Donnerstag, Juni 04, 2015

Tochter des Drachenbaums von Susanne Aernecke

Ein faszinierendes Buch über starke Frauen

Featured imageRomy eine viel beschäftigte Laborärztin in einem Augsburger Pharmakonzern ist zerfressen von der Angst um ihre krebskranke beste Freundin Thea. Nach schlaflosen Nächten begibt sie sich, frühmorgens an einem Montag, auf eine Klettertour und dies ungesichert und ohne Kletterpartner. Es geschieht das Unausweichliche, nach einer Panikattacke stürzt sie ab.
Mit dem zweiten Kapitel kommt ein radikaler Schnitt, wir Leser lernen jetzt Iriomé, eine 17 Jahre alte Ureinwohnerin La Palmas, und ihren Stamm kennen. Es ist Winter, der kürzeste Tag des Jahres und Tichiname, die oberste Medizinfrau des Stammes, wird sich an diesem Festtag in Trance begeben. Sie wird dies mit Hilfe eines Pilzes tun, dem Amakuna. Ziel ist es, von den Göttern die Zukunft für ihr Volk zu erfahren. In Bezug auf Ernte, Kinder, Ziegenherde und die wichtige Frage, ob Guayote, der Höllenhund, der tief im Innern des Vulkans lebt, ruhig bleiben wird. Die Vorhersage der weisen Frau ist mehr als bedrohlich: es werden Männer auf Schiffen kommen, die alles vernichten, was dem Stamm wichtig ist.
Im nächsten Kapitel sind wir wieder bei Romy, sie erwacht gerade nach dem Sturz und hat einen faulen, erdigen Geschmack im Mund. Einen ebensolchen Geruch hatte Iriomé bei der Zeremonie wahrgenommen… Romy befindet sich in einer Höhle und sie hat einen Blackout, weiß nicht was in der Zeit nach ihrem Sturz geschah, es sind seit dem immerhin sieben Stunden vergangen. Doch Romy kann sich an einen Traum erinnern, an eine Zeremonie in der Steinzeitwelt.
Thea überredet Romy mit ihr gemeinsam nach La Palma zu reisen, um dem Geheimnis von Romys Vision auf die Spur zu kommen – eine abenteuerliche Reise, die das Leben der beiden Frauen völlig verändern soll, beginnt.




Die Autorin Susanne Aernecke hat mich mächtig beeindruckt mit ihrem Buch, das ein Mix ist aus historischem Roman, Medizinthriller, mystischem Fantasy Roman und einer Liebesgeschichte. Wie die Autorin diese verschiedenen Genre und Geschichten miteinander virtuos verwebt ist nahezu grandios. Sie erzählt in einem flüssigen Schreibstil, die Dialoge sind herrlich authentisch. Die Autorin konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite gefangen nehmen. Das Buch liest sich unglaublich schön, ist spannend und ich habe es viel zu schnell durchgelesen, trotz seiner stattlichen 520 Seiten. Susanne Aernecke erinnert mich mit diesem Buch ein wenig an Barbara Wood, doch in einem neuartigen, frischen Stil.

Kaum abwarten kann ich nun, dass die Fortsetzung dieser geplanten Trilogie erscheint, so große Lust hätte ich gleich weiter zu lesen. Nicht vergessen möchte ich anzumerken, dass Susanne Aernecke mit ihrem Buch den unbändigen Wunsch in mir geweckt hat, die paradiesische Insel La Palma selbst einmal zu besuchen und einige Schauplätze ihres Romans aufzusuchen, so eindrucksvoll hat sie die Insel in all ihren Farben und Düften atmosphärisch darstellen können. Unbedingt möchte dieses Buch weiter empfehlen, dem ich mit großem Vergnügen fünf von fünf möglichen Sternen vergebe.

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