Freitag, Dezember 23, 2016

Das Mädchen im Fleet von Christiane Fux

Zwischen Tradition und Neuzeit

Der Hamburger Bestatter Theo Matthies muss dieses Mal einen sehr persönlichen Kunden betreuen, kennt er die betroffene Familie doch bereits aus Jugendjahren. Familie Munk lebt seit Generationen im Raum Hamburg und gehört der größten Sinti-Familie der Stadt. Mit Manusch Munk verband Theo einst eine enge Freundschaft. Nun ist die junge Jenay Munk tot, ertrunken im Veringkanal, die Gerichtsmedizin findet keine Anzeichen für einen gewaltsamen Tod. Bei Theo sitzen jetzt ihre Mutter Rubina und ihr Vater Manusch und planen deren Beerdigung. Die Eltern sind gramgebeugt und gerade Rubina glaubt nicht an einen tragischen Unfall. Nach dem Gespräch kehrt sie noch einmal allein zu Theo zurück und bittet ihn, den Mord an ihrer jüngsten Tochter aufzuklären. Aus alter Freundschaft heraus beginnt Theo, zwar mit Zweifeln behaftet, aber dennoch zu ermitteln und stößt sehr schnell auf Hindernisse und Widerstände auch von Seiten des Clans.



Unglaublich ausdrucksstarke Dialoge machen diesen Bestatterkrimi aus. Einmal angefangen konnte ich nicht aufhören, dieses Buch zu lesen. Die Autorin Christiane Fux schreibt in einem ansprechenden und fesselnden Stil. Ihre Sprache ist eindringlich und mitreißend. Sie hat für diese Episode um den Hamburger Bestatter Theo Matthies zutiefst authentische Figuren erschaffen, die glaubwürdig sind und eine ungeheure Tiefe aufweisen. Ihre Charaktere haben Blut und sind lebendig. Die Geschichte selbst hat mich von Anfang an fasziniert und gefesselt, Christiane Fux hat einen hohen Spannungsbogen angesetzt und den kann sie das gesamte Buch über aufrecht erhalten. Die Regeln und das Leben des Sinti-Clans sind beeindruckend dargestellt. Die Autorin hat erstklassige Recherchearbeiten geleistet und das macht ihren Roman noch lebendiger und realer.

Diesem Krimi vergebe ich fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle ihn absolut weiter. Mich hat das Milieu um die Sinti-Community tief beeindruckt und die Geschichte hat mich sofort gepackt und mitgenommen. Für mich ist „Das Mädchen im Fleet“ ein wahrer Pageturner. Es handelt sich hier um den vierten Band in der Serie um den Bestatter Theo Matthies, doch kann der Krimi gut gelesen werden, ohne dass man die bisherigen Bände kennt.

Herzlichen Dank an den Piper Verlag für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

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