Montag, Mai 03, 2021

Kleiner Hund und große Liebe von Rosie Adams


 

 

Die Liebe suchen und finden?

Die Londonerin Sara Cowell, Küchenchefin des Restaurants „Rosmary“ eilt ihrer Tante Marjorie, die in Lyme Regis in Dorset lebt, zu Hilfe. Marjorie hat einen verstauchten Knöchel, hat aber eigentlich gegenwärtig mit ihrer Corgie Zucht alle Hände voll zu tun, denn es sind gerade Welpen aus einem Wurf zu versorgen. Sara kommt die Ablenkung ganz Recht, steckt sie doch mitten in einem Beziehungs-Aus. Sara trifft auf die Bewohner und Besucher des Ortes und erfährt endlich auch einmal mehr aus dem Leben ihrer Tante.




Ähnlich wie in dem berümten Film ”Love Actually” ist das Buch der Autorin Rosie Adams ähnlich wie ein Episodenfilm aufgebaut. Ihre Figuren erzählen uns Lesern die Geschichte in Kapiteln, wie sie alles erfahren und erleben. Genauso wie in dem Film, den ich übrigens sehr liebe, habe ich mich sofort in dem Roman wohl- und aufgehoben gefühlt. Der Corgie Rüde Harry übernimmt in kürzeren Passagen sozusagen die Rolle eines Narrators. Er fasst punktgenau die Handlungen der Zweibeiner im Buch aus seiner Sicht zusammen und beschreibt köstlich wie unterschiedlich Zwei- und Vierbeiner doch reagieren. Ich kann wunderbar mit den Charakteren mitfiebern und mich gleich in sie hinein fühlen, liebenswert sind sie alle, doch einige haben auch Ecken und Kanten sowie harte Schalen, hinter denen sie ihre Gefühle verbergen. So wie es im Leben eben ist. Der Schreibstil der Autorin ist ansprechend und mitreißend, die Sprache frisch und modern. Liebe ist natürlich ein Thema, komplizierte Beziehungen, die geregelt werden wollen. Die kleine Stadt Lyme Regis steht im Mittelpunkt des Ganzen und nach den eindrucksvollen Beschreibungen, kann ich verstehen, warum der Ort die Perle von Dorset genannt wird.


Wenn ein Buch den Titel Wohlfühlroman verdient, so ist es dieses! Ich habe ein wunderschönes Lese-Wochenende mit dem Buch verbracht und ich hätte gerne noch weiter gelesen, es ist wieder einmal ein Buch, wo ich die Figuren nicht ziehen lassen möchte. Selbstverständlich vergebe ich hier fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es zweifellos weiter. Ich wünsche dem Roman und der Autorin viele, viele Leser, die ebenso begeistert und hingerissen sind, wie ich es bin.

Wer es noch nicht weiß, hinter dem Pseudonym Rosie Adams verbirgt sich die erfolgreiche Autorin Mirjam Müntefering, die zu meinen absoluten Favoriten gehört.


Die Bezeichnung Wohlfühlroman stimmt hier auf ganzer Linie: herrliche Landschaft, liebenswerte Charaktere, dickköpfige Hunde und ganz, ganz viel Herz!

Lieblingssatz:

„Zum Bleiben braucht es manchmal mehr Mut und Kraft als zum Fortgehen.“

Original Klappentext:

Wenn Amor auf vier Pfoten kommt ...

Die Köchin Sara kommt mit gebrochenem Herzen im Dörfchen Lyme Regis in Dorset an. Sie hat ihren Freund Victor mit einer anderen erwischt – ausgerechnet in ihrem gemeinsamen Restaurant. Gut, dass Tante Marjorie samt verstauchtem Knöchel gerade Hilfe mit dem Corgi-Rudel braucht. Die Hundemeute bringt Sara auf andere Gedanken, während sie für Marjorie kocht und im idyllischen Ort neue Freundschaften schließt. Ihre Tante kennt nämlich jede Menge Single-Männer und versucht, sie zu verkuppeln. Und dann taucht auch noch ständig dieser verschrobene Colin im Cottage hoch über dem Meer auf. Dass Victor versucht, sie zurückzugewinnen, trägt auch nicht unbedingt zu Saras Seelenfrieden bei. Soll sie ihm eine zweite Chance geben? Erst, als ihr Lieblings-Corgi verschwindet, zeigt sich, wer ein echtes Herz für Sara hat ... (Quelle: Bastei Lübbe)

Über die Autorin:

Rosie Adams ist nicht nur Fan der englischen Landschaft und Kultur, sondern auch große Freundin von Hunden, Pferden, Katzen und der gesamten Vogelschar. Seit ihrer Kindheit ist alle freie Zeit dafür reserviert, in Geschichten zu schwelgen, in denen neben Liebe und Freundschaft auch Tiere immer eine Rolle spielen. (Quelle: Bastei Lübbe)

Freitag, April 23, 2021

Larissas Geheimnis von Gisela Garnschröder

 

Familienfehde an der Nordsee

Für das Pärchen Frauke Thomas und Andreas Mayer endet ein Streit um das gemeinsame Urlaubsziel mit einem Zerwürfnis. Er möchte in die Sonne fliegen, doch sie will unbedingt an die Nordsee, ihre alte Heimat. Fliegen mag Frauke sowieso nicht! Enttäuscht von Andreas fährt Frauke alleine aus der neuen Heimat Bielefeld ans Meer. Gleich nach ihrer Ankunft in Wilhelmshaven kommt es jedoch zu einer folgenschweren Begegnung für die junge Frauke und von da an überstürzen sich die Ereignisse und an Erholung ist vorerst nicht mehr zu denken. Frauke Thomas muss um ihr Leben bangen; zum Glück trifft sie den attraktiven und freundlichen Friedrich Lust und somit ist sie nicht mehr völlig einsam.


Gisela Garnschröder gehört schon seit einigen Jahren zu meinen Lieblingsautoren und auch mit dem Kriminalroman „Larissas Geheimnis“ enttäuscht sie mich nicht eine Sekunde lang. Von der ersten Zeile bis zur letzten Seite fiebere ich mit der Protagonistin Frauke Thomas mit. Der Schreibstil der Autorin ist sehr versiert und sie kann mich begeistern und mitnehmen. Ihre verwendete Sprache ist frisch und modern, die Dialoge sind lebendig und lebensnah. Gisela Garnschröders Figuren sind glaubhaft angelegt und spielen sich vor allem die Bälle perfekt einander zu. Die 60jährige Kriminalhauptkommissarin Mira Wiedemann, die das Revier während der Urlaubszeit nur mit Hilfe und einziger Unterstützung ihres Assistenten Kommissar Thorben Weller führen muss, habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Die beiden sind ein Paradespiel im gelungenen Zusammenspiel der Charaktere. Authentizität pur! Emotionen kommen bei dem Kriminalroman auch nicht zu kurz: Schrecken, Furcht, Neugier und auch zarte Verliebtheit, sie alle spielen eine große und entscheidende Rolle in diesem Buch. Die Story selbst ist hervorragend geplottet, die Autorin versteht es stets den hohen Spannungsbogen zu halten und bringt mich als Leserin durch überraschende Wendungen auf falsche Fährten, die Originalität ist fast nicht zu überbieten.

Selbstverständlich spreche ich für das Buch eine absolute Leseempfehlung aus. Ich vergebe dem Krimi fünf von fünf möglichen Sternen. Ich selbst wurde wunderbar unterhalten und verbrachte schöne und vor allem spannende Lesestunden mit „Larissas Geheimnis“. Jeder Krimi-Liebhaber wird entzückt sein so wie ich, ehrliche, verzwickte Polizeiarbeit und dunkle Geheimnisse warten auf die Leser!

