Dienstag, Juni 07, 2016

Der Wind war es von Nataša Dragnić

Die Macht der Natur


Der Regisseur Anton möchte mit seiner kleinen, aus drei Personen bestehenden, Laienschauspieler-Truppe ein Stück einstudieren. Für ihn steht dabei eine Menge auf dem Spiel, möchte er doch einen Preis mit dem Stück gewinnen und mit dem Preisgeld eine neue Existenz aufbauen. Der Druck ist also bereits vorgegeben. Zusammen mit Stefan, dem Autoren des Stückes, dessen Freundin Barbara, Anton und den Schauspielern, Michael, Lisa und Katrin, begibt sich Gruppe an die kroatische Küste nahe des Städtchens Bol, wo sie bei Barbaras Tante Julia unterkommen, die über eine Art Strandhaus verfügt. Schon vor der Ankunft beginnt es in der Gruppe zu kriseln. Eifersucht und Rivalitäten bilden sich immer mehr aus. Auch Julia ist nicht wirklich begeistert, die jungen Leute bei sich aufzunehmen, allerdings konnte sie diese Bitte ihrer Nichte nicht ausschlagen. Aber die Gruppe rauft sich letztendlich zusammen, als ein alles verändernder Sturm aufzieht und über die Menschen hereinbricht – Jugo. Noch einmal wird alles in Frage gestellt, wird die Truppe es schaffen, gegen diese Naturgewalt zu bestehen?




Die Autorin Nataša Dragnić hat mit ihrem neuesten Werk tiefgründige Geschichte über Freundschaft, das Leben, über Veränderungen und vor allem Emotionen erschaffen. Das Buch hat mich sofort mitgenommen und ich konnte mich treiben lassen, konnte dem Geschehen zusehen, fast tatsächlich, als ob ich ein Theaterstück besuchen würde. Ich habe unglaublich schnell hinein gefunden in die Geschichte. Mir gefällt der fast schon poetisch schöne Schreibstil der Autorin sehr gut. Ihre Sprache ist wundervoll ausgewählt und die Worte voller Ausdruck. Die Charaktere alle äußerst unterschiedlich, wodurch sich eine schöne Spannung aufbaut. Viele Konflikte und Ängste, ausgesprochen oder unausgesprochen – werden für mich als Leserin lebendig. Geschickt nutzt Nataša Dragnić die Kraft ihres fiktiven Sturmes um immer wieder eine neue Dynamik entstehen zu lassen.

Nur zu gerne vergebe ich diesem Buch seine wie ich finde wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es weiter an Leser, die eine faszinierende Geschichte, die wunderschön erzählt ist, mit authentischen Figuren und fast lebensechten Gefühlsausbrüchen, erleben möchten. Mit Nataša Dragnić habe ich eine weitere Lieblingsautorin entdeckt und ich möchte nun unbedingt ihre ersten Werke lesen.



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