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Dienstag, Januar 14, 2025

Wer aus dem Schatten tritt (Eine starke Liebe 1) von Melanie Metzenthin

 

Renates erste Stelle

Im Jahr 1958 tritt Renate Schwarz ihren Dienst in der Psychiatrie des Allgemeinen Krankenhauses Ochsenzoll in Hamburg an; der dortige Oberarzt Doktor Kleinschmidt heißt sie nicht wirklich willkommen. Seiner Meinung nach sind Ärztinnen in der Frauen- oder Kinderheilkunde besser aufgehoben. Zum Glück ist der Chefarzt Doktor Siemko da anderer Meinung und hat Renate eingestellt. Nun muss sich die junge Ärztin also doppelt beweisen, vor den Patienten und vor Dr. Kleinschmidt. Wohl um sie schnell wieder loszuwerden, setzt Kleinschmidt sie auf der geschlossenen Männerstation mit den besonders schweren Fällen ein. Doch genau diese Fälle reizen die junge Frau. Renate wohnt im Haus ihres Onkels Heinrich. Heinrich hatte sie nach dem Tod ihrer Eltern zu sich genommen. Inzwischen bewohnt sie ihre eigene Wohnung im Haus, in dem sich auch Heinrichs Hausarztpraxis befindet. Wie wird es Renate ergehen, wird sie sich durchsetzen und überzeugen können?

Melanie Metzenthin gehört zum Kreis meiner Lieblingsautorinnen. Ihre Bücher sind immer eine Garantie für schöne und anspruchsvolle Lesestunden. Mit ihrem exzellenten Schreibstil kann sie mich jedes Mal erneut einfangen und überzeugen. Durch die Geschichte schmökere ich nur zu gerne und gerate freudig und unmittelbar in ihren Bann. Die verwendete Sprache ist angenehm und fließend zu lesen. Der Charakter der Protagonistin Renate ist hervorragend und klar heraus gearbeitet. Gern folge ich der jungen Frau, die so stark ist und ihre Ansichten gut verteidigt, durch die Geschichte. Die Geschichte wie der Plot selbst ist authentisch und dadurch glaubhaft und kann mich fesseln und mitnehmen.

Von Herzen gerne vergebe ich dem Buch seine wohlverdienten fünf Sterne von fünf möglichen Sternen und spreche ihm meine bedingungslose Leseempfehlung aus. Die Leserinnen und Leser erwartet eine historische Geschichte, erzählt auf hohem Niveau und mit großen Gefühlen. Die Stadt Hamburg, der damaligen Zeit, ist natürlich auch hervorragend eingebunden. Ich fühle mich von Zeile eins an fantastisch unterhalten und fliege gerne durch die Buchseiten.

 

 
Über die Autorin:
Melanie Metzenthin lebt in Hamburg, wo sie als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie arbeitet. Sie hat bereits zahlreiche Romane veröffentlicht, in denen psychische Erkrankungen oft eine wichtige Rolle spielen, darunter die beiden Bestseller »Im Lautlosen« und »Die Stimmlosen«. Für »Mehr als die Erinnerung«, den Auftakt zu ihrer »Gut Mohlenberg«-Reihe, wurde Melanie Metzenthin mit dem DELIA-Literaturpreis ausgezeichnet.

Beim Schreiben greift die Autorin gern auf ihre berufliche Erfahrung zurück, um aus ihren fiktiven Charakteren glaubhafte Figuren vor einem realistischen Hintergrund zu machen. (Quelle: amazon)

 
Original-Klappentext:
Der bewegende Auftakt der neuen Reihe über eine junge Ärztin im Hamburg der Fünfzigerjahre, die ihren Weg sucht und die Liebe findet. Von Bestsellerautorin Melanie Metzenthin

Hamburg 1958: Voller Elan tritt die junge Ärztin Renate ihre erste Stelle in der Psychiatrie an. Sie merkt jedoch schnell, dass sie als Frau nicht mit offenen Armen empfangen wird. Durch einen Vorfall in der Klinik lernt sie den charmanten Matthias kennen, der am Anfang seiner Karriere als Profifußballer steht. Sie gehen miteinander aus, aber Renate zögert, sich auf ihn einzulassen.

Allmählich kommen die beiden sich näher und Renate merkt, wie gern sie ihn hat. Ausgerechnet jetzt muss sie sich mehr denn je auf die Arbeit konzentrieren. Ihr Kollege Dr. Lehmann macht ihr das Leben schwer und schließlich droht sogar die Entlassung. Gelingt es ihr, sich zu behaupten?

 
 
 
 
 
Herzlichen Dank an netgalley DE für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplares. 
 
 
 
 
 
 
 

Freitag, November 01, 2024

Das Kurhotel auf Norderney - Gezeiten des Schicksals von Claudia Schirdewan

Die Pension am Meer

Im Jahre 1906 arbeitet die junge Clara als Stranddienerin, um ihre Eltern und die kleine Schwester Antje finanziell zu unterstützen. Als Clara die Arbeit zwei Jahre zuvor antritt, ist sie mächtig stolz. Die Eltern, Elisa und Julius müssen noch immer die Schulden für ihre ''Pension am Meer'' abbezahlen, das Geld ist daher stets knapp. Ihre Großmutter Wilma versucht Clara derweil immer wieder in eine Verbindung mit Max zu drängen, der arbeitet ebenfalls als Stranddiener. Doch Clara sieht in ihm lediglich den Freund, der sie seit Kindertagen begleitet. Max wiederum schwärmt für Clara und möchte ihr seine Liebe gestehen. Sein Vater Sören ist Strandaufseher und eines Tages wird er wohl Sören auf dem Posten ersetzen, eine gute Partie also. Clara jedoch hat eigene Pläne und Träume, denen sie nachhängt und sich erfüllen möchte.

Auch der zweite Band der Norderney-Saga kann mich mitnehmen und wieder voll und ganz überzeugen. Die Gefühle werden erneut ganz groß geschrieben und die Figuren können schnell in mein Leserinnen-Herz finden, einziehen und bleiben. Der Schreibstil von Claudia Schirdewan beeindruckt mich immer wieder. Sie kann wunderschön formulieren und plotten, ihre Sprache ist angenehm und fließend und der jeweiligen Zeit angepasst. Die Charaktere sind wundervoll gezeichnet und überzeugen mit ihren starken und ausgeprägten Zügen. Die Autorin hat das Leben und die Einflüsse der Zeit hervorragend recherchiert und in eine fabelhafte Geschichte gestrickt. Die Atmosphäre ist ausdrucksstark und gut fühlbar. Die Szenen sind brillant gesetzt und gezeichnet, dabei hat die Autorin liebevolle Details pointiert. Ich kann die Bilder direkt vor mir sehen.
Ich fühle mich exzellent unterhalten und fiebere gerne mit den Figuren mit und begleite sie bereitwillig durch die Story.

Von Herzen gerne vergebe ich diesem zweiten Band der Norderney-Saga seine wohlverdienten fünf Sterne von fünf möglichen Sternen und spreche ihm meine bedingungslose Leseempfehlung aus. Leser und Leserinnen, die sich für die frühe Zeit des 20. Jahrhunderts und dem Leben auf einer Nordsee-Insel interessieren, sind hier goldrichtig. Der Unterhaltungsfaktor ist hoch und die Lesezeit vergeht wie im Flug. Von mir erhält das Buch das Prädikat „Herzensbuch“.

Über die Autorin:

Claudia Schirdewan lebt mit ihrer Familie in Everswinkel im Münsterland. Nach dem Abitur absolvierte sie eine kaufmännische und eine fremdsprachliche Ausbildung, später studierte sie nebenberuflich Kulturmanagement. Sie schreibt Geschichten, seit sie alle Buchstaben kennt und liebt es, ihre Figuren auf abenteuerliche Reisen durch die Vergangenheit zu schicken. (Quelle: Bastei Lübbe)

Original-Klappentext:

Band 2 der Reihe "Die große Kurhotel-Saga"

Norderney, 1904: Clara träumt davon, die Pension ihrer Eltern zu einem modernen Kurhotel auszubauen. Obwohl sie ihre Familie mit dem Geld unterstützt, das sie als Dienerin im Damenbad verdient, scheuen ihre Eltern das finanzielle Risiko einer Modernisierung. Als der junge Bankier Arthur auf Norderney auftaucht, scheint es, als könnten Claras Träume vom Kurhotel doch noch wahr werden. Gemeinsam schmieden sie Pläne und kommen sich dabei immer näher. Bis Arthur eines Tages plötzlich verschwindet ...

Unterdessen kommt Helene auf der Insel an, um dort als Gemeindeschwester zu arbeiten. Clara unterstützt ihre neue Freundin, wo sie nur kann, aber die jungen Frauen haben nicht mit dem sturen Argwohn ihrer Mitmenschen gerechnet.

Können die beiden Frauen ihre Träume trotz aller Widrigkeiten verwirklichen?





Herzlichen Dank an die Autorin selbst und den Bastei Lübbe be-heartbeat-Verlag für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplares. 

 

 


Mittwoch, Oktober 30, 2024

Helden von Frank Schätzing

 

Jacop, der Fuchs

Im Jahr 1260 kurz nach den Geschehnissen um die Ermordung Meister Gerhard Morarts, dem Dombaumeister in Köln, kehrt langsam Ruhe ein ins Leben des Gelehrten Jaspar, seinem Schwager, dem Blaufärber, Goddert und dessen Tochter Richmodis. Jaspar vermisst Jacop so sehr, dass er sich auf die Suche nach ihm macht und ihn auch findet. Zu sehr sind ihre Leben miteinander verwoben, sie brauchen einander. Jacop wird zum Kaufmannslehrling und alles könnte sich zum Guten wenden. Doch das Schicksal hat anderes vor. 

