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Dienstag, September 26, 2023

Tee. Matcha. Mord Teekrimis von Norddeutschland bis Japan herausgegeben von Anke Küpper und Franziska Henze

 

 

Mord zum Tee

Ob der aromatische Ostfriesentee mit Sahne und Kandis oder der als gesund angesehene Grüne Tee oder auch der teuerste alle Tees, der edle Pu-Erh-Tee, vielleicht auch einfach nur einen Teebeutel mit kochendem Wasser übergossen - es gibt unzählige Möglichkeiten und Vorlieben für die Art und Weise, Tee zu genießen. Anfang des 17. Jahrhunderts kam er nach Europa. 

Krimis sind in der Literatur ein außerordentlich populäres Genre. Die Anfange des Krimis gehen auf das 19. Jahrhundert zurück. Nun wurden in diesem Buch beide große Themen vereint – der Tee und der Kriminalfall! Ein Zitat aus England besagt, dass ''Der Weg zum Himmel führt an der Teekanne vorbei.'' - in unserem Fall trifft das wohl in ganz besonderer Art und Weise zu ...



In dieser Krimi-Anthologie haben sich nun zwanzig erfolgreiche Autoren zusammengetan und Kurz-Krimis verfasst, in denen es immer um das beliebte Heißgetränk geht. Die Leser und Leserinnen bekommen mit dieser Sammlung Unterhaltung auf allerhöchstem Niveau geboten, die vielfältiger und abwechslungsreicher nicht sein könnte.


Sehr gerne vergebe ich die volle Punktzahl - fünf von fünf möglichen Sternen und spreche dem Buch meine absolute Leseempfehlung aus. Es eignet sich hervorragend für gemütliche, herbstliche Lesestunden auf dem Sofa, natürlich stilecht mit einer Tasse des eigenen Lieblingstees. Das Buch überrascht mit brillanten Geschichten und wir Leser werden beim Lesen kriminell durch die Welt des Tees geführt.

 

Die Autoren:

Mary Ann Fox, Cornelius Hartz, Arnd Rüskamp, Oliver Buslau, Eva Jensen, Kathrin Hanke, Sabine Weiß, Claudia Wenk Santana, Henrik Siebold, Eberhard Michaely, Sandra Åslund, Leo Hansen, Ricarda Oertel, Eric Niemann, Peter Gerdes, Charlotte Richter-Peill, Hartmut Pospiech, Till Raether, Franziska Henze und Anke Küpper.

 

Original-Klappentext:

Earl Grey mit Schuss zum Mutmachen vor der Tat. Heidekräutertee zur Beruhigung danach. Intrigen zur Tea Time. Giftige Machenschaften bei der Teezeremonie. Ob heiß oder kalt, schwarz oder grün, Matcha oder Mugicha, lose oder im Beutel - kaum ein anderes Getränk erfreut sich weltweit solch großer Beliebtheit. So vielfältig wie seine Geschmacksrichtungen und Zubereitungsweisen sind die Geschichten unserer Krimiautorinnen und -autoren und die Orte, an denen sie spielen.

 

 

 

 

 

Herzlichen Dank an die Netgalley Deutschland und die den Harper Collins Buchverlag für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplares!

 

 

 

Freitag, Oktober 22, 2021

Zimtsterne und Weihnachtswunder von Lurleen Kleinewig

 

Früher war mehr Lametta


Die Ernährungsberaterin Svenna kommt für das Weihnachtsfest zurück in ihren Heimatort an der Nordsee. Sie möchte die Festtage mit ihrem Vater Ubbo und ihrem Bruder Jon verbringen. Es ist das erste Fest, das sie als Restfamilie verbringen, nachdem Svennas Mutter Anni im Sommer verstorben ist. Dementsprechend gedämpft und zurückgenommen ist die Stimmung. Anni hatte eine kultige Musikkneipe am Deich betrieben, die hat Jon inzwischen übernommen. Der Vater hat ein Alkoholproblem. Erst als Svennas alter Schulkamerad Tjado urplötzlich auftaucht, geht es für Svenna bergauf. Der Kapitän eines Frachtschiffs ist ebenfalls auf Weihnachtsurlaub zurückgekehrt und unterstützt Svenna souverän, nicht nur bei den Vorbereitungen für das Fest. 



