Mittwoch, März 30, 2022

Wo die Wölfe sind von Charlotte McConaghy

Das Rudel


Inti Flynn ist eine Biologin, die sich sehr für das Wohl der Wölfe engagiert. Sie reist zusammen mit einem Team nach Schottland, um dort wieder Wölfe anzusiedeln. Seit ihrer Kindheit leidet Inti an einer Erkrankung, die sich Berührungs-Synästhesie nennt, es handelt sich bei ihr um eine neurologische Fehlbildung. Denn Inti kann den Schmerz anderer Lebewesen nachempfinden, auch von den Wölfen. Diese Störung ist für ihren Beruf jedoch auch eine große Hilfe, denn sie weiß genau, was die Wölfe brauchen.


 

Die Autorin hat mich überrascht mit ihrem Schreibstil und gleichzeitig zutiefst beeindruckt. Mit der Geschichte und ihren Figuren konnte sie mein Herz berühren, sie wird für immer in mir nachhallen. Dieses Buch ist voller starker Sätze, es ist nicht leicht geschrieben, sondern die Sprache ist erwählt und hoch anspruchsvoll. Die Hauptfigur Inti Flynn ist wunderbar gezeichnet und vor allem ist sie zu jedem Zeitpunkt glaubwürdig und lebensecht. Die Geschichte fasziniert mich auffallend und die Autorin kann mich von Zeile eins bis zum Ende mitnehmen. Der Plot ist hervorragend angelegt und mit guten Twists versehen, das Verhältnis der Zwillingsschwestern Inti und Aggie ist dabei wunderbar akzentuiert. Ich werde die gesamte Lektüre über ausgezeichnet unterhalten. Das Verhalten der Wölfe ist eindrucksvoll beschrieben und ich liebe die Szenen, Wölfe finde ich seit jeher atemberaubend und fesselnd. Wie schön muss es sein, mit ihnen arbeiten zu dürfen und sie aus der Nähe zu erfahren.


So klar bewerte ich das Buch mit fünf wohlverdienten von fünf möglichen Sternen, es erzielt also die volle Punktzahl.Selbstverständlich spreche ich dem Roman meine uneingeschränkte Leseempfehlung aus. Der Leser und die Leserin werden von einer wortgewaltigen Poesie erwartet, die Geschichte wird jeden beeindrucken und sprüht nur so vor Natur (Flora und Fauna) und deren benötigten Schutz, ganz besonders der gefährdeten Arten. Denn ein Nichtstun würde uns alle mit immensen Auswirkungen hart treffen.

 

Über die Autorin:

Charlotte McConaghy, Jahrgang 1988, hat irisch-schottische Wurzeln und wuchs in Australien auf. Ihre Passion für die Natur und Tierwelt und ihre Erschütterung über die Auswirkungen des Klimawandels inspirierten sie zu »Zugvögel«, ihrem literarischen Debütroman, mit dem sie den internationalen Durchbruch erreichte. Sie hat einen Abschluss als Drehbuchautorin der Australian Film Television and Radio School. McConaghy lebt heute in Sydney. (Quelle: Fischer Verlage)

 

Original-Klappentext:

Der neue New York Times-Bestseller von der Autorin von ›Zugvögel‹

Inti Flynn kommt nach Schottland, um Wölfe in den Highlands wiederanzusiedeln. Als Wissenschaftlerin weiß sie, dass die wilden Tiere die einzige Rettung für die zerstörte Landschaft sind. Als Frau hofft sie auf einen Neuanfang. Sie ist nicht mehr die, die sie einst war, hat sich von den Menschen zurückgezogen. Denn die Wolfsbiologin besitzt die seltene Fähigkeit, Gefühle von anderen Lebewesen körperlich nachzuempfinden. Als ein Farmer tot aufgefunden wird und eine Hetzjagd auf ihre Tiere beginnt, muss sie sich ihren Ängsten stellen: Ist der Wolf oder der Mensch die Bestie in den Wäldern? Und wird sie je wieder menschliche Nähe zulassen können – oder von der Wildnis verschlungen werden, die sie retten will?

»Wo die Wölfe sind« ist die fesselnde Geschichte über die bedrohten Orte und Geschöpfe unserer Erde und die Macht der Empathie.

»Ein Buch mit tiefer Liebe zur Natur, sehr spannend und bewegend!« Elke Heidenreich über ›Zugvögel‹ 

»Eine kraftvolle Meditation über Menschlichkeit, Natur und die tierischen Instinkte, die in uns allen lauern. Nach Zugvögel ist Wo die Wölfe sind ein weiterer Triumph für einen neuen Romanstar, der uns eine Welt erschafft, in der wir uns verlieren wollen.« BookPage

»Weit mehr als ein altes Wolfsmärchen. Wo die Wölfe sind veranschaulicht, wie es ist, ein Außenseiter zu sein – aus menschlicher wie aus tierischer Sicht – und wie viel Heilung und Akzeptanz es von innen heraus braucht, um angenommen zu werden und sich selbst anzunehmen.« Electric Literature

»Absolut fesselnd! Charlotte McConaghy hat wieder einmal eine Welt geschaffen, in der wir Vertrauen und Angst, Menschlichkeit und Natur in Einklang bringen müssen.« Washington Independent Review of Books

»Ein mitreißender Roman, der die komplexen Beziehungen zwischen Menschen und den Geschöpfen erforscht, mit denen wir die natürliche Welt teilen.« Newsweek


 

 

 

 

Herzlichen Dank an NetGalley Deutschland und die Fischer Verlage für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars!

 

 

 



Samstag, März 19, 2022

Lancelot von Giles Kristian

 

Eine weltbekannte Saga neu erzählt!

Ein brutaler Überfall in der Nacht, dann die Vertreibung mit anschließender Flucht - Lancelots junges Leben hat sich von einer Sekunde auf die nächste schrecklich verändert. Der Königssohn, der die Natur so sehr liebt und sie gut lesen kann, muss ein neues Leben beginnen. Für die kleine Gruppe, bestehend aus der Königsfamilie sowie engem Gefolge, ist es ein erbitterter Überlebenkampf. Morgaine, die Schwester seiner Mutter Elaine, übernimmt die Verantwortung für das Kind und befreit ihn, nimmt ihn bei sich auf. Noch einmal ändert sich alles für Lancelot. Die Herrin, wie sie jeder nennt, versprüht eine Art Zauber über die Menschen, die ihr wiederum mit Ehrfurcht begegnen. Die Zeit seiner Ausbildung verbringt Lancelot nun auf der Insel, die wir Avalon nennen. Die Mädchen und Jungen werden getrennt voneinander unterrichtet. Lancelot erhält die besten Lehrjahre und entwickelt sich zum erstklassigen Krieger.

 

Poetisch angehaucht und zugleich eindringlich ist die Sprache des Autoren. Mit seinem Schreibstil überrascht mich Giles Kristian sogleich positiv und kann mich für sich gewinnen. Die Lancelot-Sage, die ich bisher aus Sicht des Buches "Die Nebel von Avalon" von Marion Zimmer Bradley kenne und liebe, wird hier neuartig erzählt. Im Original ist dazu bereits ein zweiter Band mit dem Namen "Camelot" erschienen. Der herangewachsene Lancelot wird neben Gawain der berühmteste der Ritter der Tafelrunde von König Artus sein, doch vorerst ist er ein Teenager. Es ist schön und aufschlussreich, die Geschichte aus Sicht des Jungen zu erfahren.

So klar vergebe ich wohlverdiente fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle den Roman um die Lancelot-Sage uneingeschränkt weiter. Leser und Leserinnen von historischen wie phantastischen Romanen kommen hier voll auf ihre Kosten und können sich vom charmigen Lancelot verzaubern lassen. Mit seinen 832 Seiten kann man mit dem Buch viele, schöne und intensive Lesestunden verbringen.

Über den Autoren:

Seine norwegische Herkunft und die Werke von Bernard Cornwell inspirierten Giles Kristian dazu, historische Romane zu schreiben. Um seine ersten Bücher finanzieren zu können, arbeitete er unter anderem als Werbetexter, Sänger und Schauspieler. Doch Kristians Herz schlägt für die Welt der Wikinger, die er in Götter der Rache zum Leben erweckt. Mittlerweile ist Giles Kristian Bestseller-Autor und kann sich ganz dem Schreiben widmen. (Quelle: Penguin Randomhouse)

 

Original-Klappentext: 

Die Zukunft Britanniens liegt um Dunkeln. Die Herrschaft der Römer ist nur noch eine blasse Erinnerung. Doch das Land ist zerrüttet, und die Zeit des Großkönigs Uther Pendragon neigt sich dem Ende entgegen. Fernab von den Zentren der Macht, auf einer kleinen Insel im tosenden Meer, wächst ein Junge auf, dessen Geschicke mit denen des Landes auf schicksalhafte Weise verknüpft sind. Ein grausamer Verrat machte ihn zum Waisen. Er ist mittellos, doch große Lehrmeister teilen ihr Wissen mit ihm. Er ist geschickt, und weiß mit Tieren umzugehen. Seine unverbrüchliche Treue zu einem neuen König wird dem Land Hoffnung schenken. Seine Liebe zu einer mächtigen Frau wird es spalten. Dies ist die Geschichte von Lancelot.




Herzlichen Dank an das Bloggerportal für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars!

 

 

 

 

Die wundersame Reise der Bienen von Katja Keweritsch

Bienenstiche


An ihrem letzten Abend eines wundervollen Urlaubs in Nizza macht Christopher Anna einen Heiratsantrag. Die beiden hatten eigentlich vor, ohne Trauschein auszukommen. Das Ambiente ist herrlich, romantisch und exklusiv,  Christophers Worte allerdings klingen eher pragmatisch. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Anna die Antwort erst einmal schuldig bleibt. Morgen ist auch noch ein Tag. Die Rückreise verläuft dann allerdings alles andere als es geplant war. Anna bekommt eine Panikattacke als sie bereits in der Maschine ist. Sie beschließt,  wieder auszusteigen, an einen Rückflug ist jetzt nicht zu denken. Christopher muss jedoch dringend aus geschäftlichen Gründen zurück nach Deutschland. Wie kommt Anna nun zurück? Über eine Mitfahrzentrale findet sie den Imker Harm, mit ihm fährt sie zu ihrer nächsten Station einer langen Reise (auch auch sich selbst).


 

Die Journalistin und Autorin Katja Keweritsch legt einen unglaublichen schönen Debütroman vor. "Die wundersame Reise der Bienen" sprüht nur so vor positiven Gedankengängen und liefert einen Einblick in die Seele und ihre Reaktionen auf die gesamte Gesundheit des Menschen. Zwar vorrangig hier aus dem Leben der Hauptperson Anna, doch lassen sich Erkenntnisse auf uns alle übertragen. Was passiert, wenn wir unglücklich sind, hören wir genug in uns hinein? Anna durchläuft einen Prozess zu sich selbst- in dem malerischen Ambiente des sommerlichen Frankreichs. Die Figuren sind herrlich konstruiert und exzellent umgesetzt von der Autorin. Die Geschichte selbst ist wie ein Märchen, das doch genauso passieren kann. Ich fühle mich zu jedem Zeitpunkt des Romans brillant unterhalten. Gerne fiebere ich mich durch das Geschehen und leide und freue mich mit den Figuren mit. Eine literarische Reise, auf deren Tour mein Leserherz automatisch mit Sonne aufgefüllt wird.


Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch mehr als wohlverdiente fünf Sterne bei fünf möglichen Sternen und spreche ihm meine uneingeschränkte Leseempfehlung aus. Hier lernt der Leser und die Leserin fürs Leben und verbringt zudem eine bezaubernde Zeit im bildschönen Frankreich.

 

Über die Autorin:

Katja Keweritsch ist Ethnologin und Journalistin. Sie ist in einem friesischen Dorf aufgewachsen, von dem aus es sie schon früh in die Welt zog. Neben Köln und Hamburg studierte sie in Los Angeles und lebte zeitweise in Mumbai und auf Sansibar. Heute wohnt sie mit ihrer Familie an der Elbe. In ihrem Debütroman »Die wundersame Reise der Bienen« schreibt sie über die Liebe und darüber, wie wichtig es ist, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse nicht aus den Augen zu verlieren. (Quelle: PenguinRandomhous) 

Webpage der Autorin: Link

 

Original-Klappentext:

Anna hat ihren Urlaub an der sonnigen Côte d’Azur gerade beendet und will zurück nach Hamburg reisen. Als sich die Türen des Flugzeugs schließen, hat sie eine Panikattacke und verlässt fluchtartig die Maschine. Wie soll sie jetzt nach Hause kommen? Bus und Bahn scheiden aus, denn auch dort wäre sie eingesperrt und könnte nicht jederzeit aussteigen. Schließlich registriert sie sich bei der Mitfahrzentrale - und lernt Harm kennen. Er ist auf dem Rückweg von Südfrankreich nach Kiel. In seinem Gepäck: Bienenköniginnen. Er nimmt Anna mit und gemeinsam machen sie sich auf zu einem emotionalen Roadtrip, der völlig anders endet als erwartet.

 

 

 

 

 

 

 Herzlichen Dank an das Bloggerportal vom PenguinRandomhouse für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars!

 

 

 

 




Donnerstag, März 17, 2022

Tote tanzen keinen Walzer - Eine Ruhrpott-Krimödie mit Loretta Luchs von Lotte Minck


 

Let's Dance


Frank macht seiner Bärbel endlich einen Heiratsantrag! Die Freunde sind ganz aus dem Häuschen vor Aufregung. Einzig Loretta hat eine bittere Pille zu schlucken: die beiden wünschen sich nämlich, dass die drei Paare gemeinsam einen Tanzkurs absolvieren. Klar willigt der Tanzmuffel Loretta ein, tatsächlich hat sie nach einigen Stunden sogar Spaß an der gemeinschaftlichen Aktion. Was dann passiert, ist allerdings ungeheuerlich, denn ein Tanzkurs-Teilnehmer wird während einer Tanzstunde erschossen! Selbstverständlich mischt Loretta wieder mit und ermittelt auf eigene Faust, niemand wird in ihrem Beisein einfach so ermordet! Also schlägt sich Loretta wieder einmal mit Kommissarin Küpper herum und alle sechs Freunde bringen sich ein, den Täter zu überführen.



Locker, leicht und fließend ist der Schreibstil der Autorin. Die Grundstimmung im Buch ist stets heiter. Das Zusammenspiel der Figuren ist perfekt und harmonisch. Überhaupt sind die Hauptfiguren durch die Bank sympathisch und überaus liebenswert. Loretta und ihre Freunde sind gestandene Persönlichkeiten mit einem festen Platz im Leben und vollkommenem Vertrauen zueinander - Freunde, wie man sich bessere nicht wünschen könnte. Gekonnt hat mich die Autorin während Lorettas Ermittlungen hinters Licht führen können; Verstrickungen und unvorhersehbare Wendungen in der Geschichte haben mich zutiefst beeindruckt. Es gibt viele Tatmotive und noch mehr Verdächtige, da hat das Mitraten enormen Spaß gebracht und mich prächtig unterhalten. Die Sprache der Autorin ist frisch, frech und jung und natürlich darf der Ruhrpott-Dialekt nicht fehlen und peppt so manche Szene erfrischend auf.


Von Herzen gerne vergebe ich hier wohlverdiente fünf von fünf möglichen Sternen und spreche dem Buch meine uneingeschränkte Leseempfehlung aus. Liebhaber von Krimödien und echter Schreibkunst liegen hiermit goldrichtig! Leider ist dies (vorerst) der letzte Fall von Loretta Luchs und ihren Freunden, denn der Droste Verlag ändert sein literarisches Angebot. Doch ich hoffe auf den Spruch vom Pink Panther: "Heute ist nicht alle Tage. Ich komm' wieder, keine Frage." Zumindest wünsche ich mir ein Wiedersehen!