 

Schon auf den ersten Seiten bin ich komplett in der Geschichte angekommen. Mitten drin im Leben von Jacop, dem Fuchs. Frank Schätzing schreibt in gewaltigen und beeindruckenden Worten. Seine Sprache überzeugt mich und ist der Zeit hervorragend angepasst. Er kann mich sofort in seinen Bann ziehen. Ungefähr 18 Jahre ist es her, dass ich "Tod und Teufel'' gelesen habe. Schon damals war ich fasziniert von der Geschichte, dass sie nun weiter geführt wird und sich zudem als Trilogie erweist, ist einfach nur wunderbar. Der Autor hat den Faden des ersten Bandes aufgenommen und genial weiter gesponnen. Die Zeit im 13. Jahrhundert ist brillant eingefangen und dargestellt. Die Geschichte reißt mich mit und ich sauge das Mittelalter quasi mit ihr ein. Wie immer hat der Autor exzellent recherchiert und Fiktion und Historie meisterhaft in Szene gesetzt. Intensiv und eindringlich sind sie Charaktere gestaltet. Alle Figuren sind authentisch, haben ihre Ecken und Kanten und ergänzen sich gegenseitig perfekt im Plott. Dieser historische Roman ist von aller höchstem Niveau und berührt mich zutiefst. Der Spannungsbogen ist fest gespannt und wird die gesamte Dauer des Buches über fest wie hoch gehalten.

Selbstverständlich vergebe ich diesem Roman seine wohlverdienten fünf Sterne von fünf möglichen Sternen und spreche ihm meine absolute Leseempfehlung aus. Für mich souverän ein Must-Read im Lese-Herbst /-Winter. Dem Leser und der Leserin wird hier Unterhaltung pur geboten und die rund 1000 Seiten lohnen sich auf jeden Fall. 

 

Über den Autoren:

Frank Schätzing, geboren 1957 in Köln, veröffentlichte 1995 den historischen Roman »Tod und Teufel«, der zunächst regional, später bundesweit zum Bestseller avancierte. Nach zwei weiteren Romanen, einem Band mit Erzählungen sowie dem Thriller »Lautlos« erschien im Frühjahr 2004 »Der Schwarm«, der seit Erscheinen eine Gesamtauflage von 4,5 Millionen Exemplaren erreicht hat und weltweit in 27 Sprachen übersetzt wurde. Es folgten die Bestseller »Limit« (2009), »Breaking News« (2014) und »Die Tyrannei des Schmetterlings« (2018). Auch als Sachbuchautor hat sich Schätzing einen Namen gemacht. 2006 zeichnete Bild der Wissenschaft seine Evolutionsgeschichte »Nachrichten aus einem unbekannten Universum« als bestes Wissenschaftsbuch aus. 2021 gelang ihm mit »Was, wenn wir einfach die Welt retten?« erneut der Sprung in die Sachbuch-Bestsellerliste. 2024 erscheint sein neuer Roman »Helden«, mit dem er den Weltbestseller  »Tod und Teufel« kongenial fortsetzt. Frank Schätzing lebt und arbeitet in Köln. (Quelle: Kiepenheuer und Witsch)

Original-Klappentext:

In seinem neuen epochalen Roman »Helden«, der den Weltbestseller »Tod und Teufel« kongenial fortsetzt, zeichnet Frank Schätzing das Bild einer abendländischen Gesellschaft im Umbruch. Vor dem Hintergrund gewaltiger Umwälzungen, in denen bereits die Renaissance und die Neuzeit aufscheinen, im ewigen Spannungsfeld von Macht und Moral, schickt Schätzing seinen Helden Jacop auf einen Höllenritt durch die Geschichte.


1263: Jacop der Fuchs steckt in Schwierigkeiten. Und zwar gewaltig, so wie vor drei Jahren, als er in eine Intrige Kölner Patrizier geriet und nur knapp dem Tod entging.

Danach hat sein Schicksal eine vielversprechende Wendung genommen. Er wurde ehrbar, vom Dieb zum Kaufmannslehrling. Doch wieder muss er um sein Leben laufen, kämpfen, schwimmen… gejagt von Geistern der Vergangenheit, schottischen Söldnern und der furchteinflößenden Blonden Hexe. Hineingeworfen in einen Sturm, der ganz Europa erfasst, ausgelöst durch englische Barone, die nichts Geringeres planen, als ihren König zu entmachten und die absolute Monarchie abzuschaffen.

Was ist schiefgegangen? Wäre Jacop bloß in Köln geblieben, bei seinen Freunden. Doch auch da spitzen sich die Machtkämpfe dramatisch zu…

»Helden« ist historisches Drama und atemberaubender Thriller. Ein dritter Band mit Abenteuern von Jacop dem Fuchs ist in Arbeit.  



Herzlichen Dank an netgalley DE und Kiepenheuer & Witsch für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplares!





Dienstag, Oktober 15, 2024

Das Haus am Gänsemarkt von Petra Oelker

 

Ein Stück Hamburger Geschichte

Im Jahre 1812 steht Hamburg unter der Besatzung Frankreichs. Napoleon nutzt die Stadt, um den Handel mit Großbritannien zu unterbinden. Die Stimmung in der Stadt wurde immer unruhiger, die Menschen schwanken zwischen Annehme ihres Schicksals und dem Wunsch nach Rebellion. Die junge Sophia Benedikt ist bei ihrem Onkel Arnold Brestetten und ihrer Tante Johanna Regine Aurelia zu Gast. Ihre Eltern haben sie im Hause des angesehenen wie reichen Hamburger Kaufmanns untergebracht, während sie nach Amerika auswandern und sich dort einrichten. Selbstverständlich soll die Tochter später nachgeholt werden. Diesem Plan steht nun zunächst Napoleon mit seiner Blockade im Wege.

Die Autorin Petra Oelker verehre ich sehr, ihre historischen Romane, um die Komödiantin Rosina, die ebenfalls in Hamburg spielen, habe ich allesamt verschlungen und liebe sie. Auch ihre Sachbücher, wie ''Die Neubauerin'' sind mehr als lesenswert und reißen mich mit. Ich gehöre also unbedingt zu den Fans der Autorin! Als ich die Ankündigung dieses neuen Werkes und seinen Klappentext gelesen habe, war ich sofort Feuer und Flamme. Und wie bei jedem Buch der Autorin wurde ich nicht enttäuscht. Die Geschichte ist in geschmeidiger und anspruchsvoller Sprache verfasst, die das Lesen angenehm machen. In ihr finden sich unzählige schöne Lieblingssätze, die sich mir einprägen - bei ihnen geht es zumeist um die Stadt Hamburg, ihrer damaligen Atmosphäre und über das Meer, das so nah ist. Die Geschichte selbst und ihr Plot sind hervorragend gewebt und erzählt. Petra Oelker hat zudem starke Charaktere erschaffen; sie sind brillant gestaltet und dabei auch ungeheuer glaubwürdig. Um 1800 herum herrschen unruhige Zeiten, nichts ist vorhersehbar. Die Gefühle der Menschen und ihr Hin- und Hergerissen sein sind eindringlich geschildert und lassen mich mit den Figuren mitfiebern. Überhaupt ist die Historie wunderbar eingefangen und ich sehe die Szenen wie einen Film vor mir ablaufen. Ein extrem guter wie wahrhaftiger Pageturner, der zum Weiterlesen verleitet. Ich mochte das Buch nicht mehr aus den Händen legen.

Von Herzen gerne vergebe ich diesem historischen Roman fünf von fünf möglichen Sternen und spreche ihm meine bedingungslose Leseempfehlung aus. Hier sind Liebhaber von exzellenter Literatur, die zudem hervorragend recherchiert wurde, goldrichtig. Für Bewunderer und Freunde der Stadt Hamburg ist das Buch ein Must-Read, denn mit dem Vierten Koalitionskrieg und der Besetzung Hamburgs durch Napoleon, wird ein prägender und richtungsweisender Teil der Geschichte behandelt.

 

Über die Autorin:

Petra Oelker arbeitete als Journalistin und Autorin von Sachbüchern und Biographien. Mit «Tod am Zollhaus» schrieb sie den ersten ihrer erfolgreichen historischen Kriminalromane um die Komödiantin Rosina, zehn weitere folgten. Zu ihren in der Gegenwart angesiedelten Romanen gehören «Der Klosterwald», «Die kleine Madonna» und «Tod auf dem Jakobsweg». Zuletzt begeisterte sie mit «Das klare Sommerlicht des Nordens», «Emmas Reise» sowie dem in Konstantinopel angesiedelten Roman «Die Brücke zwischen den Welten». (Quelle: Rowohlt Verlag)

Original-Klappentext:

In ihrem großen Hamburg-Roman erzählt Petra Oelker vom Schicksal einer hanseatischen Kaufmannsfamilie während der Franzosenzeit.

Hamburg, 1812. Während ihre Eltern Amerika bereisen, lebt Sophia Benedikt bei ihrem Onkel, dem Kaufmann Arnold Brestetten, und seiner Familie. Das Leben im großen Haus am Gänsemarkt ist komfortabel, doch die Zeiten sind schwierig. Kaiser Napoleon überrollt mit seinen Armeen Europa. Als wichtigste Stadt der nun französischen Norddepartements ist Hamburg ebenso Ort rauschender Feste wie großen Elends.

Arnold Brestetten glaubt anfangs noch, sich mit den neuen Gegebenheiten arrangieren zu können. Bis ein französischer Offizier mit seiner Entourage in seinem Haus einquartiert wird und die Geschäfte durch die Kontinentalsperre niedergehen. Als sich in Hamburg Widerstand gegen die Besatzer regt, müssen die Bewohner im Haus am Gänsemarkt sich entscheiden, wo ihre Loyalitäten liegen. Mit weitreichenden Folgen auch für Sophia ...

Ein bewegender, farbenprächtiger und detailliert recherchierter Roman von der Autorin historischer Hamburg-Romane.

 

 

 

 

Herzlichen Dank an netgalley DE und den Rowohlt Verlag für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplares!

 

 

 

Dienstag, April 30, 2024

Das Kurhotel auf Norderney - Stürmische Zeiten von Claudia Schirdewan

Ausspannen auf Norderney

Auf Norderney herrscht im Sommer 1885 ein buntes Treiben, die Urlauber mischen sich unter das Inselvolk. Mit gemischten Gefühlen lassen die Einheimischen dies zu. Einerseits sind sie auf das Geld der Reisenden angewiesen, auf der anderen Seite jedoch sind sie misstrauisch und fühlen sich überrannt.