Ein spannender Nordsee-Krimi, der sich durch seine lebensnahen Figuren und dem fantastischen Plot sehr angenehm lesen lässt!

Lieblingssatz:

„... Wind in ihren Haaren, schnupperte diese wunderbare Mischung aus Salz, Schlick, Teer und Öl, die den Geruch ihrer Heimatstadt ausmachte ...“

 

Herzlichen Dank an Lovelybooks und die Autorin für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars im Rahmen einer Verlosung! 

 

Klappentext:

Sommer, Sonne, Seewind, das Meer zu ihren Füßen und eine romantische Zufallsbekanntschaft. So hat sich Frauke Thomas ihren Urlaub an der Nordsee vorgestellt. Doch dann kommt alles anders. Gleich am ersten Tag begegnet ihr eine Frau, die ihrer verstorbenen Mutter täuschend ähnlich sieht. Kurz darauf findet sie einen Zettel unter dem Scheibenwischer ihres Wagens: »Verschwinde!«. Frauke informiert ihre Tante Larissa, die mit einem geheimnisvollen Koffer zu ihr an die Nordsee eilt und noch in der selben Nacht ermordet wird. Mit Hilfe der Hauptkommissarin Mira Wiedemann, versucht Frauke den Tod ihrer Tante zu klären und deckt dabei die dunkelsten Geheimnisse ihrer eigenen Familie auf.

(Quelle: lovelybooks)

Über die Autorin:

Gisela Garnschröder ist in Herzebrock/Ostwestfalen geboren, aufgewachsen ist sie dort auf dem elterlichen Bauernhof. Viele Jahre war Gisela Garnschröder als Verwaltungsangestellte in einer Justizvollzugsanstalt tätig. Immer war das Schreiben ihre Lieblingsbeschäftigung. Gisela Garnschröder wohnt in Ostwestfalen, ist verheiratet und hat erwachsene Kinder und Enkelkinder. Sie ist Mitglied bei der Krimivereinigung „Mörderische Schwestern“, beim „Syndikat“ und bei „DeLiA“.  

(Quelle: lovelybooks)


Sonntag, April 18, 2021

Die Hofgärtnerin von Rena Rosenthal

 Die Fliedervilla, Teil 1

 
Die junge Marleene hat seit sie denken kann nur einen Traum: sie möchte Gärtnerin werden, und in der Hofgärtnerei der Stadt Oldenburg arbeiten, so wie ihr Vater es getan hat. Pflanzen und Blumen sind ihre Passion von Kleinauf. Doch für eine Frau ist es im Jahre 1891 nicht möglich, eine Ausbildung zur Gärtnerin zu absolvieren. Die Männerwelt traut ihnen die harte Arbeit nicht zu. Obwohl sie es bereits vorher wusste, hatte sie sich beworben und wurde natürlich prompt als Lehrling abgelehnt. So hegt Marleene nun einen kühnen Plan – sie muss sich als Mann verkleiden! Geht sie als junger Bursche durch und vor allem, kann sie ihren Traum verwirklichen? Eine aufregende Zeit beginnt!


 

Eindringlich und authentisch schildert die Autorin Rena Rosenthal das Leben und die Probleme der Menschen Ende des 19. Jahrhunderts. Die Schwierigkeiten der unterschiedlichen Klassen untereinander, aber und vor allem auch die Stellung der Frau in der Gesellschaft zu der Zeit werden deutlich behandelt. Die Frauenbewegung, die Kämpfe der Sozialdemokraten für bessere Arbeitsbedingungen; doch auch die Schwierigkeiten des Bürgertums lässt die Autorin nicht außer Acht. All diese Aspekte verbindet sie in ihrem umfassenden ersten Teil einer Trilogie um das Mädchen Marleene. Langweilig wird es mir beim Lesen zu keiner Zeit! So viele Probleme und Machtspielchen muss die junge Frau bestehen und sie erhält dabei die Unterstützung ihrer Cousine Frieda, die (fast) immer eine Lösung parat hat.

Die Charaktere sind hervorragend von der Autorin beschrieben, jede Figur ist klar erkennbar, das Leben der Menschen kann ich bildlich vor mir sehen und die einzelnen Szenen vor meinen Augen ablaufen sehen. Der Schreibstil ist flüssig und Rena Rosenthal hat die Historik hervorragend studiert und verblüfft zudem mit einem ausgezeichneten Pflanzenkunde-Wissen.

Ein Buch, mit dem ich mich als Leserin länger beschäftigen muss, denn hat es über 600 Seiten! Das mich jedoch voll und ganz mitnehmen konnte in eine Welt, die aus Arbeiter- und Frauensicht, zum Glück hinter uns liegt. Natürlich spreche ich meine unumwundene Leseempfehlung aus und vergebe dem historischen Roman fünf von fünf möglichen Sternen.

Bei diesem historischen Roman sind anspruchsvolle Lesestunden garantiert. Die wunderbare, feine Sprache der Autorin überzeugt!


Klappentext:

Blumen sind ihre Leidenschaft. Liebe ist ihr Schicksal. Wird sie es schaffen, ihren großen Traum zu leben?

Oldenburg, 1891. Als Gärtnerin in der Natur zu arbeiten und die schönsten Blumen dieser Welt zu züchten, davon träumt Marleene schon ihr ganzes Leben. Doch ihr Wunsch scheint unerreichbar, denn eine Gärtnerlehre ist allein Männern vorbehalten. Aber Marleene gibt nicht auf: Kurzerhand schneidet sie sich die Haare ab und verkleidet sich als Junge – und bekommt eine Anstellung in der angesehenen Hofgärtnerei. Marleene ist überglücklich! Doch die anderen Arbeiter machen ihr den Einstieg alles andere als leicht, und es wird zunehmend komplizierter, ihre Tarnung aufrechtzuerhalten. Als sie dann auch noch die beiden charmanten Söhne der Hofgärtnerei kennenlernt, werden ihre Gefühle vollends durcheinandergewirbelt. Marleene muss sich entscheiden – folgt sie ihrem Traum oder ihrem Herzen …

Der Auftakt der großen Familiensaga in hochwertig veredelter, liebevoller Ausstattung!

Über die Autorin: Quelle: Penguin Verlag

Rena Rosenthal hat schon als Kind jede freie Minute in der Baumschule ihrer Eltern verbracht. Die Baumschule in einem kleinen Örtchen in der Nähe von Oldenburg wird heute von ihrer Schwester geführt. Obwohl sie – im Gegensatz zum Rest ihrer Familie – nicht den Beruf der Gärtnerin ergriffen hat, ist ihre Liebe zu Blumen geblieben. Daher war schnell klar, dass ihre erste Familiensaga von duftenden Fliederbäumen und prächtigen Rhododendren handeln soll. Rena Rosenthal lebt heute mit ihrer Familie in Köln.

 

Herzlichen Dank an Lovelybooks und den Penguin Verlag für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars im Rahmen einer Leserunde!

Montag, April 05, 2021

Bernsteinsommer von Anne Barns

 

                                                   Familiengeheimnisse

Christina Sander lässt sich gerade scheiden, besitzt ein eigenes Café und lebt in ihrer Familie und Freundeskreis umgeben von liebenden Personen. Getrübt wird ihr Glück und die neue Freiheit nur durch die Erkrankung ihres Vaters, der immer mehr aus seinem Leben vergisst. Da stößt sie auf einen unbekannten Teil ihrer Familiengeschichte. Mit einer Reise an die Ostsee versucht sie, Licht ins Dunkel zu bringen.

Obwohl die Autorin das Thema Alzheimer behandelt, sehr authentisch und einfühlend wie ich finde, kann sie trotzdem die positive und aufgeschlossene Atmosphäre des Romans immer schnell wieder herstellen. Die Grundstimmung des Buches ist lebensbejahend und fröhlich, trotz aller Widrigkeiten. 

