Sonntag, September 06, 2015

Mädchenröte von Cornelius Hartz

Mädchenröte – ein Mord als Dessert

Familie Reichmann aus Hannover möchte die Herbstferien in einem Ferienhaus in Varde in Dänemark verbringen, alles soll in dieser Woche schön, exklusiv und ein wenig luxuriös sein. So zumindest hat es Ole Reichmann für sich und seine Familie geplant. Doch es soll anders kommen, denn die vierjährige Tochter Janine findet im Whirlpool eine Leiche. Welch ein Schock für die Familie! Da es sich bei dem Toten um einen Bürger Schleswigs handelt, schaltet die dänische Polizei die deutschen Kollegen ein. Diese erkennen mit einem Blick, um wen es sich bei dem Toten handelt: Hans-Werner Siggendiek, Geschäftsführer der Windkraftanlagen Njördwind, wurde mit einem Drahtgestell stranguliert und somit ermordet. Die so zusammengewürfelten Teams beginnen mit ihrer Arbeit. Da die Njördwind gerade mit sieben Millionen Euro in den Konkurs gegangen ist, finden sich baldigst Verdächtige aus dem Umkreis von ehemaligen Anlegern, die in die Windkraftanlage investiert hatten, und nun aufgebracht ihr Geld zurückfordern und einen Schuldigen suchen und den in Siggendiek gefunden zu haben glauben.





Mit „Mädchenröte“ ist dem Autor Cornelius Hartz ein kleines Glanzstück gelungen, ein Heimat-Krimi aus dem Norden Deutschlands. Sein Gemischtes Doppel, nämlich sein Schleswiger Team in Zusammenarbeit mit den dänischen Kollegen fungieren zu lassen, macht seinen Kriminalroman noch einmal spannender und lässt die Unterschiede zwischen der Arbeitsweise, dem technischen Equipment und der Charaktere beider Teams deutlich werden. Sein Schreibstil ist flüssig, leicht lesbar und unterhaltend. Mit seiner Kriminalkommissarin Anke Langenbrück hat der Autor eine Protagonistin erschaffen, die mir schnell ans Herz gewachsen ist. Selbst angeschlagen versucht sie den Fall zu lösen und arbeitet mit ihrem Team, trotz ihrer persönlichen Schwierigkeiten, die sie so ganz nebenbei zu verkraften hat, verbissen und mit eingebenden Geistesblitzen hart an der Aufdeckung des Falles.

Dem Buch vergebe ich verdientermaßen fünf von fünf möglichen Sternen. Gerne möchte ich den Krimi weiter empfehlen, an natürlich zum einen Leser, die den Norden ihre Heimat nennen, doch ebenso an Leser aus dem restlichen deutschsprachigen Raum, eben jene, die die Besonderheiten und Eigenarten von uns Norddeutschen kennen lernen möchten und einen qualitativ hochwertigen Kriminalroman mit ehrlicher Polizeiarbeit zu schätzen wissen.


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