Montag, August 31, 2015

Für alle Tage, die noch kommen von Teresa Driscoll

Die Liebe einer Mutter


Bei Eleanor ist die Brustkrebserkrankung bereits zu sehr fortgeschritten, entkräftet beschließt sie, die Chemo abzubrechen. Die Diagnose der Ärzte nach, hätte ihr die Behandlung nur noch ein paar Wochen mehr zum Leben gegeben, doch zu welchem Preis? Sie möchte die ihr verbleibende Zeit so normal wie nur irgend möglich verbringen und ganz wichtig, sie möchte die todbringende Krankheit so lange wie möglich vor ihrer kleinen Tochter geheim halten, sie soll – wenn auch nur für ein paar Wochen – ihr unbeschwertes Leben genießen können. Aber im Umkehrschluss bedeutet es auch, dass sich Eleanor nicht von der kleinen, achtjährigen Melissa verabschieden kann. Deshalb beschließt sie, ein Buch für Melissa zu schreiben, zunächst nur mit Rezepten, die sie ihr von sich selbst und von Eleanors Mutter und Großmutter weiter geben möchte, so dass sie nicht in Vergessenheit geraten. Doch schnell kommen Tipps in allen Lebenslangen hinzu, wie sie sie der erwachsenen Tochter geben würde, aber es später nicht mehr selbst tun kann. Eleanor tut dies im Geheimen, nicht einmal ihr Mann erfährt davon. Zu Melissas 25. Geburtstag händigt ihr ein Notar dieses Buch aus, nachdem er sich vorher erst versichert hat, dass es sowohl Melissa und auch ihrem Vater gut geht, denn das war eine Bedingung von Eleanor. Melissas Gefühle als sie das Buch bekommt sind ziemlich gemischt, hatte sich ihre Mutter doch nicht einmal von ihr verabschiedet. Sie selbst ist gerade in einer schwierigen Phase, denn sie hat den Heiratsantrag ihres Freundes entrüstet abgelehnt, die Beziehung steht deshalb auf der Kippe. Kommt das Buch der Mutter zur rechten Zeit für Melissa, wird sie verstehen, warum die Mutter ohne ein Adieu ging?


Montag, August 24, 2015

Blogger für Flüchtlinge – Menschen für Menschen





Europa schottet sich ab, schließt seine Grenzen. Verschließt somit seine Augen für das Elend und die Not der Menschen, die kommen, weil sie Hilfe benötigen. An der Grenze zu Mazedonien wird auf die Massen geschossen, wahllos. In den Gruppen befinden sich Frauen, Schwangere, Kinder, Babys. Das jeden Tag in den Nachrichten zu sehen, bricht mir das Herz.

Diese Menschen wachen nicht eines Morgens gelangweilt auf und beschließen eine freudige Reise nach Europa zu unternehmen. Das sind Verzweifelte, Menschen aus Krisen- und Kriegsgebieten. Sie kommen, weil sie uns vertrauen, auf unsere Hilfe zählen. Sie können sich nicht mehr alleine helfen, ihre Leben sind ausweglos.

Hand aufs Herz, würden wir in einer solchen brisanten Lage nicht ebenso fliehen? Auch in unserer eigenen Geschichte gab es Flüchtlingsströme und unser Land konnte sie bewältigen und das trotz schwieriger Zeiten.

Es ist an der Zeit, dass die Politiker Europas aufwachen und etwas tun. Die Menschen brauchen schnell verlässliche und kontinuierliche Hilfe. Doch das allein reicht nicht, denn die Flüchtlinge, die es nach Europa geschafft haben, stehen hier vor neuen, nicht zu bewältigenden Schwierigkeiten. Denn die Behörden sind eindeutig überfordert und überlastet, den Flüchtlingsmassen Herr zu werden, so wie z.B. den Asylsuchenden vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales zu helfen. Der Verein „Moabit hilft!“ hat hier ein Netzwerk aufgebaut, wo jeder sich, selbst mit kleinen Dingen, die dort fehlen, einbringen kann. Wer Geld spenden möchte und kann, tut dies bitte hier

Solche privat organisierten Hilfsaktionen finden sich bereits vielerorts und sind leicht unter dem Hashtag #WelcomeChallenge zu googeln. Desgleichen existiert eine Gruppe bei Facebook, wo man sich über Hilfsaktionen informieren kann.

Es ist wichtig, dass jeder von uns versucht zu helfen, schon allein deshalb, um die Akzeptanz für Flüchtlinge in der Bevölkerung zu stärken und somit Rassisten den Mund zu verschließen. Solche Vorkommnisse wie an diesem Wochenende in Heidenau sind kriminell, beschämend, unwürdig, verabscheuungswürdig und nicht hinnehmbar. Denn das zeigt eine Seite Deutschlands, die ich nicht will und für die ich nicht stehe.

Sonntag, August 23, 2015

Lichtblaue Sommernächte von Emily Bold

Sommernächte voller Erinnerungen - wunderschön und zutiefst wehmütig


Tim begeht zusammen mit seiner 13-jährigen Tochter Mia den fünften Geburtstag seiner kleinen Tochter Alyssa, ihr Geburtstagsgeschenk ist ein kleiner Hundewelpen, sie nennen ihn Rowdy, das Geschenk war eine Idee von Lauren, der Mutter der beiden Mädchen, doch Lauren kann diesen Geburtstag selbst nicht mehr miterleben. Wunderschön, gefühlvoll, eindringlich schreibt die Autorin Emily Bold diese Geschichte, ich kann den Schmerz fühlen, der über dieser Restfamilie liegt. Tim und Mia versuchen sich gegenseitig zu stützen, einander Kraft zu geben. Mia, die sich in den letzten Monaten sehr verändert hat, schon rein äußerlich: schwarzgefärbte Haare, Bikerboots, sie ist verschlossen und unnahbar; nun taut sie ein wenig auf wegen des kleinen Hundewelpen. Alyssa, die kindlich unbeschwert ist und sich darauf freut, ihrer Mama beim nächsten Besuch auf dem Friedhof, Rowdy vorzustellen.


Freitag, August 21, 2015

Schönes Wochenende!

 

Ganz liebe Freitags-Grüße und ein wunderschönes Wochenende mit viel Lese-Zeit wünsche ich Euch allen! ♥




Samstag, August 15, 2015

#wirbloggenBücher



Vielleicht habt Ihr vor einigen Wochen die Aktion  #wirsindbooktube zur Kenntnis genommen, bei der uns Booktuber von ihren Erfahrungen und ihren Absichten rund ums Booktubing berichtet haben. Diese Aktion war der Auslöser für das Community Projekt #wirbloggenBücher. Auch wir Blogger wollen Euch von unserer Arbeit und den Gründen für das Bloggen berichten (eine aktuelle Teilnehmerliste findet Ihr  h i e r ). Diese Fragen gilt es dabei zu beantworten:

Was bedeutet für DICH „buchbloggen“? Warum machst DU das eigentlich? / Wie bist DU zum Buchbloggen gekommen? Was gab dir den Anstoß? / Welche Berührungsängste hattest Du? / Zeig uns doch deinen Buchblogger-Arbeitsplatz, dein Bücherregal, deinen liebsten Leseort, andere buchige Accessoires oder etwas, das für dich immens wichtig ist zum Buchbloggen.

