Montag, September 09, 2019

Herbstbunt - Wer nur alt wird, aber nicht klüger, ist schön blöd von Thomas Gottschalk

Immer jung im Kopf


Super schön und passend sticht mir gleich das Inhaltsverzeichnis ins Auge: Songtitel allesamt sind dem Classic-Rock zuzuordnen. Für einen Menschen, der Musik so sehr liebt und diese Liebe auch zeigt als RadioDJ und Moderator großer Abendshows könnten die Überschriften der Kapitel gar nicht treffender sein. Der Soundtrack zum Buch gleich mitgeliefert - herrlich!

In seinem zweiten Buch gewährt uns Thomas Gottschalk tiefe, ehrliche und sehr persönliche Einblicke in sein Privates und seine Gedankenwelt. Darüber welche Einschnitte es bei ihm gab und aktuell gibt, gesundheitliche Probleme, die es zu bewältigen gibt und dem „sich stellen“ des Prozesses des Alterns. Unter anderem schneidet er Themen wie Fitness, Ernährungsumstellung, Ahnenforschung an und dies mit humorigen Anekdoten aus seinem Leben verbunden.


Dabei kommen auch gesellschaftspolitische Themen nicht zu kurz, wie etwas der Wandel der Gesellschaft, unser Blick auf uns selbst als Gemeinschaft, auch der Rolle der Frau oder die Entstehung von Shitstorms im Internet; dabei geht es Thomas Gottschalk um das Erkennen, das Verstehen und letztendlich das Umsetzen dieser Veränderungen in und für sein eigenes Ich.

Viele seiner Gedanken kenne ich von mir selbst, einen Wandel der Gesellschaft, den auch ich sehe und erlebe, Umdenken, das auch ich für mich vollziehen musste. Einfühlsam erzählt Thomas Gottschalk Episoden aus seinem Leben und kann mich dabei prächtig unterhalten und vor allem mitnehmen, ja fesseln. Der Ton des Buches ist locker, fast schon plaudernd erzählt Thomas Gottschalk aus seinem Alltag.

Eine TV-Legende wird älter aber ist nach wie vor und wird es immer bleiben: jung im Kopf! Seine Erfahrungen und sein Wissen gibt er uns gerne weiter, dies tut Thomas Gottschalk aber niemals mit erhobenen Zeigefinger sondern stets unterhaltsam und äußerst charmant.

Aus tiefstem Herzen bewerte ich dieses Buch mit fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es natürlich weiter. Das Grundthema des Buches betrifft uns alle irgendwann früher oder später: der Kampf mit den Pläsierchen des Älterwerdens. Ein wunderbarer Geschichtenerzähler, der Thomas Gottschalk nun einmal ist, berichtet er somit über das hoffentlich Unvermeidbare, denn nur wer lebt kann älter werden. Bei Hörbuch-Fassung liest der Autor übrigens selbst und ist deshalb ein ganz besonderes Schmankerl!

Herzlichen Dank an das Bloggerportal von der Randomhouse-Gruppe für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars.

Über den Autoren:
Thomas Gottschalk wurde am 18. Mai 1950 in Bamberg geboren. Er startete seine Karriere beim Bayerischen Rundfunk. Mit der Sendung »Na sowas!« gelang ihm der Durchbruch im Abendprogramm des ZDF. 1987 übernahm er das Unterhaltungs-Flaggschiff »Wetten, dass..?« und moderierte bis 2011 151 Sendungen. Gottschalk ist seit 1976 mit Thea verheiratet. Er hat zwei Söhne und zwei Enkel und lebt in Süddeutschland und den Vereinigten Staaten. (Quelle: Heyne-Verlag)
Hier der Original-Klappentext (noch einmal zum Nachlesen):
Forever young?
Immer lief alles glatt in seinem Leben. Warum sollte sich daran etwas ändern, bloß weil Thomas Gottschalk eines Tages 60 wurde? Für die Figur gibt’s die Mayr-Kur, und Workouts gibt’s für die Fitness. Doch in der zweiten Hälfte der Sechziger wird es unerwartet rumpelig: Der Oberschenkelmuskel gibt den Geist auf; das Haus brennt ab; und nach über 40 Jahren Ehe ist das Zusammenbleiben plötzlich nicht mehr selbstverständlich…
Thomas Gottschalk erzählt vom Älterwerden – nachdenklich, mit viel Humor und großer Offenheit. Seine Botschaft? Optimistisch!
»Ich im Kampf gegen die Vergreisung. Das ist meine letzte große Herausforderung. Ich werde sie bewältigen – top, die Wette gilt!« Thomas Gottschalk (Quelle: ebenfalls Heyne-Verlag)

Freitag, September 06, 2019

Das Paket von Sebastian Fitzek

Vertraue niemandem


Was ich bei der Lektüre von Sebastian Fitzeks Psychothriller schnell gelernt habe: Schubladendenken ist hier mal so gar nicht möglich. In gekonnter Salamitaktik gibt der Autor gezielt winzige Puzzlestücke an Informationen preis, gerade so viel, um die Geschichte wieder komplett anders aussehen zu lassen und mich als Leserin aufs Glatteis zu führen. Irgendwann hatte ich alle mitspielenden Figuren unter Generalverdacht gestellt und keiner Aussage mehr getraut. Selbst die harmloseste Person habe ich verdächtigt. Es ist brillant wie Sebastian Fitzek mich als Leserin mitnehmen und fesseln kann, wie er meine Sympathie zu einzelnen Charakteren blitzschnell zu Misstrauen und Antipathie wenden kann. Dieser Psychothriller hat mich noch nach dem Lesen beschäftigt und nicht losgelassen, die Gänsehaut war auch nach dem Schließen des Buches noch da, vielleicht auch eine gewisse Angst vor Schränken und beschlagenen Spiegeln.


Selbstverständlich vergebe ich hier fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle das Buch unumwunden weiter. Dieser Psychothriller von Sebastian Fitzek zeigt wieder einmal, dass er ein Meister seines Faches ist, hier stimmt einfach alles. Wer sich einlassen mag auf Hochspannung, schaurigem Gefühl, Ungewissheit, der wird hier mit einer anspruchsvollen und klug durchdachten Geschichte belohnt, die zudem hervorragend geschrieben ist.

Hier der Original-Klappentext:
Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.
Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, hat große Angst, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.
Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt ...
Über den Autoren:
Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seit seinem Debüt „Die Therapie“(2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Mittlerweile werden seine Bücher in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.(Quelle: Droemer-Knaur-Verlag)

Dienstag, September 03, 2019

Wer wir sein könnten: Warum unsere Demokratie eine offene und vielfältige Sprache braucht von Robert Habeck

Die Macht der Sprache

„Wie wir sprechen, entscheidet darüber, wer wir sind – auch und gerade in der Politik.“
Klug, leidenschaftlich und anschaulich geht Grünen-Chef Robert Habeck in seinem neuen Buch dem Zusammenhang von Sprache und Politik nach, erkundet den Unterschied zwischen totalitärer und offener Sprache – und skizziert damit eine Poetik des demokratischen Sprechens, die Mut macht, sich einzumischen und für unsere Demokratie einzustehen.„Asyltourismus“, „Überfremdung“, „Gesinnungsdiktatur“, „Hypermoral“, „Volksverrat“ – viel ist in den letzten Monaten über die Sprachverrohung in der Politik gesprochen worden. Nach einer langen Zeit, die eher von politischer Sprachlosigkeit geprägt war, ist nun eine Zeit des politischen Brüllens und Niedermachens angebrochen – nicht nur von Seiten der AfD. Doch was passiert da eigentlich genau? Wo verläuft die Grenze zwischen konstruktivem demokratischem Streit und einer Sprache, die das Gespräch zerstört, die ausgrenzt, entmenschlicht? Und ist das alles nur eine Frage des mangelnden Stils? Mit viel Leidenschaft erinnert Robert Habeck in „Wer wir sein könnten“ daran, dass die Frage, wie wir sprechen, entscheidend ist für die Gestaltungskraft unserer Demokratie. Dass Sprache – nicht nur in der Politik – den Unterschied macht. Und er entwirft die Skizze eines politischen Sprechens, das offen und vielfältig genug ist, um Menschen in all ihrer Verschiedenheit zusammenzubringen und in ein Gespräch darüber zu verwickeln, wer wir sein könnten, wer wir sein wollen. Dieses kluge Buch ist Teil dieses Gesprächs. (Original-Klappentext)

Anschaulich und eindringlich erklärt Robert Habeck in seinem Buch, wie schnell unsere Gesellschaft abdriften kann. Wie sprachgewaltig die Politik doch ist und wie negative Gruppen, dieses Wissen für sich und ihre Zwecke nutzen. Und somit uns versuchen zu manipulieren. Dies macht mich nachdenklich und etwas hilflos, aber gerade jetzt heißt es aufzuwachen und Missstände aufzudecken! Der Hass aus dem Netz ist bereits mitten unter uns angekommen, wir alle müssen jetzt handeln und aufpassen. Diese Schrift ist ein hervorragender Beginn, die Dinge klar zu erkennen und ihnen vorzubeugen.

Ein Herzensbuch, dessen Lektüre so wichtig für unser aller Weiter-Leben ist. Meine Bewertung: fünf von fünf möglichen Sternen und so klar eine Leseempfehlung! Wer sind wir? Wer wollen wir sein? Fragen, die wir alle uns stellen müssen und deren Beantwortung wir vorleben müssen.


Über den Autoren:
Robert Habeck, geboren 1969 in Lübeck, Studium der Philosophie und Philologie in Freiburg i.Br. und Hamburg. 2000 Promotion zum Doktor der Philosophie. Seit 1999 arbeitete er gemeinsam mit seiner Frau Andrea Paluch als Schriftsteller. Seit Anfang 2018 ist der ehemalige stellvertretende Ministerpräsident von Schleswig-Holstein Parteivorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Bei Kiepenheuer & Witsch erschien 2016 seine politische Autobiografie „Wer wagt, beginnt“. Mit seiner Frau Andrea Paluch und vier gemeinsamen Söhnen lebt er in Flensburg.(Quelle: Kiepenheuer & Witsch)

Teufelskrone von Rebecca Gablé

Richard Löwenherz


Wir schreiben das Jahr 1193. Herzog Leopold von Österreich nimmt König Richard Löwenherz gefangen. Guillaume of Waringham, erstgeborener Sohn Jocelyns, dem Earl of Warinham, kommt die unliebsame Aufgabe zu, Aliénor von Aquitanien über die Inhaftierung ihres Sohnes zu informieren. Um unerkannt und unbehelligt an den Hof reisen zu können, bedient sich Guillaume eines Tricks und seines jüngeren Bruders Yvain. Der 15jährige soll bei seinem Onkel Geoffrey FitzStephen vorsprechen, um bei den Templern, deren Meister dieser ist, aufgenommen zu werden. Eine Absprache, die Jocelyn zuvor bereits mit seiner Frau Maud getroffen hatte. Für Yvain kommt diese Information allerdings aus heiterem Himmel. Blitzschnell muss er entscheiden, ob er tatsächlich dem Ritter-Orden beitreten will. Jocelyn macht ihm jedoch deutlich, dass er als zweitgeborener Sohn kein Erbe zu erwarten hat. So begeben sich die Brüder auf eine Reise, deren Ausgang ungewiss ist.

Die Charaktere sind einfühlsam angelegt, hervorragend durchdacht und den gesamten Roman über glaubhaft und vor allem stimmig in ihren Handlungen. Besonders schön finde ich die Beziehung der Brüder Yvain und Guillaume dargestellt und beschrieben. Yvains Liebe zu seinem Bruder ist wirklich fühlbar, obwohl brüderliche Rivalität hindurch blitzt. Diese Rivalität könnte noch geschürt werden, da Yvain unsterblich in Amabel verliebt ist, die jedoch bereits an Guillaume versprochen wurde. Allein damit würde die Autorin Rebecca Gablé bereits einen Meistertitel für diesen Roman verdienen, doch sie kann es noch toppen, denn die Geschichte ist brillant erdacht und erzählt. Ich weiß nie, ob die Autorin die historischen Figuren benutzt, um ihre Story der Waringhams auszumalen oder ob es umgekehrt der Fall ist, dass sie die Warinhams nutzt, um uns Lesern die Historie der realen Personen und ihre Taten nahe zu bringen. Das letztendlich auch unwichtig, denn beides zusammen ergibt eine fabelhafte, ja phantastische Chronik. Wenn es einer Autorin gelingen mag, die Stimmung eines Ortes zu erfassen und zu beschreiben, dann ist es Rebecca Gablé. Über all die Jahre hinweg kann ich den Ort Waringham, das Land, die Wälder, die Burg spüren und fühlen. Damit zieht mich Gablé immer wieder in ihren Bann, der für mich seit Band eins „Das Lächeln der Fortuna“ besteht und ungebrochen ist. Dabei geht die Autorin in der Zeit zurück, während Band eins ab dem Jahr 1360 spielte, so ist der neue, inzwischen bereits sechste Band der Warinham-Reihe im Jahre 1193 platziert und beschreibt die Zeit der Unterzeichnung der Magna Carta und die Blüte des Rittertums um König Richard Löwenherz. Und erneut ist es der Autorin geglückt, mit fundiertem historischen Wissen ein Stück der Geschichte Englands zu veranschaulichen.

Selbstverständlich und aus vollem Herzen vergebe ich fünf von fünf möglichen Sternen und spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus. Leser, die als Neustarter in die Serie einsteigen wollen, können dies getrost mit dem neuen Band tun, der Zauber der Waringhams wird unter Garantie sofort überspringen und dann ergibt sie das Lesen der Vorgänger-Bände ganz von selbst! Pageturner: ja! Liebhaber der Zeit, Englands, und Familien-Sagas werden begeistert sein. Fans der Serie werden sogleich die Atmosphäre vom ersten Band zurück erfühlen können. Das Charisma der Familie Waringham ist ungebrochen und somit die Anziehungskraft der Roman-Reihe durchaus beständig.

Herzlichen Dank an das Team vom Bastei Lübbe Verlag für die freundliche Überlassung eines Rezensions-Exemplars.  

Über die Autorin:

Rebecca Gablé studierte Literaturwissenschaft, Sprachgeschichte und Mediävistik in Düsseldorf, wo sie anschließend als Dozentin für mittelalterliche englische Literatur tätig war.
Heute arbeitet sie als freie Autorin und lebt mit ihrem Mann am Niederrhein und auf Mallorca. Ihre historischen Romane und ihr Buch zur Geschichte des englischen Mittelalters wurden allesamt Bestseller und in viele Sprachen übersetzt. Besonders die Romane um das Schicksal der Familie Waringham genießen bei Historienfans mittlerweile Kultstatus.(Quelle: Bastei Lübbe Verlag)
Die zeitliche Reihenfolge der Warinham-Saga:

Teufelskrone (ab 1193) – die Unterzeichnung der Magna Carta und die Blüte des Rittertums
Die dramatische Lebensgeschichte des Yvain of Waringham zur Zeit eines der bekanntesten englischen Könige: Richard Löwenherz.
Das Lächeln der Fortuna (ab 1360) – England zur Zeit des Hundertjährigen Krieges
Das Schicksal des Robin of Waringham, der als Sohn eines angeblichen Verräters an der Seite des Duke of Lancaster einen Weg zurück in die Welt von Hof, Adel und Ritterschaft findet und am Ende seinem alten Feind auf Leben und Tod gegenübersteht …
Die Hüter der Rose (ab 1413) – England vor dem Beginn der Rosenkriege
Die Lebensgeschichte des John of Waringham, der sich gegen die ihm aufgezwängte kirchliche Laufbahn entscheidet und der an der Seite König Harrys Teile des Hundertjährigen Krieges miterlebt …
Das Spiel der Könige (ab 1455) – die Rosenkriege
Der Bruderkrieg zwischen Lancaster und York um den englischen Thron und das Schicksal der Waringham-Zwillinge Julian und Blanche
Der dunkle Thron (ab 1529) – die Reformation
Nach dem Foltertod seines Vaters erbt der vierzehnjährige Nick of Waringham eine Baronie in desolatem Zustand – und eine folgenschwere Aufgabe in der englischen Politik …
Der Palast der Meere (ab 1560) – die Zeit der Seefahrer und großen Entdeckungen
Die Rivalität zwischen Elizabeth I. und der schottischen Königin Mary Stewart und der Kampf um die Krone. Isaac of Waringham und das große Zeitalter der Seefahrt und der Eroberungen und Entdeckungen der Neuen Welt.

Donnerstag, August 29, 2019

Todesbrut von Klaus-Peter Wolf

Angst auf der Fähre


Eine Fähre irrt über die Nordsee und darf nirgendwo anlegen. An Bord befindet sich eine tödliche Gefahr. Sie könnte von jedem ausgehen.

Auf einer beliebten Urlaubsinsel formiert sich eine Bürgerwehr: Kein Neuankömmling soll die Insel mehr betreten. Dabei ist die Bedrohung schon längst dort.

Die Bundeswehr riegelt eine Kleinstadt an der Küste ab. Niemand darf mehr ins Sperrgebiet. Und niemand darf mehr hinaus. Aber ob das noch etwas nützt?

Es geschieht etwas völlig Unberechenbares, das jegliche Gesellschaftsordnung außer Kraft setzt. Wann kommt es zu uns? (Original-Klappentext)

 
Mit „Todesbrut“ liefert Klaus-Peter Wolf einen Thriller der Spitzenklasse ab. Hier stimmt einfach alles. Der Plot ist brillant zusammengesetzt, die Geschichte absolut stimmig und nachvollziehbar. Das Ende hat der Autor hervorragend gelöst. Ein Fall, der ein wenig nachdenklich stimmt. Die Figuren sind wirklichkeitsnah besetzt, die Dialoge reißen mich mit. Die Stimmung ist dunkel und beängstigend.

Selbstverständlich vergebe ich hier wieder einmal fünf von fünf möglichen Sternen, der Autor wächst immer mehr zu einem meiner Lieblingsautoren heran. Die Leseempfehlung spreche ich klar aus. Leser von realitätsnahen, medizinisch möglichen Thrillern werden begeistert sein.

Ein wirklicher Hypochonder hat eventuell eine harte Zeit nach der Lektüre des Thrillers, aber mal ganz ehrlich? Ist das Szenario so abwegig? Ich denke nicht, so beängstigend die Geschichte auch ist, so möglich wäre sie. Ärzte haben sicherlich bereits Tamiflu für sich und ihre Liebsten gebunkert.

Über den Autoren:
Klaus-Peter Wolf, 1954 in Gelsenkirchen geboren, lebt als freier Schriftsteller in der ostfriesischen Stadt Norden, im gleichen Viertel wie seine Kommissarin Ann Kathrin Klaasen. Wie sie ist er nach langen Jahren im Ruhrgebiet, im Westerwald und in Köln, an die Küste gezogen und Wahl-Ostfriese geworden. Seine Bücher und Filme wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Bislang sind seine Bücher in 24 Sprachen übersetzt und über neun Millionen Mal verkauft worden. Mehr als 60 seiner Drehbücher wurden verfilmt, darunter viele für »Tatort« und »Polizeiruf 110«. Sein Roman »Ostfriesensünde« wurde von den Lesern der >Krimi-Couch< zum »Besten Kriminalroman des Jahres 2010« gewählt. »Ostfriesenangst« und »Ostfriesenmoor« standen wochenlang unter den TOP TEN auf der Spiegel-Bestsellerliste, der achte Band, »Ostfriesenfeuer«, stieg sofort von Null auf Platz 1. (Quelle: amazon)


Blackbird von Matthias Brandt

Ein Coming-of-Age-Roman

Mit zwei Flaschen Amselfelder auf dem 10-Meter-Brett.
Als der 15-jährige Morten Schumacher, genannt Motte, einen Anruf bekommt, ist in seinem Leben nichts mehr, wie es einmal war. Sein bester Freund Bogi ist plötzlich sehr krank. Aber das ist nur eine der herzzerreißenden Explosionen dieses Jahres, die in Matthias Brandts Roman »Blackbird« Mottes Leben komplett auf den Kopf stellen.
Kurz danach fährt Jacqueline Schmiedebach vom Einstein Gymnasium auf einem Hollandrad an ihm vorbei, und die nächste Erschütterung nimmt ihren Lauf. Zwischen diesen beiden Polen, der Möglichkeit des Todes und der Möglichkeit der Liebe, spitzen sich die Ereignisse immer weiter zu, geraten außer Kontrolle und stellen Motte vor unbekannte, schmerzhafte Herausforderungen. Doch zum richtigen Zeitpunkt sind die richtigen Leute an Mottes Seite und tun genau das Richtige. Und er selbst schaut den Dingen mutig ins Gesicht, mit scharfem Blick und trockenem Witz.
Die Figuren dieses Ausnahmeromans wird man nicht mehr vergessen, die Schornsteinfegerin Steffi, Elvis, den lebensklugen Bademeister mit den langen Koteletten, Neandertal-Klaus, und selbst den lustbetonten Sozialkundelehrer Meinhardt. Denn sie und all die anderen zeigen uns durch die Erzählkunst des Schriftstellers Matthias Brandt die Komik und die Tragik des Lebens, ihres Lebens in einer kleinen Stadt in den 70ern, aber auch unseres. Und wir können es sehen, ganz deutlich.
»Jung zu sein, bleibt immer gleich – so schmerzhaft, so unverständlich und so schön, weil alles zum ersten Mal passiert. ›Blackbird‹ ist ein wundervoller Roman.« Eva Menasse (Original-Klappentext)

Die Atmosphäre des Romans steckt voller Esprit, ist wahrhaftig und absolut authentisch. Die vom Autoren verwendete Sprache ist dem Alter der Figuren angepasst - modern, frisch und lässig. In diesem Coming-of-Age-Roman wird von Matthias Brandt einfühlsam das Heranwachsen von Morten Schumacher, genannt Motte, geschildert, einem 15jährigen, dessen bester Freund Bogi, eigentlich Manfred, am Non-Hodgkin-Lymphom erkrankt. Urplötzlich ändert sich damit auch Mortens Welt, seine anfängliche Überforderung ist nahezu schmerzlich fassbar, doch er reift an der Situation und den weiteren Veränderungen seines Lebens. Der Ton des gesamten Buches ist harmonisch und liebevoll. Die Geschichte wird vom Autoren brillant erzählt, wieder einmal zeigt der Autor, welch fabelhafter Geschichtenerzähler er doch ist.

Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Ein Roman über das Chaos der Gefühle: Trauer, Freundschaft, Liebe zu Freunden und Familie und wie wir es bewältigen können. Eindrucksvoll und wortgewaltig geschrieben, ein Buch, das so schnell nicht wieder loslässt.

Über den Autoren: 
Matthias Brandt, geboren 1961 in Berlin, ist einer der bekanntesten deutschen Schauspieler. Für seine Leistungen ist er vielfach ausgezeichnet worden. Als Autor debütierte Matthias Brandt 2016 mit seinem hochgelobten Erzählband »Raumpatrouille«.  (Quelle: kiwi-verlag)

Kleines Extra: 
Wer das Buch lieber hören möchte als es selbst zu lesen, hier ist eine kleine Probe
Der Autor liest selbstverständlich selbst und die Audioversion des Buches ist ungekürzt.




Dienstag, August 13, 2019

Totentanz am Strand von Klaus-Peter Wolf

Auf der Flucht

Der gefährlichste Mann der Republik heißt Dr. Bernhard Sommerfeldt. Er ist aus Ostfriesland geflohen.
Aber Ostfriesland hat auch sie: Ann Kathrin Klaasen, die beste Zielfahnderin in ganz Deutschland. Sie heftet sich an seine Fersen.
Lesen Sie jetzt nach „Totenstille im Watt“ den zweiten Band der neuen Serie von Nummer 1-Bestsellerautor Klaus-Peter Wolf.
„Das ganze Leben ist ein Spiel. Man muss nicht in ein Casino gehen, um daran teilzunehmen. Ich spiele volles Risiko, mit höchstem Einsatz. Aber was kann ich gewinnen? Die Freiheit? Meine Beate? Bekomme ich dann mein altes Leben zurück?
Alles würde ich dafür tun! Ja, ich habe Heimweh nach Ostfriesland. Ich möchte mein Leben als Dr. Bernhard Sommerfeldt zurück, zusammen mit meiner Beate. Am liebsten würde ich meine Praxis wieder eröffnen. Menschen behandeln. Den neuen Lover von Beate entsorgen. Am Meer spazieren gehen, der Nordsee lauschen und mich dem Wind aussetzen.
Aber dort, wo ich mich am wohlsten fühle, dort, wo ich jetzt am liebsten wäre, ist auch die Gefahr am größten, verhaftet und von Ann Kathrin Klaasen einkassiert zu werden.
Und doch: Ich bin ein Mann mit Prinzipien. Es stehen noch einige auf meiner Liste…“ (Original-Klappentext)





Nach wie vor fasziniert es mich, wie mich der Autor Klaus-Peter Wolf und seine Figur Dr. Bernhard Sommerfeldt fesseln können. Der Schreibstil gefällt mir ausnehmend gut, die vielen Wendungen sind völlig unvorhersehbar, der Spannungsbogen wird die gesamte Dauer des Bches über fest gezurrt. Das Tempo ist brisant. Die Geschichte selbst ist beispielhaft und souverän erzählt. Die Sprache des Autoren ist frisch und modern. Die Figuren begeistern mich mehr und mehr. Ganz nebenbei liefert mir Klaus-Peter Wolf immer neue Leseempfehlungen aus den verschiedensten Genren, denn Dr. Sommerfeldt liebt das Lesen. Auch kulinarische Tipps kommen nicht zu kurz und so manches Restaurant wird genannt.

Auch der zweite Band der Serie erhält von mir die Bewertung fünf von fünf möglichen Sternen und selbstverständlich spreche ich eine Leseempfehlung aus, die Serie bietet absoluten Suchtfaktor! Dieses Mal habe ich bewusst langsam gelesen, um das Ende hinauszuzögern und somit den Lesegenuss zu verlängern, klingt verrückt, war aber genau so! Mein einziger Trost ist, dass Band Nummer 3 "Todesspiel im Hafen" bereits auf mich wartet.

Über den Autoren:
Klaus-Peter Wolf, 1954 in Gelsenkirchen geboren, lebt als freier Schriftsteller in der ostfriesischen Stadt Norden, im selben Viertel wie seine Kommissarin Ann Kathrin Klaasen. Wie sie ist er nach langen Jahren im Ruhrgebiet, im Westerwald und in Köln an die Küste gezogen und Wahl-Ostfriese geworden. Seine Bücher und Filme wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Bislang sind seine Bücher in 24 Sprachen übersetzt und über zehn Millionen Mal verkauft worden. Mehr als 60 seiner Drehbücher wurden verfilmt, darunter viele für »Tatort« und »Polizeiruf 110«. Der Autor ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.
Die Romane seiner Serie mit Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen stehen regelmäßig mehrere Wochen auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste, derzeit werden einige Bücher der Serie prominent fürs ZDF verfilmt und begeistern Millionen von Zuschauern. (Quelle: S. Fischer-Verlage)