Vortrefflich, wie die Autorin es schafft, das Segel herumzureißen und die Stimmung aufzulockern. Dieser kleine und feine Weihnachtskurzroman ist bezaubernd und schafft im Nu eine weihnachtliche Atmosphäre. Das Buch eignet sich hervorragend als Lektüre für ein Adventswochenende, gemütlich auf dem Sofa eingehüllt mit einem heißen Kakao. Die verwendete Sprache ist jung, etwas frech und aufgelockert, so dass ich das Buch fließend lesen kann. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, die Geschichte ist fantastisch erzählt. Die Charaktere sind liebenswert und vor allem echt und glaubwürdig. Das Lesen unterhält mich gut und bereitet mir große Freude.


Von Herzen gerne vergebe ich diesem innigem Buch seine wohlverdienten fünf bei fünf möglichen Sternen und empfehle es liebend gerne weiter. Ich bin mir sicher, nicht nur leidenschaftliche Weihnachts-Roman-Leser und Leserinnen kommen hier voll auf ihre Kosten, sondern alle, die Herzensgeschichten lieben.

 

Über die Autorin:

Lurleen Kleinewig, geboren 1975 im niedersächsischen Langenhagen, ist seit ihrer Kindheit von Pferden fasziniert. Bereits als Teenagerin schrieb sie ihr erstes Manuskript für einen Roman, in dem sie ihre Leidenschaft für Irland zum Ausdruck brachte, die sie bis heute nicht losgelassen hat. Nach einem Studium der Germanistik und Anglistik wechselte sie zum Tourismus und bewarb jahrelang ihre Wahlheimat Ostfriesland als Feriengebiet. Sie blieb ihrer Liebe zum Lesen und Schreiben treu, betrieb einen Blog und veröffentlicht als Hobbyautorin regelmäßig Fachartikel in einem lokalen Tierschutzmagazin. Sie lebt heute mit sechs Katzen und einem Pferd in ihrem eigenen „Minihaus“ im Nordharz. (Quelle: Forever Ullstein)

 

Original-Klappentext:

Eine herzerwärmende Liebesgeschichte zur Weihnachtszeit – inklusive leckerer Rezepte!

Weihnachten steht bevor, doch die Ostfriesin Svenna ist nicht in Festtagsstimmung: Ihre Mutter Anni, der die kultige Musikkneipe am Deich gehört hat, ist gestorben, ihr Vater hat ein Alkoholproblem und von ihrem Freund hat sie sich gerade getrennt. Keine guten Vorzeichen für ein paar besinnliche Tage. Da schneit plötzlich ihr alter Bekannter Tjado zur Tür herein. Mit selbst gebackenen Zimtsternen versüßt der fürsorgliche Kapitän Svenna nicht nur die Feiertage, sondern hat auch noch ein Weihnachtswunder in Sachen Liebe im Gepäck.

 

 

 

Herzlichen Dank an NetGalley Deutschland und den Forever Ullstein Verlag für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars!

 

 

 


Mittwoch, Oktober 06, 2021

Das Parfum der Liebe von Hanna Caspian

 


 Eine abenteuerliche Reise

 
 
Die Autorin erzählt intensiv eine Episode im Leben der jungen Viola, die im Jahre 1904 mit ihrem Onkel nach Ecuador reist. Sie ist seine Begleitung, denn sie spricht alle erforderlichen Sprachen fließend. Für Viola ist es eine perfekte Flucht nach einer geplatzten Verlobung.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hanna Caspian hat eine willensstarke und emanzipierte Figur erschaffen, die gegen die Zeit trotzt, in der sie lebt. Die Landschaftsbilder sind prächtig gezeichnet, die Farben und Düfte himmlisch beschrieben.
Eine wunderbare, kleine und feine Geschichte, in außergewöhnlich guter Qualität geschrieben. Ich wurde exquisit unterhalten.

Der Droemer Knaur Verlag hat eine Serie "Kurzromane zum Träumen" herausgegeben. Dieses Buch ist Teil davon.
 
So klar vergebe ich hier fünf von fünf möglichen Sternen. Dieses Kleinod ist die perfekte Lektüre für ein entspanntes Wochenende.
 
 
Über die Autorin:
 
Die SPIEGEL-Bestseller-Autorin Hanna Caspian beleuchtet mit ihren gefühlvollen und spannungsgeladenen Familiensagas bevorzugt fast vergessene Themen deutscher Geschichte.
Hanna Caspian studierte Literaturwissenschaften, Politikwissenschaft und Sprachen in Aachen und arbeitete danach lange Jahre im PR- und Marketingbereich. Mit ihrem Mann lebt sie heute als freie Autorin in Köln, wenn sie nicht gerade durch die Weltgeschichte reist. (Quelle: Droemer Knaur)

Original-Klappentext:

Eine Liebe, so unerwartet wie der betörende Duft einer unscheinbaren Blüte - ein zauberhafter Liebesroman in verführerischer Kürze von Bestseller-Autorin Hanna Caspian

1904 ist Ecuador von Dresden aus gesehen das Ende der Welt – und der perfekte Ort für die junge Viola, um zwischen kargen Hochplateaus und üppigem Regenwald ihre verpatzte Verlobung zu vergessen. Auf einer Hacienda lernt sie den Hamburger Adrian kennen, der das Land auf der Suche nach neuen Düften für die Parfümherstellung durchstreift. Ihr erstes Treffen verläuft nicht gerade glücklich, und Viola kann nicht umhin, Adrian für einen reichen Schnösel zu halten. Doch die Düfte exotischer Blüten und schwerer Hölzer nehmen sie mehr und mehr gefangen – ebenso wie Adrian, der jedoch nicht ganz ehrlich zu ihr ist …


Bestseller-Autorin Hanna Caspian einmal in kürzerer Form und mit einem exotischen Thema - unwiderstehlich!

 

 

 

Montag, Juli 12, 2021

Jördis Briefe von Monika Detering

 

Gestörtes Idyll – Sequel


Mit ihrer Kurzgeschichte „Jördis Briefe“ komplettiert die Autorin Monika Detering ihren Nordseekrimi „Mord auf Langeoog“. Jördis hat einen brutalen Mordanschlag überlebt, bei dem ihre beste Freundin Ilka ums Leben gekommen ist. Nun muss sie mit ihren eigenen Schuldgefühlen und mit den Vorwürfen – insbesondere von Ilkas Eltern – zurecht kommen. Aber wie geht ein so junges Mädchen mit seiner Trauer um den Verlust der Freundin und dem Trauma der Tat und seinen eigenen Verletzungen um? Wie soll es weiter gehen?

Jördis schreibt Briefe an ihre tote Freundin. Darin versucht sie ihre Gedanken zu ordnen, wie alles zu dem Drama kommen konnte, wie es weiter gehen wird mit ihr, wie sie sich ihr weiteres Leben vorstellt.

Sehr eindringlich und in intensiver Sprache lässt uns Monika Detering teilhaben, an dem was zu der schrecklichen Tat geführt hat, so wie an Jördis Gefühlen und wie sie damit fertig werden möchte.

Fast atemlos habe ich die Geschichte inhaliert, so aufgewühlt war ich noch von der Lektüre des Krimis, der damit endete, wie der Täter überführt wurde, aber die Sicht des Mädchens Jördis nicht behandelte, weil es nicht relevant war. Um so schöner ist es, jetzt ihre Gedanken und den Ablauf der Geschichte zu kennen.

Es ist nicht zwingend erforderlich, den Krimi „Mord auf Langeoog“ vor der Lektüre von „Jördis Briefe“ gelesen zu haben, doch falls der Leser, die Leserin an dem Krimi interessiert ist, empfiehlt es sich, ihn vorab zu lesen.

Eine wunderbar geschriebene Kurzgeschichte, die das Bild vervollständigt. So klar fünf von fünf möglichen Sternen von mir und eine absolute Leseempfehlung!

Original-Klappentext:

Meist ist ein Krimi mit dem letzten Wort zu Ende. Meist. In „Wer liebt, stirbt zweimal“ erwacht die Protagonistin Jördis erst am Ende der Geschichte aus dem Koma. Mit jedem Tag, den es ihr besser geht, versucht sie sich zu erinnern, was geschehen ist und warum ihre beste Freundin Ilka starb.

Mit Sechzehn sind Mädchenfreundschaften intensiv, sie ersetzen für eine Zeit lang Eltern und begleiten manchmal auch die erste Liebe. Nur war Jördis‘ Freund keiner, den sie hätte haben sollen, selbst Ilka hatte vor ihm gewarnt …

Um ihren Schmerz um den Verlust ihrer Freundin Ilka begreifbar zu machen, beginnt Jördis, Briefe an die Tote zu schreiben. 

Über die Autorin:

Monika Detering wollte Schiffsjunge, Malerin oder Schriftstellerin werden. Die letzteren Wünsche waren den Eltern zu unseriös (vom ersten ahnte niemand etwas). Sie arbeitete viele Jahre als Puppenkünstlerin mit zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland wie Washington, Philadelphia und New York. Durch lange Aufenthalte an der Nordsee wurde das Meer ihr Sehnsuchtsort. Sie war als freie Journalistin tätig und entschied sich später für das belletristische Schreiben. Gemeinsam mit dem Autoren Horst-Dieter Radke erfand und schreibt sie die historische Krimiserie um Puff & Poggel, mit Blick in die 50er Jahre auf fiktive Ereignisse in Mülheim an der Ruhr. Als Gegenpol zum „Kriminellen“ veröffentlichen sie sommerleichte Inselromane. Neben dem gemeinsamen Schreiben publiziert jeder für sich Soloprojekte.

Monika Detering ist Mitglied bei den „Mörderischen Schwestern“ und den „42-er Autoren“. 

(Quelle: digital publishers)


Samstag, Mai 15, 2021

Die Gespenster von Berlin - Wahre Geschichten von Sarah Khan

 


Schaurig schön!

Die Autorin Sarah Khan hat ihre Gespenster Geschichten, die sich wirklich ereignet haben, erstklassig recherchiert und noch viel wichtiger: sie hat dazu die richtigen Menschen befragt! Herausgekommen sind mal kürzere mal längere Episoden, die alle in Berlin spielen. Vielleicht bin ich besonders empfänglich für diese Art von Übersinnlichem, jedenfalls habe ich beim Lesen der unheimlichen Stories Gänsehaut bekommen, die sich noch ein zweites Mal einstellt, wenn ich meinem Ehemann die Geschichten nach der Lektüre erzähle.




Wirklich beeindruckend ist neben der erfrischenden Schreibweise und aufgeschlossenen Sprache, die Sarah Khan verwendet, der Aufwand, den sie mit ihren Recherchen verbracht haben muss. Sie hat nicht nur die Geschichten selbst sondern auch die Schauplätze wunderbar und interessant beschrieben, zudem versucht sie die eigentlichen Bewohner von Häusern und / oder Hospitälern ausfindig zu machen, nämlich die Menschen, die nun herumspuken und Aufmerksamkeit der Lebenden wünschen. Das stelle ich mir zutiefst zeitintensiv vor.

Dies ist ein Buch, das ich häppchenweise genieße, es eignet sich hervorragend für zwischendurch, als Überbrückung oder für eine Wartezeit und muss nicht am Stück gelesen werden. Selbstverständlich vergebe ich hier fünf von fünf Sternen und empfehle es so klar weiter! Ich wünsche dem Buch noch viele begeisterte Leser und Leserinnen.

Original Klappentext: 

Im Mietshaus in Prenzlauer Berg will niemand lange wohnen bleiben. Durchs Treppenhaus spukt eine alte Klavierlehrerin. Wer war diese Frau? Sarah Khan sucht in alten Adressbüchern und findet ihren Namen  schließlich im Totenbuch der Elias-Gemeinde aus dem Jahr 1945. Plötzlich versteht man die verzweifelte Botschaft der alten Frau.
In Kreuzberg steht ein großes Spukhaus – das Krankenhaus Bethanien, heute Künstlerhaus. Sarah Khan geht auf nächtliche Gespensterjagd und lüftet das Geheimnis des verwunschenen Bauwerks, in dem schon vor 160 Jahren ein Geist von Theodor Fontane persönlich gesichtet wurde, der dort als Apotheker arbeitete.
Sarah Khan berichtet in ihren Geschichten von Gläserrücken mit der Stasi, ängstlichen Grufties, weißen Katzen, einem furchtsamen Popstar in einem Ostberliner Hochhaus, und vielen anderen haarsträubenden Ereignissen, unerklärlichen Vorkommnissen, jenseitigen Erfahrungen. 

Leseprobe

 
»Sarah Khan forscht Gespenstern nach und fördert deutsche Geschichte zutage. Meisterhaft recherchiert, großartig geschrieben, zutiefst unheimlich.« Daniel Kehlmann

Kurzmeinung:

Gänsehaut garantiert, fantastisch gut erzählte Spuk-Episoden!

Über die Autorin:

Sarah Khan, Autorin und Journalistin, geboren 1971 in Hamburg, lebt in Berlin. Sie studierte Volkskunde und Germanistik. Sie hat drei Romane publiziert. Zuletzt erschien Die Gespenster von Berlin. Wahre Geschichten (st 4474). 2012 erhielt sie den Michael-Althen-Preis.

(Quelle: Suhrkamp Insel Verlag)

Dienstag, April 10, 2018

Wiener Melange – Liebesgeschichten aus Wien von Anna von Planta auserwählt

Zwischen Kaffeehaus und Prater liegt soviel mehr


Die langjährige Lektorin für Belletristik im Diogenes Verlag, Anna von Planta, hat für das Kurzgeschichten Büchlein „Wiener Melange – Liebesgeschichte aus Wien“ die Geschichten namhafter Autoren auserwählt und zusammengestellt, die alle eines gemeinsam haben: sie stehen alle in einer Verbindung zu Wien. Vertreten sind Arno Geiger, Stefan Zweig, Robert Seethaler, Elke Heidenreich, John Irving, Chris Kraus, Arthur Schnitzler, Eva Menasse, Ingeborg Bachmann und Joseph Roth. 


Die Geschichten sind so vielfältig wie der Reigen der im Buch vertretenden Autoren, mal heiter, mal tiefsinnig, hoch emotional, leicht melancholisch - alle aber qualitativ hochwertig und einzigartig. Kurz gesagt: literarisch brillante Lesekunst. Die Geschichten spielen mal zur heutigen Zeit aber erzählen auch aus früheren Tagen. Es geht um die Bewohner der Stadt und auch um Durchreisende. Alle Erzählungen haben das Haupt-Thema: Liebe, in all ihren Verwicklungen, in all ihrer Schönheit und Erfüllung wie Nichterfüllung. Wien eine Stadt, deren Flair ich liebe und die ich jetzt noch sehnsüchtiger vermisse und gerne wieder besuchen möchte, als ich das vor dem Lesen bereits tat. Eine Stadt samt ihrer Einwohner, auf Zeit oder ständig, voll Charme und Verspieltheit.

Sehr gerne vergebe ich diesem zauberhaften Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es uneingeschränkt weiter. Da es sich um Kurzgeschichten handelt, eignet sich das Buch hervorragend als Lektüre für zwischendurch, für die Tram, als Überbrückung von Wartezeiten oder aber man macht es sich auf dem Sofa gemütlich mit einem Heißgetränk, vielleicht sogar einer Wiener Melange, und genießt das Buch in einem Stück und träumt sich damit nach Wien und seinen Menschen mit ihren berührenden Schicksalen und ihrer Liebesgeschichten.

Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars.

Samstag, Oktober 21, 2017

Schnee ist auch nur hübsch gemachtes Wasser von Dora Heldt

Wintergeschichten


»Wo geht’s denn hier zum Schnee?«
Dora Heldt nimmt uns mit in ihre Winterwelt und erzählt in heiterem Ton, warum Ela jetzt Manu heißt, am 23. Dezember manchmal ein hässlicher Hund gesucht werden muss und warum kleine dickliche Jungen im Engelskostüm gar nicht unbedingt süß sind. Herrliche Geschichten rund um die Zeit des Schneematsches, der Glühweinstände und auch der ersten Frühlingsgefühle – das »Must-have« für Dora Heldt-Fans. Und alle, die es werden wollen. (Original-Klappentext)



Geschichten über 30 von Sina Hauer (Hg.)

Ein besonderes Lesebuch


Die Zahl dreißig füllt einen Monat mit Tagen, zählt Jahre, erzeugt Jubiläen, trennt Generationen ... Sie sorgt für Schneckentempo in Geschwindigkeitszonen, hängt als Nummer an einem Haus, gibt Anlass zur ›Perlenhochzeit‹ und einen prächtigen Blumenstrauß. Sie teilt Lebensabschnitte, weckt Bilanzbedarf und wirft ein Licht auf die Zukunft.
Einige unserer Autorinnen und Autoren haben sich vom 30. Jubiläumsjahr dieses Verlages inspirieren lassen und uns Geschichten geschenkt: teils skurrile, teils traurige, teils muntere Short Stories, die auf je eigene Weise Bezug nehmen auf die titelgebende Dreißig.
Geschichten von Eike Bornemann, Marianne Bunes, Julia Dankers, Veneda Mühlenbrink, Carolin Schairer, Daniela Schenk, Barbara M. Strebel, Katarina Struik, Antje Wagner und Jonas Zauels. (Originalklappentext)

Montag, Dezember 26, 2016

Raumpatrouille von Matthias Brandt

Eine Kindheit in den 60ern


Der kleine Matthias könnte in den 60er Jahren eine ganz normale Kindheit durchleben, wäre da nicht der Umstand, dass sein Vater der Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland ist. So lebt die Familie Garten an Garten mit dem Präsidenten im noblen Bonner Stadtteil Venusberg. Matthias wird hin und wieder eben dort zu einem heißen Kakao eingeladen. Außerdem freundet er sich mit einigen der Personenschützer an, nur um sich diebisch zu freuen, wenn er ihnen später entwischen kann um mit seinem Bonazarad den angrenzenden Wald zu durchforsten. In der Schule lebt er nach dem Motto, nur nicht aufzufallen, denn er möchte nicht im Mittelpunkt stehen und auch nicht zeigen, dass er über gewisse Privilegien verfügt.

Sonntag, November 20, 2016

Thymian und Blut von Anne Kuhlmeyer

Neo-noir oder einfach schon Kult


Ella ist rausgeflogen. Aus ihrem Job als Anästhesistin. Aus der Liebe zu John, der gestorben ist. Aus ihrem Leben. Nun wohnt sie in einem umgebauten Leichenwagen und verdingt sich als Freelancerin in Operationssälen und auf Intensivstationen. Sie sucht nach einem neuen Lebensinhalt und nach einem Haus am Meer und muss sich dabei mit Morphin betäuben. Auf ihrer Suche begegnet sie Anna, die ihr ähnelt wie ein Zwilling. Anna ist Berufssucherin und Inhaberin eines Erotik-Shops. Gemeinsam fahren die beiden Frauen durch Deutschland, Tschechien, Rumänien, durch Wald und Steppe. Und treffen von Zeit zu Zeit den Tod … (Dies ist der Originalklappentext, da ich es selbst nicht besser hätte formulieren können!)


Montag, Oktober 10, 2016

… und ganz, ganz viele Doofe! von Ninia LaGrande

Kurzgeschichten für Herz und Verstand


In diesem Buch veröffentlicht Ninia LaGrande Kurzgeschichten und Texte, die sie über 10 Jahre angesammelt hat. Erzählt werden Geschichten, die das Leben schreiben könnte, Fiktives und Erlebtes. Z.B. wie die Großstadtpflanze Ninia einen Ausflug ins Landleben unternimmt und welche Unterschiede sie selbst zwischen ihrem und dem dortigen Leben sieht – köstlich! Meine Lieblingsgeschichte ist allerdings „Ma Petite“ - warum? Das wird verstehen, wer die Geschichte selber liest. ☺


Mittwoch, September 07, 2016

Liebe, Mord und ein Glas Wein von Stefanie Gregg und Ingeborg Struckmeyer

Mordsgeschichten

„Einen Augenblick lang zögerte sie beim Aussteigen aus dem Zug, setzte aber dann entschlossen einen Fuß auf den Bahnsteig.“
So lautet der Anfang einer Geschichte, von dem die Krimiautorinnen Ingeborg Struckmeyer und Stefanie Gregg ausgegangen sind, um zwei ganz unterschiedliche Geschichten zu schreiben. Struckmeyer lässt eine Frau den Mann suchen, dem sie seit Jahren bittere Rache schwört. Doch im letzten Moment passiert etwas Unerwartetes. Bei Gregg wagt die Frau aus dem Bahnhof das erste reale Date mit einer Internetbekanntschaft. Was sie dabei vorfindet, hatte sie sich nicht erträumt.
Sie haben es nicht bei diesem einen Anfang belassen und haben sich weitere Anfänge zur Vorlage gemacht.
Ein Anfang mit zwei Enden – das ist das originelle Prinzip dieser zwanzig meisterhaften Kurzgeschichten aus zehn Anfängen. Die kleinen, literarischen Miniaturen erzählen über große und kleine Leidenschaften, über Liebe, Rache, Wut und Mord. – Ein Lesegenuss! (Original-Klappentext)

Donnerstag, Juli 07, 2016

Der Duft des Sussita von Robert Scheer

Was passierte mit dem Sussita?


Als die Familie 1986 ihren funkelnagelneuen Sussita bekam, hatte sie zuvor lange darauf warten müssen. Nun war er hier, ihr ganzer Stolz und auch der Stolz eines ganzes Landes, ein israelisches Auto, kein amerikanischen, kein japanisches oder europäisches. Voller Vorfreude auf den neuen Fahrspaß nahm die gesamte Familie im Wagen Platz und los ging die erste Spritztour. Doch schon nach 10 Kilometern hatte das eine der Kinder Hunger. Die Familie bemerkte, dass sie alle Hunger hatten, denn sie hatten heute noch nichts gegessen, so aufgeregt hatten sie der Ankunft des Sussita entgegengefiebert. Kurz entschlossen wurde eine Pause in Nazareth eingelegt. Der Hunger aller Familienmitglieder wurde gestillt. Als die Vier jedoch zu ihrem Wagen zurückkehren wollten, war der nicht mehr an Ort und Stelle. Uns er sollte auch unauffindbar bleiben. Fazit eines Arabers in der Nähe: ein Kamel hätte das Auto gefressen, schließlich habe die Familie kein Anti-Kamel-Spray benützt.


Sonntag, Juni 26, 2016

Der beste Suizid ist immer noch sich tot zu leben von Candy Bukowski

Kurzgeschichten über das Leben und die Liebe


„Der beste Suizid ist immer noch sich tot zu leben“ von Candy Bukowski ist ein Buch mit Kurzgeschichten. In Episoden lesen wir, über Dinge die das Leben schreibt. Candy Bukowski berichtet von Begegnungen, von Abschieden, aber alle Texte haben eines gemeinsam, sie erzählen von der Liebe.Von der Liebe zum Leben, von der Liebe zu einem Partner, die Liebe zur Freundin und Mutterliebe.