Donnerstag, Februar 04, 2016

Wieso Heimat, ich wohne zur Miete von Selim Özdoğan

Türkisch für Anfänger mal anders


Der halb deutsche (mütterlicherseits) und halb türkische (väterlicherseits) junge Krishna Mustafa bekommt von seiner Freundin den Satz und damit auch ihre Beziehung „Du hast Deine Identität noch nicht gefunden!“ um die Ohren gehauen. Doch anstatt dieser schnippischen Freundin die kalte Schulter zu zeigen, möchte Krishna nun tatsächlich seine Wurzeln kennen lernen. Kurz entschlossen tauscht er für ein halbes Jahr sein WG-Zimmer in Freiburg mit dem seines Cousins in Istanbul. Eine aufregende Zeit in eine neue Welt beginnt ...








Bereits nach den ersten Seiten habe ich mich in diesen einzigartigen und neuartigen Erzählstil des Autoren verliebt. Selim Özdoğan schreibt modern in frecher, dynamischer Sprache mit einem Schuss Humor. Die Geschichte zu Beginn des Buches um das Kennenlernen Krishnas Eltern, Maria und Recep, ist bereits fesselnd, einfühlsam und gefühlvoll. Auf jeden Fall möchte ich als Leserin sofort wissen, wie es Krishna ergeht, welche Erfahrungen er macht, ob er erkennen wird, was Heimat bedeutet. Welche Unterschiede in den Lebensweisen der Türkei und Deutschland er kennen lernen wird und ob er sich selbst finden wird. Auf all diese Fragen bekomme ich alsbald Antworten, denn der Autor schreibt in einem flotten Schreibstil, der mich verleitet, keine Pausen einzulegen. In kurzen Geschichten, die zum Teil voller Poesie anmuten, erfahre ich viel über das Leben in der Türkei; den Aufbruch zur Demokratie, in dem sich die junge Bevölkerung befindet; die Geschichte des Landes; vielleicht auch etwas Klischee und Vorurteile – aber alles in allem ein packender Mix. Der Autor Selim Özdoğan selbst wuchs zweisprachig auf. Nach dem Abitur studierte er Völkerkunde, Anglistik und Philosophie, brach sein Studium jedoch ab. Seit 1995 ist er als Autor tätig und hat bereits zahlreiche Werke veröffentlicht.

Von Herzen gerne vergebe ich diesem besonderen Buch wohlverdiente fünf von fünf möglichen Sternen und möchte es weiter empfehlen an Leser, die neugierig sind, einer anderen Kultur zu begegnen und diese zu verstehen.





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