Freitag, Oktober 21, 2016

Das Pfingstwunder von Sibylle Lewitscharoff

Dantes Göttliche Komödie neu erzählt


Gelehrte aus der ganzen Welt treffen sich in Rom, sie diskutieren Dantes „Göttliche Komödie“. Inferno, Fegefeuer oder der Garten Eden darüber wird ausgiebig und voller Inbrunst spekuliert. Gottlieb Elsheimer, ein Frankfurter Romanist, der sich selbst eher im Fegefeuer sehen würde als im Paradies beginnt, das Verhalten seiner Gelehrten-Freunde als seltsam zu empfinden. Das Pfingstfest naht und als die Kirchenglocken ihr Spiel beginnen geschieht etwas Unglaubliches und Unfassbares.






Sprachgewaltig und ausdrucksstark in wunderbarer, einzigartiger Sprache erzählt die Autorin die Geschichte des Pfingstwunders auf ihre eigene Art, angelehnt an Dante Alighieris (Dichter und Philosoph) „Göttliche Komödie“. Sicherlich keine leichte Kost, die man mal eben nebenbei verzehren kann, aber dafür Literatur auf höchstem, anspruchsvollem Niveau. Der Schreibstil der Autorin Sibylle Lewitscharoff ist elegant, eindringlich, voll schöner Worte und Sätze, philosophisch, poetisch angehaucht. Ein Buch, das ich als Leserin erarbeiten musste, das mich einige Mühe und Anstrengung gekostet hat, doch dafür wird es mir umso länger in Erinnerung bleiben. Für mich hat Sibylle Lewitscharoff hier ein literarisches Meisterwerk erschaffen, das es zu Recht auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft hat und sicherlich noch mehr verdient hätte.

Die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff, eine studierte Religionswissenschaftlerin, wurde 1954 in Stuttgart geboren. Im Jahre 2013 wurde sie mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet, nur eine von zahlreichen Auszeichnungen, die der Autorin vergeben wurden. 1994 veröffentlichte Sibylle Lewitscharoff ihren ersten Roman, „Das Pfingstwunder“ ist bereits ihr zehntes Prosa-Werk.

Von Herzen gerne vergebe ich diesem unvergesslichen Buch seine wie ich finde wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter an Leser, die ein Buch voll genießen möchten und dabei hohes Niveau und schwerer Leichtigkeit nicht scheuen. Belohnt werden sie mit dem Verstehen des Pfingstwunders, Das Buch ist somit eine literarische Erklärung der Bedeutung der Kirche.




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