Die Figuren sind liebenswert, ehrlich, echt und auf jeden Fall Charaktere, mit denen ich im wirklichen Leben gerne befreundet wäre. Der Schreibstil der Autorin begeistert mich von der ersten Zeile an, Anne Barns schreibt in einem flüssigen Stil, ich kann mich als Leserin fallen lassen und einfach durch die Geschichte treiben lassen.

Meine Bewertung: 5 von 5 möglichen Sternen und eine absolute Leseempfehlung. Ich persönlich habe mir schon eine Wunschbuchliste mit den weiteren Romanen der Autorin zusammen gestellt. Es ist selten, dass ich mich gleich so sehr für eine Autorin begeistern kann, doch hier stimmt einfach alles: Schreibstil, Charaktere und die richtigen Geschichten.

Lieblingsspruch im Buch : "Das Leben ist ungerecht, aber nicht immer zu deinen Ungunsten."

Original Klappentext:

Verlorene Erinnerungen und eine neue Liebe

Nach ihrer Ausbildung zur Konditorin hat Christina ihr eigenes Café eröffnet. Wunderschöne Aquarelle schmücken dort die Wände. Ihr Vater hat sie ihr geschenkt, doch seit er die Diagnose Alzheimer erhalten hat, malt er nicht mehr. Er verändert sich und verschwindet immer mehr in seiner eigenen Welt. Dass er trotzdem eines Tages nach seinen Malkreiden fragt, ist für Christina ein Lichtblick. Ohne Zögern macht sie sich in seinem Arbeitszimmer auf die Suche und findet dabei ein Ölgemälde, das nicht von ihrem Vater stammen kann. Trotzdem fühlt sie sich wie magisch angezogen von der lichtdurchfluteten Meerlandschaft und begibt sich bei der Suche nach dem Künstler auf eine Reise, die sie von Hanau nach Rügen und in die Vergangenheit ihrer Familie führt.

Über die Autorin:

Anne Barns ist ein Pseudonym der Autorin Andrea Russo. Sie hat vor einigen Jahren ihren Beruf als Lehrerin aufgegeben, um sich ganz auf ihre Bücher konzentrieren zu können. Sie liebt Lesen, Kuchen und das Meer. Zum Schreiben zieht sie sich am liebsten auf eine Insel zurück, wenn möglich in die Nähe einer guten Bäckerei.

(Quelle: Harper Collins)

Sonntag, März 28, 2021

Dunkelkammer von Bernhard Aichner

 David Bronski, die Erste



Unfassbar gut geschrieben. Hochspannung pur. Die Charaktere fantastisch angelegt, tiefgründig, absolut glaubwürdig. Die Geschichte selbst: bravourös, erstklassig! Lässt mich sprachlos zurück! 

Meine Bewertung: 5 von 5 möglichen Sternen.

Ich freue mich auf den nächsten Band: Gegenlicht erscheint am 26. Juli 2021

Original Klappentext:

Es ist Winter in Innsbruck. Ein Obdachloser rettet sich in eine seit langem leerstehende Wohnung am Waldrand. Im Schlafzimmer findet er eine Leiche, die dort seit zwanzig Jahren unentdeckt geblieben war. Ein gefundenes Fressen für Pressefotograf David Bronski. Gemeinsam mit seiner Journalistenkollegin Svenja Spielmann soll er vom Tatort berichten und die Geschichte der Toten recherchieren. Dass dieser Fall jenseits des Spektakulären aber auch etwas mit ihm zu tun hat, verschweigt er.

Seit er denken kann, fotografiert Bronski das Unglück. Richtet seinen Blick auf das Dunkle in der Welt. Dort wo Menschen sterben, taucht er auf. Er hält das Unheil fest, ist fasziniert von der Stille des Todes. Es ist wie eine Sucht. Bronski ist dem Tod näher als allem anderen, er lebt nur noch für seine Arbeit und seine geheime Leidenschaft. Das Fotografieren, analog. Dafür zieht er sich zurück in seine Dunkelkammer. Es sind Kunstwerke, die er hier schafft. Porträts von toten Menschen. Es ist sein Versuch, wieder Sinn zu finden nach einem schweren Schicksalsschlag. 

Über den Autoren:

Bernhard Aichner (1972) schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke, er ist einer der erfolgreichsten Autoren Österreichs - aber er ist auch Fotograf. Bevor er sich der Werbefotografie zuwandte, war er jahrelang als Pressefotograf für den KURIER tätig. Bei der zweitgrößten Tageszeitung Österreichs erlernte er das journalistische Handwerk. Seine Aufgabengebiete waren vielfältig, im Besonderen war er von der Polizeifotografie fasziniert. Hier ging es um Unfälle, Mord und Naturkatastrophen. Aus diesem Grund siedelt Aichner nun seine neue Buchreihe genau in diesem Milieu an, in dem er sich jahrelang bewegt hat. Er weiß also aus erster Hand, worüber er schreibt. Für seine Kriminalromane wurde Aichner mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet, zuletzt mit dem Burgdorfer Krimipreis 2014, dem Crime Cologne Award 2015 und dem Friedrich Glauser Preis 2017.

Quelle:  penguinrandomhouse

Sonntag, März 21, 2021

Astrid Lindgren - Helle Nächte, dunkler Wald … von Maria Regina Kaiser

 


Eine Frau mit unendlich vielen Geschichten


Die Autorin Maria Regina Kaiser zeichnet in ihrer Romanbiographie über Astrid Lindgren deren Leben auf. Geschickt webt sie dabei Fiktion und Wirklichkeit zusammen zu einem großen Gesamtbild über eine starke, selbstbewusste und wunderbare Frau, die uns allen in unserer Kindheit und auch als Erwachsene so viel gegeben hat und doch auch ihre eigenen dunklen Seiten zu bewältigen hatte.




In kleinen Episoden, die kurzweilig sind und die wie kleine Kurzfilme vor den Augen des Lesers ablaufen, führt uns Maria Regina Kaiser durch ein Leben, das sicher erfüllt war mit Ruhm und Erfolg, der sich in Preisen auszeichnete. Doch Astrid Lindgren war so viel mehr, sie kämpfte immer auch für die Rechte der Schwachen, derjenigen, die keine Lobby hatten. Stark geprägt war sie dabei durch ihre eigene Geschichte, ihr Aufwachsen in kleinen, ja ärmlichen Verhältnissen und auch von der starken Liebe ihrer Eltern und Familie. Eine Frau mit vielen Facetten, die sie in all ihren Büchern mal lustig, mal einfühlsam, mal traurig und eindringlich verarbeiten konnte. Wir kennen alle Ronja Räubertochter, Pippi Langstrumpf, Lotta aus der Krachmacherstraße, Michel aus Lönneberga, Madita, Karlsson vom Dach, Ferien auf Saltkrokan oder die Brüder Löwenherz in all diesen Werken uns so vielen mehr ist immer auch ein Teil Astrid Lindgrens verarbeitet worden und eingeflossen.

Maria Regina Kaiser hat mit ihrem Buch eine wundervolle Liebeserklärung an eine der größten Kinderbuchautorin aller Zeiten erschaffen. Ich spreche dem Buch eine absolute Leseempfehlung aus und wünsche dem Werk viele, begeisterte Leser und Leserinnen. Lassen wir uns zurück denken an unsere Kindheit, die inspiriert und schöner gemacht wurde durch die fabelhafte Astrid Lindgren. Meine Bewertung: 5 von 5 möglichen Sternen.

Hier zum Abschluss noch ein berühmtes Zitat von Astrid Lindgren: "Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar." (Aus "Pippi Langstrumpf") 

Mein herzliches Dankeschön geht an die Autorin selbst für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. 

Über die Autorin:  Quelle Südverlag

Maria Regina Kaiser, Dr. phil., 1952 in Trier geboren, studierte in Frankfurt am Main Alte Geschichte, Archäologie und Hispanistik. Nach ihrer Promotion war sie bis 1986 in der Forschung tätig, von 1987 bis 1991 arbeitete sie als Lektorin in einem Wissenschaftsverlag. Heute ist sie freie Autorin vor allem von historischen Romanen und vielbeachteten Romanbiografien.

Der offizielle Klappentext:

Zeitlebens setzt sie sich für Toleranz und Gerechtigkeit ein, ihre Geschichten begeistern seit Generationen Groß und Klein: Astrid Lindgren, eine der bekanntesten KinderbuchautorInnen der Welt. So große Erfolge sie als Schriftstellerin feiert, so sehr ist ihr Leben von bitteren Erfahrungen geprägt: Nach einer glücklichen Kindheit wird Astrid mit 18 Jahren ungewollt schwanger und zieht nach Stockholm, bringt dort Jahre in großer Not zu. Zufällig kommt sie zum Schreiben, als sie für ihre Tochter die Geschichte von Pippi Langstrumpf erfindet. Die selbstbewusste, starke, kreative Pippi erobert schnell die Herzen ihrer jungen LeserInnen – wie später Michel aus Lönneberga oder Ronja Räubertochter. – Das facettenreiche Lebensbild einer beeindruckenden Frau, die uns noch heute viel zu sagen hat.

  • Erste Romanbiografie über Astrid Lindgren als empathisch-respektvolle Hommage an eine der bedeutendsten KinderbuchautorInnen der Welt.
  • Einfühlsam erzählt und mit großer Sachkenntnis geschrieben.
  • Mit ausführlichem Nachwort und Anhang zu Leben und Werk der schwedischen Schriftstellerin.

Samstag, März 20, 2021

Indiebookday

 


Zum heutigen #indiebookday hier eines von meiner #wunschbuch Liste:
Waltraud Schwab - Brombeerkind
aus dem Ulrike Helmer Verlag
#waltraudschwab #ulrikehelmerVerlag #brombeerkind
#angisbücherkiste
 
 
Hier der Klappentext:

Die Frau am Fenster – sie hat etwas erlebt, das sie belastet, nicht loslässt, und worüber sie nicht sprechen kann. Stattdessen versetzt sie sich in ein grünäugiges Mädchen, das sie von ihrer Berliner Wohnung aus beobachtet, dem sie manchmal auf der Straße begegnet und dessen nicht minder dramatisches Leben sie sich zusammenreimt.

Ihr Plan, sich zu entfliehen, geht jedoch nicht auf. Denn da gibt es auch einen Journalisten. Er will eine Story: über jemanden, der Schuld am Tod eines Menschen hat. Darum will er die Geschichte der Frau, will wissen, was genau vor Jahren am Meer geschah … Wäre ihre Geschichte einmal erzählt, könnte die Frau das grünäugige Mädchen als Rettungsanker loslassen und endlich eine eigene Zukunft haben. Vielleicht sogar mit ihrem Bekannten, dem ›Biologen‹. Sie müsste sich nicht länger wegsperren in ihre vier Wände, könnte gehen und sich einlassen auf die Welt. Für den Journalisten zählt die Frau aber nicht. Er will die Story. Ob sie stimmt, ist für ihn egal.

Im Wechselspiel zwischen Ansinnen und Verweigerung wird das Leben der Frau, aber auch dasjenige des Mädchens erkennbar. Was dabei im Umfeld zutage tritt, ist befreiend, berührend zart, bedrückend hart. Und es wirft die Frage auf, was wahr ist und was erfunden und ab wann diese Frage keine Rolle mehr spielt …