Samstag, Oktober 24, 2015

Nackt unter Krabben von Marie Matisek

Ich will zurück nach … Heisterhoog!



Falk Thomsen, Student der Soziologie im 13. Semester und Gelegenheitsjobber wohnt mit seiner dominanten und - für meine Begriffe leicht zickigen und nervigen – Freundin Bille zusammen in einer Wohnung in Altona. Sie versucht ihm gerade einen Aufenthalt auf Goa schmackhaft zu machen, als ihn die Nachricht vom Tod seines Onkels ereilt. Sten Thomsen hat seinem Neffen sein Haus und seine Strandkorbvermietung auf Heisterhoog vermacht. Bille sieht ihre Felle samt Plänen davon schwimmen und zieht wutentbrannt vorerst aus und Falk begibt sich zurück auf die Insel. Die Insel, die er bereits seit seiner Kindheit kennt und im Grunde seines Herzens liebt. Was wird ihn auf Heisterhoog erwarten? Wird er mit der Strandkorbvermietung zurecht kommen? Da ist Hubert von Boistern, der viel daran setzt, Falks Strandkorbvermietung zu erwerben. Aber auch Nachbarn und Freunde, die Falk unterstützen. Da sind angenehme und weniger amüsante Gäste. Und aus heiterem Himmel verliebt sich Falk Hals über Kopf. Ein aufregender Sommer mit einer Menge zu fällenden Entscheidungen steht an für Falk. 




Die Autorin Marie Matisek ist eine wahrhaft wunderbare Geschichtenerzählerin. In ihrem Küsten-Roman „Nackt unter Krabben“ schildert sie die fiktive Nordseeinsel Heisterhoog mit einer enormen Intensität an Worten, mit all den Farben, Düften, Geschmäckern. Ich bekomme Sehnsucht und möchte, dass auch mir am Strand der Sand zwischen den Zehen kitzelt und ich möchte ebenso eingepackt im Strandkorb sitzen und in das beste Mettwurstbrötchen meines Lebens beißen, wie ihr Protagonist Falk es als Kind getan hat. Der Schreibstil der Autorin ist mitreißend und flüssig; ihren Plot hat sie in schöner Sprache verfasst. Die Charaktere sind authentisch, haben ihre Ecken und Kanten und versprühen Witz und Geist. Vor allem aber sind sie liebenswert, so dass ich mit ihnen mitfiebere.

Mit Freude vergebe ich diesem Buch seine mehr als verdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es von Herzen gerne weiter an Leser, die mal wieder (wenn auch fiktiv) Nordseeluft schnuppern möchten oder einfach nur unbeschwerte Lesestunden in Küstenambiente verbringen möchten. 





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