Jella hilft in der Praxis ihres Vaters Reik Geert, dem Inselarzt, mit. Verlobt ist sie mit Carl, dem Sohn der Krämer Jan und Anna Fissen. Vater und Tochter sind ein eingespieltes Team, hat doch Reik seine Tochter nahezu allein großgezogen. Jella lernt die kleine Evi im von der Diakonissin Margret geführten Marienheim kennen und spürt mit ihrem Gespür für kleine Herzen deren Geheimnis auf. Im Marienheim werden Kinder nach einer Erkrankung wieder aufgepäppelt, die gute Seeluft unterstützt dabei.

Elisa und Ferdinand Petersen sind die Kinder des Fischers Gottfried. Elisa unterstützt ihre Mutter Wilma, zu Hause, eine kleine Pension zu betreiben, um damit den Familienunterhalt aufzubessern. Sie träumt jedoch davon, eines Tages ein eigenes Hotel zu besitzen. Elisa und Jella sind beste Freundinnen.

Julius Berlund ist ein 20 Jahre junger Baumeister aus Köln, er soll sich auf der Insel von einer schweren Lungenentzündung erholen. Für seine Zukunft ist geplant, dass er den väterlichen Betrieb übernimmt.

Begegnungen können die Menschen und ihre Zukunft verändern - was wird geschehen ... ?

Die Insel Norderney wird durch die Autorin in den schönsten Farben geschildert: die weiten Strände, die Dünenlandschaft, das Wattenmeer. All das hat einen besonderen Platz im Roman. Ich kann es vor mir sehen und auch fühlen. Herrlich! Die Figuren, die die Autorin erschaffen hat, sind vielschichtig und ihr prächtiges Zusammenspiel beeindruckt mich zutiefst, alles fließt zu einem wunderbaren Gesamtbild zusammen. Spannend wie interessant erzählt Claudia Schirdewan ihre Geschichte, sie hat sie zudem flüssig und in wunderschöner Sprache geschrieben. Der Schreibstil der Autorin ist versiert gut, die Recherche ausgezeichnet und glanzvoll umgesetzt. Dieses Buch liefert Unterhaltung pur und ist für mich ein wahrer Pageturner, einmal begonnen mag ich nicht mehr mit der Lektüre stoppen. Überraschend in den Wendungen ist der Plot selbst. Die Figuren machen einiges durch und halten doch fest zusammen. Die Zeit ist wundervoll eingefangen von Claudia Schirdewan und schön wiedergegeben. Sie hat wirklich den Finger am Puls der damaligen Zeit und bringt die Atmosphäre gut und glaubwürdig rüber. Starke Gefühle, die ans Herz gehen, sind inbegriffen. Dies ist ein exzellenter Einstieg in die neue Reihe und ich möchte unbedingt wissen, wie die Saga weiter geht.

Von Herzen gerne vergebe ich dem historischen Roman seine wohlverdienten fünf Sterne von fünf möglichen Sternen und spreche ihm meine absolute Leseempfehlung aus. Leserinnen und Leser, die sich in das historische Norderney entführen lassen wollen und Nordsee-Luft schnuppern mögen, werden hier sicher nicht enttäuscht. Sich einfach treiben lassen und die Lesezeit genießen, das funktioniert bei der Lektüre hervorragend. Definitiv ist dies ein Herzensbuch für mich, ich vergebe gerne das Prädikat „absolut lesenswert“.

Kurzmeinung:

Starke Gefühle, brillant gestaltetes Milieu, großartig erzählt. Ein prächtiger erster Band der neuen Norderney Saga!


Über die Autorin:

Claudia Schirdewan lebt mit ihrer Familie in Everswinkel im Münsterland. Nach dem Abitur absolvierte sie eine kaufmännische und eine fremdsprachliche Ausbildung, später studierte sie nebenberuflich Kulturmanagement. Sie schreibt Geschichten, seit sie alle Buchstaben kennt und liebt es, ihre Figuren auf abenteuerliche Reisen durch die Vergangenheit zu schicken. (Quelle: Bastei Lübbe)

Original-Klappentext:

Band 1 der Reihe "Die große Kurhotel-Saga"

Norderney, 1885: Jella und Elisa sind seit Kindestagen enge Freundinnen. Während Jella in einem Kinderheim aushilft, unterstützt Elisa ihre Mutter beim Betrieb der eigenen kleinen Pension, um das Familieneinkommen der Fischersleute aufzubessern.

Doch ihre Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt, als eine Reihe mysteriöser Vorfälle die Insel erschüttert. Denn Elisa hegt den Verdacht, dass Jellas Verlobter Carl etwas damit zu tun hat. Die junge Fischerstochter setzt alles daran, die Wahrheit aufzudecken. Währenddessen wachsen in ihr und dem jungen Baumeister Julius Berlund Träume von einem eigenen Hotel und einer gemeinsamen Zukunft. Werden die beiden Frauen ihre Träume verwirklichen können? 

beHEARTBEAT – Herzklopfen garantiert.


 

 

 

 

Herzlichen Dank an die Autorin selbst und die Bastei Lübbe Buchverlage für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars!

 

 

 

 


Mittwoch, Januar 03, 2024

Träume aus Karamell von Luise Bastin

 

Eine Liebe in Werther

Die Geschwister Anne und Fritz Dunst wachsen unbeschwert heran, herzlich umsorgt von der Familie. Nach dem tragischen Unfall-Tod der geliebten Eltern und dem danach folgenden Tod der verehrten Großmutter Maria sind die beiden jedoch auf sich selbst gestellt; so machen sie sich im Jahre 1909 auf, in das von der Großmutter geerbte Haus, in die Kleinstadt Werther. Fritz, der bereits bei großen Unternehmen gelernt hat, ist sehr an dem hiesigen Zuckerbäcker Anton Leyen und seinem Wirken interessiert. Schlussendlich entwickeln die Drei gemeinsam ein ganz besonderes Karamell-Bonbon und zwischen Anne und Fritz reift die Liebe heran, doch dazwischen gilt es viele Probleme zu bewältigen. Wie wird es ihnen ergehen?

Dieses Buch nimmt mich sofort gefangen. In wundervollen Worten erzählt die Autorin ihre Geschichte. Die Stimmung und das Setting sind einmalig und liebevoll gezeichnet. Die Figuren finden bereits im Prolog den Weg direkt in mein Herz. Die Protagonistin Anne Dunst hatte eine behütete und harmonische Kindheit. Aus ihr ist eine selbstbewusste, starke Frau gereift. Die Entwicklung hat die Autorin herrlich angelegt und beschrieben. Mit ihrem schönen Schreibstil und ihrer niveauvollen, angenehmen Sprache kann mich die Autorin überzeugen, mitnehmen und vor allem ausgezeichnet und exklusiv unterhalten. Dieser historische Roman ist der noble Blick in die Geschichte der berühmten Karamellbonbons und in das Leben der Familie Dunst, die mit der Familie eines gewissen Zuckerbäckers verwächst. Der Autorin ist hierbei der Spagat zwischen Historie und Fiktion wunderbar gelungen. Für mich ist das Buch ein Pageturner!

Selbstverständlich vergebe ich diesem historischen Roman seine mehr als wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle ihn vollen Herzens weiter. Zu dem versprochenen Lese-Genuß empfehle ich ein paar von den Werthers Echten Bonbons zu verzehren - dann stimmt alles für die Sinne bis ins kleinste Detail!

 

Über die Autorin:

Luise Bastin ist das Pseudonym der bekannten Bestseller-Autorin Eva-Maria Bast, die zusammen mit Jörn Precht auch unter den Pseudonymen Charlotte Jacobi und Romy Herold schreibt. Ihre Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. (Quelle: Ullstein)

Original-Klappentext:

Man nehme: Zucker, Sahne und eine Prise Liebe

Werther in Westfalen, 1909: Anton Leyen ist am Rande der Verzweiflung. Seine Zuckerwarenfabrik läuft hervorragend, aber es fehlt ihm an Mitarbeitern. Ein Glücksfall, als Zuckerbäcker Fritz und seine Schwester Anna ihre Hilfe anbieten. Anton Leyen erlaubt Anna sogar, auch nach Feierabend in der Fabrik zu experimentieren und erklärt sich gern bereit, ihre Kreationen zu probieren. Über Zucker, Sahne und Butter kommen sich die beiden näher – bis Anna schließlich die perfekte Mischung findet. Sie nennen das Bonbon Annes Liebe und es findet reißenden Absatz. Doch jemand scheint der Firma den Erfolg zu neiden und verunreinigt eine Ladung Bonbons. Mit vereinten Kräften machen sich Anna und Fritz auf die Suche nach dem Unruhestifter.

Süß, nostalgisch, sinnlich – ein Lesegenuss, nicht nur für Naschkatzen und Leckermäulchen

 

 

 

 

Herzlichen Dank an netgalley_de und die Ullstein Buchverlage für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplares!

 

 

 

Montag, Dezember 04, 2023

Der Silberbaum. Die siebente Tugend von Sabine Ebert

Band 1 der neuen Saga! Die Erben der Hebamme

Für den kleinen Heinrich ist es ein abrupter Start in die Pflicht seines Lebens, als sein Vater plötzlich an einem Herzinfarkt verstirbt. Somit wird Heinrich bereits als 3jähriger zum Markgrafen von Meißen und der Lausitz und später von Thüringen und von Sachsen ernannt. Selbstverständlich zunächst unter der Vormundschaft seines Onkels, dem Landgrafen Ludwig. Dazu musste sich Heinrichs Mutter Jutta schnell und weise entscheiden, wer die Vormundschaft übernehmen solle, war diese doch das einzige Mittel um einen Krieg gegen das Land zu vermeiden und das Erbe für die Familie zu sichern. Jutta selbst durfte diese Aufgabe als Frau nicht übernehmen. Heinrich von Meißen wurde somit sehr früh ein mächtiger Fürst mit großem Landbesitz, sprich Reich, das es stets militärisch und politisch zu verteidigen galt. Heinrich entwickelte sich trotzdem oder gerade wegen der widrigen Umstände zu einem großen Herrscher, der neben einer kämpferischen Seite auch eine poetische besaß, er war selbst Dichter und Komponist.

Mich beeindruckt ganz besonders die ausdrucksstarke Sprache der Autorin, der weiche Ton ist so angenehm zu lesen und ist in der angemessenen Sprache der damaligen Zeit verfasst. Die Autorin hat fiktive wie reale historische Figuren in Perfektion zusammen gebracht. Sie spielen sich genial zu und wirken auf mich absolut glaubwürdig und lebendig. Die Geschichte selbst ist wunderbar gewebt, die einzelnen Erzählstränge fügen sich zu einem brillanten Ganzen. Die Atmosphäre und der Zeitgeist treten herrlich hervor. Ich kann mich exzellent in die einzelnen Szenen einfühlen. Die Dialoge sind angenehm ansprechend und kurzweilig. Sie beeinflussen meinen Lese-Rhythmus positiv. Hier fühle ich mich in Perfektion unterhalten und lese von der ersten bis zur letzten Seite in schnellem Tempo, denn die Geschichte fesselt mich. Den Schreibstil der Autorin kenne ich bereits aus ihren vorherigen Büchern (die Hebammen-Reihe, die als Vorläufer dieser neuen Reihe anzusehen ist) und ich verehre sie dafür so sehr, sie gehört definitiv zu meinen Lieblingsautorinnen. Auf jeden Fall ist Sabine Ebert eine wundervolle und großartige Geschichtenerzählerin. Die einzelnen Szenen sind in liebevollen Details erzählt und ergeben ein schönes Setting. Der Zeitgeist ist hierbei hervorragend getroffen, Düfte, Farben, Klänge – also das Leben und die Stimmung kann ich nahezu erfühlen und atmen.

Von Herzen gerne vergebe ich hier die wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und spreche dem historischen Roman meine uneingeschränkte Leseempfehlung aus. Dieser Roman beginnt um 1218 herum, die Epoche und ihre Menschen finde ich unglaublich interessant und Sabine Ebert entführt uns Leserinnen und Leser genau dorthin, mitten ins Geschehen, unfassbar mitreißend!

 

Über die Autorin:

Sabine Ebert war als Journalistin und Sachbuchautorin tätig und begann aus Passion für deutsche Geschichte, historische Romane zu schreiben, die allesamt zu Bestsellern wurden.
Ihr Debütroman „Das Geheimnis der Hebamme" wurde von der ARD als Event-Zweiteiler verfilmt und in einer umjubelten Theaterfassung auf der Felsenbühne Rathen uraufgeführt.
Mit dem Romanzyklus „Schwert und Krone“ kehrte sie in die Zeit zurück, mit der sie Millionen von Lesern für unsere Geschichte begeistern konnte. Alle fünf  Bände der großen Saga über die Zeit Barbarossas schafften es ebenfalls auf Anhieb in die Bestsellerlisten.
Sabine Ebert lebt und arbeitet nach vielen Jahren in Freiberg und Leipzig nun in Dresden.

Besuchen Sie auch die Homepage der Autorin: 

www.sabine-ebert.de

(Quelle: Droemer Knaur Verlag)


Original-Klappentext:

Der Silberbaum, Band 1
Die Erben der Hebamme – und der vielleicht außergewöhnlichste Fürst des deutschen Hochmittelalters:

Mit ihrem historischen Roman »Der Silberbaum« startet Bestseller-Autorin Sabine Ebert ihre neue Reihe über ein spannendes Kapitel deutscher Geschichte.

Er war der vielleicht strahlendste Fürst seiner Zeit, ein Förderer der Städte, Minnedichter und Ausrichter glänzender Turniere: Heinrich der Erlauchte, Markgraf von Meißen und Landgraf von Thüringen. Doch zu Beginn der Geschichte ist ungewiss, ob er die Herrschaft je antreten wird. Sein Vater stirbt, als Heinrich drei Jahre ist. Sein Oheim Ludwig von Thüringen, der gerade die ungarische Königstochter Elisabeth geheiratet hat, wird sein Vormund. Bewahrt er dem Neffen das Erbe oder will er es an sich reißen? In ihrer Not ruft die Markgräfinwitwe Jutta Lukas aus Freiberg zu sich. Ihn hatte sie einst vom Hof geschickt, denn seine Stieftochter Clara war die große Liebe ihres Mannes. Lukas schart Getreue um sich und ruft Marthes ältesten Sohn Thomas aus dem Heiligen Land nach Meißen. Marthes Enkelin Änne verschlägt es derweil nach Thüringen, wo sie verstörende Begegnungen mit der später heiliggesprochene Elisabeth und deren erbarmungslosem Beichtvater hat, dem fanatischen Kreuzzugsprediger und Ketzerverfolger Konrad von Marburg.

​Die heilkundige Marthe ist die Titelfigur von Sabine Eberts historischen Bestsellern der fünfbändigen »Hebammen-Saga

Aus der Sicht von Marthes Kindern und Enkeln lässt uns Sabine Ebert in der historischen Roman-Reihe ein faszinierendes Jahrhundert erleben: die große Zeit der Minne und der Auseinandersetzungen Kaisers Friedrich II. mit dem Papst.

 

 

 

 

Herzlichen Dank an netgalley_de und den Droemer Knaur Verlag für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplares!

 

 

 

Montag, September 25, 2023

Die Hoffnung der Nebelkinder von Stefanie Gregg

 

Angstbewältigung für die Liebe


In ansprechendem Tempo erzählt die Autorin ihre Geschichte. Hauptfiguren sind dabei Lilith, ihre Mutter Ana und ihre ehemalige große Liebe Robert und dessen Sohn Aaron. Unfassbar brillant ist der Schreibstil der Autorin, sie kann mich mitreißen und ich versinke im Leben der Figuren.

Nachkriegsenkel, die ja Thema dieses Romans sind, sind „Personen, die durch während der NS-, Kriegs- und frühen Nachkriegszeit von ihren Eltern erlittene, unverarbeitete psychische Traumata indirekt traumatisiert wurden“. (Erklärung von Wikipedia). Diese Angst, die auch durch die Gene weiter vererbt werden kann, wird jedoch logischerweise erst verstanden, wenn die jüngere Generation erfährt, was in der Vergangenheit geschah und was die Eltern und Großeltern durchleben mussten. Eine gute Beziehung zwischen Mutter und Tochter, wird meiner Meinung nach, positiv beeinflusst, wenn beide Interesse am Leben der anderen haben. Doch dafür ist es notwendig, das Leben des anderen zu kennen. Für Lilith und Ana ist dies nicht so leicht, denn die Vergangenheit muss erst bewältigt werden. Lilith muss erst lernen, was Mutterliebe bedeutet nur dann kann auch sie selbst lieben.

Eindringlich und mit großen Gefühlen und ganz viel Herz schildert Stefanie Gregg die Annäherung der Hauptfiguren und die Bewältigung der Vergangenheit. Die Atmosphäre ist fühlbar und die Charaktere sind total authentisch und ich kann mich prima in sie hinein versetzen.

So gerne vergebe ich hier die wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und spreche dem Buch meine uneingeschränkte Leseempfehlung aus. Die Autorin kann mich mit jeder ihrer Geschichten beeindrucken und mitnehmen, auf eine Reise in die Welt der Figuren. Sie gehört für mich längst zu meinen Lieblings-Geschichtenerzählerinnen. Dieses Mal bin ich noch einmal mehr berührt, denn meine Großeltern und Eltern haben die Zeit des Krieges ebenfalls durchlebt. Meine Eltern sind Jahrgang 1925 bzw. 1930. Somit bin auch ich ein Nebelkind.

 

Über die Autorin:

Stefanie Gregg, geboren 1970 in Erlangen, studierte Philosophie, Kunstgeschichte, Germanistik und Theaterwissenschaften, worin sie auch promovierte. Nach Stationen in Medienunternehmen und als Unternehmensberaterin widmet sich die Autorin dem Schreiben. Mit ihrer Familie wohnt sie in der Nähe von München.

Im Aufbau Taschenbuch sind ihre Romane „Mein schlimmster schöner Sommer“, „Der Sommer der blauen Nächte“ sowie „Nebelkinder“ und "Die Stunde der Nebelkinder" erschienen. (Quelle: Aufbau Taschenbuch Verlag)

 

Original-Klappentext:

Morgen sind wir uns wieder nah 

München, 1985: Als Lilith Robert kennenlernt, weiß sie: Er ist die Liebe ihres Lebens. Doch gezeichnet von den Traumata seiner Kindheit, entgleitet er Lilith immer mehr. Über Jahre verlieren sie sich aus den Augen, bis Robert plötzlich wieder vor ihrer Tür steht. Und mit ihm sein Sohn Aaron. Auch wenn Lilith nie Mutter werden wollte, sieht sie sich plötzlich mit Roberts Bitte konfrontiert, den 13-jährigen Jungen bei sich aufzunehmen. Doch kann sie überhaupt für ein Kind sorgen? Erst als Lilith gemeinsam mit Aaron und Robert eine Reise antritt, versteht sie ihre eigene Vergangenheit. 

Die berührende Geschichte einer Kriegsenkelin, die aus den Schatten der Vergangenheit heraustritt.

 

 

 

 

Herzlichen Dank an den Aufbau Taschenbuch Verlag und die Autorin persönlich für die freundliche wie überraschende Bereitstellung eines Rezensions-Exemplares!

 

 

 

 

Freitag, August 25, 2023

Der Porzellaner Eine Geschichte aus Meißen von Annick Klug

 

 

Porzellan statt Gold

Der junge Samuel Stöltzel kommt 1706 aus Freiberg nach Meißen, um die Gold-Herstellung zu erlernen. Denn der Alchemist Johann Friedrich Böttger behauptet, dass er aus wertlosen Materialien Gold herstellen könne. Was bekanntlich nicht erfolgen wird, doch eine andere teure und geheime Neuheit wird erstellt – das Porzellan. Für den Jungspund Samuel kommt jedoch alles noch ganz anders, Umstände und sein hitziges Temperament lassen seine Pläne in Luft auflösen ...







