Dienstag, Januar 12, 2016

Die dunkle Talion von Wolfgang Haupt


Das Schicksal verzeiht begangene Fehler nicht - ein politischer Agententhriller


In einer Baugrube, an dem Platz, wo einst Auguste Petrus' Haus stand und in dem dieser ermordet wurde, findet die Polizei erneut ein Opfer. Der Mann, dessen Identität zunächst nicht klar ist, wurde ebenfalls mit Schüssen in den Hinterkopf hingerichtet, genau wie Auguste. Wohl nicht bloß eine Duplizität der Ereignisse, jemand kopiert die Morde von 1984 und trachtet nun auch dem damaligen, inzwischen pensioniertem, principal Larut nach dem Leben. Der, von seinem schlechten Gewissen geplagt, zu der damaligen Zeit nicht genügend zur vollständigen Aufklärung des Falles beigetragen zu haben, beginnt, eigenmächtig zu ermitteln. Was dem jetzigen principal Kommissar Complatier alles andere als Recht ist. Schon beginnen die Schergen erneut Zeugen zu beeinflussen und die Ermittlungsarbeit zu sabotieren. Wem kann Larut trauen, wo kann er mit seiner Arbeit ansetzen? Larut ist sich inzwischen sicher, dass der als Mörder von Auguste Petrus verurteilte ehemalige Kommissar Ranfort unschuldig ist, doch der sitzt in einem der schlimmsten Gefängnisse Frankreichs ein und verweigert Larut seine Mithilfe, zu sehr verbittert
In einem zweiten Erzählstrang wird von dem Algerier Karim berichtet, dessen Geschichte verstrickt zu sein scheint, in kriminelle Machenschaften und der nicht nur von den Geheimdiensten gejagt wird.






Meisterhaft haucht Wolfgang Haupt seinen Charakteren Leben ein, lässt uns Leser die Abgründe, den Schmerz und die Trauer der einzelnen Figuren regelrecht fühlen, doch vor allem, er nimmt uns stellenweise den Atem, so nerven-zerreißend spannend ist ihm mit „Die dunkle Talion“ ein weiterer Thriller geglückt. Der Autor fügt seine beiden Erzählstränge perfekt zueinander und schafft es, über den gesamten Zeitraum den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten; bis zu einem unerwarteten Schluss. Wer „Der algerische Hirte“ bereits kennt, wird einige der Charaktere in diesem nun vorliegenden Thriller wieder finden, und doch steht „Die dunkle Talion“ für sich allein. Wolfgang Haupts Schreibstil bietet erneut dramatische Unterhaltung sowie eine Thriller-Lektüre auf ganz hohem Niveau, die mir für ein sensibles Nervenkostüm fast schon ungeeignet erscheint; getreu dem Motto: „sind sie zu … bist du zu ...“


Der Autor Wolfgang Haupt konnte mit diesem Buch voll bei mir punkten, weshalb ich dem Thriller gerne seine verdienten fünf von den fünf möglichen Sternen vergebe und ihn uneingeschränkt und liebend gerne weiter empfehle an alle Leser, die Hochspannung und tiefgründige, anspruchsvolle Lektüre mit außergewöhnlich interessanten, dunklen Charakteren lieben.




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