Mein Bücher-Blog ist noch relativ neu, erst im März dieses Jahres habe ich mich dazu entschlossen, mit dem Bloggen zu starten. Die Idee dazu spukte mir schon länger im Kopf herum, irgendwie hat jeder einen Blog und ich wollte da mithalten. Berührungsängste hatte ich zu keinem Zeitpunkt, aber ich war unsicher, worüber ich schreiben sollte. Da kam mir die Eingebung wie ein Blitz: warum nicht über etwas schreiben, das mich bereits fast mein ganzes Leben begleitet und ein wichtiger Teil von mir ist? Ich lese seit meinem fünften Lebensjahr und zwar so ziemlich alles, was mir in die Finger gerät. So war die Idee geboren und mein kleiner, feiner Bücher-Blog ging online. Der Nebeneffekt, ich konnte meine Rezensionen, die ich seit knapp über einem Jahr schreibe, einem größeren Kreis an Lesern zugängig machen und das Rezensieren ein wenig professioneller und edler angehen, als ich dies bis dato getan hatte. Da ich in meiner neuen Heimat (ich lebe seit sechseinhalb Jahren in Schweden) keinen Beruf ausübe, ist das Rezensieren und Bloggen nun fast zu einer Art Berufung für mich geworden.
Mit den Jahren habe ich ein gutes Gespür für Bücher entwickelt, das Lesen des Klappentextes reicht in 99 % der Fälle aus, um zu wissen, ob mir ein Buch gefallen wird oder nicht. Abwechselung und das Springen durch die verschiedensten Genre ist mir dabei äußerst wichtig. Das erklärt im Übrigen, warum ich nicht nur über ein Lieblingsgenre verfüge, meine vielen zähle ich hier gerne auf: Frauen-/ Liebesroman, Historischer Roman, Jugendliteratur, Literatur, Krimis und ganz besonders Thriller.
Bei der Nennung nur eines einzigen Lieblingsautoren hätte ich ebenfalls so meine Probleme, möchte ich doch keinen benachteiligen oder gar vergessen: Adriana Popescu, Jean M. Auel, George R.R. Martin, Carlos Ruiz Zafón, Wolfgang Haupt, Elizabeth George, Haruki Murakami, Henning Mankell, Ben Aaronovitch, Petra Oelker, Hape Kerkeling, Paulo Coelho, Rita Mae Brown, Diane Mott Davidson, Kathy Reichs, Naomi M. Stokes, Deborah Crombie, Charlotte Link, Rebecca Gablé, Pascal Mercier, Sebastian Fitzek, Frank Schätzing, Kerstin Gier, Cornelia Funke, Stephenie Meyer, Theresa Prammer, Gilles Paris, Tatiana de Rosnay, Daphne du Maurier, Elif Shafak, Patrycja Spychalski und so viele mehr!


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Mein Buchblogger-Arbeitsplatz


Mein Blog ist insofern etwas besonderes, weil es überwiegend nur meine Bücher-Favoriten auf meinen Blog schaffen. Ich möchte über Bücher bloggen, die ich mit Liebe verschlungen habe und die mir besonders am Herzen liegen. Denn nur die kann ich mit gutem Gewissen weiter empfehlen. Bücher nieder zu machen und schlecht zu schreiben möchte ich – so weit es geht – vermeiden.

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Freitag, August 14, 2015

Wintergäste von Sybil Volks




Unverhoffte Wintergäste – eine eingeschneite Familienzusammenkunft

Featured imageAls Inge Boysen die Augen aufschlägt, sieht sie Schwarz; der Spiegel gegenüber ihrem Bett zeigt nicht wie gewohnt ihren weißen Haarschopf, er ist abgehängt, das Zimmer völlig abgedunkelt. Da muss sie wohl tot sein, denkt sich Inge; keinesfalls jedoch hätte sie gedacht, dass man als Tote immer noch denken würde. Aber nein, Inges Tod ist ein Fehlalarm, doch da haben sich ihre Kinder und Schwiegerkinder sowie Enkelkinder samt dem Ungeborenem in Tochter Gesas Bauch bereits auf den Weg gemacht zu ihr auf die Insel und das kurz vor Silvester. Im Gepäck bringen sie alle ihre Probleme und Streitigkeiten mit. Gerade auf der Insel angekommen, hindert ein Schneesturm die Familienmitglieder daran, sofort wieder abzureisen. Nun müssen sie sich auseinander setzen mit sich selbst und ihren Konflikten. Da ist Gesa, die älteste Tochter Inges; die Frauenärztin hat sich von ihrem Ehemann Jochen getrennt und ist gerade hochschwanger von ihrem Geliebten Matteo, den sie ziemlich verklärt durch eine rosarote Brille sieht. Jochen, ein Sozialarbeiter, würde Gesa gerne zurück gewinnen, doch zu den gemeinsam verbrachten Weihnachtsfeiertagen ist dieser Versuch missglückt.


Samstag, August 08, 2015

Breathe - Jax & Sadie von Abbi Glines



Featured image Wieder eine Rockstar-Story …

Die 17-jährige Sadie führt an ihrer Mutters statt die Familie. Sie übernimmt viele Aufgaben im Haushalt und muss in diesen Sommerferien, die zudem ihre letzten vor dem Collegebesuch sind, zusätzlich Geld für den Lebensunterhalt der Familie dazu verdienen. Die Mutter selbst ist schwanger und überfordert ihre Tochter ständig. So muss Sadie ihren Dienst als „Mädchen für Alles“ in einer Strandvilla antreten, das es sich bei dem Bewohner um einen berühmten Rockstar handelt, interessiert und beeindruckt sie zunächst nicht sonderlich. Aber dieser, Jax, ist vielleicht gerade wegen dieser Ablehnung fasziniert von Sadie.


Freitag, August 07, 2015

Lavendelsommer von Cora Berg



Eine Kreuzfahrt ins Glück ! ?

Featured imageDas Mädchen Christina darf ihre Mutter nicht zu deren Geschäftsreise in die USA begleiten, es soll die Zeit beim Vater verbringen. Doch auch der hat Pläne, es sind gerade Schulferien und Christina soll ihn auf eine Kreuzfahrt begleiten. Dumm nur, dass es sich um eine Fluss-Kreuzfahrt handelt, die der Vater als Kritiker zu bewerten hat. Seit der Scheidung der Eltern hat Christina kein gutes Verhältnis zu ihrem Vater; er hatte nie Zeit für sie, war nur mit seiner neuen Freundin beschäftigt. Seit er wieder Solo ist, versucht er einen Kontakt zu seiner Tochter aufzubauen, aber sie blockiert zunächst, zu tief ist sie verletzt. Sie versucht jedoch gute Miene zum bösen Spiel zu machen und schluckt aufmüpfige Bemerkungen herunter. Sie will nicht dass die Situation zwischen ihr und ihrem Vater eskaliert, doch im Stillen hofft sie, ihm auf dem Schiff aus dem Weg gehen zu können. Dass sie in diesem Sommer eine Lovestory erleben wird, kann Christina noch nicht ahnen. Ohne zu viel zu verraten, sei gesagt, dass es ein unvergesslicher Sommer im Süden Frankreichs werden wird.


Buch-Verlosung!

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Buchverlosung zur Blogtour!

Anlässlich seiner Blogtour mit “Salziges Blut” verlost der Autor Wolfgang Haupt insgesamt vier seiner Bücher.

1. Preis: Der algerische Hirte mit Signatur und Salziges Blut

2. Preis: Salziges Blut

3. Preis: Salziges Blut

Um eines der Bücher zu gewinnen, müsst Ihr einfach nur hier in der Kommentarspalte folgende Frage beantworten:

In welchem Viertel in Salzburg wohnt Felix, der Protagonist aus “Salziges Blut”?

A: Lehen

B: Kreuzberg

Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen, die Verlosung läuft bis heute um Mitternacht und die Auslosung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt – die GewinnerInnen werden spätestens am 10.08. in der Kommentarspalte bekannt gegeben und zudem persönlich kontaktiert.

Zusammen mit Wolfgang Haupt freue ich mich über Eure Teilnahme! Viel Glück allen!

Dienstag, August 04, 2015

Angis Bücherkiste Podcast - Interview mit Wolfgang Haupt

Angis Bücherkiste Podcast zu Gast im Interview der Autor Wolfgang Haupt, der sein neuestes Werk „Salziges Blut“ im Rahmen seiner Blogtour vorstellt.
Das komplette Interview hier zum Nachlesen im Text: http://angisbuecherkiste.blogspot.se/2015/08/blogtour-salziges-blut-tag-gestern.html
Musik: Sleazy Roze mit „Civil War“ und Big Hozz and the Animals mit „Son of Evil“ sowie mit „Lucifers friend“
2015-08-04



Blogtour: „Salziges Blut“ Tag 2

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Gestern haben wir auf der Blogtour von Wolfgang Haupt bei Stephis Bücher Blog viel über den Autoren selbst erfahren, er hat uns Einblicke gewährt, in die Entstehung eines Buches und seine ganz eigene Arbeitsweise.

Heute macht der Autor nun Station auf meinem Blog und unsere Themen sind der Inhalt sowie die Schauplätze seines Werkes „Salziges Blut“. Morgen geht es dann auf zum nächsten Halt beim Blog Meine Bücherbar.

Als kleine zusätzliche Überraschungen für Euch habe ich hier zum einen das mit Wolfgang Haupt geführte Interview, in einer Audio-Version (bitte den Link anklicken, er führt zu Soundcloud) vorliegen, so dass Ihr auch seine Stimme hören könnt und zum anderen war Wolfgang Haupt so freundlich, uns Bilder von den Original-Schauplätzen zur Verfügung zu stellen.

Hier das vollständige Interview im Text zum Nachlesen für alle die, die keine Zeit und Muße zum Lauschen der Audio-Version haben:

Im Rahmen seiner Blogtour begrüße ich heute als Gast den Autor Wolfgang Haupt, der uns sein neuestes Werk „Salziges Blut“ mitgebracht hat. Hallo Wolfgang, sei herzlich willkommen!

Hallo. Ich möchte dir meine neuen Thriller “Salziges Blut” näherbringen, der im Juni bei Midnight by Ullstein, einem reinen E-book-Verlag, erschienen ist. Schauplatz der Handlung ist Salzburg, Österreich. Wo wir schon beim Klappentext wären …

Der Personenschützer Felix Horvat bekommt einen Anruf: Seine beste Freundin und Polizistin Andrea hat ein mit Säure verätztes Opfer am Tatort vorgefunden, auf dessen Handrücken dieselbe tätowierte 5 zu erkennen ist, die auch Felix trägt. Felix war früher in einer Jugendgang und scheinbar hat es jemand auf die ehemaligen Mitglieder abgesehen. Er ermittelt auf eigene Faust und wird von den Geistern seiner Vergangenheit heimgesucht. Als Felix‘ Familie ins Visier der Verbrecher gerät, muss er sich an den Einzigen wenden, der jetzt noch helfen kann: Darius, alter Freund, gefährlicher Junkie und selbst Träger einer 5. Gemeinsam mit Andrea kommen sie einer hochexplosiven Mischung aus Drogengeschäften, Ex-Militärs und Verrat auf die Spur …

 

Ich kenne die Stadt Salzburg nur von einem Besuch als Touristin und erinnere mich an das wunderschöne Panorama und natürlich an die Burg. Doch Du zeigst uns ebenso die Schattenseiten der Stadt, ist Dir das schwergefallen, wo es sich doch um Deine Heimatstadt handelt?

Eigentlich gar nicht. Was mich im Nachhinein wundert. Es ist ja mein Viertel, das mich schon seit der Jugend begleitet. Ich habe dort das Gymnasium besucht, wir sind dann weggezogen und meine Schule auch. 2008 bin ich dann zurück und wohne seitdem dort. Man könnte fast sagen, dass Felix und ich Nachbarn sind. Ich war während meiner Jugend auch in den Parks unterwegs, wir haben in der General-Keyes-Straße gewohnt. Der Lehener Park, die Wiese hinter der Paumannstraße waren nicht weit entfernt. Ich hatte einige Lehener als Freunde und einige nicht. Die Eltern haben nicht viel davon mitbekommen, aber damals hat ein rauer Ton unter den Jugendlichen geherrscht und die Gewaltbereitschaft war teilweise sehr hoch.
Später in Liefering war die Situation entspannter, aber trotzdem manchmal brenzlig. Wir hatten einmal Besuch von einer Taxhamer Gang, die uns mit Springmessern klargemacht haben, dass man sie nicht verarscht. Da gab es einige dieser Gruppierungen. Gangs aus Lehen gegen Liefering gegen Taxham und untereinander. Da ging es manchmal heiß her.
Und Drogen waren auch ein Thema. Ich kannte einen Typen, mit dem ich manchmal den Schulweg geteilt habe und der auf einmal nicht mehr kam. Ich hatte dem keine Bedeutung beigemessen, aber man sagt, er habe sich den goldenen Schuss verpasst. Auf jeden Fall lebte er nicht mehr. Das haben einige überschätzt, die Drogen meine ich.
Man könnte sagen, die Schattenseiten sind meine Jugend, mein Salzburg. Es geht natürlich schlimmer, ich hatte ja die Ausbildung als Ausweg, das Gymnasium als Gegenpol zu den Lehener Sitten. Das hatten nicht alle.
Deshalb finde die Schattenseiten relativ. Das ist Teil der Stadt und ein nicht unwesentlicher.
Das wird nur gerne totgeschwiegen, weil man sich dagegen nur schwer zu helfen weiß und das dem Image der Mozartstadt nicht dienlich scheint.
Doch Salzburg hat sich seit meiner und Felix‘ Jugend stark verändert. Die Armutsmigration in Lehen, Elisabeth-Vorstadt, Taxham, Liefering und die Reichtumsmigration in der Innenstadt. Beides hat nicht nur Vorteile gebracht. Die Wohnungspreise sind gestiegen, teils durch künstliche Verknappung, teils durch richtige Verknappung. In den „schlechteren“ Vierteln ist Kriminalität auch ein Thema. Ich war schon Zeuge einiger Polizeieinsätze. Raubüberfalle, Einbrüche, Verfolgungsjagden, ein paar Sachen, die ich aus der Zeitung erfahren habe. Ich kenne die Sirenen der Einsatzfahrzeuge am Klang. Mich hat es gottseidank noch nie getroffen, beziehungsweise nicht schlimm. Ich versuche da auch nicht zu viel darüber nachzudenken. Man gewöhnt sich auch daran. Aber einen Platz im Buch hat es „verdient“.

Sind alle Plätze real oder auch einige fiktiv, ich denke da z.B. an die Tankstelle?

Die Plätze sind real oder an reale Plätze angelehnt. Die Tankstelle gibt es wirklich, dort bin ich ab und zu zum Tanken, also Benzin. Die Beschreibung entspricht dem Bild, das ich von dort habe. Der Wirt, zu dem Andrea und Felix mit dem Motorrad fahren, ist einer meiner liebsten, wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin. Der weiß das gar nicht, dass er in einem Thriller verewigt wurde. Das Haus von Opa Hermann ist ein Hybrid. Das steht nicht in der Straße. Natürlich wäre das möglich, aber eigentlich ist es das Haus meiner Großeltern in Frankenburg am Hausruck in Oberösterreich. Eine Ode an die beiden, die leider schon verstorben sind.
Auch den Arbeiterbus gibt es wirklich. Ein Freund ist damit nach Belgrad gefahren. Nicht, um das zu tun, was Felix tut… das ist ein günstiger Weg, um nach Serbien zu fahren.
In Belgrad ist das etwas anderes. Die Zora Plava-Farm ist nicht wirklich dort. Nicht dass noch jemand hinfährt und die Leute dort verhaftet. ;-)

In der Audio-Version (Link siehe oben) hört Ihr an dieser Stelle die Band „Big Hozz and the Animals“ mit ihrem Song „Son of Evil“
War Dir bei der Entstehung der Geschichte gleich klar, dass Du die Orte des Geschehens nach Salzburg platzierst?

Eigentlich nicht. Ich hatte lange mit dem Gedanken kokettiert, die Geschichte in Oberösterreich spielen zu lassen, weil die Grundidee eine andere war. Zwei Schatzsucher sollten das Zeug finden und das machen, was Werner und Darius damit gemacht haben.
Aber die Verbindung zwischen Oberösterreich und Salzburg war mir zu weitläufig, zu unlogisch. Mir erschien die örtliche Nähe realistischer. Ein Unbedarfter gerät sehr viel unwahrscheinlicher dort hinein, würde ich mal vermuten. Das gibt es natürlich, aber dann eher als Konsument. Es ist ja eine Jugend voller Hoffnung und zerstörter Träume, die die Gang verbindet. Das hatte für mich ein großes Verzweiflungspotential.

Was hat Dich veranlasst, deinen aktuellen Krimi in deiner Heimatstadt spielen zu lassen?

Meine Jugend, meine Erfahrungen. Ich hatte mich lange gegen den Gedanken gewehrt, weil ich dachte, dass hier kein Platz wäre für solch einen Schauplatz. Aber dann habe ich mich Izzos entsonnen, der ja auch sein Marseille zeigt wie kein anderer. Das derbe, das so überhaupt nicht zu der schönen Stadt passen will und sicher nicht als touristisches Aushängeschild. Ich dachte, der Markt wäre mit Mozartstadtkrimis gesättigt, obwohl die sich gut verkaufen. Viele Menschen lieben die Stadt und wenn ich durchgehe, denke und spreche ich oft über die Schönheit, die Millionen Touristen anzieht. Aber sie hat ein zweites Gesicht.
Zudem war mir Mozart, der zu gerne zu Rate gezogen wird, zu inflationär. Wenn man nach Salzburg kommt, wird man mit denselben Thematiken bombardiert. Mozart, Mozart, das Barocke, Trakl, vielleicht noch Thomas Bernhard oder Stefan Zweig. Man könnte sagen, die Leute sind stolz auf die Stadt, was ja nachvollziehbar ist, man könnte auch meinen, dass unsere berühmten Toten die Zugpferde des Tourismus sind. Das reizt mich eben nicht besonders.

Waren zuerst die Charaktere geformt oder erst die Schauplätze gefunden?

Am Anfang steht natürlich die Idee. Dann suche ich mir meine imaginären Freunde und teste, ob sie geeignet sind, ein solches Abenteuer durchzustehen. Woher müssen sie kommen, damit sie das auch schaffen? Was haben sie für einen Hintergrund? Wie sind miteinander verwoben? Im Zuge des Hintergrundes der Personen brauche ich natürlich auch die Orte, an denen sie gelebt haben, die soziale Prägung, die ja bestimmend für den Charakter sind.

Hast Du Kriminalbeamte in Deinem Bekanntenkreis, die Dir manchmal zu bestimmten Szenen Tipps und Ratschläge geben?

Ja, da gibt es einige, die mich vor Dummheiten bewahren. Ansonsten wäre das zu schwierig, Einblick in die Polizeiarbeit zu bekommen. Ich denke, das braucht es auch. Glaubwürdigkeit ist eine wichtige Sache in diesem Geschäft. ;)

Gibt es schon Reaktionen von Salzburgern zu Deinem Buch, wie finden sie es, ihre Stadt in “Salziges Blut” wieder zu finden?

Die allgemeine Resonanz zu dem Buch ist sehr gut. Die Salzburger können sich natürlich mehr darunter vorstellen und leben richtig mit. Einer hat es sogar als Heimspiel für jeden Salzburger betitelt. Das freut mich wiederum. Da lag aber auch ein Stück Schwierigkeit darin. Ich kenne ja die Orte und bin mir dann nicht gleich im Klaren, ob das ausreichend, zu viel oder zu wenig beschrieben ist. Ich will ja der Vorstellungskraft genug Raum geben. Ich mag das gar nicht, wenn mir alles bis zuletzt erklärt wird oder ich mir gar nichts vorstellen kann. Da lese ich dann irgendwann dran vorbei. Das ist eine dünne Linie, die man entlang schreibt.

Dankeschön, lieber Wolfgang, dass Du heute mein erster Gast warst. Das hat richtig Spaß gemacht mit Dir!

Wie der österreichische Kaiser immer zu sage pflegte: es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut!

In der Audio-Version (Link siehe oben) folgt noch einmal ein Song der Band „Big Hozz and the Animals“ diesmal „Lucifers friend“.

Das war’s für heute, bis demnächst in Angis Bücherkiste Podcast.

 

Ein kleiner Einblick Behind the Scenes:

Die Bilder dürften gerade für uns Nicht-Salzburger interessant und spannend sein, alle denjenigen, die das Buch bereits kennen, dient es als Auffrischung zum Thema und für die zukünftigen Leser bieten sie sicherlich ein Hinein-schnuppern die die Atmosphäre des Buches „Salziges Blut“.

Felix' Refugium
Krisplerwirt
Lehen2Lehen4Lehen3LehenLehen5 Lehener Park Rossfeld Tankstelle

Montag, August 03, 2015

Bei Zugabe Mord! von Tatjana Kruse



Mord in Salzburg, kann eine Diva die Festspiele retten?

Featured imageDie Sopranistin Pauline Miller steht gerade vor den Proben in ihrem neuen Engagement bei den Salzburger Festspielen als „Konstanze“ in Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“. Die schwere Perücke, das wuchtige Kostüm und die Hitze, die in diesem Sommer über Salzburg liegt, komplizieren ihre Arbeit. Doch am schlimmsten ist ihr Liebeskummer, in dem sie zu ertrinken droht, hat sich gerade erst ihr Partner von ihr getrennt, um an der New Yorker Met zu singen. Sie schwört sich, nie wieder eine Beziehung zu einem Tenor einzugehen, nie wieder Arbeit und Privatleben zu mischen. Pauline hofft, dass sie wie gewohnt 110% in ihrer Rolle geben kann, doch ihr Selbstbewusstsein ist angeknackst. Vielleicht ist es von Vorteil, dass sie mit vier der anderen Besetzungsmitglieder gemeinsam an der Juilliard School studiert hat, man kennt sich und ist vertraut miteinander. Nach beendeter Probe begibt sie sich auf ihren Heimweg, zu Fuß, um wenigstens durch den Zuspruch von Touristen und Passanten ein wenig ihr Selbstvertrauen aufpolieren zu können. In ihrem vorläufigen Zuhause angekommen wartet eine unschöne Überraschung auf sie – eine tote Maus liegt auf ihrer Fußmatte, das erste Todesopfer, es sollen weitere folgen und Pauline beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, unterstützt von ihrem an Narkolepsie leidenden Boston-Terrier Radames.


Samstag, August 01, 2015

Auf eine wie Dich habe ich lange gewartet von Patrycja Spychalski



 

Aufbruch zu neuen Überraschungen und Entscheidungen

Featured imageDie 16-jährige Laura zieht gerade mit ihren Eltern um, von der Großstadt ins Dorf, wie sie es bezeichnet. Der Vater besteht darauf, dass es sich um eine Kleinstadt handelt. Lauras anfängliche Wut gegen ihre Eltern ist schnell verpufft. Freut sie sich doch eigentlich auf das größere Zimmer, das sie sich alleine einrichten darf und den schönen Garten, in dem sie sich selbst schon Faulenzen sieht. Allerdings ihre Clique vermisst sie bereits jetzt auf der Fahrt in ihr neues Leben. Warum musste ihr Vater nur diesen neuen Job annehmen und warum meldet sich niemand von ihren Freunden? Vermissen sie sie denn gar nicht? Laura ist hin- und hergerissen zwischen ihren Emotionen. Auf der einen Seite liebt sie ihre Eltern, beide unter 40 Jahre alt, die Mutter ein Hippie, die das Rauchen nicht aufgeben kann; der Vater, Computerfachmann, handwerklich eher unbegabt. Andererseits rebelliert sie gegen die Entscheidung der Eltern auf, will ihnen schon gar nicht zeigen, dass sie ein wenig neugierig ist, auf die neue Umgebung und dort angekommen will sie ihnen ebenfalls nicht zu deutlich werden lassen, dass ihr einiges wider Erwarten zusagt.
Im Baumarkt, am nächsten Morgen, macht Laura dann sogleich Bekanntschaft mit einem ihrer zukünftigen Klassenkameraden, Enzo, der sich dort ein wenig Geld dazu verdient, mit dem Ziel, den Ort schnellstmöglich nach dem Schulabschluss verlassen zu können. Das macht ihn für Laura schon einmal sympathisch.


Monatsrückblick Juli 2015

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