Eindringlich, tief und unvergesslich erzählt Annick Klug die Geschichte des Samuel Stöltzels. Ihr Schreibstil beeindruckt mich sofort und sie kann mich jederzeit mitnehmen. Die Historie ist durch die Autorin ausgezeichnet und in einzigartiger Weise recherchiert: Lebendig und anschaulich beschreibt sie die historische Epoche, das Leben, die Menschen, die Umstände. Dabei ist sie wortgewandt und versteht es in schöner Sprache zu schreiben. Das Setting ist in Perfektion komponiert, ich fühle den Schnee und die Kälte kriecht fast schon unter meine Haut. Überhaupt sehe ich alle Geschehnisse wie einen Kinofilm vor meinen Augen ablaufen. Die Charaktere der Autorin sind glaubwürdig, wobei gerade Samuel authentisch ist in seiner Verzweiflung und seinem gleichzeitigem Überlebenswillen. Die Wirklichkeit wird hervorragend mit Fiktion verwebt, dieses ergibt einen brillanten Plot mit Twists. Auf jeden Fall ist dieses Werk eines meiner Herzensbücher.


Dieser historische Roman überzeugt, denn von der ersten Seite an, kann er mich packen und mitnehmen auf eine ungewöhnliche Reise zu dem Start der Meißner Porzellan Manufaktur, den Wirren und Erfolg und Liebe. In Annick Klug steckt eine wunderbare Geschichtenerzählerin und ich möchte gerne mehr Bücher von ihr lesen. Sie hat die Geschichte hervorragend umgesetzt und kann den Spannungsbogen hoch halten, so dass ich mich ausgezeichnet unterhalten fühle.


Von Herzen gerne vergebe ich hier die wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und spreche dem Buch meine uneingeschränkte Leseempfehlung aus. Leser und Leserinnen, die gerne in historische Geschichten eintauchen, zudem wenn es sich um echte historische Personen handelt, kommen vollends auf ihre Kosten. Der Lesefluss ist schön und es macht großen Spaß, das Buch zu lesen.




Über die Autorin:
Annick Klug, geboren 1967, ist Schauspielerin, Sängerin und Drehbuchautorin. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen, u. a. das NÜRNBERGER AUTORENSTIPENDIUM. Als Drehbuchautorin arbeitete sie u. a. für die UFA und STUDIO HAMBURG. Für DER PORZELLANER erhielt sie das Stipendium des Landes Brandenburg mit Aufenthalt auf Schloss Wiepersdorf. (Quelle: Bastei Lübbe)

Original-Klappentext:
Als junger Bergmann bricht Samuel Stöltzel 1706 nach Meißen auf, um bei dem berühmt berüchtigten Alchemisten Friedrich Böttger das Goldmachen zu erlernen – nicht zuletzt, um damit auch das Herz seiner geliebten Sophie zu gewinnen. Statt des ersehnten Goldes, das König August zur Finanzierung seiner Kriege braucht, gelingt die Erfindung des Porzellans. Enttäuscht muss Samuel jedoch zusehen, wie sich die nun entstehende Manufaktur in Machtkämpfen zwischen Böttger, dem kreativen Kopf, und Nehmitz, dem Beamten des Hofes, aufreibt. Samuel sieht sich gezwungen, mit dem Herstellungsgeheimnis nach Wien zu fliehen, wo er auf eine neue Chance für sich und das weiße Gold hofft ...
 
 
 
 
 
 
 
 
Herzlichen Dank an die Netgalley Deutschland und den Bastei Lübbe Verlag für die freundliche Bereitstellung eines  Rezensionsexemplares!
 
 
 
 
 
 
 

Mittwoch, August 02, 2023

Enid Blyton – Geheimnis hinter grünen Hecken von Maria Regina Kaiser

 

Das Leben der Mutter von George und all den anderen

Enid Blyton wurde 1897 in Süd-London geboren, später zog die Familie nach Kent. Sie hatte zwei jüngere Brüder. Ihr Vater, Thomas Carey Blyton (1870–1920), war ein Bekleidungsverkäufer. Ihr Verhältnis zum Vater war näher als das zur Mutter. Doch als Enid 13 Jahre alt war, verließ der Vater die Familie für eine andere Frau. Mit seinem Fortgehen veränderte sich Enids Welt komplett.

Schon als kleines Mädchen dachte sich Enid Geschichten aus und mit 25 Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Buch. Die Eltern hatten sie sich als Musikerin gewünscht, sie wurde jedoch Lehrerin und hat auch kurz als solche bis zu ihrer Ehe gearbeitet. Aber das Schreiben war immer ihr Traum und auch ein Trost in schwereren Zeiten gewesen.

Bis heute ist Blyton mit ca. 700 Werken und über 600 Millionen verkauften Büchern international eine der erfolgreichsten Jugendbuchautoren.

Mit 64 Jahren hatte sie erste Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung. Sie wurde nur 71 Jahre alt. In ihren Büchern werden aber Episoden und Geschichten von ihr für immer bestehen bleiben.

Mit dem Namen Enid Blyton verbinde ich wunderschöne Erinnerungen an meine Jung-Mädchen-Zeit: Hanni und Nanni, Dolly, Die fünf Freunde. Ich habe diese Bücher geliebt und lese sie auch heute noch hin und wieder.

Ebenfalls von Enid Blyton ist eines ihrer bekanntesten Zitate: ''Kritik von Leuten über zwölf interessiert mich überhaupt nicht.'' Das finde ich einfach nur herrlich.

Mit diesen Gedanken habe ich mit der Lektüre der Romanbiografie begonnen. Von der Autorin, Maria Regina Kaiser, kenne und schätze ich bereits andere Romanbiografien und war jetzt um so gespannter auf dieses Buch.

Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar flüssig und die Sprache ist ansprechend schön. Die einzelnen Stationen aus dem Leben von Enid Blyton sind überzeugend und interessant geschildert. Die authentischen Dialoge beleben die einzelnen Szenen, dadurch wird das Lesen kurzweilig und unterhält mich.

Von Herzen gerne vergebe ich hier die fünf wohlverdienten Sterne von fünf möglichen Sternen und empfehle das Buch natürlich liebend gerne weiter. Leser und Leserinnen historischer Romane werden so begeistert sein wie ich. Einzelheiten aus dem Leben der berühmten Schriftstellerin zu erfahren, empfand ich als sehr informativ und aufschlussreich.


Über die Autorin:

Maria Regina Kaiser, Dr. phil., 1952 in Trier geboren, studierte in Frankfurt am Main Alte Geschichte, Archäologie und Hispanistik. Nach ihrer Promotion war sie bis 1986 in der Forschung tätig, von 1987 bis 1991 arbeitete sie als Lektorin in einem Wissenschaftsverlag. Heute ist sie freie Autorin vor allem von historischen Romanen und vielbeachteten Romanbiografien. (Quelle: Südverlag)


Original-Klappentext:

„Die Urteile irgendwelcher Menschen über zwölf Jahre interessieren mich nicht“, bemerkt Enid Blyton (1897-1968), die mit spannenden Geschichten Generationen von Kindern zum Lesen motiviert. Als eine der international erfolgreichsten SchriftstellerInnen weiß die Britin genau, wovon Kinder träumen, und bietet ihnen in ihren Büchern attraktive Fluchtwelten, kurzweiliges Lesefutter: Begeistert verschlingen Mädchen und Jungen seit Jahrzehnten die Abenteuer der „Fünf Freunde“ oder der „Schwarzen Sieben“. Und doch polarisiert Enid Blyton, denn so mancher Erwachsene stempelt ihr Werk als trivial ab, kritisiert Sprache und Moral ihrer Texte. Bis heute umgibt die Autorin Geheimnisvolles. Nahezu jeder kennt ihren Namen, hat etwas von ihr gelesen. Verstanden wird Enid Blyton aber von den wenigsten ...

Die erste deutschsprachige Romanbiografie über die britische Erfolgsautorin.
Empathisch-respektvolle Hommage an eine Autorin, die mit ihrem Werk Millionen von Kinderherzen erobert und ganze Bibliotheken füllt.
Leidenschaftliche Vielschreiberin, clevere Unternehmerin, engagierte Kinderversteherin: das facettenreiche Porträt einer Frau mit vielen Gesichtern.
Kenntnisreich und einfühlsam erzählt, mit einem klugen Nachwort und einem ausführlichen Anhang.







Herzlichen Dank an die Netgalley Deutschland und den Südverlag für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars.










Montag, Juli 31, 2023

Zum Schweigen verdammt (Leise Helden, Band 4) von Melanie Metzenthin

 

 

 

Mit dem VW-Bus ins Abenteuer

 
Mit ihrem selbst umgebauten VW-Bus sind der Tischlermeister Bruno und der Journalist Eddy auf einer wahrlichen Abenteuerreise durch den Orient, der frühen 50er Jahre, durch die Türkei bis in den Iran. Die beiden sind ein Paar, doch anders als im damaligen Deutschland, war Homosexualität im Iran nicht strafbar. Eddy hat seinen Sender die BBC dazu überredet, ihn eine Reisereportage erstellen zu lassen, Bruno soll dabei als Fotograf agieren. Es brodelt ein Konflikt im Iran und die britischen Ölfirmen befinden sich mitten drin. Die Romantik der beiden wird also jäh gestört, denn sie werden Zeugen einer beginnenden Revolution. Später werden wir die Ereignisse als „Operation Ajax“ erinnern …
 
 

 

Dieser Roman katapultiert mich zunächst einmal in die Schönheit der Landschaft am Vansee und in eine komplett andere Zeit. Das Buch entschleunigt mich, ich genieße die Schilderungen der Zweisamkeit Brunos und Eddys und der spröden, zauberhaften Landschaft. Melanie Metzenthin erzählt mir gekonnt und wortgewandt ihre Geschichte. Die Autorin kann mich sogleich einfangen und mitnehmen. Spannend finde ich zu lesen, wie unterschiedlich die beiden Männer die Landschaft erleben. Überhaupt sind die beiden sehr gegensätzlich, und gerade das macht einen positiven Reiz der Story aus. Im Jahr 1953 sind die Erlebnisse des Krieges noch stark gegenwärtig und Bruno durchlebt seine Ängste verständlicherweise wieder und wieder. Doch kann gerade diese Angst sicherlich auch hilfreich sein, gefährliche Situation vorher zu erahnen. Wenigstens müssen sie auf der Reise nicht verheimlichen, dass sie sich lieben, denn im Iran ist ihre Liebe nicht strafbar.
Das gesetzliche Verbot von Homosexualität wurde in Deutschland hingegen erst 1994 endgültig abgeschafft und manche Psychiater boten sogar ''Behandlungen'' an. 

 

Selbstverständlich vergebe ich dem Buch seine wohlverdienten fünf von  fünf möglichen Sternen und spreche ihm meine uneingeschränkte Lese-Empfehlung aus. Leser und Leserinnen von historischen Romanen, die auch an politische Ereignisse aus dem Iran der 50er Jahre interessiert sind, werden dieses Buch verschlingen und lieben wie ich. 

Das Buch ist ein Sequel der Reihe ''Leise Helden'', es kann aber - meiner Meinung nach - auch durchaus unabhängig von der Serie gelesen werden. 


Kurzmeinung:

Dieser Roman steckt voller Emotionen und Lokalkolorit. Die Stimmung, die Probleme und die historischen Ereignisse werden wunderbar geschildert.


Über die Autorin:

Melanie Metzenthin lebt in Hamburg, wo sie als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie arbeitet. Sie hat bereits zahlreiche Romane veröffentlicht, in denen psychische Erkrankungen oft eine wichtige Rolle spielen. Beim Schreiben greift die Autorin gern auf ihre berufliche Erfahrung zurück, um aus ihren fiktiven Charakteren glaubhafte Figuren vor einem realistischen Hintergrund zu machen. 2020 wurde sie für ihr Buch "Mehr als die Erinnerung" mit dem DELIA Literaturpreis ausgezeichnet.

Unter dem Pseudonym "Antonia Fennek" schreibt sie Psychothriller.

(Quelle: amazon)

 

Original-Klappentext:

Ein spannender Roman über die geheimnisvolle Welt des Iran und die Geschichte einer verbotenen Liebe von Bestsellerautorin Melanie Metzenthin.

1953: Der junge Journalist Eddy McLaine und sein Fotograf Bruno Matthiesen machen sich mit einem ausgebauten VW-Bus auf die weite Reise von Deutschland in den Iran. Begeistert von der fremden Welt des Orients und der iranischen Gastfreundschaft, gelingt es den aufgeschlossenen jungen Männern schnell, Kontakte zu knüpfen. Doch der Iran steht am Scheideweg zwischen Tradition und Moderne – Teheran ist ein Pulverfass und Eddy und Bruno sind mittendrin. Wenn jetzt noch herauskommt, dass Bruno und er viel mehr sind als nur Kollegen, könnte es für sie beide lebensgefährlich werden …

 

 

 

 

 

 

Herzlichen Dank an Amazon Publishing Deutschland und die netgalley Deutschalnd für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars.

 

 

Sonntag, Oktober 09, 2022

Drachenbanner. Ein Waringham-Roman von Rebecca Gablé

 

Freiheit zählt

 

Die blutjunge Adela of Waringham ist eine eigenständig denkende und freiheitsliebende Frau. Nichts möchte sie lieber, als ihrem dominanten und herrschsüchtigen Bruder zu entgehen. Der Rat ihres Großvaters an den Hof des Königs Henry zu gehen, um als Hofdame der Prinzessin Eleanor Plantagenet zu dienen, erscheint Adela als ein perfekter Plan, schon allein um nicht durch ihren Bruder Raymond zwangsverheiratet zu werden. Doch da gibt es auch noch Bedric Archer, der Sohn einer Bauernfamilie, die Leibeigene sind. Mit Bedric hat Adela eine tiefe und aufrichtige Freundschaft aufgebaut. Soll sie ihn einfach im Stich lassen? Doch einer Ehe mit einem Leibeigenen würde ihre Familie niemals zustimmen...

 

 

Mit diesem siebten Band der Reihe feiert die Warinham-Serie ihr 25 jähriges Jubiläum und ich bin von Anfang an dabei. Die Autorin Rebecca Gablé schafft es jedes mal aufs Neue mich in ihren Bann zu ziehen; ihre Geschichten sind fabelhaft, hervorragend historisch recherchiert und unheimlich gut in der Handlung selbst strukturiert. Der Schreibstil der Autorin fasziniert mich und ich lese ihre Bücher mit riesengroßem Vergnügen. Die Sprache ist äußerst anspruchsvoll und der Zeit angepasst und lässt sich trotzdem fließend und angenehm lesen. Die Figuren sind außerordentlich vielschichtig, sie stecken voller Leben und sind authentisch. Die Dialoge sind ansprechend und mitreißend. Die Hauptfigur konnte ich gleich in mein Leser-Herz schließen und bin ich nur zu gern durch die Geschichte gefolgt. Übrigens war ich schon nach der Lektüre der Leseprobe verzaubert und hätte am aller liebsten sofort weiter lesen mögen.


Selbstverständlich vergebe ich diesem historischen Roman seine mehr als wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle ihn vollen Herzens weiter. Auch wenn meine Emotionen als Fangirl bei diesem Buch überschwappen, so kann ich es trotzdem guten Gewissens anpreisen. Buch-Liebhaber mit geschichtlichem Interesse und Vorlieben für Familien-Sagas liegen hiermit goldrichtig. Ich wurde zu jedem Zeitpunkt hervorragend unterhalten und habe mich mit enormen Interesse durch die 928 Seiten gelesen. Welch ein Lese-Genuß, der nicht nur für Fans der Waringham-Serie ein absolutes Must-Read ist, ein wahres Kult-Buch eben! Auch wer die Serie noch nicht kennt, kann hier problemlos mitlesen!

 

Über die Autorin:

Rebecca Gablé studierte Literaturwissenschaft, Sprachgeschichte und Mediävistik in Düsseldorf, wo sie anschließend als Dozentin für mittelalterliche englische Literatur tätig war.
Heute arbeitet sie als freie Autorin und lebt mit ihrem Mann am Niederrhein und auf Mallorca. Ihre historischen Romane und ihr Buch zur Geschichte des englischen Mittelalters wurden allesamt Bestseller und in viele Sprachen übersetzt. Besonders die Romane um das Schicksal der Familie Waringham genießen bei Historienfans mittlerweile Kultstatus.(Quelle: Bastei Lübbe Verlag)

 

Original-Klappentext:

England 1238: Die junge Adela of Waringham und Bedric, Sohn einer leibeigenen Bauernfamilie, sind zusammen aufgewachsen. Während Adela als Hofdame zur Schwester des Königs geschickt und später mit einem Ritter verheiratet wird, schuftet Bedric auf den Feldern von Waringham – dem Elend der Leibeigenschaft und der Willkür von Adelas Bruder ausgeliefert. Als die Situation unerträglich wird, flieht er, nicht ahnend, dass Adela von ihm schwanger ist. In London begegnet Bedric Simon de Montfort, dem charismatischen Schwager des Königs. Als 1258 Seuchen und Missernten über das Land ziehen, bricht ein Krieg aus, der eine neue Zeit einläutet. Doch Bedric und Adela haben einander nie vergessen …

 

 

 

 

 

 

Herzlichen Dank an den Bastei Lübbe Verlag und lovelybooks Deutschland für dieses Rezensions-Exemplar, das ich im Rahmen einer Verlosung gewonnen habe.

 

 

 

Dienstag, September 06, 2022

Die Stewardessen. Eine neue Freiheit von Svea Lenz

 

Der Traum vom Fliegen

Hamburg im Jahre 1954. Nachdem der Krieg vorüber ist, erwarten die Männer ihre gewohnten Positionen zurück, so wie es vor der Kriegszeit war. Die Wünsche und Träume der Frauen haben keine Priorität. Doch die junge fast 21jährige Margot Frei erwartet sich mehr von ihrem jungen Lebens, sie will andere Länder sehen, sich behaupten, einen Beruf haben, der sie erfüllt. Und nicht als Sekretärin in einer Werft versauern und schon gar nicht von angetrunkenen Männern im Alsterpavillon als Freiwild betrachtet werden. Als sie im Frauenmagazin "Constanze" eine Stellen-Anzeige der Lufthansa entdeckt, die Fluggesellschaft befindet sich gerade im Aufbau, ist ihr Plan ausgeheckt. Sie bewirbt sich und wird eingestellt! Margots persönlicher Traum kann beginnen.

 

 

 

Der Autorin ist es sogleich glückt mich einzufangen und mit zu nehmen in eine beschwingte Zeit, die abwechslungsreicher nicht sein könnte. Der Schreibstil ist modern und anregend spritzig, damit beeindruckt mich die Autorin Svea Lenz unmittelbar. Die Sprache im Roman ist frisch und zeitgemäß, vor allem aber sind die Dialoge lebendig und glaubwürdig. Die Geschichte um die Hauptperson Margot ist genial gesponnen. Margot ist mir sofort sympathisch und ich möchte, dass sie ihre Ziele erreichen kann, dass sie dabei durchaus auch mal unkonventionelle Wege einschlägt, macht die Story nur noch anregender und spannender für mich als Leserin. Gefühle werden natürlich auch prima in Szene gesetzt und die junge Frau Margot geht damit hervorragend und bestimmt um.

