Donnerstag, August 11, 2016

Lausbubengeschichten von Anyah Fredriksson

Episode 1:

Über das Essen in Schulen oder auch Kindergärten habe ich persönlich keine Erfahrungen. In meiner Kindheit in Deutschland gab es nur Getränke, wie Hagebuttentee und Kakao im Kindergarten. Im Schulkiosk, kamen dann noch Brühe, Milch und Brötchen hinzu – das war es. So habe ich staunend folgender Geschichte meines Ehemannes gelauscht: 
Es ging sehr streng zu, bei den Schul-Mahlzeiten Ende der 60er Jahre in Schweden. Die Essensausgabe und ebenso die Tablett-Rücknahme lagen in fester, erzieherischer Hand – gleich einem Kasernenhof. War der Teller nicht leergegessen, so gab es Ärger und das Tablett wurde nicht zurückgenommen. Essen wegzuwerfen war einfach undenkbar. Was also machte ein kleiner Junge, der absolut keinen Fisch mag? Seinen Kartoffelbrei hatte er brav aufgegessen, doch was sollte er mit dem Bratfisch anstellen? Er war in Nöten. Die Schlange für die Tablett-Rücknahme wurde immer kürzer, bald würde er an der Reihe sein und die Frage hören: ”Hast Du denn auch aufgegessen?” Ein ”nein” wurde ja nicht akzeptiert, die Strafe wäre undenkbar hart. Da kam ihm die rettende Idee – ja, das würde gelingen!
Am Abend wunderte sich die Mama über den seltsamen Gestank im Haus. Was war das nur? Wo kam das her? Der Täter wurde schnell ausgemacht: Micke. ”Sag, Junge, was hast Du angestellt, Du stinkst ja bestialisch!” Er habe nichts gemacht versichert der kleine Junge seiner Mama. Doch, sie ließ ihn seine Hosentaschen ausleeren – und siehe da, es kam ein Bratfisch zum Vorschein. ”Junge!” Doch die Mama verzieh ihrem kleinen Liebling schnell, so wusste sie doch, das er Fisch richtig eklig fand. So ab unter die Dusche, die Sachen in die Waschmaschine und dann gab es erst einmal Abendessen - selbstverständlich fischfrei.

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