Freitag, März 19, 2021

Wohin die Reise geht von Marlies Ferber

 


Freundschaft – nicht gesucht und doch gefunden

In ”Wohin die Reise geht” von Marlies Ferber finden sich der pensionierte Jakob, genannt Goethe, sowie sein Freund und Polizist Matthias, genannt Matjes, plötzlich, unfreiwillig in der Gesellschaft der ebenfalls pensionierten Tilda und der blutjungen Alexandra, genannt Alex, wieder; zusammen begeben sie sich auf einen Roadtrip der besonderen Art. Vier Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten, doch allesamt haben eines gemeinsam: sie verbergen Geheimnisse vor den anderen. Unterstützt und ergänzt wird das Quartett von Eddie, einem Schäferhund und Polizeihund im Ruhestand. Zusammen gehen sie auf eine Reise, ein Abenteuer im Wohnwagen, das sie zusammenwachsen lässt. 

 

 

Marlies Ferber hat Figuren erschaffen, die Ecken und Kanten, Fehler und Schwächen haben. Doch aus der Erkenntnis über die eigenen Fehlbarkeiten lernen sie, für sich selbst und andere zu sprechen. Lernen Verantwortung zu übernehmen, für das Geschehene und die Zukunft. Ehrlich und direkt sind sie die Protagonisten, mit einem Herzen auf dem rechten Fleck. Gerade die junge Alex macht eine großartige Verwandlung durch, ohne spoilern zu wollen, wird sie am meisten Wissen erwerben und erwachsen werden auf diesem Trip. Sie erlebt ihre ganz eigene Coming-of-age Story. Dieser Roman ist durch die Schreibkunst der Autorin ganz große Unterhaltungskunst. Marlies Ferber zieht uns in einen Bann, sofort nach dem Kennenlernen fiebern wir Leser mit den Figuren mit und möchten, dass alles was sie erleben, gut ausgehen wird. Der Schreibfluss der Autorin ist zügig, sie baut immer wieder unvorhersehbare Wendungen ein, die die Geschichte stark verändern.

Wenn ich in einem Buch die Figuren bereits beim Kennenlernen in mein Herz schließe, wenn ich bereits auf den ersten Seiten Lieblingssätze markiere, dann weiß ich als erfahrene Leserin, dass ich mit dem Buch einen Jackpot gezogen habe, ein Buch das mir schöne Lesestunden bereiten wird und dessen Charaktere mir auch nach der Lektüre noch in meinen Gedanken und Gedächtnis erhalten beleiben, wie gute Freunde, an die ich mich gerne erinnere. Eben ein Herzensbuch. Genauso geht es mir mit diesem Roman der Autorin Marlies Ferber. Lesern und Lererinnen kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu drohen zeigt uns die Autorin auf unterhaltsame Art und Weise, was wirklich zählt im Leben: Vertrauen, Rücksicht, Nachsicht, Vorsicht und dass genau diese Attribute eines bringen: die Freundschaft. Angelehnt hat die Autorin ihre Geschichte an das Grimmsche Märchen der Bremer Stadtmusikanten und ja, wir finden sie wieder, Hund Katze, Hahn und Esel und auch die unvermeintlichen Räuber haben ihren Platz in der Geschichte. Meine Bewertung: ganz klar fünf von fünf möglichen Sternen.

Mein Lieblingssatz im Buch: ”Ja, Beethoven hören und Zwieback mit Milch und Zucker dazu genießen. Ein wohliger Morgen.”

Mein Lieblingsausspruch: ”Haltung, ma chère, Haltung!”


Klappentext vom Verlag: 

 Zum Leben ist es nie zu früh. Und selten zu spät. 

Der ehemalige Kaffeefabrikant Jakob macht sich mit 72 Jahren auf den Weg, um für seinen Sohn eine Million Euro Schwarzgeld in die Schweiz zu schmuggeln. Mit dabei: sein ahnungsloser Freund Matthias, Kriminalbeamter und stolzer Wohnwagen-Besitzer, sowie der ausgemusterte Polizeihund Eddie. Unverhofft treffen sie unterwegs auf die betagte Opernsängerin Tilda, die etwas orientierungslos wirkt. Und auf die junge Straßenmusikantin Alex, die ein gefährliches Geheimnis hütet. Es beginnt eine abenteuerliche Reise, die das bunte Quartett unfreiwillig zusammenschweißt.

Über die Autorin, Quelle dtv:

Marlies Ferber, geboren 1966, studierte Sinologie in Deutschland, China und den Niederlanden und arbeitete als Verlagslektorin, bevor sie sich ganz dem Schreiben und Übersetzen widmete. Sie ist freie Dozentin für kreatives Schreiben der Bundesakademie Wolfenbüttel und lebt mit ihrer Familie in Hagen. 

 

Herzlichen Dank für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplares durch den dtv. 



Freitag, Dezember 27, 2019

Gärtner, Gauner, Gänseblümchen: Der achte Fall für Steif und Kantig von Gisela Garnschröder

Was der Frühling bringt


Der nahende Frühling sendet Stürme und starke Regengüsse ins kleine Örtchen Oberherzholz im Münsterland. Doch das Wetter ist nicht das einzige, das das Leben der beiden Schwestern Isabella Steif und Charlotte Kantig heftig beeinträchtigt: es geschieht ein brutaler Mord an einem jungen Mädchen im beschaulichen Dorf. Selbstverständlich begeben sich die Schwestern auf Spurensuche. Das scheint jemandem (dem Täter?) nicht zu gefallen, denn auf Balu, Isabellas Labrador, wird ein Mordanschlag verübt. Und Charlotte fällt ein herab fallender Ast auf den Kopf, oder war auch das ein Anschlag? Aber nun mischt sich das Geschwisterpaar erst recht ein und ermittelt wieder einmal auf eigene Faust. Wird es ihnen gelingen, den Mörder zu stellen? Eine aufregende und nicht ungefährliche Zeit hat längst begonnen …



Freitag, Oktober 25, 2019

Die letzten ihrer Art von Maja Lunde

Ur-Pferde

Im Jahre 1883 schreibt der Zoologe Michail Alexandrowitsch Kowrow in St. Petersburg seine Erfahrungen und sein erworbenes Wissen um die Urpferde Takhi nieder. Ein solches Exemplar wurde in der Mongolei entdeckt und könnte dem Zoo helfen aus der finanziellen Misere zu kommen, in die Michail mit seiner Investition in eine Flusspferddame geraten ist. Wichtig ist ihm jedoch, der Nachwelt sein Wissen preiszugeben, quasi sein Vermächtnis für die Forschung.

Die Berliner Tierärztin Karin reist mit ihrem Sohn Mathias und einer kleinen Herde von Wildpferden in die Mongolei, um diese dort auszuwildern. Karin hat nur die Pferde und deren Wohlergehen in ihrem Kopf, mehr hat da keinen Platz, aufopferungsvoll kämpft sie um das Überleben der gefährdeten Ur-Pferde. Dass ihr Sohn Mathias mit all dem unzufrieden ist und seine Mutter braucht, bekommt sie zunächst nicht mit.

Eva lebt im Jahre 2064 mit ihrer Tochter Isa, die sich im Teenageralter befindet, in Heiane, Akershus, Norwegen, zusammen versuchen sie auf ihrem Hof, einem alten Zoologischen Garten mit den wenigen ihnen verbliebenen Tieren zu überleben. Das Klima hat sich erschreckend verändert, ein Krieg hat viele Jahre gewütet, nichts ist mehr, wie es einmal war. Ihre eigenen Erzeugnisse versucht Eva im nahen Küstenort anzubieten und gegen anderen Waren einzutauschen. Ein karges Leben, abgeschieden von anderen Menschen, denn trauen kann man niemandem mehr. Fast die ganze restliche Menschheit hat sich auf die Wanderschaft begeben, um einen lebenswerten Platz zu finden.

Eindringlich erzählt die Autorin uns Lesern, wie wir Menschen und die Tiere Tiere im Einklang leben sollten, zum Schutze der Natur. Im dystopischen Teil ihres Romans wird erschreckend deutlich, wie es aussehen könnte, futuristisch zwar aber leider überhaupt nicht abwegig. Der Weg dorthin ist für unser Leben heutzutage erschreckend nahe. Die Erzählweise Maja Lundes fesselt und kann mich jeder Zeit mitnehmen. Die Charaktere sind wunderbar, tief und glaubwürdig und ergänzen sich in ihrer Vielfalt hervorragend. Der dritte Teil dieser Serie, der mit "Die Geschichte der Bienen" begann und sich mit "Die Geschichte des Wassers" fortsetzte, lies mich schockverliebt zurück, ich liebe Pferde Bücher und diese zu Herzen gehende Geschichte um das Ur-Pferd beeindruckt mich zutiefst. Der Roman ist in drei zeitliche Ebenen gegliedert und spielt 1883, 1991 und 2064, allein diese Tatsache bringt unterhaltende Abwechslung in die Geschichte, doch natürlich spielen die Kenntnisse aus den Zeiten ineinander und verweben sich geschickt.

Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es so klar weiter. Die Leser werden mit diesem Buch gleich mit mehreren Genren verwöhnt, historischer Roman, Dystopie und zeitgenössischer Roman werden hier gekonnt vereint. Zudem ist Maja Lunde eine ausgezeichnete Geschichtenerzählerin, die ihre Stories exzellent in Szene setzen kann, in diesem Buch ist alles perfekt und einzigartig stimmig, sie spielt mit den Gefühlen ihrer Leser und animiert uns zum Nachdenken.

Herzlichen Dank an das Bloggerportal der Random House Verlagsgruppe für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars.

Hier noch einmal der Klappentext zum Nachlesen:
Über Mensch und Tier und das Tier im Menschen: Vom St. Petersburg der Zarenzeit über das Deutschland des Zweiten Weltkriegs bis in ein Norwegen der nahen Zukunft erzählt Maja Lunde von drei Familien, dem Schicksal einer seltenen Pferderasse und vom Kampf gegen das Aussterben der Arten. Ein bewegender Roman über Freiheit und Verantwortung, die große Gemeinschaft der Lebewesen und die alles entscheidende Frage: Reicht ein Menschenleben, um die Welt für alle zu verändern?
Über die Autorin:
Maja Lunde wurde 1975 in Oslo geboren, wo sie auch heute noch mit ihrer Familie lebt. Sie ist eine bekannte Drehbuch- sowie Kinder- und Jugendbuchautorin. Die Geschichte der Bienen ist ihr erster Roman für Erwachsene, der zunächst national und schließlich auch international für Furore sorgte. Er stand monatelang auf der norwegischen Bestsellerliste und wurde mit dem Norwegischen Buchhändlerpreis ausgezeichnet. (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Mittwoch, Oktober 16, 2019

Die Eulenflüsterin von Tanja Brandt

Naturliebe


Mit Tanja Brandt zusammen leben ihre Tiere Hunde (Hauptrolle: Schäferhund Ingo), Eulen und Greifvögel, in einer Falknerei in Nordrhein-Westfalen. Eindringlich erzählt Tanja Brandt welche Botschaft ihre gefiederten Pfleglinge und Weggefährten ihr senden – nämlich die bedingungslose und aufrichtige Liebe. Von Menschen durchaus oft enttäuscht geben ihr die Tiere Geborgenheit und zeigen, wir Menschen können von den Tieren so viel lernen.

Die Autorin Tanja Brandt beschreibt in ihrem neuesten Buch „Die Eulenflüsterin“ ihr Leben mit ihren Tieren. Sie beschreibt den Landstrich in dem sie leben mit liebevollen Worten, ihre Sprache ist formschön und fließend. Die Beschreibung ist so ausdrucksstark, dass ich alles vor meinem inneren Auge ablaufen sehe. Tanja Brandt spickt ihren Text mit ihren brillanten Informationen und ihrem Wissen um die Natur und deren Geschichte. Sie kann mich sofort fesseln und mitnehmen, wie auf einer ereignisreichen und abenteuerlichen Reise.

Aus jedem Satz der Autorin kann ich ihre Liebe zur Natur und im speziellen zu ihren Tieren erfühlen. Ich könnte mich stundenlang in ihrem Text verlieren und einfach nur die Lektüre des Buches genießen. In der Mitte des Buches sind zudem phantastische Fotos abgebildet, die in ihrer Einzigartigkeit unübertrefflich sind. Wundervolle noch nie da gewesene Tierfotos sind es, die für sich selbst sprechen.

Von ganzem Herzen vergebe ich diesem Sachbuch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es so klar weiter. Leser, die an der Natur, an die Botschaft der Liebe, am Zusammenleben miteinander interessiert sind, werden es lieben so wie ich es tue. In nur einem Tag habe ich es ausgelesen, doch die Geschichte, die dahinter steht, werde ich immer in mir tragen und sie nicht vergessen. Auch die bezaubernden Fotos sind unauslöschlich in meinem Kopf gespeichert.

Ein riesengroßes Dankeschön an die Autorin, der ich bereits seit einiger Zeit auf ihrem Instagram-Konto folge, für ihre Offenheit und die schönen Einblicke in ihr privates Inneres sowie ihre professionellen Bilder, die vor Schönheit und Authentizität nur so strotzen.

Herzlichen Dank auch an die Bastei Lübbe Verlags-Gruppe für die freundliche Bereitstellung dieses Rezensions-Exemplars, an das ich mich bleibend zurück erinnern werde. 

Hier noch der Link zur privaten Homepage der Autorin.

Über die Autorin:
Die Fotografin und Falknerin Tanja Brandt bezeichnet Tiere als ihre absolute Leidenschaft. Mit ihren Schäferhunden lebt sie schon lange zusammen, heute hat sie außerdem zwei Wüstenbussarde, eine Schneeeule und den Steinkauz Poldi. Sie führte eine Spedition und fuhr zeitweise als Lkw-Fahrerin durch die Republik, bis sie sich entschloss in die Falknerei Bergisch Land nach Remscheid zu ziehen und sich ganz ihrer Leidenschaft, der Falknerei und Tierfotografie zu widmen.

Hier der Klappentext zum Nachlesen:
„Ich war ein Kind, das nie gewollt war“, sagt Tanja Brandt. Sehr schmerzhaft sind ihre Erinnerungen, sobald sie über ihr Elternhaus spricht. In ihrem Buch schreibt sie über ihren harten Lebensweg und die Liebe zu den Tieren, die sie daran erinnert, dass Träume wahr werden können. Auch lernt sie von ihren Tieren, was es braucht, um glücklich zu sein: Von Ingo, dem Schäferhund, alles über Geborgenheit. Von Bärbel Mitgefühl und Verlässlichkeit, und auch Gandalf zeigt ihr, wie wunderbar Fürsorge ist.

Dienstag, Oktober 08, 2019

Der Verräter von Ingar Johnsrud

Fredrik Beiers dritter Fall


Polizeihauptkommissar Fredrik Beier befindet sich auf einem Empfang des norwegischen Ministerpräsidenten, die Einladung ist als Dankeschön für seine Arbeit aus dem letzten Fall gedacht und natürlich auch gleichzeitig ein strategisches Wahlkampfmanöver des Politikers. Benedikte Stoltz, Reporterin bei TV2, spricht Fredrik an und bittet um ein Interview. Sie macht seltsame Andeutungen über seinen Vater, der allerdings bereits seit Jahren tot ist. Er wimmelt sie ab. Doch kurze Zeit später wird er zu einem Mordfall - skurriler weise in einer Autowaschanlage – gerufen, das Opfer steht in Verbindung zu Benedikte. Nun ist Fredrik alarmiert und möchte dringend mit ihr sprechen. Um was geht es eigentlich, wie hängen die Vorfälle der letzten Zeit zusammen? Hat die Journalistin in ein Wespennest gestochen?





Ich gebe zu, ich brauchte etwas, um in die Geschichte hineinzukommen, doch ich war die ganze Zeit über fasziniert und gefesselt, so dass ich einfach weiter lesen musste, das Verständnis setzte später ein, am Ende bleibe ich erst einmal sprachlos und atemlos zurück. Eine gigantische Komposition hat der Autor Ingar Johnsrud hier erschaffen. Schnell wechselnde Szenen, die blutrünstig und brutal daherkommen. Figuren aus allen Bereichen der Gesellschaft: Manager, investigativer Journalisten, Outlaws, hohe Politiker, Militärs und mittendrin Fredrik Beier, der mehr in den Fall verstrickt zu sein scheint, als er wahrhaben möchte. Mit harter, schnörkelloser, direkter Sprache erzählt der Autor die Geschichte in einzigartiger Präzision, immer im Mittelpunkt: der Verrat.

Sehr gerne vergebe ich hier fünf von fünf möglichen Sternen für einen exzellenten Thriller um Macht und Verschleierung, und ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus. Komplex angelegt ist die Story mit einprägenden Charakteren versehen, brillant in Szene gesetzt, knallharte Unterhaltung vom Feinsten. „Der Verräter“ ist der letzte Fall in der Fredrik Beier-Reihe, zuvor sind „Der Hirte (1)“ und „Der Bote (2)“ erschienen. Für alle, die die Reihe bisher nicht kennen, es ist nicht zwingend erforderlich, für die Lektüre des dritten Bandes, die ersten beiden Teile gelesen zu haben. Ganz sicher entsteht aber der Wunsch die ganze Reihe zu kennen!

Herzlichen Dank an das Bloggerportal von der Randomhouse-Gruppe für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars. 

Über den Autoren:
Ingar Johnsrud, Jahrgang 1974, wuchs in Holmestrand auf. Er studierte Film- und Medienwissenschaften und arbeitete fünfzehn Jahre als Journalist bei einem der größten norwegischen Medienunternehmen. Sein erster Thriller, »Der Hirte«, wurde als bestes Krimidebüt für den Maurits Hansen Prisen nominiert und eroberte international die Bestsellerlisten. (Quelle: Blanvalet-Verlag)

Hier noch einmal der Klappentext zum Nachlesen: 
Zwei Mordopfer, ein schockierender Politskandal und eine überraschende Verbindung zu seinem Vater – Fredrik Beiers letzter Fall wird zu seinem persönlichsten.
Oslo, Norwegen: Ein Mitarbeiter des norwegischen Verteidigungsministeriums und seine Freundin werden ermordet in einer Autowaschanlage gefunden. Das Wort »Verräter« wurde auf den Wagen geschmiert. Wenige Tage später verschwindet eine Reporterin spurlos. Sie hatte nicht nur in der Vergangenheit des Toten gewühlt, sie suchte auch nach Informationen über Hauptkommissar Fredrik Beiers verstorbenen Vater. Als während der Ermittlungen immer mehr Verbindungen zu Fredriks Leben und seiner Vergangenheit auftauchen, muss er sich fragen, wem er noch trauen kann. Sogar seine Partnerin Kafa Iqbal scheint etwas vor ihm zu verbergen. Der Politskandal, dem er schließlich auf die Spur kommt, hat so ungeahnte Ausmaße, dass er alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt …

Sonntag, Oktober 06, 2019

Der Fund von Bernhard Aichner

Die Bananen-Lieferung

Die 53jährige Rita Dalek hat schon so manche schweren Schicksalsschläge ertragen müssen in ihrem Leben: den frühen Tod ihrer Eltern, der Unfalltod ihres Sohnes Theo im Teenageralter, die nachfolgende Alkoholsucht ihres Ehemannes Manfred. Das Leben meint es nicht gut mit ihr. Als sie eines Tages im Lager des Supermarktes, in dem sie als Kassiererin arbeitet, eine unglaubliche Entdeckung macht: Sie findet in einer Kiste unter den Bananen über 12 Kilogramm Kokain! Ein Fund, der ihr Leben verändern kann, sie könnte noch einmal ganz neu durchstarten. Soll sie den Fund melden? Sie entscheidet sich, das Kokain an sich zu nehmen und nicht zur Polizei zu gehen. Eine Entscheidung, die ihr Leben verändern wird, aber nicht so wie Rita es sich erhofft, denn am Ende wird Rita Dalek sterben. Hat die Albaner-Mafia Rita getötet oder hat sie sich mit den falschen aber einflussreichen Menschen in ihrer Heimatstadt eingelassen, was wurde ihr letztendlich zum Verhängnis?

Bernhard Aichner hat diesen atemraubenden Thriller in einer unbeschreiblichen Erzähltechnik verfasst. In zwei Ebenen werden zum einen die letzten Wochen im Leben der Rita Dalek erzählt und auf der anderen Seite lesen wir, wie der ermittelnde Kommissar die Zeugen befragt und versucht, sich ein Bild über den Mord an Rita zu machen. Die Geschichte ist total abgefahren und trotz der Tatsache, dass Rita sterben wird höchst spannend. Die Sprache ist fließend und niveauvoll, die Gedankengänge Ritas und des Polizisten authentisch und nachvollziehbar gleichzeitig aber voller Geheimnisse, die sich uns Lesern erst nach und nach erschließen. Ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass ich einen solchen Thriller vorher noch nie gelesen habe, ich bin zutiefst beeindruckt und verneige mich vor diesem wahrhaft meisterlichen Werk. Die Figuren sind wunderbar erdacht und angelegt, alle spielen in unfassbarer Perfektion miteinander. Jedes Puzzlesteinchen passt in das nächste und fügt sich nach und nach zu einem großen Bild zusammen, alles stimmt und alles ist erklärbar. Der Spannungsbogen ist allzeit fest gezurrt und lässt mich nahezu atemlos lesen, ein Thriller, der mich exzellent unterhalten kann.

Auf jeden Fall bekommt dieser Thriller seine verdienten fünf von fünf möglichen Sternen von mir und ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus! Dieses Buch hat schon jetzt einen Kult-Status für mich. Es ist in seiner Einzigartigkeit und Brillanz nicht zu überbieten. Bitte lest alle dieses Buch! Den Einband des Buches finde ich übrigens so unübertrefflich gelungen, dass ich es hier noch schnell erwähnen möchte.

Herzlichen Dank an das Bloggerportal von der Randomhouse-Gruppe für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars. 

Über den Autoren:
Bernhard Aichner (1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck. Er schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet, zuletzt mit dem Burgdorfer Krimipreis 2014, dem Crime Cologne Award 2015 und dem Friedrich Glauser Preis 2017.

Die Thriller seiner Totenfrau-Trilogie standen monatelang an der Spitze der Bestsellerlisten. Die Romane wurden in 16 Länder verkauft, u.a. auch nach USA und England. Mit BÖSLAND schloss er 2018 an seine internationalen Erfolge an. (Quelle: btb-Verlag)

Hier noch einmal der Klappentext zum Nachlesen:
Warum musste Rita sterben? Wer hat die Supermarktverkäuferin, die doch nie jemand etwas zuleide getan hat, auf dem Gewissen? Hat die 53-jährige wirklich ihr Todesurteil unterschrieben, als sie eines Tages etwas mit nach Hause genommen hat, was sie besser im Laden gelassen hätte? Offiziell ist der Fall abgeschlossen – aber da ist einer, der nicht aufgibt. Ein Polizist, der scheinbar wie besessen Fragen stellt – und Ritas Tod bis zum Ende nicht akzeptieren will…

Dienstag, Oktober 01, 2019

Wild at Heart – Winterglück im Hotel der Herzen von Anne Sanders

Die schönste Zeit des Jahres im kleinen Hotel der Herzen


Das kleine Hotel der Herzen befindet sich in Port Magdalen, einer kleinen Gezeiteninsel an der Küste Cornwalls. Gretchen Wilde lebt hier mit ihrer Tochter Nettie, die sich im Teenager-Alter befindet und ihrem Schwiegervater Theo. Sie betreiben zusammen das Hotel. Beinahe hätte ein Feuer das Wild-at-Heart-Hotel nieder gemetzelt, doch wie durch ein Wunder ist es erhalten geblieben und die Spuren des Feuers sind fast komplett beseitigt. Lediglich die Scheune muss noch neu aufgebaut werden. Nun jedoch kann der Platz, an dem die neue Scheune stehen sollt, tatsächlich noch zu etwas Nutze sein, denn es hat sich ein Filmteam im Hotel einquartiert, das hier drehen möchte. Da Gretchen aufgrund der vorherigen Bauarbeiten keine Gäste vorbuchen konnte, ist der Besuch aus Übersee ein wahrer Segen für die Wildes. Es wird chaotisch werden, unvorhersehbar, aber sicher auch wunderschön, schließlich steht Weihnachten vor der Tür.

Obwohl ich den ersten Band der Wild-at-Heart-Hotel-Reihe noch nicht kenne, komme ich total leicht und schnell in die Geschichte hinein und lerne die Gegend, die Familie Wilde samt ihrer Freunde und Nachbarn schnell kennen und lieben. Die Wildes sind eine Familie, die man sich im wirklichen Leben als Freunde wünscht, Der Schwiegervater Theo, ein wahrer Fels in der Brandung, die patente Gretchen und die quirlige Nettie, allesamt sind einfach liebenswert. In wunderschöner fließender und lockerer Sprache hat die Autorin Anne Sanders diesen Teil der Serie verfasst. Die herrliche Landschaft in Cornwall kann ich mir nun bildlich vorstellen und ich würde mich am liebsten sofort auf den Weg in das wunderbare kleine Hotel der Herzen machen. Ein phantastischer Weihnachtsroman, mein erster übrigens in diesem Jahr, der die Stimmung glänzend einläuten kann. Das Buch ist ein richtig gehender Wohlfühlroman, der sich göttlich lesen lässt, perfekt für ein Herbst- oder Winterwochenende.

Selbstverständlich vergebe ich hier fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle das Buch so klar weiter. Ich persönlich freue mich immer darauf, wenn die ersten Weihnachtsromane im Jahr erscheinen und lese sie unheimlich gerne. Ich finde es schön, dass gerade Wild at Heart – Winterglück im Hotel der Herzen die Saison für mich eröffnet hat. 

Herzlichen Dank an das Bloggerportal von der Randomhouse-Gruppe für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars.

Über die Autorin: 
Anne Sanders lebt in München und arbeitet als Autorin und Journalistin. Zu schreiben begann sie bei der Süddeutschen Zeitung. Als Schriftstellerin veröffentlichte sie unter anderem Namen bereits erfolgreich Romane für jugendliche Leser. Die Küste Cornwalls begeisterte Anne Sanders auf einer Reise so sehr, dass sie spontan beschloss, ihren Roman Sommer in St. Ives dort spielen zu lassen. Dieser eroberte die Herzen der Leserinnen und war wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Mein Herz ist eine Insel ist ihr zweiter Roman bei Blanvalet. (Quelle: Randomhouse Verlags Gruppe)

Hier noch einmal der Klappentext zum Nachlesen:
Winterwunderland in Cornwall – so schön kann die kälteste Zeit des Jahres sein!
Es ist Winter in Cornwall, und das »Wild-at-Heart«-Hotel steht Kopf! Ein Filmteam hat sich angekündigt, um auf der kleinen Gezeiteninsel eine Serie zu drehen, und plötzlich sieht sich die Familie Wilde im Mittelpunkt von Schauspielern, Crew, Fans und jeder Menge Komplikationen. Doch die kleine Finanzspritze kann die Familie nach dem turbulenten Sommer gut gebrauchen. Und Mutter Gretchen ist ohnehin so verliebt, dass der Stress ihr nichts anhaben kann. Ihre Tochter Nettie dagegen sucht noch nach einem Weg, mit den Herausforderungen der ersten Liebe umzugehen und entscheidet sich dabei ausgerechnet für das Unromantischste, das das Romantikhotel je gesehen hat, und das kurz vor Weihnachten! Doch das Glück liegt in Cornwall bekanntlich nie weit entfernt ...