 

So klar vergebe ich hier die mehr als wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und spreche dem Roman meine uneingeschränkte Leseempfehlung aus. Locker und leicht erzählt von der Autorin finde ich mich schnell im Hamburg der 50er Jahre ein. Der jungen Protagonistin Margot Frei folge ich nur zu gern und erlebe mit ihr eine aufregende Zeit, voller Turbulenzen und Geheimnissen, die es zu wahren gilt. Ein hervorragendes Buch über das Frauenbild der damaligen Zeit, über Selbstverwirklichung und die Durchsetzungskraft einer fabelhaften jungen Person. 

Am 09.11.2022 wird der zweite Teil „Die Stewardessen. Bis zum Horizont“ erscheinen und darauf freue ich mich bereits jetzt riesig!

 

Über die Autorin:

Svea Lenz ist ein Pseudonym der erfolgreichen Autorin Nicole C. Vosseler, die ihre Leser*innen gerne in fremde Welten und vergangene Zeiten entführt. Sie hat Literaturwissenschaften und Psychologie studiert und lebt am Bodensee. Wenn sie nicht gerade an einem ihrer Romane arbeitet, reist sie am liebsten mit der Kamera um die Welt.

Weitere Infos unter: www.svea-lenz.de

 (Quelle: penguinrandomhouse)

 

Original-Klappentext:

Margot Frei will hoch hinaus – als Stewardess bei der neu gegründeten Lufthansa.

Hamburg 1954. Margot Frei träumt davon, die Welt zu entdecken und die kleinbürgerliche Enge im Nachkriegsdeutschland hinter sich zu lassen. Da liest sie eine Anzeige der neu gegründeten Lufthansa: Stewardessen gesucht! Margot ist fest entschlossen, diese Gelegenheit zu nutzen. Gemeinsam mit Hunderten anderer junger Frauen nimmt sie am Auswahlverfahren teil – und ergattert einen der heiß begehrten Plätze im allerersten Lehrgang für Flugbegleiterinnen. Schon bald erhebt sich Margot zusammen mit neuen Freundinnen und erbitterten Konkurrentinnen in die Lüfte. Immer an ihrer Seite: der junge Pilot Claus Sturm …

 

 

 

 

Herzlichen Dank an das Bloggerportal vom PenguinRandomhouse für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars!

 

 

 

Samstag, März 19, 2022

Lancelot von Giles Kristian

 

Eine weltbekannte Saga neu erzählt!

Ein brutaler Überfall in der Nacht, dann die Vertreibung mit anschließender Flucht - Lancelots junges Leben hat sich von einer Sekunde auf die nächste schrecklich verändert. Der Königssohn, der die Natur so sehr liebt und sie gut lesen kann, muss ein neues Leben beginnen. Für die kleine Gruppe, bestehend aus der Königsfamilie sowie engem Gefolge, ist es ein erbitterter Überlebenkampf. Morgaine, die Schwester seiner Mutter Elaine, übernimmt die Verantwortung für das Kind und befreit ihn, nimmt ihn bei sich auf. Noch einmal ändert sich alles für Lancelot. Die Herrin, wie sie jeder nennt, versprüht eine Art Zauber über die Menschen, die ihr wiederum mit Ehrfurcht begegnen. Die Zeit seiner Ausbildung verbringt Lancelot nun auf der Insel, die wir Avalon nennen. Die Mädchen und Jungen werden getrennt voneinander unterrichtet. Lancelot erhält die besten Lehrjahre und entwickelt sich zum erstklassigen Krieger.

 

Poetisch angehaucht und zugleich eindringlich ist die Sprache des Autoren. Mit seinem Schreibstil überrascht mich Giles Kristian sogleich positiv und kann mich für sich gewinnen. Die Lancelot-Sage, die ich bisher aus Sicht des Buches "Die Nebel von Avalon" von Marion Zimmer Bradley kenne und liebe, wird hier neuartig erzählt. Im Original ist dazu bereits ein zweiter Band mit dem Namen "Camelot" erschienen. Der herangewachsene Lancelot wird neben Gawain der berühmteste der Ritter der Tafelrunde von König Artus sein, doch vorerst ist er ein Teenager. Es ist schön und aufschlussreich, die Geschichte aus Sicht des Jungen zu erfahren.

So klar vergebe ich wohlverdiente fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle den Roman um die Lancelot-Sage uneingeschränkt weiter. Leser und Leserinnen von historischen wie phantastischen Romanen kommen hier voll auf ihre Kosten und können sich vom charmigen Lancelot verzaubern lassen. Mit seinen 832 Seiten kann man mit dem Buch viele, schöne und intensive Lesestunden verbringen.

Über den Autoren:

Seine norwegische Herkunft und die Werke von Bernard Cornwell inspirierten Giles Kristian dazu, historische Romane zu schreiben. Um seine ersten Bücher finanzieren zu können, arbeitete er unter anderem als Werbetexter, Sänger und Schauspieler. Doch Kristians Herz schlägt für die Welt der Wikinger, die er in Götter der Rache zum Leben erweckt. Mittlerweile ist Giles Kristian Bestseller-Autor und kann sich ganz dem Schreiben widmen. (Quelle: Penguin Randomhouse)

 

Original-Klappentext: 

Die Zukunft Britanniens liegt um Dunkeln. Die Herrschaft der Römer ist nur noch eine blasse Erinnerung. Doch das Land ist zerrüttet, und die Zeit des Großkönigs Uther Pendragon neigt sich dem Ende entgegen. Fernab von den Zentren der Macht, auf einer kleinen Insel im tosenden Meer, wächst ein Junge auf, dessen Geschicke mit denen des Landes auf schicksalhafte Weise verknüpft sind. Ein grausamer Verrat machte ihn zum Waisen. Er ist mittellos, doch große Lehrmeister teilen ihr Wissen mit ihm. Er ist geschickt, und weiß mit Tieren umzugehen. Seine unverbrüchliche Treue zu einem neuen König wird dem Land Hoffnung schenken. Seine Liebe zu einer mächtigen Frau wird es spalten. Dies ist die Geschichte von Lancelot.




Herzlichen Dank an das Bloggerportal für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars!

 

 

 

 

Freitag, Februar 25, 2022

Das verschlossene Zimmer von Rachel Givney

 

Dunkle Geheimnisse

Die 17-jährige Marie lebt in Krakau, es ist das Jahr 1939. Sie liebt ihren Vater bedingungslos und doch gibt es etwas, das sie wissen möchte. Über ihre Mutter weiß Marie nämlich gar nichts, außer dass sie die Familie verlassen hat und dies bereits als Marie ein Kleinkind war. Das Schlafzimmer des Vaters ist stets verschlossen und für das Mädchen nicht zugängig. Aber ihre Fragen nach der Mutter blockt der Vater immer ab. So entschließt sich Marie, die Tür heimlich mit Hilfe einer Haarnadel zu öffnen. Sie erwartet im für sie verbotenen Zimmer Hinweise auf den Aufenthaltsort Ihrer Mutter zu erlangen. Natürlich ist es Marie bewusst, dass sie den Vater damit enttäuscht und ihn sogar hintergeht. Wird Marie etwas erfahren? Wird das Verhältnis zu ihren Vater belastet werden?


 

In wunderbarer, ausgeglichener und feinfühliger Sprache hat die Autorin diese Geschichte verfasst. Sie kann mich mit ihrem starken Schreibstil sogleich einfangen und für sich gewinnen. Dieses Buch ist unglaublich mitreißend, es nimmt mich gefangen. Die Figuren sind brillant angelegt, gerne folge ich ihrem Schicksal. Die Zeit im Polen, genauer gesagt Krakau, des Jahres 1939 beinhaltet an und für sich bereits Dramatik genug und doch schafft die Autorin eine besondere Atmosphäre um die junge Marie und ihrem, aufopferungsvollen Vater Dominik Karski. Eben dieser ist Arzt und übt seinen Beruf voller Leidenschaft und mit Herzblut aus. Die Figur der Marie, die den Vater über alles liebt und die ihn dann doch hintergeht, um Antworten auf ihre Fragen zu erhalten, die er ihr nicht geben will, ist wunderbar gestaltet. Das Hin- und Hergerissensein der jungen Marie wird deutlich klar. Das gesamte Setting ist phantastisch gestaltet und ich sehe die Charaktere und Szenen wie einen Film vor meinem geistigen Auge ablaufen. In wundervollen Details schafft die Autorin authentische Atmosphäre. Die Geschichte selbst ist außerordentlich tiefgründig und erstklassig gesetzt. Ein Herzensbuch für mich und eines, das als Highlight in meinen Gedanken bleiben wird.

Dieses Buch, das eine Familiengeschichte voller Geheimnisse in sich birgt, bewerte ich selbstverständlich mit wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es so klar weiter. Leser und Leserinnen, die gerne Rätsel ergründen mögen und historische Familienromane lieben, liegen hier goldrichtig. Mich selbst hat das Buch mit seinen Figuren und einer herzergreifenden Story hervorragend unterhalten!

Kurzmeinung:

Tiefgründige Familiengeschichte, in der Moral, Liebe, Geheimnisse und Vertrauen dominieren. 

Ein großes Kompliment und Dankeschön möchte ich an die Übersetzerin Ute Leibmann aussenden, die die Atmosphäre herrlich einfangen und wieder geben konnte!

 

Über die Autorin:

Rachel Givney hat als Drehbuchautorin schon an vielen der beliebtesten australischen TV-Serien mitgewirkt, u. a. bei McLeods Töchter. Nach längeren Aufenthalten in den USA, Großbritannien und Deutschland lebt die gebürtig Australierin heute wieder in Sydney. Für Secrets My Father Kept reiste sie aber mehrfach für Recherchen nach Polen. Die Filmrechte ihres ersten Romans, der Jane-Austen-Komödie Jane in Love, wurden von einem großen Streamingdienst optioniert. Derzeit arbeitet Rachel Givney am Drehbuch hierzu – und an ihrem nächsten Roman. (Quelle: Bastei Lübbe Verlag)


Original-Klappentext:

Wie viele Geheimnisse erträgt eine Familie?

Krakau, im Frühjahr 1939. Alle Zeichen stehen auf Krieg, denn das Deutsche Reich treibt seine Angriffspläne auf Polen unbarmherzig voran. Die junge Marie aber beschäftigen ganz anderen Fragen: Wer ist ihre Mutter? Warum verschwand sie, als Marie ein Kleinkind war? Und warum verweigert ihr Vater, ein renommierter Arzt, jedes Gespräch über sie? Als sie die Ungewissheit nicht mehr aushält, entschließt Marie sich zu einem drastischen Schritt.

Marie zog eine Haarnadel aus ihrem blonden Haar. Bisher verfügte sie über keinerlei Erfahrungen als Einbrecherin, doch Olaf, ein ortsansässiger Tunichtgut, der zusammen mit ihr in der Straßenbahn zur Schule fuhr, hatte sich ihr gegenüber in dieser Woche damit gebrüstet, dass es ein Leichtes sei, ein Schloss mit einem schmalen Metallstück aufzubrechen. "Einfach nur reinschieben und ein bisschen hin und her ruckeln", hatte er geprahlt.
Marie musterte den Messingdraht und lächelte. In der Regel sahen die Leute in einer Haarnadel nur ein Accessoire, mit dem man seine Frisur bändigen konnte. Marie sah darin etwas anderes – einen Schlüssel.

Als Marie das Zimmer ihres Vaters aufbricht und durchsucht, riskiert sie, dadurch sein Vertrauen zu verspielen. Doch sie hat keine andere Wahl: Sie muss wissen, was aus ihrer Mutter wurde ...

Rachel Givney erzählt eindrucksvoll davon, was eine Familie ausmacht. Ein Roman, der zutiefst bewegt und nachhallt.

 

 

 

 

 

Herzlichen Dank an NetGalley Deutschland und den Bastei Lübbe Verlag für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars!

 

 

 

 

Donnerstag, Januar 13, 2022

Die Fliegerinnen von Jeanette Limbeck

Zwei Seiten


Sokolowa, Jekaterina Pawlowna, oder kurz Katja, hat ein Visum erhalten, das sie dazu berechtigt, Moskau zu verlassen. Es ist Oktober im Jahre 1941 und nur relevante Personen dürfen ausreisen. Katja als Mitarbeiterin eines Rüstungsbetriebes darf reisen. Der Zug ist übervoll und alle werden streng kontrolliert und überwacht. Und dann kommt alles ganz anders, in sprichwörtlich letzter Minute, bevor der Zug Richtung des Ural ausfährt, wird Katja herausgeholt. Ihr Traum soll tatsächlich Wirklichkeit werden - denn sie darf in ein weibliches Regiment eintreten und kämpfen. Für ihr Vaterland gegen den Feind wird sie an der Front kämpfen und zwar als Fliegerin. Das will sie, dafür brennt sie. Was sie da noch nicht weiß, ist, dass sie für die Erfüllung ihres Traumes einen hohen Preis bezahlen muss.


 

In wundervoller und anregender Sprache verfasst ist dieser historische Roman. Die einzelnen Szenen sind beeindruckend aufgebaut, alles kann ich mir gut und bildlich vorstellen. Die Wirren des Krieges, die Verzweiflung der Menschen sind hervorragend dargestellt und vor allem wirken sie komplett authentisch. Die einzelnen Schicksale bewegen mich zutiefst. Ich hatte nur mal kurz in das Buch hinein schnuppern wollen und dann konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Die Charaktere stecken voller Blut und Leben, sie sind alle unterschiedlich und spielen doch wunderbar zusammen. Trotz der schwierigen Zeiten lasse ich mich gerne mitnehmen und fiebere mit den Figuren und ihrem Schicksal mit. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir ausnehmend gut. Die verzwickte Situation der Hauptfigur Katja wird dramatisch klar, mein Herz konnte sie von Beginn an erobern. Überhaupt unterhält das Buch enorm durch seine Vielseitigkeit, die ungewöhnliche Rolle der Frauen im Regiment und dazu das Schlamassel der Katja, ist brillant erzählt.


Von Herzen gebe ich diesem Roman wohlverdiente fünf von fünf Sternen und spreche ihm meine absolute Leseempfehlung aus. Hier wird die Rolle der Frauen in der Zeit des Zweiten Weltkrieges erstklassig präsentiert. Liebhaber von historischen Romanen gerade aus dieser Zeit werden sich für das Buch erwärmen können, ich bin darin versunken und liebe die Geschichte samt ihrer Figuren!

 

Original-Klappentext:

Stalins Elitekämpferinnen. Freundschaft und Verrat in den Wirren des KriegesOktober 1941. Stalin lässt junge Frauen zu Kampfpilotinnen ausbilden. Auch die zwanzigjährige Kunstfliegerin Katja will einen Beitrag zur Verteidigung ihres Landes leisten. Doch viel mehr noch erhofft sie sich, ihre Eltern aus dem Gulag retten zu können, wenn sie sich im Kampfeinsatz auszeichnet. Staatssicherheitsoffizier Mukijenko verschafft ihr einen Platz in einem der Frauenregimenter, aber er verlangt dafür einen hohen Preis: Katja soll die anderen Fliegerinnen ihrer Truppe bespitzeln - und im Austausch erfahren, welche von ihnen ihre Eltern denunziert hat. Katjas Suche nach der Verräterin belastet ihre Beziehung zu den anderen Frauen bis aufs Äußerste. Bald weiß sie nicht mehr, wem sie noch vertrauen kann. Doch gerade gegenseitiges Vertrauen kann bei den gefährlichen Flugeinsätzen über Leben und Tod entscheiden ...

 

Über die Autorin:

Jeanette Limbeck sah mit sechzehn eine Dokumentation über die sowjetischen Fliegerinnen der Stalinzeit. Zwanzig Jahre, ein Slawistikstudium und mehrere Russlandaufenthalte später war der Roman dazu fertig. Wenn sie nicht gerade Geschichtsbücher liest oder vom Fliegen träumt, arbeitet sie in der Unternehmenskommunikation und unterrichtet Schreiben. Sie lebt in Berlin. (Quelle: Grafit Verlag)

 

 

 

Herzlichen Dank an die netgalley Deutschland für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars!

 

 

 


Samstag, Januar 01, 2022

Der Friesenhof - Auf neuen Wegen, Band 1 der Reihe "Die Teehändler-Saga" von Fenja Lüders


Nachkriegsjahre


Der Friesenhof der Familie de Fries existiert bereits seit 100 Jahren und war immer im Besitz der Familie. Sie sind eine Marsch-Bauern Familie. Gerade ist der Vater an einer kurzen schweren Erkrankung verstorben, nicht nur für die beiden Schwestern Gesa und Hanna ändert sich daraufhin ihr gesamtes Leben. 



 

Der großartige Schreibstil der Autorin fasziniert mich sofort und die Geschichte nimmt mich gleich gefangen. Die Figuren beeindrucken mich, sie sind liebenswert und ich folge ihnen gern. Die schwierige Lage, die sich manchmal in Verzweiflung steigert, der Nachkriegszeit ist fassbar. Eine Zwickmühle entsteht gar, denn die Männer, die aus dem Krieg und Gefangenschaft zurückkehren, erwarten eine Rückgabe ihrer Plätze, die die Frauen während der Kriegszeit erfolgreich eingenommen hatten. Auch die Zwangsunterbringung von Flüchtlingen auf den Höfen schafft Konflikte. Alle müssen zusammenrücken, die Privatsphäre des einzelnen leidet. Dinge, die ich ebenfalls aus Erzählungen meiner eigenen Großeltern kenne. Die Atmosphäre ist von einer brillanten Tiefe und Dichte, die einzelnen Szenen kann ich nicht nur sehen sondern auch fühlen, ganz wunderbar. Figuren, die ich so gerne begleite und von denen ich noch viel mehr erfahren möchte. Dieses Buch hat sich mir sofort geöffnet und mit den ausgeprägten und vielfältigen Charakteren einen Platz in meinem Herzen gefunden. Eine Geschichte die bleibt! Die Sprache ist ausgezeichnet, die norddeutschen Worte sind wunderbar platziert, die Sätze sind mitreißend formuliert. Die Landschaftsbilder sind fulminant gut gezeichnet und das Leben der Menschen glaubhaft und voller Herzlichkeit sowie Emotionen geschildert.


Liebend gerne vergebe ich hier wohlverdiente fünf von fünf möglichen Sternen.
Dem ersten Band dieser Familiensaga möchte ich dazu meine unbedingte und absolute Leseempfehlung aussprechen. Der Einstieg in diese Serie ist der Autorin hervorragend gelungen und ich freue mich schon sehr auf die Folgebände.  Liebhaber der Nordseeküste mit ihren Riten und Gezeiten in Kombination mit einer fesselnden Familiengeschichte werden das Buch verschlingen so wie ich.

 

Über die Autorin:

Fenja Lüders, Jahrgang 1961, ist eine waschechte Friesin. Als Jüngste von vier Geschwistern wuchs sie auf einem Bauernhof direkt an der Nordseeküste auf. Für ihr Studium der Geschichte und Politik zog sie nach Oldenburg, wo sie bis heute mit ihrer Familie lebt. Neben dem Schreiben ist klassische Musik ihre große Leidenschaft. (Quelle: Bastei Lübbe Verlag)

Original-Klappentext:

Ostfriesland, 1948: Um den Verkauf des Familienhofs im friesischen Marschland abzuwenden, fängt die junge Gesa als Packerin in einem Teehandel an. Fasziniert von dieser für sie neuen und aufregenden Welt steigt sie bald zur rechten Hand des Juniorchefs auf, dem Kriegsheimkehrer Keno. Die beiden kommen sich näher, aber Keno ist ein verheirateter Mann. Und auch Gesas Herz ist nicht frei. Ihr Verlobter gilt als in Russland verschollen. Als böse Gerüchte die Runde machen, droht Gesa alles zu verlieren, was sie sich aufgebaut hat.



Band 2 der Reihe "Die Teehändler-Saga" 

„Der Friesenhof - Schicksalstage“

ET: 24.06.2022

 

 

 

 

Herzlichen Dank an die NetGalley Deutschland und den Bastei Lübbe Verlag für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars!