mein Leser-Herz schließen und bin ich nur zu gern durch die Geschichte gefolgt. Übrigens war ich schon nach der Lektüre der Leseprobe verzaubert und hätte am aller liebsten sofort weiter lesen mögen.


Selbstverständlich vergebe ich diesem historischen Roman seine mehr als wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle ihn vollen Herzens weiter. Auch wenn meine Emotionen als Fangirl bei diesem Buch überschwappen, so kann ich es trotzdem guten Gewissens anpreisen. Buch-Liebhaber mit geschichtlichem Interesse und Vorlieben für Familien-Sagas liegen hiermit goldrichtig. Ich wurde zu jedem Zeitpunkt hervorragend unterhalten und habe mich mit enormen Interesse durch die 928 Seiten gelesen. Welch ein Lese-Genuß, der nicht nur für Fans der Waringham-Serie ein absolutes Must-Read ist, ein wahres Kult-Buch eben! Auch wer die Serie noch nicht kennt, kann hier problemlos mitlesen!

 

Über die Autorin:

Rebecca Gablé studierte Literaturwissenschaft, Sprachgeschichte und Mediävistik in Düsseldorf, wo sie anschließend als Dozentin für mittelalterliche englische Literatur tätig war.
Heute arbeitet sie als freie Autorin und lebt mit ihrem Mann am Niederrhein und auf Mallorca. Ihre historischen Romane und ihr Buch zur Geschichte des englischen Mittelalters wurden allesamt Bestseller und in viele Sprachen übersetzt. Besonders die Romane um das Schicksal der Familie Waringham genießen bei Historienfans mittlerweile Kultstatus.(Quelle: Bastei Lübbe Verlag)

 

Original-Klappentext:

England 1238: Die junge Adela of Waringham und Bedric, Sohn einer leibeigenen Bauernfamilie, sind zusammen aufgewachsen. Während Adela als Hofdame zur Schwester des Königs geschickt und später mit einem Ritter verheiratet wird, schuftet Bedric auf den Feldern von Waringham – dem Elend der Leibeigenschaft und der Willkür von Adelas Bruder ausgeliefert. Als die Situation unerträglich wird, flieht er, nicht ahnend, dass Adela von ihm schwanger ist. In London begegnet Bedric Simon de Montfort, dem charismatischen Schwager des Königs. Als 1258 Seuchen und Missernten über das Land ziehen, bricht ein Krieg aus, der eine neue Zeit einläutet. Doch Bedric und Adela haben einander nie vergessen …

 

 

 

 

 

 

Herzlichen Dank an den Bastei Lübbe Verlag und lovelybooks Deutschland für dieses Rezensions-Exemplar, das ich im Rahmen einer Verlosung gewonnen habe.

 

 

 

Samstag, Oktober 01, 2022

Klaus muss raus von Maiken Brathe

 

Pläne schmieden und in die Tat umsetzen


Die knapp 60jährige Edith ist seit etwas über einem Jahr verwitwet. Ihr fast 40jähriger Sohn Klaus lebt noch bei ihr im Haus, im Hotel „Mama“ sozusagen. Klaus versucht mehr und mehr in die Rolle des Vaters zu schlüpfen. Wie kann Edith ihn loswerden? Nach dem Tod ihres Mannes Heinz hat sich Edith zunächst einmal einen Herzenswunsch erfüllt und sich einen Hund angeschafft, den Pudel Paulchen. Mit ihm unternimmt sie Ausflüge in den städtischen Wald und lernt Hund und Leute kennen. Sie freundet sich mit Kim an, die ihr mit Rat und Tat zur Seite steht und Lebenshilfe in wichtigen Fragen leistet. Doch von sich selbst gibt Kim nur wenig preis. Sie schmieden gemeinsam Pläne, Klaus loszuwerden!


Schon nach den ersten gelesenen Seiten stecke ich total in der Geschichte drin und mein Leserinnen-Herz öffnet sich weit für die Protagonistin Edith. Ich muss sie einfach lieben und dabei auch den kleinen Pudel Paulchen. Die Charakteristik dieser Figur ist der Autorin Maiken Brathe wunderbar gelungen. Eine Frau, alles anderer als verwöhnt von ihrem bisherigen Leben, nabelt sich ab und will neu starten, dabei ist sie offen für alles Neue. Die Zufallsbekanntschaften, auf die Edith trifft, sind herrliche Randfiguren, die Geschichten zu ihnen mal lustig, mal skurril, tiefgründig und vor allem nie langatmig. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir ausnehmend gut, sie packt wichtige Informationen auch mal gerne in Nebensätze versteckt. Das gefällt mir! Die Sprache ist modern, frisch und lebendig. Die Figur der Kim ist geheimnisvoll, eine patente Frau, die immer Rat weiß, liebenswert und gleichzeitig mysteriös, sie ist pfiffig und charmant. Einfach nur perfekt geschrieben! Das Tempo der Autorin ist rasant und wir LeserInnen erfahren unheimlich viel, doch die Geschichte ist ebenfalls tiefgründig und steckt voller Symbolik, weshalb ich mir beim Lesen Zeit genommen habe, so dass ich nichts verpasse.


Von Herzen gerne vergebe ich diesem kurzweiligen Roman fünf wohlverdiente Sterne von fünf möglichen Sternen und spreche ihm meine absolute Leseempfehlung aus. LeserInnen erwarten vielschichtige Figuren und ein wunderbar arrangierter Plot. Eine bezaubernde Geschichte, die sich für ein Lese-Wochenende auf dem Sofa anbietet.

 

Über die Autorin:

Maiken Brathe ist 1970 in Hamburg geboren und wuchs auf dem platten Land auf. Sie studierte Germanistik, Journalistik und Politische Wissenschaften. »Life can be a b witch« – der Weg zur Schriftstellerei war ver­­­hext, aber inspirierend für erste Essays und Glossen für die Zeitschrift »mobil« der Deutschen Rheumaliga sowie Kurzgeschichten in Literaturzeitschriften und Anthologien. Neben Maiken Brathes Debütroman »Tilda« erscheint 2021 ein Sachbuch über die Sterbebegleitung ihrer Mutter (»Leg schon mal die Handtücher auf die schönsten Wolken«, Adakia). Als bekennendes Nordlicht lebt sie in der Nähe von Marsch und Elbe in Elmshorn und fotografiert Menschen und Schafe »op’n Diek«.

 Gewinnerin u.a. des Uli-Horn-Preises 2008, Preisträgerin des Edgar-Stene-Prize 2018.

 Website: http://maikenbrathe.com/

 (Quelle: Ulrike Helmer Verlag)


Original-Klappentext:

Edith (59) ist frisch verwitwet – und glücklich. Endlich Zeit, ihre Träume zu erfüllen: einen Führerschein machen, ein eigenes Konto eröffnen, ans Meer fahren mit Pudel Paulchen – ohne dass ihr Mann sie maßregeln und bevormunden kann. Doch da ist noch … 

… Ediths Sohn Klaus (39). Der macht ihr das Leben schwer, weil er die Attitüden seines Vaters nahtlos übernimmt, und das Schlimmste: Klaus denkt nicht im Traum daran, das mütterliche Nest zu verlassen.

Bei einem Spaziergang mit ihrem Hund lernt Edith die Eigenbrötlerin Kim kennen. Gemeinsam schmieden die beiden Frauen Pläne, den späten Vogel aus dem Nest zu scheuchen. Hilfe kommt auch von weiteren Hundemenschen, denn Hundemenschen halten zusammen. Je kurioser der Plan, desto vielversprechender erscheinen die Erfolgschancen: Von Hausarbeitsstreik über Verkupplungsversuche bis hin zu Kidnapping wird alles versucht. Leicht fällt das Edith nicht, die hin- und hergerissen ist zwischen Freiheitswunsch und Mutterliebe. Als wäre das alles nicht genug, stellt Kim ihre Welt auch noch auf den Kopf, denn eigentlich steht Edith, so dachte sie, doch gar nicht auf Frauen.

 

 

 

 

 

 

 

Herzlichen Dank an den Ulrike-Helmer-Verlag und an Lovelybooks für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars, im Rahmen einer Lese-Runde!

 

 

 

Mittwoch, April 20, 2022

Hannover: Das Heimat-Quiz von Natascha Manski

 

Fragen aus der alten Heimat

In dem herrlich unterhaltsamen Quiz rund um Hannover gibt es wirklich für jeden Geschmack die richtige Frage. Neubürger können so spielerisch ihre Stadt erkunden. Alteingesessene werden genauso gefordert und wissen mit Sicherheit nicht alle Antworten. Für Touristen stellt das Fragen-Quiz einen guten Leitfaden dar, um sich mit der Stadt zu beschäftigen. Die Fragen-Kategorien sind vielfältig und betreffen Historisches, Kulinarisches, Sehenswürdigkeiten und Promis und noch so vieles mehr wie u.a. Natur, Nachhaltigkeit, Geheimtipps, Sprache. Ein atemberaubend schöner Mix, den die Autorin Natascha Manski hier vorlegt.



Die Qualität der Frage- und Antwort- Kärtchen sowie deren Box ist extrem hoch. Sie sind zudem wunderhübsch gestaltet, teilweise mit herrlichen Impressionen der Stadt. Die Sprache der Autorin ist unübertrefflich gut und einladend, so dass das Lesen und Beantworten gleich noch mehr Spaß bringt.

Ich wurde prächtig beim Quizzen unterhalten und vergebe hier so klar fünf Sterne von fünf möglichen Sternen. Das Heimat-Quiz kann ich uneingeschränkt für jedermann empfehlen, neben exzellenter Unterhaltung wird man gleichzeitig hervorragend geschult und kann so bei gegebener Gelegenheit vor Fremden oder Freunden mit Wissen um das schöne Hannover brillieren. Amüsement für Familienfeiern oder Spieleabenden ist mit dem Quiz garantiert. Für mich als ehemalige Hannoveraner Bürgerin war es enorm spannend zu sehen, was sich in den letzten Jahren in der Stadt getan hat und was mir an Wissen bisher entgangen war.

 

Über die Autorin:

Natascha Manski ist in der Wesermarsch aufgewachsen. Bei ihrem Umzug nach Hannover vor rund acht Jahren fragte sie sich: „Kann das was werden mit uns?“ Inzwischen ist sie sicher: „Und wie!“ Natascha Manski liebt ihre Wahlheimat, in der sie als Autorin und Pressesprecherin arbeitet, weil sie so grün ist, ihre Bewohner entspannt sind und Hannover auch mal mit schrägen Entdeckungen überrascht.(Quelle: Grupello Verlag)

 

Original-Klappentext:

Wie gut kennst du Hannover? Urbanes Flair, ein weltberühmter Keks und ein Stadtwald, größer als der New Yorker Central Park: Moin und willkommen in Hannover! Vom Bogen-Aufzug mit einem herrlichen Blick über den Maschsee, entspannten Melodien aus einem Musik-Gully bis zum wohl kleinsten Kino der Welt – in 100 Fragen und Antworten erzählt Natascha Manski kleine und große Geschichten über Niedersachsens „Stadt der Gärten“, die das Heimat-Herz gleich ein wenig höher hüpfen lassen!

 

 

 

 

 

 

Herzlichen Dank an den Grupello Verlag und Lovelybooks für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars (das ich im Rahmen einer Leserunde gewonnen habe!)

 

 

 

Donnerstag, März 31, 2022

Düsteres Watt von Sabine Weiß

 


High Society

Im ersten Urlaub auf Sylt mit ihrem neuen Partner Sebastian wird Liv Lammers zu einem Leichenfund gerufen. Ist dies das Ende der romantischen Stunden oder kann der Fall schnell gelöst werden? Die Sommer-Hitze brütet über der Insel und so wird die Arbeit zusätzlich erschwert. Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei dem Toten um Karl von Raboisen, einem schwerreichen, adeligen Inselbewohner mit großem Einfluss handelt. Die Witwe Charlotte ist zudem in der Politik tätig. Klar zieht der Todesfall somit die Presse und den Boulevard an. Das Team um Liv Lammers ermittelt nun also im Jet Set.



Mit ihrem Schreibstil kann mich die Autorin Sabine Weiß jedes Mal wieder einfangen und überwältigen. Die Sprache ist anregend und lässt sich fließend lesen, sie ist jung und modern. Mit ihren Figuren beeindruckt die Autorin zutiefst, denn sie sind exzellent strukturiert und filigran angelegt. Sie sprühen nur so vor Leben und sind komplett authentisch. Sowieso sind die einzelnen Szenen hervorragend dargestellt, so dass ich nicht nur die Charaktere sondern auch die Schauplätze beim Lesen direkt vor mir sehe. Die Autorin liebt Sylt und dies spiegelt sich im Roman auch wunderbar wider. Die Schilderungen sind atemraubend, die Natur wird ausdrucksstark beschrieben. In diesem Band der Reihe um die in Sylt gebürtige Kommissarin Liv Lammers geht es auch um die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten auf der Insel und deren Probleme miteinander, genauso wie die gegenseitigen Vorurteile und dem Versuch der Bewältigung. Die Dialoge sind lebendig und spannend, so dass ich mich fabelhaft unterhalten fühle. Der Fall selbst und somit der Plot ist unsagbar spannend gestaltet, mit unvorhersehbaren Wendungen darin, so dass das Lesen und Mitfiebern immens ist.


Selbstverständlich vergebe ich hier fünf wohlverdiente Sterne von fünf möglichen Sternen. Natürlich und selbstredend spreche ich diesem Sylt-Krimi meine uneingeschränkte Leseempfehlung aus. Wer die Insel liebt, für den ist der Krimi fast schon ein Must-Read, Kenner der Reihe werden den neuen Band ohnedies verschlingen. Aber auch für Neueinsteiger ist der Band durchaus geeignet!

 

Über die Autorin:

Sabine Weiß, Jahrgang 1968, arbeitet nach ihrem Germanistik- und Geschichtsstudium als Journalistin. 2007 veröffentlichte sie ihren ersten Historischen Roman, der zu einem großen Erfolg wurde und dem viele weitere folgten. Im Sommer 2017 erscheint ihr erster Kriminalroman, „Schwarze Brandung“. Unabhängig davon, ob sie gerade einen Krimi oder einen Historischen Roman schreibt: Sabine Weiß liebt es, im Camper auf den Spuren ihrer Figuren zu reisen und direkt an den Schauplätzen zu recherchieren. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nordheide bei Hamburg. (Quelle: Bastei Lübbe Verlag)

Website der Autorin

 

Original-Klappentext:

Band 6 der Reihe "Liv Lammers"

Aus Wasser ist alles, und ins Wasser kehrt alles zurück – Liv Lammers ermittelt in ihrem sechsten Fall auf Sylt

Sylt glüht unter der Sommerhitze. In den Wanderdünen bei List meldet ein anonymer Anrufer eine männliche Leiche. Der Tod des Mannes gibt Rätsel auf, denn obgleich das Opfer auf einer Düne liegt, ist es ertrunken. Zumindest die Identität ist rasch geklärt: Es handelt sich um Klaus von Raboisen, den steinreichen Spross einer Adelsfamilie, der eine Villa in List besitzt. Seine Ehefrau Charlotte ist Politikerin, weshalb die Ermittlungen sofort im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Doch noch während Liv Lammers und ihre Kollegen von der Kripo Flensburg ermitteln, wird im Sylter Watt eine weitere Leiche angespült. Auch hier steht die Todesart im Widerspruch zum Fundort: Die Frau ist verdurstet. Makabrer Zufall oder Ergebnis eines perfiden Plans?

 

 

 

 

 

 

Mein herzlicher Dank für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars geht an die Autorin persönlich!




 

 

Donnerstag, März 17, 2022

Tote tanzen keinen Walzer - Eine Ruhrpott-Krimödie mit Loretta Luchs von Lotte Minck


 

Let's Dance


Frank macht seiner Bärbel endlich einen Heiratsantrag! Die Freunde sind ganz aus dem Häuschen vor Aufregung. Einzig Loretta hat eine bittere Pille zu schlucken: die beiden wünschen sich nämlich, dass die drei Paare gemeinsam einen Tanzkurs absolvieren. Klar willigt der Tanzmuffel Loretta ein, tatsächlich hat sie nach einigen Stunden sogar Spaß an der gemeinschaftlichen Aktion. Was dann passiert, ist allerdings ungeheuerlich, denn ein Tanzkurs-Teilnehmer wird während einer Tanzstunde erschossen! Selbstverständlich mischt Loretta wieder mit und ermittelt auf eigene Faust, niemand wird in ihrem Beisein einfach so ermordet! Also schlägt sich Loretta wieder einmal mit Kommissarin Küpper herum und alle sechs Freunde bringen sich ein, den Täter zu überführen.



Locker, leicht und fließend ist der Schreibstil der Autorin. Die Grundstimmung im Buch ist stets heiter. Das Zusammenspiel der Figuren ist perfekt und harmonisch. Überhaupt sind die Hauptfiguren durch die Bank sympathisch und überaus liebenswert. Loretta und ihre Freunde sind gestandene Persönlichkeiten mit einem festen Platz im Leben und vollkommenem Vertrauen zueinander - Freunde, wie man sich bessere nicht wünschen könnte. Gekonnt hat mich die Autorin während Lorettas Ermittlungen hinters Licht führen können; Verstrickungen und unvorhersehbare Wendungen in der Geschichte haben mich zutiefst beeindruckt. Es gibt viele Tatmotive und noch mehr Verdächtige, da hat das Mitraten enormen Spaß gebracht und mich prächtig unterhalten. Die Sprache der Autorin ist frisch, frech und jung und natürlich darf der Ruhrpott-Dialekt nicht fehlen und peppt so manche Szene erfrischend auf.


Von Herzen gerne vergebe ich hier wohlverdiente fünf von fünf möglichen Sternen und spreche dem Buch meine uneingeschränkte Leseempfehlung aus. Liebhaber von Krimödien und echter Schreibkunst liegen hiermit goldrichtig! Leider ist dies (vorerst) der letzte Fall von Loretta Luchs und ihren Freunden, denn der Droste Verlag ändert sein literarisches Angebot. Doch ich hoffe auf den Spruch vom Pink Panther: "Heute ist nicht alle Tage. Ich komm' wieder, keine Frage." Zumindest wünsche ich mir ein Wiedersehen!

 

Über die Autorin:

Lotte Minck hat die längste Zeit ihres Lebens im Ruhrgebiet gelebt, wo sie Popstars bekocht, Events organisiert und in einer Schauspielagentur Termine jongliert hat. Dabei hat sie einige Skurrilitäten erlebt und die Menschen des Reviers kennen und lieben gelernt. Ihre von tiefschwarzem Humor geprägten Krimödien um Loretta Luchs sind eine Huldigung an das Ruhrgebiet und die Menschen, die dort leben. Seit 2005 widmet Lotte Minck sich ganz dem Schreiben.(Quelle: Droste Verlag)

Original-Klappentext:

Das große Finale: Bärbel und Frank heiraten! Und weil laut Frank „auf ’ne ordentliche Hochzeit“ getanzt wird, muss Loretta mit ihren Freunden die Schulbank drücken – genauer: die Tanzschulbank. Wider Erwarten machen ihr die Tanzstunden Spaß – bis einer der Teilnehmer beim Foxtrott erschossen wird. Ehrensache, dass das Ermittlerdreamteam im Finale Grande noch einmal alles gibt, um zwischen eifersüchtigen Ex-Formationstänzern und vermeintlichen Erbschleicherinnen den wahren Täter zu finden …

 

 

 

Im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks wurde mir ein Rezensions-Exemplar zur Verfüng gestellt, dafür bedanke ich mich herzlich!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Freitag, Dezember 03, 2021

Gold und Ehre von Sabine Weiß

 

Hamburger Michel


Benjamin Michielsz Aard ist ein junger Architekt und Maler aus Amsterdam, er betreibt gefährliche Forschungen, um in seinem Fach noch besser zu werden. Unterstützt wird er von seinem Cousin Theo, einem Schiffschirurgen. Da die beiden Familienstränge verfeindet sind, hält Benjamin seine Forschungen vor seinem Vater geheim. Als der Statthalter von Amsterdam, Prinz Wilhelm II., einen Putsch plant und Amsterdam angreift, überschlagen sich die Ereignisse. Der Coup misslingt zwar, doch es ändert sich so einiges gerade für Benjamin. Sein Vater schickt den jungen Architekten nach Hamburg, hier soll er beim Bau einer Kirche helfen. Benjamin muss nun auf eigenen Beinen stehen, findet Freunde und auch Neider, so wie Betrüger, gleichwohl entdeckt er die Liebe ...




Die Autorin Sabine Weiß verfügt über ein enormes, geschichtliches Wissen und kann uns Lesern und Leserinnen dieses auch grandios weiter vermitteln. Die Geschichte ist wunderbar geschrieben, so dass das Lesen hervorragend fließend funktioniert. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut, sie verbindet fiktive Figuren in einzigartiger Weise mit tatsächlich realen, historischen Personen. Die Sprache, die Sabine Weiß verwendet, ist der Historie angepasst und trotzdem sehr gut verständlich. Der Plot selbst ist intensiv und spannend aufgebaut. Die Charaktere haben eine enorme Tiefe und Glaubwürdigkeit. Gerade der Protagonist Benjamin ist absolut liebenswert und ich folge ihm nur zu gern durch die Geschichte und habe ihn sogleich in mein Leserherz geschlossen, ein junger gerechter Mann mit eigenem Kopf und großem Wissensdrang. Seine Interaktion mit den anderen Akteuren ist fabelhaft komponiert von der Autorin. Der Zeitgeist des Lebens um 1650 in Amsterdam und Hamburg ist ausgezeichnet verfasst, die einzelnen Gesellschaftsschichten werden meisterhaft deutlich dargestellt, in ihren Schwierigkeiten und ebenso ihren Vorteilen. Durch Twists und Wendungen hält die Autorin den Spannungsbogen stets enorm hoch und ich mag das Buch gar nicht aus den Händen legen. Mit seinen knapp 700 Seiten ist das Buch sicher kein Leichtgewicht, aber ich lese das E-Book-Format, was sich hier als riesengroßer Vorteil erweist!


Von Herzen gerne vergebe ich diesem historischen Roman seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und spreche ihm meine absolute Leseempfehlung aus. Die Geschichte des Hamburger Wahrzeichens, der Sankt Michaelis Kirche zu Hamburg, erzählt die Autorin Sabine Weiß auf höchstem Niveau. Hier bekommen wir Historie glänzend verpackt mit vortrefflicher Unterhaltung. Ein Must-Read für Hamburg Fans und/oder Liebhaber des historischen Romans!

 

Über die Autorin:

Sabine Weiß, Jahrgang 1968, arbeitet nach ihrem Germanistik- und Geschichtsstudium als Journalistin. 2007 veröffentlichte sie ihren ersten Historischen Roman, der zu einem großen Erfolg wurde und dem viele weitere folgten. Im Sommer 2017 erscheint ihr erster Kriminalroman, „Schwarze Brandung“. Unabhängig davon, ob sie gerade einen Krimi oder einen Historischen Roman schreibt: Sabine Weiß liebt es, im Camper auf den Spuren ihrer Figuren zu reisen und direkt an den Schauplätzen zu recherchieren. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nordheide bei Hamburg. (Quelle: Bastei Lübbe Verlag)

 

Original-Klappentext:

Ein großer Historischer Roman um den Bau des Hamburger Michels, Krieg und Frieden und die Freiheit, sein eigenes Glück zu suchen
Nach einem verunglückten Experiment wird Benjamin von seinem Vater nach Hamburg geschickt. Anfangs tut sich der junge Architekt schwer so fern der Heimat. Er wird belogen und betrogen, doch bald lernt er Menschen kennen, auf die er zählen kann – allen voran Lucia, die stehlen muss, um das Überleben ihrer Familie zu sichern. Sie fasziniert ihn, auch weil sie blitzgescheit ist. Als Benjamin von seinem Vater zurück nach Amsterdam gerufen wird, bleibt sie zurück. Kann dennoch mehr aus ihrer Verbindung werden?
Folgen Sie Sabine Weiß’ Helden ins spannende 17. Jahrhundert, und erleben Sie Amsterdam und Hamburg von einer neuen Seite!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herzlichen Dank für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks!


 

 

 

Mittwoch, Dezember 01, 2021

Lebensgefühl von Gerry Friedle aka DJ Ötzi

 

Sei Du selbst


Die Autobiografie von Gerry Friedle aka Dj Ötzi ist nicht nur die Beschreibung seiner eigenen Lebensgeschichte, sondern auch eine wichtige Botschaft an uns alle: nämlich nicht den Mut zu verlieren, sondern gestärkt aus Krisen heraus treten zu können. Gerry gewährt ehrliche und tiefe Einblicke in sein Leben abseits des Rampenlichts und der Bühne. Es beginnt alles mit einer sehr schwierigen Kindheit, geprägt durch Erkrankungen und Kämpfen um Anerkennung. Die Biografie umfasst natürlich auch die Entstehung und den Aufstieg des Künstlers, ebenso wie die Erlangung und das Weitergeben von menschlichen Werten.


 

Auf diese Biografie habe ich mich besonders gefreut, denn ich mag Gerrys Musik sehr, auch gerade die leiseren Lieder. Gerne möchte ich deshalb mehr über den Menschen erfahren, seinen Weg ganz ohne Scheinwerfer. Und in diesem Buch bekomme ich ihn quasi unplugged und kann mir ein ehrliches Bild machen. In unglaublich schöner Sprache, mit von Poesie geprägten Sätzen, erzählt Gerry Friedle seine Lebensgeschichte. Er berichtet über Menschen, die ihn beeinflusst haben, durch ihre Positivität aber auch durch deren Abneigungen. „Sei Du selbst.“ ist ein Motto von Gerry Friedle und darin steckt soviel, Motivation und Herzenswärme, Respekt und Akzeptanz von Personen. Ganz schnell findet der Autor seinen Weg in mein Herz und dort breitet er sich aus und nimmt mich für sich gefangen, ein wunderbarer Mensch! Gekrönt wird das Buch durch persönliche Bilder durch die Zeiten.



Meine Bewertung sind natürlich fünf wohlverdiente Sterne von fünf möglichen Sternen und ich spreche dieser wundervollen Biografie eine absolute Leseempfehlung aus. Es ist wunderbar so persönliche Dinge über jemanden zu erfahren, der schon so oft in unseren Wohnzimmern im TV zu Gast war. Für Fans sowieso ein Must-Read und ebenfalls für alle die mal hinter die Kulissen blicken wollen.


 

Über den Autoren:

Gerhard Friedle wurde 1971 in St. Johann in Tirol geboren. Mit seinem Alter Ego DJ Ötzi und dem Song »Anton aus Tirol« wurde er zum Star. Top-Charts-Platzierungen in Großbritannien, Südafrika und Australien machen ihn zu einer österreichischen Ausnahmeerscheinung auf internationalem Parkett. Er lebt mit Frau Sonja und Tochter Lisa-Marie in Salzburg. (Quelle: ECO Win Verlag)

 

Original-Klappentext:

DJ Ötzi macht Laune – Gerry Friedle macht Mut

Mit seinem Hit »Anton aus Tirol« wurde er über Nacht zum Star. Doch die Karriere als Entertainer und Sänger war ihm nicht vorgezeichnet: Gerry Friedle alias DJ Ötzi begeistert seit über zwanzig Jahren Fans auf der ganzen Welt. Er ist einer der bekanntesten österreichischen Musiker und Performer und brachte es mit »Hey Baby« zu Gold und Platin in England. Aber der Weg zum Erfolg führte ihn durch tiefe Täler und über hohe Gipfel. In seiner exklusiven Autobiografie blickt Gerry Friedle auf seine bewegte Lebensgeschichte zurück. Dieses inspirierende Buch zeigt: Wer schwere Zeiten übersteht, kann gestärkt und mit neuem Lebensmut daraus hervorgehen!

- Schwieriger Anfang: Pflegefamilie, Großeltern und Schulkonflikte

- Von ganz unten kann es nur noch besser werden: der Weg aus der Obdachlosigkeit

- Erste Erfolge: Vom Karaoke-Sieger zum DJ und Entertainer

- Chart-Stürmer und Familienmensch: der berühmte Sänger ganz privat

- Tolles Geschenk für jeden Musikfan

Ehrlich, authentisch und persönlich: eine Künstlerbiografie, die inspiriert

Sein Leben war beileibe nicht einfach – aber hat ihn zu dem gemacht, der er heute ist. Auf Konzerten und Veranstaltungen wie der DJ Ötzi Gipfeltour schafft er es, die Leute zu spüren, ihre Stimmung zu erfassen und sie mit seiner Musik, die zwischen Schlager, Dance und Pop liegt, zu begeistern. In seiner Autobiografie gewährt der Star sehr private Einblicke in sein Leben. Er erzählt von der Kraft, die er aus der Liebe seiner Frau Sonja und dem Zusammensein mit Familie und Freunden schöpft, und wie er mit seiner oft schwierigen Vergangenheit abschließen konnte. Wenn er über Hits wie »Ein Stern, der deinen Namen trägt« spricht und seine Verantwortung gegenüber seinen Fans beschreibt, wird seine Leidenschaft für die Musik deutlich.

Ein österreichischer Musikstar, der aus dem Tiroler Ötztal die weite Welt eroberte, zeichnet seinen Lebensweg nach: Begleiten Sie Gerry Friedle durch die schönen, stillen und manchmal schwierigen Momente von DJ Ötzis Karriere!

 

 

 

Herzlichen Dank an den Verlag ECO-Win für mein Rezensions-Exemplar, das ich im Rahmen einer Buch-Verlosung bei Lovelybooks erhalten habe!

 

 

 

 

 

 

Mittwoch, Oktober 13, 2021

Ein Grab für Zwei von Anne Holt - Selma Falck Band 1

 


Ein Labyrinth


Selma Falck, die Protagonistin, ist ziemlich heruntergekommen, sie hat ihren Job, ihr Heim, ihre Familie, Freunde – sofern sie welche hatte – fast alle verloren. Sie hat gelogen und betrogen und sieht es eher einen Betrug gegen sich, dass ihre Spielsucht aufgeflogen ist, sie fühlt sich um ihr Leben betrogen und will nicht erkennen, dass sie sich ändern muss. In dieser Situation bittet sie ihr ehemaliger Chef um Hilfe, seine Tochter Hege Chin, Norwegens Langlauf-Hoffnung auf einen Olympiasieg, wird unschuldig des Dopings verdächtigt. Jan Morell macht Selma ein Angebot, das sie nicht ausschlagen kann.


 

Anne Holts Geschichte ist inszeniert wie verheddertes Wollknäuel, das um Entwirrung bittet. Die Hauptfiguren sowie die Nebencharaktere finden kleine Stücke des Fadens auf und versuchen den Weg aus dem Labyrinth zu finden, und doch gelingt ihnen gerade dies nicht und es dauert, bis sich alles fügt. Dieses Buch ist genial und intelligent geschrieben, die einzelnen Stücke fügen sich ganz langsam zu einem imposanten Großen zusammen. Diesen Weg erzählt die Autorin meisterhaft und es ist faszinierend zu lesen. Die Spannung ist enorm hoch angesetzt, ein Pageturner, den ich nicht aus meinen Händen legen möchte, zu sehr brenne ich darauf, das Ende zu erfahren. Dieses Buch möchte erobert werden, es ist keine leichte Lektüre für nebenbei oder nur zum Überfliegen, es kostet ein wenig Anstrengung, aber die lohnt sich! Der anspruchsvolle Leser, die anspruchsvolle Leserin wird mit einem Krimi auf allerhöchstem Niveau belohnt. Anne Holt beweist wieder einmal mehr, wie intelligent sie schreiben kann – eine wahre Krimi-Queen.


Selbstverständlich vergebe ich hier die volle Punktzahl: fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle das Buch uneingeschränkt weiter. Ein verworrener Justizkrimi, mit einer beachtlichen Hauptfigur. Wie schön, das Anne Holts 'Hanne Willemsen' eine so starke und ebenbürtige Nachfolgerin erhalten hat. Ich freue mich auf den nächsten Band der Serie! 

 

Über die Autorin:

Anne Holt ist mit über 10 Millionen verkauften Büchern weltweit eine der erfolgreichsten Krimiautor:innen Skandinaviens. Sie ist ehemalige Justizministerin Norwegens, Anwältin, Journalistin, TV-Nachrichtenredakteurin und Moderatorin. Zu großem Ruhm als Autorin gelangte sie mit den zwei Krimiserien um Inger Johanne Vik (verfilmt als »Modus. Der Mörder in uns«) und Hanne Wilhelmsen. Ihre neueste Serie dreht sich um die Juristin Selma Falck. (Quelle: Atrium Verlag)

Original-Klappentext:

Selma Falck hat in ihrem Privatleben und ihrer Karriere als Rechtsanwältin den Tiefpunkt erreicht. Genau in diesem Moment braucht Jan Morell, der Vater von Norwegens bester Skifahrerin, ihre Hilfe. Seine Tochter sieht sich Doping-Vorwürfen ausgesetzt, und Selma soll ihre Unschuld beweisen. Als jedoch ein anderer Skifahrer tot aufgefunden wird, zeigt sich, dass die Situation noch viel ernster ist. Stück für Stück kommt Selma einem Netz aus verborgenen Feindschaften, zwielichtigen Verbindungen und alten Sünden auf die Spur. Doch es wird ein Wettlauf gegen die Zeit, denn es stehen noch mehr Leben auf dem Spiel …

 

 

 

Herzlichen Dank an Lovelybooks und dem Atrium Verlag für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars im Rahmen einer Leserunde. 

 

 

 

 

 

 

 


Mittwoch, Juli 28, 2021

Ein Männlein liegt im Walde - Eine Ruhrpott-Krimödie mit Loretta Luchs von Lotte Minck

 

Loretta Luchs in ihrem (bislang) schwierigsten Fall


Loretta Luchs und ihr Freund Dennis Karger durchleben gerade eine Extrem-Situation, ja einen Albtraum. Dennis wird verdächtigt, den Adoptiv-Vater seiner Tochter ermordet zu haben. Von seiner Tochter Miriam genannt Miri, hatte Dennis gerade erst ein paar Tage zuvor erfahren. Mit deren Mutter Angelika, genannt Angie, hatte Dennis vor 20 Jahren eine kurze Affäre auf Ibiza. Doch Angie hatte zu dem Zeitpunkt mehrere Sex-Partner, somit ist die Vaterschaft ohne Test noch gar nicht sicher bestätigt. Trotzdem hatte es erste, kurze Begegnungen gegeben. Auf einer kleinen Sommerparty in Dennis' Haus kam es dann zu einer Auseinandersetzung zwischen Dennis und dem Stiefvater Miriams. Besagter ist nun tot, aufgefunden neben dem bewusstlosen Dennis im Wald. - Eine Falle, wie Loretta sofort klar ist. Minipli-Man und Hornbrillen-Girl nehmen die Ermittlungen auf!


Der Schreibstil der Autorin Lotte Minck gefällt mir super gut. Ihr Tempo ist flott und ich werde die gesamte Zeit über hervorragend unterhalten. Die Spannung ist extrem hoch gehalten, schon allein weil Loretta selbst (bzw. ihr Liebster Dennis) im Fall involviert ist. Mit ihrer Sprache, nämlich dem Ruhrpott-Dialekt, schafft es Lotte Minck, Auflockerung in das düstere Szenario einfließen zu lassen, an vielen Stellen habe ich ein dickes Grinsen im Gesicht. Die Gefühle kommen gut zur Geltung, Loretta in ihrer Verzweiflung, die Liebe zu Dennis, die Tiefe Freundschaft zu den Freunden. Die Emotionen sind brillant dargestellt und vor allem, sie sind lebensecht. Die Charaktere sind allesamt glaubhaft und in ihren jeweiligen Eigenschaften tief verwurzelt. Die Gruppe um Loretta und Dennis und die beiden selbst sind liebenswert und es macht Spaß, mit ihnen mitzufiebern. Die Geschichte selbst ist unfassbar authentisch und könnte jedem von uns jeden Tag selbst passieren. Die Polizeiarbeit, Abläufe und Rechtsfragen werden interessant berichtet und sind informativ, nehmen aber nichts von der Intensität der Story weg. Die Dialoge sind göttlich und ich wäre an manchen Stellen gerne dabei gewesen!


Von Herzen gerne vergebe ich fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle die Krimödie uneingeschränkt weiter. Ich hoffe, das Buch findet viele, viele Leser und Leserinnen und ich bin sicher, sie werden das Buch lieben und es gar nicht aus der Hand legen wollen. Zu spannend und gefühlvoll ist die Geschichte angelegt, als dass man nicht sofort auch das Ende wissen möchte.


Kurzmeinung:

Eine Albtraum-Situation unwahrscheinlich authentisch, eine Ruhrpott-Krimödie absolut zum Mitfiebern, eine emotionale Achterbahnfahrt!

Über die Autorin:

Lotte Minck hat die längste Zeit ihres Lebens im Ruhrgebiet gelebt, wo sie Popstars bekocht, Events organisiert und in einer Schauspielagentur Termine jongliert hat. Dabei hat sie einige Skurrilitäten erlebt und die Menschen des Reviers kennen und lieben gelernt. Seit 2005 widmet Lotte Minck sich ganz dem Schreiben. (Quelle: Droste Verlag)

Original-Klappentext:

Eine fast zwanzig Jahre zurückliegende Affäre bringt Lorettas Universum ins Wanken: Dennis soll Vater einer erwachsenen Tochter sein und steht von einem Tag auf den anderen unter Verdacht, deren Stiefvater erstochen zu haben. Die Last der Beweise ist erdrückend, doch für Loretta aka Hornbrillen-Girl steht fest: Dennis ist in eine Falle gelockt worden. Davon muss jetzt nur noch die Polizei überzeugt werden – wie immer mit tatkräftiger Unterstützung von Minipli-Man und Co.

 

 

Herzlichen Dank an Lovelybooks und dem Droste-Verlag sowie an die Autorin selbst für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars im Rahmen einer Lese-Runde.


Samstag, Juli 10, 2021

Mord auf Langeoog: Ein Nordsee-Krimi von Monika Detering

 

Gestörtes Idyll

Die Kriminalhauptkommissarin Carla Bernstiel wird als Saison-Aushilfe von Aurich auf die Nordseeinsel Langeoog abgeordnet. Sie liebt das Meer, die Wellen, den Duft und die Möwen. Mit den Einheimischen und ihrer Verschlossenheit tut sie sich allerdings etwas schwer. Privat schleppt sie ihre eigenen Dämonen mit sich herum, hat gerade eine schlimme Erfahrung hinter sich. Hier auf der Insel erhofft sie sich, eher ruhige Dienstwochen, passiert doch auf einer kleinen Insel kein Kapitalverbrechen, oder? Dann direkt am ersten Tag, Carla ist gerade auf Langeoog angekommen, werden sie und ihr Kollege Gerrit Blau alarmiert. Ein bestialischer Mord ist geschehen. Vorbei ist es mit der Ruhe. Nun beginnt die detaillierte Polizeiarbeit und Ergebnisse sollte es geben, bevor mehr und mehr Urlauber auf die Insel einfallen.



Gleich nach dem Lese-Start befinde ich mich sofort mitten in der Geschichte. Das schwierige Leben mit einer Teenager-Tochter der Familie Hauser zum einen und auf der anderen Seite die Kommissarin Carla Bernstiel, der ich einen richtigen Urlaub von Herzen gönnen würde. Die Autorin Monika Detering hat ihre Charaktere wunderbar gezeichnet, die Figuren stecken voller Leben. Gerade mit Carla kann ich gut mitfiebern und mitfühlen, eine sympathische und willensstarke Frau. Und die Nebenfiguren sind ebenfalls glaubwürdig und stecken voller Ecken und Kanten, so wie im wirklichen Leben. Der Fall selbst ist unglaublich. Den Spannungsbogen hält die Autorin hoch und fest gespannt. Der Schreibstil Monika Deterings ist brillant, sie erzählt die Story hervorragend und in gutem Tempo. Die Dialoge sind flüssig und in schöner Sprache geführt. Ich fühle mich prächtig unterhalten von der ersten bis zur letzten Zeile. Die Idee, was Worte alles auslösen können, wurde hier in diesem Krimi mit voller Bravour umgesetzt.


Sehr gerne vergebe ich hier fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle den Nordsee-Krimi selbstverständlich weiter. Hier bekommt der Krimi-Fan zur Hochspannung auch noch das herrliche Ambiente der Nordsee geliefert. Die Landschaft und das Leben auf der Insel sind herrlich und natürlich dargestellt. Absolutes Lesevergnügen!

 

Lieblingssatz:

Sie hatte Salz auf den Lippen gespürt und Tang gerochen und ihre Blicke waren den Seevögeln hinterher gefolgt.

Kurzmeinung:

Brutaler Mord vor wunderschöner Nordsee-Kulisse mit ehrlicher Polizeiarbeit. Große Leseempfehlung!

Über die Autorin:

Monika Detering wollte Schiffsjunge, Malerin oder Schriftstellerin werden. Die letzteren Wünsche waren den Eltern zu unseriös (vom ersten ahnte niemand etwas). Sie arbeitete viele Jahre als Puppenkünstlerin mit zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland wie Washington, Philadelphia und New York. Durch lange Aufenthalte an der Nordsee wurde das Meer ihr Sehnsuchtsort. Sie war als freie Journalistin tätig und entschied sich später für das belletristische Schreiben. Gemeinsam mit dem Autoren Horst-Dieter Radke erfand und schreibt sie die historische Krimiserie um Puff & Poggel, mit Blick in die 50er Jahre auf fiktive Ereignisse in Mülheim an der Ruhr. Als Gegenpol zum „Kriminellen“ veröffentlichen sie sommerleichte Inselromane. Neben dem gemeinsamen Schreiben publiziert jeder für sich Soloprojekte.

Monika Detering ist Mitglied bei den „Mörderischen Schwestern“ und den „42-er Autoren“. 

(Quelle: digital publishers)

Original-Klappentext:

Was, wenn schöne Worte tödlich sind …?
Der atmosphärische Insel-Krimi für alle Ostfriesland-Fans

In einem Haus auf der Insel Langeoog bricht ein Feuer aus. Bei den Löscharbeiten entdecken die Rettungskräft zwei Mädchen. Jördis ist schwer verletzt, Ilka ist tot. Die Untersuchungen ergeben schnell, dass das Feuer nicht die Ursache für das Unglück der beiden gewesen sein kann. Die jungen Frauen wurden zuvor betäubt und erschlagen. Doch wer sind die beiden und wer hatte ein Motiv, zwei unschuldigen jungen Frauen so etwas anzutun? Und was hat es mit den Gedichtstrophen auf sich, die an verschiedenen Orten auf Langeoog auftauchen? Die Inselkommissare Carla Bernstiel und Gerrit Blau arbeiten unter Hochdruck und suchen unter den ersten Saison-Gästen der Insel nach Hinweisen.

Dies ist eine Neuausgabe des Romans Wer liebt, stirbt zweimal.

 

 

Herzlichen Dank an Lovelybooks und digital publishers  für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars.

Freitag, Juni 11, 2021

Die Totenärztin 1 – Wiener Blut von René Anour

               

 
        
 
 
            Fanny Goldmann, Band 1


Im Jahre 1908 arbeitet die junge Fanny Goldmann als Sektionsgehilfin an der Wiener Gerichtsmedizin. Sie hat ihr Medizinstudium abgeschlossen, doch als Pathologin wollte der Leiter des Instituts sie nicht einstellen. In ihrem Optimismus akzeptiert Fanny die geringere Anstellung, sie hofft, sich beweisen zu können und danach voll akzeptiert zu werden. Sie hat die Pathologie frei gewählt, sie möchte die lezte Fürsprecherin der Toten sein, diejenige, die deren Geheimnis und deren Tod bezeugt und ans Licht bringt. Durch ihre Neugier und ihren Stursinn bringt sie sich jedoch bald in große Gefahr. Kann Fanny sich und ihren Traum retten?





Die Geschichte der Fanny Goldmann zieht mich gleich in den allerersten Zeilen in ihren Bann; Fanny ist eine Person, die ich leicht in mein Leserherz einziehen lassen kann, ich fiebere und leide und freue mich mit ihr mit. In einem angenehm flüssigen Schreibstil hat der Autor René Anour sein Werk verfasst. Die Sprache, die er verwendet ist niveauvoll, anspruchsvoll und trotzdem fällt mir das Lesen leicht. Die Handlung wird in atemraubendem Tempo erzählt, ich schwebe nur so durch die Lektüre. Den hoch angesetzten Spannungsbogen hält René Anour die gesamte Zeit über fest gezurrt. Die genannten medizinischen Details zeigen zum einen Wissen und hervorragende Recherche über die Historie der Medizin auf der anderen Seite. Gleichzeitig peppt der Autor einzelne Szenen mit etwas Humor auf, so dass ich durchaus hin und wieder schmunzeln muss. Die Charaktere sind enorm gut angelegt und völlig glaubwürdig, in ihnen stecken volles Leben und Authentizität. Die Figuren haben Ecken und Kanten und es sind so ziemlich alle Eigenschaften der Menschheit mit ihren Abgründen sowie auch positiven Seiten vertreten. Überhaupt kommen Gefühle nicht zu kurz in diesem historischen Roman. Die Dialoge sind wahrhaft und überzeugend. Alles passt in diesem Roman perfekt ineinander.


Selbstverständlich vergebe ich diesem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Leser und Leserinnen historischer Romane werden es wie ich lieben, denn hier gibt es zum historischen Wiener Lokalkolorit gleichzeitig Einblicke in die Medizingeschichte und obendrauf noch eine Detektivstory geliefert. Ganz nebenbei verkörpert Fanny Goldmann eine starke und mutige Frau, deren Schicksal sicher niemanden kalt lassen wird. Es handelt sich bei dem Buch um Band 1 einer Serie und ich fiebere jetzt schon dem zweiten Band entgegen, der am 19.10.2021 beim Rowohlt Verlag erscheint.


Lieblingszitiat:

„Sie müssen sehr stolz auf Ihre Tochter sein, sie ist eine Pionierin, ein mutiges Vorbild für alle Frauen.“

Kurzmeinung:

Eine atemraubende Detektiv- sowie eine hochwertige historische Geschichte plus Herz aus dem schönen Wien. Unterhaltung pur!

Über den Autoren:

René Anour lebt in Wien. Dort studierte er auch Veterinärmedizin, wobei ihn ein Forschungsaufenthalt bis an die Harvard Medical School führte. Er arbeitet inzwischen bei der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit und ist als Experte für neu entwickelte Medikamente für die European Medicines Agency tätig. Sein historischer Roman «Im Schatten des Turms» beleuchtet einen faszinierenden Aspekt der Medizingeschichte: den Narrenturm, die erste psychiatrische Heilanstalt der Welt. Sein zweiter Roman bei Rowohlt ist der Auftakt zu einer Reihe um eine junge Pathologin in Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts: «Die Totenärztin». (Quelle: Rowohlt Verlag) 

Homepage des Autoren

Klappentext:

Eine junge Ärztin
Eine heimliche Obduktion
Eine gefährliche Entdeckung

Wien, 1908. Als ein toter Obdachloser in der Gerichtsmedizin eingeliefert wird, schenkt niemand ihm einen zweiten Blick – niemand außer der jungen Ärztin Fanny Goldmann. Ihr fallen Ungereimtheiten auf, aber keiner ihrer männlichen Kollegen will auf sie hören. Daher obduziert sie die Leiche nachts heimlich. Eine gefährliche Entscheidung, denn plötzlich findet sie sich mitten in einer tödlichen Verschwörung rund um einen charismatischen Dieb und Kaiserin Sissis verschwundene Diamantsterne wieder. Ihre Ermittlung führt Fanny von den mondänen Salons und prunkvollen Palais der Oberschicht bis in die schäbigen Spelunken und Bordelle der Wiener Unterwelt. Hier lauert an jeder Ecke der Tod, dessen Opfer Fanny auf ihrem Sektionstisch ihre intimsten Geheimnisse offenbaren ...

Eine atemberaubend spannende Mischung aus Medizinhistorie und Krimi

Der erste Fall für Totenärztin Fanny Goldmann

 

 

Herzlichen Dank an Lovelybooks, den Rowohlt Verlag und den Autoren, für den Erhalt eines Rezensions-Exemplars und dass ich an der Leserunde teilnehmen durfte.



Freitag, April 23, 2021

Larissas Geheimnis von Gisela Garnschröder

 

Familienfehde an der Nordsee

Für das Pärchen Frauke Thomas und Andreas Mayer endet ein Streit um das gemeinsame Urlaubsziel mit einem Zerwürfnis. Er möchte in die Sonne fliegen, doch sie will unbedingt an die Nordsee, ihre alte Heimat. Fliegen mag Frauke sowieso nicht! Enttäuscht von Andreas fährt Frauke alleine aus der neuen Heimat Bielefeld ans Meer. Gleich nach ihrer Ankunft in Wilhelmshaven kommt es jedoch zu einer folgenschweren Begegnung für die junge Frauke und von da an überstürzen sich die Ereignisse und an Erholung ist vorerst nicht mehr zu denken. Frauke Thomas muss um ihr Leben bangen; zum Glück trifft sie den attraktiven und freundlichen Friedrich Lust und somit ist sie nicht mehr völlig einsam.


Gisela Garnschröder gehört schon seit einigen Jahren zu meinen Lieblingsautoren und auch mit dem Kriminalroman „Larissas Geheimnis“ enttäuscht sie mich nicht eine Sekunde lang. Von der ersten Zeile bis zur letzten Seite fiebere ich mit der Protagonistin Frauke Thomas mit. Der Schreibstil der Autorin ist sehr versiert und sie kann mich begeistern und mitnehmen. Ihre verwendete Sprache ist frisch und modern, die Dialoge sind lebendig und lebensnah. Gisela Garnschröders Figuren sind glaubhaft angelegt und spielen sich vor allem die Bälle perfekt einander zu. Die 60jährige Kriminalhauptkommissarin Mira Wiedemann, die das Revier während der Urlaubszeit nur mit Hilfe und einziger Unterstützung ihres Assistenten Kommissar Thorben Weller führen muss, habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Die beiden sind ein Paradespiel im gelungenen Zusammenspiel der Charaktere. Authentizität pur! Emotionen kommen bei dem Kriminalroman auch nicht zu kurz: Schrecken, Furcht, Neugier und auch zarte Verliebtheit, sie alle spielen eine große und entscheidende Rolle in diesem Buch. Die Story selbst ist hervorragend geplottet, die Autorin versteht es stets den hohen Spannungsbogen zu halten und bringt mich als Leserin durch überraschende Wendungen auf falsche Fährten, die Originalität ist fast nicht zu überbieten.

Selbstverständlich spreche ich für das Buch eine absolute Leseempfehlung aus. Ich vergebe dem Krimi fünf von fünf möglichen Sternen. Ich selbst wurde wunderbar unterhalten und verbrachte schöne und vor allem spannende Lesestunden mit „Larissas Geheimnis“. Jeder Krimi-Liebhaber wird entzückt sein so wie ich, ehrliche, verzwickte Polizeiarbeit und dunkle Geheimnisse warten auf die Leser!

Ein spannender Nordsee-Krimi, der sich durch seine lebensnahen Figuren und dem fantastischen Plot sehr angenehm lesen lässt!

Lieblingssatz:

„... Wind in ihren Haaren, schnupperte diese wunderbare Mischung aus Salz, Schlick, Teer und Öl, die den Geruch ihrer Heimatstadt ausmachte ...“

 

Herzlichen Dank an Lovelybooks und die Autorin für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars im Rahmen einer Verlosung! 

 

Klappentext:

Sommer, Sonne, Seewind, das Meer zu ihren Füßen und eine romantische Zufallsbekanntschaft. So hat sich Frauke Thomas ihren Urlaub an der Nordsee vorgestellt. Doch dann kommt alles anders. Gleich am ersten Tag begegnet ihr eine Frau, die ihrer verstorbenen Mutter täuschend ähnlich sieht. Kurz darauf findet sie einen Zettel unter dem Scheibenwischer ihres Wagens: »Verschwinde!«. Frauke informiert ihre Tante Larissa, die mit einem geheimnisvollen Koffer zu ihr an die Nordsee eilt und noch in der selben Nacht ermordet wird. Mit Hilfe der Hauptkommissarin Mira Wiedemann, versucht Frauke den Tod ihrer Tante zu klären und deckt dabei die dunkelsten Geheimnisse ihrer eigenen Familie auf.

(Quelle: lovelybooks)

Über die Autorin:

Gisela Garnschröder ist in Herzebrock/Ostwestfalen geboren, aufgewachsen ist sie dort auf dem elterlichen Bauernhof. Viele Jahre war Gisela Garnschröder als Verwaltungsangestellte in einer Justizvollzugsanstalt tätig. Immer war das Schreiben ihre Lieblingsbeschäftigung. Gisela Garnschröder wohnt in Ostwestfalen, ist verheiratet und hat erwachsene Kinder und Enkelkinder. Sie ist Mitglied bei der Krimivereinigung „Mörderische Schwestern“, beim „Syndikat“ und bei „DeLiA“.  

(Quelle: lovelybooks)


Sonntag, April 18, 2021

Die Hofgärtnerin von Rena Rosenthal

 Die Fliedervilla, Teil 1

 
Die junge Marleene hat seit sie denken kann nur einen Traum: sie möchte Gärtnerin werden, und in der Hofgärtnerei der Stadt Oldenburg arbeiten, so wie ihr Vater es getan hat. Pflanzen und Blumen sind ihre Passion von Kleinauf. Doch für eine Frau ist es im Jahre 1891 nicht möglich, eine Ausbildung zur Gärtnerin zu absolvieren. Die Männerwelt traut ihnen die harte Arbeit nicht zu. Obwohl sie es bereits vorher wusste, hatte sie sich beworben und wurde natürlich prompt als Lehrling abgelehnt. So hegt Marleene nun einen kühnen Plan – sie muss sich als Mann verkleiden! Geht sie als junger Bursche durch und vor allem, kann sie ihren Traum verwirklichen? Eine aufregende Zeit beginnt!


 

Eindringlich und authentisch schildert die Autorin Rena Rosenthal das Leben und die Probleme der Menschen Ende des 19. Jahrhunderts. Die Schwierigkeiten der unterschiedlichen Klassen untereinander, aber und vor allem auch die Stellung der Frau in der Gesellschaft zu der Zeit werden deutlich behandelt. Die Frauenbewegung, die Kämpfe der Sozialdemokraten für bessere Arbeitsbedingungen; doch auch die Schwierigkeiten des Bürgertums lässt die Autorin nicht außer Acht. All diese Aspekte verbindet sie in ihrem umfassenden ersten Teil einer Trilogie um das Mädchen Marleene. Langweilig wird es mir beim Lesen zu keiner Zeit! So viele Probleme und Machtspielchen muss die junge Frau bestehen und sie erhält dabei die Unterstützung ihrer Cousine Frieda, die (fast) immer eine Lösung parat hat.

Die Charaktere sind hervorragend von der Autorin beschrieben, jede Figur ist klar erkennbar, das Leben der Menschen kann ich bildlich vor mir sehen und die einzelnen Szenen vor meinen Augen ablaufen sehen. Der Schreibstil ist flüssig und Rena Rosenthal hat die Historik hervorragend studiert und verblüfft zudem mit einem ausgezeichneten Pflanzenkunde-Wissen.

Ein Buch, mit dem ich mich als Leserin länger beschäftigen muss, denn hat es über 600 Seiten! Das mich jedoch voll und ganz mitnehmen konnte in eine Welt, die aus Arbeiter- und Frauensicht, zum Glück hinter uns liegt. Natürlich spreche ich meine unumwundene Leseempfehlung aus und vergebe dem historischen Roman fünf von fünf möglichen Sternen.

Bei diesem historischen Roman sind anspruchsvolle Lesestunden garantiert. Die wunderbare, feine Sprache der Autorin überzeugt!


Klappentext:

Blumen sind ihre Leidenschaft. Liebe ist ihr Schicksal. Wird sie es schaffen, ihren großen Traum zu leben?

Oldenburg, 1891. Als Gärtnerin in der Natur zu arbeiten und die schönsten Blumen dieser Welt zu züchten, davon träumt Marleene schon ihr ganzes Leben. Doch ihr Wunsch scheint unerreichbar, denn eine Gärtnerlehre ist allein Männern vorbehalten. Aber Marleene gibt nicht auf: Kurzerhand schneidet sie sich die Haare ab und verkleidet sich als Junge – und bekommt eine Anstellung in der angesehenen Hofgärtnerei. Marleene ist überglücklich! Doch die anderen Arbeiter machen ihr den Einstieg alles andere als leicht, und es wird zunehmend komplizierter, ihre Tarnung aufrechtzuerhalten. Als sie dann auch noch die beiden charmanten Söhne der Hofgärtnerei kennenlernt, werden ihre Gefühle vollends durcheinandergewirbelt. Marleene muss sich entscheiden – folgt sie ihrem Traum oder ihrem Herzen …

Der Auftakt der großen Familiensaga in hochwertig veredelter, liebevoller Ausstattung!

Über die Autorin: Quelle: Penguin Verlag

Rena Rosenthal hat schon als Kind jede freie Minute in der Baumschule ihrer Eltern verbracht. Die Baumschule in einem kleinen Örtchen in der Nähe von Oldenburg wird heute von ihrer Schwester geführt. Obwohl sie – im Gegensatz zum Rest ihrer Familie – nicht den Beruf der Gärtnerin ergriffen hat, ist ihre Liebe zu Blumen geblieben. Daher war schnell klar, dass ihre erste Familiensaga von duftenden Fliederbäumen und prächtigen Rhododendren handeln soll. Rena Rosenthal lebt heute mit ihrer Familie in Köln.

 

Herzlichen Dank an Lovelybooks und den Penguin Verlag für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars im Rahmen einer Leserunde!

Freitag, Dezember 27, 2019

Gärtner, Gauner, Gänseblümchen: Der achte Fall für Steif und Kantig von Gisela Garnschröder

Was der Frühling bringt


Der nahende Frühling sendet Stürme und starke Regengüsse ins kleine Örtchen Oberherzholz im Münsterland. Doch das Wetter ist nicht das einzige, das das Leben der beiden Schwestern Isabella Steif und Charlotte Kantig heftig beeinträchtigt: es geschieht ein brutaler Mord an einem jungen Mädchen im beschaulichen Dorf. Selbstverständlich begeben sich die Schwestern auf Spurensuche. Das scheint jemandem (dem Täter?) nicht zu gefallen, denn auf Balu, Isabellas Labrador, wird ein Mordanschlag verübt. Und Charlotte fällt ein herab fallender Ast auf den Kopf, oder war auch das ein Anschlag? Aber nun mischt sich das Geschwisterpaar erst recht ein und ermittelt wieder einmal auf eigene Faust. Wird es ihnen gelingen, den Mörder zu stellen? Eine aufregende und nicht ungefährliche Zeit hat längst begonnen …



Freitag, Oktober 05, 2018

Sechs Wochen im Herbst von Bettina Elpers

Skandal in der Idylle


Die Kühle des Herbstes beginnt gerade sich gerade zu entfalten, Katarina Wolff, genannt Katta, ist frisch getrennt von Rolf Jagoda, dem Tierarzt im kleinen Ort, zwei Jahre war sie mit ihm zusammen. Er ist verheiratet (nicht mit Katta) und sie seit sieben Jahren geschieden. Eine solche Affäre passte eigentlich sowieso nicht zu ihren Lebenszielen. Nun würde sie sich neu orientieren. Katta fühlt sich wie befreit. Dass ihr Ex-Ehemann Jan Mortau samt seiner neuen noch dazu schwangeren Ehefrau Maria zurück ins Dorf gezogen ist, kann ihre gehobene Stimmung nur kurz etwas schmälern. Schnell erinnert sie sich durch sein Verhalten, warum sie beide getrennt sind. Bald jedoch geschehen seltsame Dinge und Kattas Lieblinge, die Pferde, scheinen gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt. Natürlich muss Katta dem auf den Grund gehen. Katta wird zur Investigatorin, wird sie Unterstützung erhalten und erfolgreich sein?



Mittwoch, März 21, 2018

Eine Liebe auf Guernsey von Pippa Watson

Schicksal und Fügung


Kate besitzt ein kleines Unternehmen in der Touristikbranche auf der Kanalinsel Guernsey. Sie bietet Touren für Reisende an und organisiert Gruppenreisen. Auf der Nachbarinsel Sark geboren, kennt sie sich natürlich wunderbar aus und kann die Gruppen an die prächtigsten Plätze der Insel führen. Ihr Leben gerät jedoch völlig durcheinander, als Brian, ihr Freund aus Kindertagen und ihre erste große Liebe, ihr eröffnet, dass er heiraten möchte. Ja, Kate weiß, sie sind schon lange kein Paar mehr, aber irgendwie hatte sie immer geglaubt, er käme zu ihr zurück.Und nun möchte er, dass sie seine Trauzeugin wird. In ihrer Not wendet sie sich an ihre Stiefmutter Rose und schüttet ihr Herz aus. Doch dann werden die Dinge noch viel komplizierter für Kate.



Sonntag, November 05, 2017

Das verborgene Leben der Meisen von Andreas Tjernshaugen

Geheimnisse


Wussten Sie, dass Meisen der Vielweiberei frönen, Fledermäuse töten, weil deren Gehirn besonders lecker schmeckt, und sich in der Luft wie fliegende Dinosaurier verhalten? Andreas Tjernshaugen, Ornithologe aus Leidenschaft, zeigt, was wir über Meisen alles nicht wissen, er enthüllt uns eine faszinierende Welt direkt vor unseren Augen, die uns bisher verborgen blieb.
Sehr zur Freude seiner Kinder hat Andreas Tjernshaugen eines Tages zwei Meisenkästen in die Bäume des Gartens gehängt und in einem davon eine Kamera installiert, denn er wollte es endlich genauer kennenlernen, das verborgene Leben der Meisen. Haben Meisen Alltagsprobleme? Ja, Nachbarschaftsstreit, Eifersuchtsdramen bei der Partnerwahl, Differenzen bei der Kindererziehung – wie bei uns. Und keine Meise gleicht der anderen: Die einen sind ängstlich, die anderen wagemutig und zupackend, wenn sie Neuem und Unbekanntem begegnen.
Ein Jahr lang hat Tjernshaugen ihre Gewohnheiten beobachtet. Nach der Lektüre seines Tagebuchs werfen wir einen anderen Blick auf die Vögel vor unserem Fenster. (Original-Klappentext)

Donnerstag, September 07, 2017

Hund aufs Herz von Mirjam Müntefering

Reif für die Insel

Lara bekommt aus völlig heiterem Himmel von ihrem Ehemann Marcel die Nachricht, dass er nach fast 20 Jahren Ehe die Scheidung wünscht, er habe eine andere, die noch dazu in der gemeinsamen Firma tätig ist, uns sie sei schwanger. Er habe sich immer Kinder gewünscht und sie, Lara, habe das ignoriert. Natürlich fühlt Lara sich, als ob jemand ihr den Boden unter den Füßen wegzieht. Zunächst ist Lara völlig aufgeschmissen und versucht, bei gemeinsamen Freunden für ein paar Tage unterzukommen. Aber die Freunde schlagen sich allesamt auf Marcels Seite und Lara verbringt die erste Nacht in ihrem neuen Leben bei ihren Eltern. Sicher herzensgute Menschen, aber eben auch Eltern, das bleiben sie ein Leben lang. Da bekommt Lara also noch zusätzlich zu ihrem Schmerz gewisse Vorhaltungen über die eigenen gemachten Fehler. Glücklicherweise fällt ihr dabei schnell ihre wirklich beste Freundin ein: Wiebke. Die lebt allerdings auf Usedom. So beginnt für Lara eine Reise vom Ruhrgebiet und ab auf die Insel. Hier warten ganz neue Aufgaben und Abenteuer auf eine starke Frau, die sich nicht unterkriegen lässt.

Freitag, August 11, 2017

Schampus, Küsschen, Räuberjagd – Ein rabenschwarzer Pauline-Miller-Krimi von Tatjana Kruse

Pauly, wie wir Leser sie lieben


Die Bretter, die die Welt bedeuten, bringen Pauline „Pauly“ Miller dieses Jahr nach Bayreuth. Für sie selbst das ganz große Kino, schließlich hat der Meister höchstpersönlich bereits auf diesem heiligen Boden gestanden und seine Opern inszeniert. Die Operndiva wird die Isolde aus „Tristan und Isolde“ darbieten. Doch so richtig kann sie ihren Bayreuth-Aufenthalt nicht genießen, gleich zu Beginn ist der Wurm drin und Katastrophen brechen über Pauly herein. Ausgerechnet beim Auftakt-Buffet im Steigenberger Festspielrestaurant erfährt Pauly, dass ihre Erzfeindin – das Hermännchen ebenfalls im Ensemble singt. Wieso hat ihre Agentin Bröcki sie denn nicht vorgewarnt? Als nächstes hat Paulys Lebenspartner Arnaldur unangenehme Neuigkeiten für sie. Doch die Krönung von allem: sie wird bezichtigt, eine Juwelendiebin zu sein! Wie wird das alles für unsere Pauly enden?

Montag, Juli 24, 2017

Ein Garten voller Sommerkräuter von Julie Leuze

Die Erfüllung eines Traumes


Die Anfang 40jährige Miriam Weiden wurde von ihrem Ehemann, dem Arzt Jürgen Weiden, nach 20 Jahren Ehe verlassen. Für sie bricht eine Welt zusammen. Als Johanniskraut-Tee und Rotwein nach dem endgültigen Scheidungstermin nicht mehr ausreichen, entschließt sie sich, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Miriam hatte ihr eigenes Studium für ihre kleine Familie aufgegeben, doch nun möchte sie an den Ort zurückkehren, der sie schon während ihres Studiums so fasziniert hatte – Devonshire. Kurzentschlossen bucht sie eine Reise ins kleine Örtchen Reedcombe. Schnell lernt sie dort nette Menschen kennen und steht bei einem Ausflug mit dem Hund Percy vor ihrem kleinen Traumhaus mit wundervollem Garten. Da sie nichts mehr an Deutschland bindet, die erwachsene Tochter Annabel steht schließlich ebenfalls auf ihren eigenen Beinen, fasst sie kurzerhand den Entschluss, das Haus zu kaufen und auszuwandern. Ihre Freundin Barbara unterstützt sie bei ihrem Plan, Annabel ist skeptisch. Aber Miriam lässt sich nicht mehr abbringen …