
Zu ihrem 11. Geburtstag erhält Sarah, Tochter eines Richters am
Obersten Gerichts und zudem Plantagenbesitzers, die Vormundschaft für
die kleine Sklavin Handful/Hetty – so absurd es für unsere Ohren klingen
mag, das war doch zu der Zeit in den Südstaaten der USA das normale
Leben. Handful konnte aus Sicht ihrer Familie froh sein, dass sie nicht
zur Arbeit auf einer anderen Plantage verkauft wurde, nein sie konnte in
der Nähe der Familie bleiben und als Kammerzofe für die junge Miss
Sarah arbeiten. Doch was dann geschah, konnte niemand ahnen. Sarah, die
ihr Geschenk zunächst gar nicht annehmen wollte, versuchte das Beste aus
der Situation zu machen. Sie und Handful freunden sich an, Sarah gibt
der neuen Freundin Unterricht und öffnet ihr damit die Tür zu einem
neuen Horizont. Doch die Umwelt versucht dies zu verhindern. Hinzu
kommt, dass die Plantage der Familie Grimké äußerst streng geführt wird,
auch kleinste Verfehlungen werden mit Peitschenhieben bestraft.
Handfuls Mutter hingegen versucht Sarah psychologisch unter Druck zu
setzen und damit die Freilassung ihrer Tochter zu erzwingen. So gerät
Sarah in eine aussichtslos erscheinende Lage. Ferner hegt Sarah einen
Berufswunsch, der für Mädchen zu der Zeit in den Südstaaten als völlig
indiskutabel gilt, denn sie möchte Anwältin werden.
Eindrucksvoll, ergreifend und geradezu fesselnd schreibt die Autorin
Sue Monk Kidd über die Unmenschlichkeit der Zeit der Sklaverei und
darüber, ob es möglich ist, dass einem Menschen Flügel wachsen und er
frei sein kann. Abwechselnd erzählt sie in imposanter Sprache die
Geschichte aus Sarahs und Handfuls Sichtweise. Der fiktive Roman Sue
Monk Kidds basiert in Teilen auf die tatsächliche Lebensgeschichte der
Sarah Moore Grimké (1792 – 1873).
Mich hat die Geschichte und der
hervorragende Schreibstil der Autorin gefesselt und ich vergebe dem Buch
fünf von fünf Sternen.