 

Über die Autorin:

Lotte Minck hat die längste Zeit ihres Lebens im Ruhrgebiet gelebt, wo sie Popstars bekocht, Events organisiert und in einer Schauspielagentur Termine jongliert hat. Dabei hat sie einige Skurrilitäten erlebt und die Menschen des Reviers kennen und lieben gelernt. Ihre von tiefschwarzem Humor geprägten Krimödien um Loretta Luchs sind eine Huldigung an das Ruhrgebiet und die Menschen, die dort leben. Seit 2005 widmet Lotte Minck sich ganz dem Schreiben.(Quelle: Droste Verlag)

Original-Klappentext:

Das große Finale: Bärbel und Frank heiraten! Und weil laut Frank „auf ’ne ordentliche Hochzeit“ getanzt wird, muss Loretta mit ihren Freunden die Schulbank drücken – genauer: die Tanzschulbank. Wider Erwarten machen ihr die Tanzstunden Spaß – bis einer der Teilnehmer beim Foxtrott erschossen wird. Ehrensache, dass das Ermittlerdreamteam im Finale Grande noch einmal alles gibt, um zwischen eifersüchtigen Ex-Formationstänzern und vermeintlichen Erbschleicherinnen den wahren Täter zu finden …

 

 

 

Im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks wurde mir ein Rezensions-Exemplar zur Verfüng gestellt, dafür bedanke ich mich herzlich!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mittwoch, März 09, 2022

Violet und Bones. Der lebende Tote von Seven Gates von Sophie Cleverly

 

 

Grusel in London

Violet Victoria Veil ist 13 Jahre alt und besitzt einen jungen Windhund, den sie Bones genannt hat. Sie hat einen 6jährigen Bruder, Thomas. Der Vater Edgar ist Bestatter, die Familie lebt am Friedhof. Während Thomas die Schule besucht, ist dies für Violet nicht einmal vorgesehen, denn Mädchen benötigen keine Ausbildung im London am Ende des 19. Jahrhunderts. Dabei würde Violet so gerne einmal in den väterlichen Betrieb einsteigen, und 7hn gemeinsam mit dem Bruder führen. Der Umgang mit den Toten ist ihr vertraut und alles andere als belastend für sie. Als eines Nachts ein Junge vor Violet auftaucht, der eigentlich tot in seinem Sarg liegen sollte, beginnt ein unglaubliches Abenteuer für das Mädchen und es muss sich überwinden und an den vor ihr liegenden Aufgaben wachsen.



Für das Buch ist eine Altersvorgabe von 11 Jahren angegeben und die erscheint mir voll und ganz akzeptabel zu sein. Sicher das Thema Tod und Abschied wird behandelt und es gibt gruselige Szenen, doch nie in brutaler oder abstoßender Weise. Im Gegenteil, die Autorin behandelt das Thema so wie es ist - ein Teil unseres Lebens. Violet, die nicht ängstlich ist und offen für seltsame Dinge, die nicht erklärbar sind, ist ein starkes Mädchen, mit Zielen, die es verfolgt und umsetzen möchte. Dabei hilft ihr ihr Hund Bones, er stärkt und unterstützt sie in ihren Abenteuern. Die Rolle der Violet macht einen großen Sprung zur Selbstständigkeit in der Geschichte.
Der Schreibstil der Autorin gefällt mir ausnehmend gut. Sie bewältigt ein schwieriges Thema mit einer ungeheuren Leichtigkeit und mit einer gewissen Nonchalance. Die Geschichte ist anrührend und fesselnd gleichzeitig. Die verwendete Sprache ist jugendlich und lässt sich wundervoll fließend lesen.

Von Herzen gerne vergebe ich dem Buch wohlverdiente fünf von fünf möglichen Sternen und spreche ihm eine unbedingte Leseempfehlung aus. Ich hatte unglaublichen Spaß bei der Lektüre und fühlte mich jederzeit hervorragend unterhalten. Ein Krimi, der nicht nur Kindern Spaß bereitet.

 

 

 

Über die Autorin:

Sophie Cleverly, geboren 1989 in Bath, England, schrieb ihre erste Geschichte im Alter von vier Jahren. Allerdings verwendete sie keinerlei Satzzeichen, daher war sie eher ein einziger langer Satz. Zum Glück hat sie sich zwischenzeitlich verbessert und einen Bachelor in Creative Writing und einen Master in Writing for Young People an der Bath Spa University gemacht. Sophie arbeitet inzwischen hauptberuflich als Autorin und lebt mit ihrer Familie in Wiltshire, in einem Haus voller Bücher und einem Garten voller Krähen.(Quelle: mixtvision)

 

 

Original-Klappentext:

Ein starkes Duo für alle Krimifans

Nichts nervt Violet Veil mehr, als immer brav zu Hause bleiben zu müssen und als Mädchen nicht ernst genommen zu werden. Dabei wäre sie so gerne Lehrling im Bestattungsunternehmen ihres Vaters! Und gar ein guter! Eines Nachts sieht sie einen Jungen auf dem Friedhof herumirren – es ist Oliver, der eben noch mausetot auf dem Leichentisch ihres Vaters lag. Wie das? War es Mord? Die Dreizehnjährige ist wild entschlossen, dem Rätsel auf den Grund zu gehen. Zusammen mit ihrem treuen Windhund Bones verfolgt sie mutig jede Spur und landet dabei in den düstersten Ecken Londons.

Ein starkes, aufgewecktes Mädchen beweist allen, was in ihr steckt. Ein mitreißender Krimi, in dem man sich herrlich gruselt und immer wieder schmunzeln muss. Very, very british!

 

 

 

 

Herzlichen Dank an NetGalley Deutschland und Mixtvision für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars!

 

 

 

 

Freitag, Februar 25, 2022

Kalt lächelt die See – Ein Guernsey-Krimi von Ellis Corbet

 

Mord in der Idylle

 

 Der Pensionär Rob, ehemals Feuerwehrmann, liegt mit seinem kleinen, betagen Boot in der Bucht vor Guernsey, doch an diesem bereits sehr warmen Morgen wollen die Fische nicht anbeißen. Da wird Rob aufmerksam auf ein vor ihm liegendes Segelboot, niemand ist an Deck, das erscheint ihm seltsam und so beschließt er, mal nachzuschauen. Das Boot ist verlassen, aber Rob bemerkt jede Menge Blut. Nun ist die Polizei gefragt, genauer gesagt das Criminal Investigation Department auf Guernsey in St. Peter Port. Der Boss ist Chief Inspector DeGaris. Detective Inspector Tom Walker, ist der Neue im Team und hat gerade seinen ersten Tag begonnen, zuvor arbeitete er in London. Er wird DI Kate Langlois zu ihrem Leidwesen vom Boss zugeteilt und das Verhältnis der beiden ist gelinde gesagt beidseitig angespannt bis unterkühlt. Hier treffen zwei völlig unterschiedliche Charaktere aufeinander.


Guernsey ist zweitgrößte der britischen Kanalinseln. Die Kanalinseln sind weder Teil des Vereinigten Königreiches noch Kronkolonie, sondern als Kronbesitz direkt der britischen Krone unterstellt. Sie sind gesonderte Rechtssubjekte. Guernsey kenne ich nur aus Filmen, Dokumentationen und Romanen und doch ist sie eine Trauminsel für mich, ein Ort, an den ich mich gedanklich flüchten kann. Das milde, fast mediterrane Klima, die unsagbare Schönheit der Landschaft und die wunderschöne Flora - hier könnte ich mich sehr wohlfühlen. In diese zauberhafte Atmosphäre und das natürlich schöne Setting platzt allerdings ein Mord hinein und beeinträchtigt die friedliche Stimmung massiv. Dieser Schnitt ist perfekt geglückt! Fantastisch eingefangen hat die Autorin die Idylle der Insel Guernsey. Ihr Schreibstil reißt mich dabei sogleich mit und fasziniert mich zutiefst. Die Sprache ist modern und lässt sich hervorragend sowie angenehm lesen, die Dialoge sind wunderbar ansprechend. Ganz wichtig für mich, ich bin sogleich mitten im Geschehen. Das Tempo ist schnell und die Spannung dadurch hoch angesetzt. Diesen Bogen hält die Autorin die gesamte Zeit über. Es ist perfekt von der Autorin gelöst, dass Tom Walker neue auf das Team stößt, das bietet eine große Bandbreite an Problemen, sehr vielschichtig!


