Montag, Juli 31, 2023

Zum Schweigen verdammt (Leise Helden, Band 4) von Melanie Metzenthin

 

 

 

Mit dem VW-Bus ins Abenteuer

 
Mit ihrem selbst umgebauten VW-Bus sind der Tischlermeister Bruno und der Journalist Eddy auf einer wahrlichen Abenteuerreise durch den Orient, der frühen 50er Jahre, durch die Türkei bis in den Iran. Die beiden sind ein Paar, doch anders als im damaligen Deutschland, war Homosexualität im Iran nicht strafbar. Eddy hat seinen Sender die BBC dazu überredet, ihn eine Reisereportage erstellen zu lassen, Bruno soll dabei als Fotograf agieren. Es brodelt ein Konflikt im Iran und die britischen Ölfirmen befinden sich mitten drin. Die Romantik der beiden wird also jäh gestört, denn sie werden Zeugen einer beginnenden Revolution. Später werden wir die Ereignisse als „Operation Ajax“ erinnern …
 
 

 

Dieser Roman katapultiert mich zunächst einmal in die Schönheit der Landschaft am Vansee und in eine komplett andere Zeit. Das Buch entschleunigt mich, ich genieße die Schilderungen der Zweisamkeit Brunos und Eddys und der spröden, zauberhaften Landschaft. Melanie Metzenthin erzählt mir gekonnt und wortgewandt ihre Geschichte. Die Autorin kann mich sogleich einfangen und mitnehmen. Spannend finde ich zu lesen, wie unterschiedlich die beiden Männer die Landschaft erleben. Überhaupt sind die beiden sehr gegensätzlich, und gerade das macht einen positiven Reiz der Story aus. Im Jahr 1953 sind die Erlebnisse des Krieges noch stark gegenwärtig und Bruno durchlebt seine Ängste verständlicherweise wieder und wieder. Doch kann gerade diese Angst sicherlich auch hilfreich sein, gefährliche Situation vorher zu erahnen. Wenigstens müssen sie auf der Reise nicht verheimlichen, dass sie sich lieben, denn im Iran ist ihre Liebe nicht strafbar.
Das gesetzliche Verbot von Homosexualität wurde in Deutschland hingegen erst 1994 endgültig abgeschafft und manche Psychiater boten sogar ''Behandlungen'' an. 

 

Selbstverständlich vergebe ich dem Buch seine wohlverdienten fünf von  fünf möglichen Sternen und spreche ihm meine uneingeschränkte Lese-Empfehlung aus. Leser und Leserinnen von historischen Romanen, die auch an politische Ereignisse aus dem Iran der 50er Jahre interessiert sind, werden dieses Buch verschlingen und lieben wie ich. 

Das Buch ist ein Sequel der Reihe ''Leise Helden'', es kann aber - meiner Meinung nach - auch durchaus unabhängig von der Serie gelesen werden. 


Kurzmeinung:

Dieser Roman steckt voller Emotionen und Lokalkolorit. Die Stimmung, die Probleme und die historischen Ereignisse werden wunderbar geschildert.


Über die Autorin:

Melanie Metzenthin lebt in Hamburg, wo sie als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie arbeitet. Sie hat bereits zahlreiche Romane veröffentlicht, in denen psychische Erkrankungen oft eine wichtige Rolle spielen. Beim Schreiben greift die Autorin gern auf ihre berufliche Erfahrung zurück, um aus ihren fiktiven Charakteren glaubhafte Figuren vor einem realistischen Hintergrund zu machen. 2020 wurde sie für ihr Buch "Mehr als die Erinnerung" mit dem DELIA Literaturpreis ausgezeichnet.

Unter dem Pseudonym "Antonia Fennek" schreibt sie Psychothriller.

(Quelle: amazon)

 

Original-Klappentext:

Ein spannender Roman über die geheimnisvolle Welt des Iran und die Geschichte einer verbotenen Liebe von Bestsellerautorin Melanie Metzenthin.

1953: Der junge Journalist Eddy McLaine und sein Fotograf Bruno Matthiesen machen sich mit einem ausgebauten VW-Bus auf die weite Reise von Deutschland in den Iran. Begeistert von der fremden Welt des Orients und der iranischen Gastfreundschaft, gelingt es den aufgeschlossenen jungen Männern schnell, Kontakte zu knüpfen. Doch der Iran steht am Scheideweg zwischen Tradition und Moderne – Teheran ist ein Pulverfass und Eddy und Bruno sind mittendrin. Wenn jetzt noch herauskommt, dass Bruno und er viel mehr sind als nur Kollegen, könnte es für sie beide lebensgefährlich werden …

 

 

 

 

 

 

Herzlichen Dank an Amazon Publishing Deutschland und die netgalley Deutschalnd für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars.