Donnerstag, Februar 05, 2015

Die Erfindung der Flügel von Sue Monk Kidd

Featured imageZu ihrem 11. Geburtstag erhält Sarah, Tochter eines Richters am Obersten Gerichts und zudem Plantagenbesitzers, die Vormundschaft für die kleine Sklavin Handful/Hetty – so absurd es für unsere Ohren klingen mag, das war doch zu der Zeit in den Südstaaten der USA das normale Leben. Handful konnte aus Sicht ihrer Familie froh sein, dass sie nicht zur Arbeit auf einer anderen Plantage verkauft wurde, nein sie konnte in der Nähe der Familie bleiben und als Kammerzofe für die junge Miss Sarah arbeiten. Doch was dann geschah, konnte niemand ahnen. Sarah, die ihr Geschenk zunächst gar nicht annehmen wollte, versuchte das Beste aus der Situation zu machen. Sie und Handful freunden sich an, Sarah gibt der neuen Freundin Unterricht und öffnet ihr damit die Tür zu einem neuen Horizont. Doch die Umwelt versucht dies zu verhindern. Hinzu kommt, dass die Plantage der Familie Grimké äußerst streng geführt wird, auch kleinste Verfehlungen werden mit Peitschenhieben bestraft. Handfuls Mutter hingegen versucht Sarah psychologisch unter Druck zu setzen und damit die Freilassung ihrer Tochter zu erzwingen. So gerät Sarah in eine aussichtslos erscheinende Lage. Ferner hegt Sarah einen Berufswunsch, der für Mädchen zu der Zeit in den Südstaaten als völlig indiskutabel gilt, denn sie möchte Anwältin werden.




Eindrucksvoll, ergreifend und geradezu fesselnd schreibt die Autorin Sue Monk Kidd über die Unmenschlichkeit der Zeit der Sklaverei und darüber, ob es möglich ist, dass einem Menschen Flügel wachsen und er frei sein kann. Abwechselnd erzählt sie in imposanter Sprache die Geschichte aus Sarahs und Handfuls Sichtweise. Der fiktive Roman Sue Monk Kidds basiert in Teilen auf die tatsächliche Lebensgeschichte der Sarah Moore Grimké (1792 – 1873).

Mich hat die Geschichte und der hervorragende Schreibstil der Autorin gefesselt und ich vergebe dem Buch fünf von fünf Sternen.

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