Sehr gerne vergebe ich diesem Krimi seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und spreche ihm meine absolute Lese-Empfehlung aus. Dieser Kriminalroman bietet neben wundervollem Ambiente eben auch einen richtigen Kriminalroman, der vor Spannung nur so strotzt. Ein gelungener und brillanter Einstieg in eine neue Krimi-Serie.

 
 
Über die Autorin:
 
Ellis Corbet ist das Pseudonym einer erfolgreichen deutschen Autorin, die mit KALT LÄCHELT DIE SEE ihre Liebe zum Krimi mit der zu den Kanalinseln verbunden hat. Ellis Corbet verbrachte während ihres literaturwissenschaftlichen Studiums auch längere Zeit in Südamerika und Italien. Ihre Erlebnisse inspirierten sie zum Schreiben, und inzwischen lebt sie als freie Autorin in Stuttgart. Ellis Corbet ist Mitglied der Mörderischen Schwestern und seit dem Sommer 2017 auch regelmäßig bei der Lesebühne Get Shorties dabei. Quelle: Bastei Lübbe)
 
 
Original-Klappentext:
 
Neue Krimireihe mit dem atmosphärischen britisch-französischen Flair der Insel Guernsey. Die Nachricht von einem verlassenen Segelboot vor der Küste Guernseys veranlasst Detective Inspector Kate Langlois, sich an Bord der "Aventura" umzusehen, die von den Hamons gechartert wurde. Von dem Ehepaar, das seit dem mysteriösen Verschwinden ihrer kleinen Tochter vor zwei Jahren täglich in der Presse war, fehlt jede Spur. Ein Blutfleck an der Reling stammt nicht von den Hamons, und Kate ist schon bald in einen weitreichenden Fall verstrickt, der sie quer über die Insel führt. Unterstützung leistet ihr dabei der geheimnisvolle französische Archäologe Nicolas Arture ...
 
 
 
 
 
 
Herzlichen Dank an NetGalley Deutschland und die Bastei Lübbe Buchverlage für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars!
 
 
 

Das verschlossene Zimmer von Rachel Givney

 

Dunkle Geheimnisse

Die 17-jährige Marie lebt in Krakau, es ist das Jahr 1939. Sie liebt ihren Vater bedingungslos und doch gibt es etwas, das sie wissen möchte. Über ihre Mutter weiß Marie nämlich gar nichts, außer dass sie die Familie verlassen hat und dies bereits als Marie ein Kleinkind war. Das Schlafzimmer des Vaters ist stets verschlossen und für das Mädchen nicht zugängig. Aber ihre Fragen nach der Mutter blockt der Vater immer ab. So entschließt sich Marie, die Tür heimlich mit Hilfe einer Haarnadel zu öffnen. Sie erwartet im für sie verbotenen Zimmer Hinweise auf den Aufenthaltsort Ihrer Mutter zu erlangen. Natürlich ist es Marie bewusst, dass sie den Vater damit enttäuscht und ihn sogar hintergeht. Wird Marie etwas erfahren? Wird das Verhältnis zu ihren Vater belastet werden?


 

In wunderbarer, ausgeglichener und feinfühliger Sprache hat die Autorin diese Geschichte verfasst. Sie kann mich mit ihrem starken Schreibstil sogleich einfangen und für sich gewinnen. Dieses Buch ist unglaublich mitreißend, es nimmt mich gefangen. Die Figuren sind brillant angelegt, gerne folge ich ihrem Schicksal. Die Zeit im Polen, genauer gesagt Krakau, des Jahres 1939 beinhaltet an und für sich bereits Dramatik genug und doch schafft die Autorin eine besondere Atmosphäre um die junge Marie und ihrem, aufopferungsvollen Vater Dominik Karski. Eben dieser ist Arzt und übt seinen Beruf voller Leidenschaft und mit Herzblut aus. Die Figur der Marie, die den Vater über alles liebt und die ihn dann doch hintergeht, um Antworten auf ihre Fragen zu erhalten, die er ihr nicht geben will, ist wunderbar gestaltet. Das Hin- und Hergerissensein der jungen Marie wird deutlich klar. Das gesamte Setting ist phantastisch gestaltet und ich sehe die Charaktere und Szenen wie einen Film vor meinem geistigen Auge ablaufen. In wundervollen Details schafft die Autorin authentische Atmosphäre. Die Geschichte selbst ist außerordentlich tiefgründig und erstklassig gesetzt. Ein Herzensbuch für mich und eines, das als Highlight in meinen Gedanken bleiben wird.

Dieses Buch, das eine Familiengeschichte voller Geheimnisse in sich birgt, bewerte ich selbstverständlich mit wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es so klar weiter. Leser und Leserinnen, die gerne Rätsel ergründen mögen und historische Familienromane lieben, liegen hier goldrichtig. Mich selbst hat das Buch mit seinen Figuren und einer herzergreifenden Story hervorragend unterhalten!

Kurzmeinung:

Tiefgründige Familiengeschichte, in der Moral, Liebe, Geheimnisse und Vertrauen dominieren. 

Ein großes Kompliment und Dankeschön möchte ich an die Übersetzerin Ute Leibmann aussenden, die die Atmosphäre herrlich einfangen und wieder geben konnte!

 

Über die Autorin:

Rachel Givney hat als Drehbuchautorin schon an vielen der beliebtesten australischen TV-Serien mitgewirkt, u. a. bei McLeods Töchter. Nach längeren Aufenthalten in den USA, Großbritannien und Deutschland lebt die gebürtig Australierin heute wieder in Sydney. Für Secrets My Father Kept reiste sie aber mehrfach für Recherchen nach Polen. Die Filmrechte ihres ersten Romans, der Jane-Austen-Komödie Jane in Love, wurden von einem großen Streamingdienst optioniert. Derzeit arbeitet Rachel Givney am Drehbuch hierzu – und an ihrem nächsten Roman. (Quelle: Bastei Lübbe Verlag)


Original-Klappentext:

Wie viele Geheimnisse erträgt eine Familie?

Krakau, im Frühjahr 1939. Alle Zeichen stehen auf Krieg, denn das Deutsche Reich treibt seine Angriffspläne auf Polen unbarmherzig voran. Die junge Marie aber beschäftigen ganz anderen Fragen: Wer ist ihre Mutter? Warum verschwand sie, als Marie ein Kleinkind war? Und warum verweigert ihr Vater, ein renommierter Arzt, jedes Gespräch über sie? Als sie die Ungewissheit nicht mehr aushält, entschließt Marie sich zu einem drastischen Schritt.

Marie zog eine Haarnadel aus ihrem blonden Haar. Bisher verfügte sie über keinerlei Erfahrungen als Einbrecherin, doch Olaf, ein ortsansässiger Tunichtgut, der zusammen mit ihr in der Straßenbahn zur Schule fuhr, hatte sich ihr gegenüber in dieser Woche damit gebrüstet, dass es ein Leichtes sei, ein Schloss mit einem schmalen Metallstück aufzubrechen. "Einfach nur reinschieben und ein bisschen hin und her ruckeln", hatte er geprahlt.
Marie musterte den Messingdraht und lächelte. In der Regel sahen die Leute in einer Haarnadel nur ein Accessoire, mit dem man seine Frisur bändigen konnte. Marie sah darin etwas anderes – einen Schlüssel.

Als Marie das Zimmer ihres Vaters aufbricht und durchsucht, riskiert sie, dadurch sein Vertrauen zu verspielen. Doch sie hat keine andere Wahl: Sie muss wissen, was aus ihrer Mutter wurde ...

Rachel Givney erzählt eindrucksvoll davon, was eine Familie ausmacht. Ein Roman, der zutiefst bewegt und nachhallt.

 

 

 

 

 

Herzlichen Dank an NetGalley Deutschland und den Bastei Lübbe Verlag für die freundliche Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars!