Mittwoch, Mai 11, 2016

Die gefallene Schneekönigin von Gabriela Kasperski

Unverhofft kommt oft


Die Psychologiestudentin Zita Schnyder lebt zur Untermiete bei der allseits beliebten Helen Himmel. Helen hat an diesem Wochenende zum ersten Mal seit Jahren wieder ein Fest gegeben und fast alle Bewohner des kleinen Dorfes Waldbach eingeladen. Eine rauschende Party, doch am nächsten Morgen wird im naheliegenden Waldgebiet die Leiche der Geigenvirtuosin Isadora Heller entdeckt. Zita, die dort für gewöhnlich joggt, ist eine der ersten am Tatort. Da die Ermittlungen des zuständigen Kommissars Werner Meier in die falsche Richtung zu laufen scheinen, begibt sich Zita selbst auf die Fährte nach dem Mörder und bringt sich damit in Gefahr.






Mit dem ersten Fall ihrer Reihe um Kommissar Meier und die Psychologiestudentin Schnyder legt die Autorin einen so ungewöhnlichen wie spannenden Kriminalroman vor, der am ehesten als Gesellschaftskrimi bezeichnet werden kann. Ihre Sprache ist frisch und mit einem Touch schweizerischer Ausdrücke angereichert, die amüsieren. Nichtsdestotrotz spannt sie einen Bogen, der uns Lesern Dramatik bietet und sie schafft es, diesen über das ganze Buch über zu halten. Mehr noch, sie dreht die Geschehnisse um und nicht vieles bleibt, wie es auf den ersten Schein zu sein vermag. Ihr Tempo ist dabei schnell und flüssig, was das Lesen angenehm macht.

Sehr gerne vergebe ich dem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen. Unbedingt möchte ich es anderen Lesern weiter empfehlen, denn die gesunde Mischung aus Persönlichkeiten, die einem Agatha Christie Krimi entstiegen sein könnten, einer letzte Szene, die mich an „Immer Ärger mit Harry“ von Hitchcock erinnern ließ und die Atmosphäre in tiefverschneiter Kulisse samt brummeligen Kommissars, die nordischen Krimis entstammen könnten - dies alles ergibt einen modernen schweizerischen Kriminalroman, der all diese Vergleiche nicht im geringsten scheuen muss. Die Autorin hat die Fäden allzeit gut geführt und sie oft noch einmal gewendet, bevor sie ihre Geschichte völlig überraschend, mit einem für mich unverhofften Täter, enden ließ. 



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